Zähne

Liebe/-r Experte/-in,
ich versuche, mein Problem so genau wie möglich anzugeben: Ich bin 37 Jahre alt, Raucherin und trinke sehr viel Tee und gelegentlich Kaffee. Meine Zähne sind eigentlich gesund (keine Kronen etc., eine Füllung). Ich gehe regelmäßig zum Zahnarzt und ca. alle 4 Monate zur Zahnreinigung. Meine Zähne sind etwas schmerzempfindlich geworden, ich trage nachts eine Zahnschiene und nutze eine elektrische Zahnbürste. Ich benutze Sensodyne und Spülungen für empfindliche Zähne. Die letzte Reinigung ist rd. 6 Wochen her, es haben sich allerdings schon wieder dunkle Beläge in den Zahnzwischenräumen, auf den Zahninnenflächen und tw. am Zahnfleischrand gebildet. Das Problem ist nicht neu und habe auch schon mit meinem Zahnarzt gesprochen, der der Meinung ist, dass sei bei Rauchern und Teetrinkern normal. Es ist nur so, dass ich mich sehr unwohl fühle („geschönt“ ausgedrückt). Muss ich wohl das Teetrinken aufgeben? Ist der „kurze“ Zeitraum zur Bildung von Belägen normal? Warum bilden sich nicht auf den forderen Zahnflächen Beläge (nicht so, dass ich das möchte)? Was kann ich denn überhaupt noch tun? Wie oft kann man eine Zahnreinigung machen lassen?
Bedanke mich schon einmal herzlich für die Antworten. Viele Grüße

Liebe Luce,
Zahnbeläge bilden sich immer recht schnell. so 3-5-Tage. Sichtbar werden sie meist nach 1-2 Monaten. Dein Problem liegt in der Reingungstechnik: Die elektrische Zahnbürste macht eigentlich nur die Stellen sauber, die genügend Druck abbekommen, also die konvexen Wölbungen des Zahnes. Gleichzeitig kommt es durch diese Technik zu Mikroverletzungen des Zahnfleisches (Schwingschleifereffekt). Das legt die Zahnhälse frei und macht die Zähne schmerzempfindlich. Die professionelle Zahnreinigung verschärft das Problem: durch das Abstrahlen wird die Oberfläche bis in die letzten Poren gereinigt! Aber was passiert dann mit den Poren? Sie setzen sich mit Teer aus der Zigarette danach zu!
Mein Tipp: Schlage unter www.solo-med.de nach. Dort findest Du eine neue und hocheffektive Reinigungtechnik. Innerhalb dieser Technik kann man mit einem „Zahnradierer“ die Beläge gezielt entfernen. Und bei Reinigungen werden die Zähne poliert, d.h. die Oberfläche wird geglättet und dadurch weniger anfällig für Belagbildung. Auf der Seite findest Du bestimmt einen Zahnarzt in Deiner Nähe, der diese Technik anbietet. Aber Achtung: auch viele Zahnärzte kennen diese Technik nicht und lehnen Sie wegen mangelnder Werbegeschenke ab! Also bilde Dir Deine Meinung selbst.

Viele Grüße
Ralf

Hallo Ralf,

noch mal ich! Hoffe, dass du die beiden vorangegangenen E-Mails nicht bekommen hast. Versuche es jetzt aber zum dritten Mal und hoffe du hälst mich nicht für bescheuert, falls du jetzt die 3. Mail kriegst. Bin „Neuling“ im Internet und mache halt noch einige Fehler. Möchte dir meinen herzlichsten Dank übermitteln. Bin froh über deine Antwort und hoffe, ich kann dir auch einmal helfen. Werde den Link direkt aufrufen. Wünsche dir von Herzen alles GUte und Liebe Grüße
Luce

Hallo luce, leider ist das von Dir geschilderte Problem die Regel, vielleicht müssen die Zähne bei der nächsten PZR noch etwas glatter poliert werden, je glatter die Oberfläche, desto weniger Ansatz von Farbpartikeln. Es hängt auch sehr von der Zigaretten-/Tee-/Kaffesorte ab, vielleicht mal wechseln?!?!?! Notfalls hilft nur reduzieren. Die vorderen Zahnflächen werden den ganzen Tag von den Lippenpartien „selbstgereinigt“, in die Zwischenräume kommt nix zum Wegwischen. PZR’s kann man beliebig oft machen, professionell und schonend durchgeführt nehmen die Zähne keinen Schaden.

Viel Erfolg! docbel

Hallo,

danke für Deine Anfrage. Ich bin Spezialist für Bleaching, also für die professionelle Permanent-Zahnaufhellung. Insofern geht Deine Anfrage ein wenig an meinem Kernkompetenzbereich vorbei, aber ich versuche trotzdem gerne, Deine Fragen zu beantworten.

Wenn ich das richtig verstehe, bist Du mit Deiner Zahnfarbe nicht unzufrieden, Dich stören jedoch die sich zu schnell bildenden Beläge und die Empfindlichkeit Deiner Zähne.

Wie schnell sich Beläge bilden, ist von mehreren Faktoren abhängig. Die beiden wichtigsten von denen, die Du selbst aktiv beeinflussen kannst, sind: 1. Die Menge an farbigen bzw. belagbildenden Stoffen, die Du zu Dir nimmst, und 2. die Zahnpflege.

Je besser die Zahnpflege ist und je weniger belagbildende und/oder farbige Stoffe Du zu Dir nimmst, desto länger werden die Abstände zwischen den professionellen Zahnreinigungen sein. Richtige Zahnpflege heißt hier nicht unbedingt sehr kräftiges oder sehr langes, dafür aber richtiges und regelmäßiges Putzen. Eine elektrische Zahnbürste ist schon nicht schlecht, eine Schallwellenzahnbürste ist jedoch um einiges besser. Zahncremes: ganz normale. Bloß keine Zahnweißer-Zahncremes, denn die machen die Zähne schlimmstenfalls mit der Zeit noch dunkler, nicht heller. Zahncremes mit hohen Abrasiv(Schmirgel)-Werten reinigen zwar besser, führen bei falscher Putztechnik aber auch viel schneller zu Zahnschmelzschäden. Deshalb lieber beim Zahni die richtige Putztechnik und -dauer zeigen lassen, dafür aber normale 08/15-Zahncremes verwenden.

Thema Empfindlichkeit: ich gehe davon aus, daß Dein Zahni bereits alles abgeklärt hat, um herauszufinden, weshalb Deine Zähne so empfindlich sind, und nichts pathologisches gefunden hat. Fluoride helfen gegen Empfindlichkeit, verfärben aber auch die Zähne neu. Daher sollte man über die Verwendung normal fluoridierter Standard-Zahncremes hinaus nichts machen, es sei denn ab und an per Fluorid-Lack (das macht dann der Zahnarzt). Mundspülungen helfen meist eher wenig; man kann sie meist getrost weglassen.

Weshalb sich vor allem auf den Zahnrückseiten Beläge bilden (vor allem an den Unterkiefer-Frontzähnen) hat einerseits mit der Lage der Speicheldrüsen zu tun, andererseits aber auch mit der Tatsache, daß man beim Putzen dort meist nicht so gut rankommt. Hier ist eine Änderung der Technik und die Verwendung einer Schallwellenzahnbürste sicher hilfreich.

Eine PZR kann man ohne Bedenken alle 3-6 Monate machen, der geringe Substanzverlust dabei wird in dieser Zeit durch Remineralisierung problemlos ausgeglichen. Aufs Teetrinken muß Du nicht verzichten. Ich würde Dir aber empfehlen, in jede Tasse Tee oder Kaffee einen Tropfen konzentrierten Zitronensaft (der aus dem gelben, zitronenförmigen Plastikfläschchen aus dem Supermarkt) zu geben; dies bricht die kalkgebundenen belagbildenden Verbindungen im Tee so, daß sie schlechter an den Zähnen haften. Das schmeckt man eigentlich nicht heraus.

Ich hofe, daß ich Dir hiermit zumindest ein wenig weiterhelfen konnte. Bei weiteren Fragen helfe ich Dir gerne. Liebe Grüße,

Christopher Schmeil
Dentalkosmetiker AACD

Hallo docbel,

auch für deine Ratschläge und vor allem die Erklärungen lieben Dank. Freut mich, dass du „das Problem als die Regel“ bezeichnest. Hat mich doch stark verunsichert, bin davon ausgegangen, das sei bei mir nicht i.O.
Herzlichst Luce

Hallo Christoper,

WOW! Ich bin ganz gerührt! Ehrlich! Danke, dass du dir so viel Zeit genommen hast. Auch wenn dein „Kernkompetenzbereich“ sich nicht unbedingt vollständing mit meiner Anfrage deckt, so tun es deine Antworten und ich bin froh, dass ich dich gefragt habe.
Bisher habe ich noch nie etwas von einer Schallwellenzahnbürste gehört, werde mich aber umgehend informieren. Was die Schmerzempfindlichkeit betrifft, hat mein „Zahni“ die Lösung schnell gefunden. Ich knirsche mit den Zähnen und trage daher nachts eine Zahnschiene (seit dem sind meine Kopfschmerzen schon mal weg). Tagsüber benutze ich diese allerdings nicht, so dass ich in Stresssituationen keinen „Zahnschutz“ habe und konnte das Knirschen hier bisher leider noch nicht abstellen.
Den Teekonsum werde ich zukünftig dann schweren Herzens reduzieren; denke, dass 6-8 Tassen am Tag vielleicht auch ein wenig übertrieben sind. Gut, dass du die Zahnweißcremes erwähnst und abrätst, da ich doch ab und zu versucht bin, diese zu verwenden.
Ja, mit meiner Zahnfarbe bin ich zufrieden. Eigentlich habe ich auch bis ca. vor 5 Jahren nie Probleme mit meinen Zähnen gehabt. Ist doch hoffentlich nicht das Alter? Na ja, wie auch immer. Die Zitrone würde ich gerne in den Tee tun, habe ich in der Vergangenheit oft gemacht. Allerdings „predigt“ mein Zahni geradezu, da ich sehr gerne Obst esse und Zitrone verwende, dass ich Säuren meiden sollte. Konsum habe ich schon stark eingeschränkt.
Deine Antworten haben mich auf jeden Fall beruhigt. Ganz lieb ist auch dein Angebot, bei weiteren Fragen zu helfen; würde ich dann vielleicht in Bezug auf die Schallwellenzahnbürste annehmen.
Noch mal, bin dir unendlich dankbar und möchte dir versichern, dass du mir sehr weitergeholfen hast.
Herzliche Grüße, Luce

Hallo Luce,

schön, daß ich Dir mit meinen Ausführungen ein wenig weiter helfen konnte. Ich helfe gerne, wenn ich kann.

Eine Knirscherschiene kann viel helfen, aber sie hilft natürlich nur in der Nacht, wenn man sie trägt, logo.

Schallwellenzahnbürsten gibt es mittlerweile diverse am Markt, ich kenne und empfehle den „Klassiker“ unter den Schallwellenzahnbürsten, die Sonicare von Philips. Aber die ist auch eine der teuersten; googeln lohnt sich sicher.

Säure vermeiden ist gut, aber ein Tropfen Zitronensaftkonzentrat pro Tasse bedeutet nun wirklich keinerlei Gefahr für den Zahnschmelz. Im Gegenteil, die milde Säure (wie gesagt, so schwach, daß man sie praktisch nicht schmecken kann!) sorgt sogar für eine leicht erhöhte Speichelbildung, was verfärbende Stoffe schneller aus der Mundhöhle „wäscht“. Insofern muß Du Dir da keine Gedanken machen.

Herzliche Grüße,

Christopher Schmeil,
Dentalkosmetiker AACD

Hallo Luce,

dunkelbraune Beläge an den Zähnen sind meist vom Koffein oder vom Teein, ein bisschen auch vom Rauchen.

Der Speichel umspült die Zähne ständig. Chemisch gesehen ist er sauer, das greift die Zähne an, macht die Oberfläche rauh und es entstehen Belag usw… Mit Zahnpasta bekommt man ihn basisch, das ist gut für die Zähne, sie bleiben schön glatt.
Nun ist es so, dass in der Zahnpasta für sensible Zähne wenig „Putzkörper“ enthält.
Sodass bestehende Beläge schlechter entfernt werden, als mit „normaler“ Zahnpasta.

Es wäre also die Frage zu klären, warum du sensible Zähne hast (manchmal liegt es nur an der Putztechnik) und, ob du damit leben könntest die „normale“ Zahnpasta zubenutzen.
Vollständig weg wären die Beläge dann vielleicht auch nicht. Wie gesagt, die Speichelzusammensetzung spielt auch eine große Rolle. Diesen kann man übrigens auch in einem Labor überprüfen lassen. Vielleicht kann man ja auch die Ernährung etwas umstellen.
Aber das muss der Zahnarzt vor Ort klären, zusammen mit einem Laborbericht.

LG
Sansee74
Entschuldigung wegen der späten Antwort.