Zahle ich zuviel für BUR und Riester?

Hallo zusammen, ich (27 Jahre) möchte mich gerne über eine Riester-Rente + eine Berufsunfähigkeitsrente absichern.

Nun habe ich Angebote eingeholt, die mir vom Preis schon sehr teuer vorkommen.

Es wäre super, wenn mir jemand was zu den Zahlen sagen könnte. Sind diese zu hoch? Ich bin in der Beziehung absoluter Laie…

1)Riester: 175€ im Monat (wobei anscheinend ca. 75€ steuerlich absetzbar wären??), volle 2100€ Förderung vom Staat und ab dem 62.Lebensjahr eien Rente von ca. 1330€

2)Berufsunfähigkeitsrente: 132€ im Monat (wobei anscheinend ca. 52€ steuerlich absetzbar wären??), 1500€ im Schadensfall, ca. 460€ Rente ab dem 62.Lebensjahr

Danke für die Hilfe…

Hallo zusammen, ich (27 Jahre) möchte mich gerne über eine
Riester-Rente + eine Berufsunfähigkeitsrente absichern.

[…]

1)Riester: 175€ im Monat (wobei anscheinend ca. 75€ steuerlich
absetzbar wären??), volle 2100€ Förderung vom Staat und ab dem
62.Lebensjahr eien Rente von ca. 1330€

  1. der Staat zahlt keine 2100 Euro Förderung, sondern die Förderung besteht in der Steuerfreiheit. Allerdings wird soviel auf die Steuer wieder aufgerechnet, wie von Staatsseite Zulagen in den Riestervertrag fließen.

  2. Es sind maximal 2100 bestehend aus Einzahlungen + Zulage förderbar. Zulage ist z.b. 154 Euro für einen kinderlosen Single. Am besten zahlt man also nicht mehr als (2100 - 154) / 12 = 162,xx Euro pro Monat ein. Überzahlungen gelten ähnlich wie Zahlungen in eine normale RV.

    1. Lebensjahr ist „optimistisch“. Die Riesterrente beginnt dann, wenn auch die gesetzliche Rente beginnt, i.d.R. für dich also mit 67. Wenn die Riesterrente vorher beginnen soll, musste du auch bei der gesetzlichen in Frührente gehen.

1330 Euro Rente ist vermutlich anhand einer zufällig aus der Luft gegriffenen Rendite berechnet, also verlass dich nicht allzu sehr darauf. Entsprechende Garantiewerte liegen viel niedriger, sind aber auch unrealistisch, die tatsächliche Rendite sollte schon höher liegen. Achte auf niedrige Kosten und hohen Aktienanteil bei der Anlage (es ist viel Zeit zur Rente hin).

Falls du nur ein Angebot für eine Riester-Versicherung bekommen hast, solltest du auch noch Riesterfondssparpläne in Betracht ziehen.

2)Berufsunfähigkeitsrente: 132€ im Monat (wobei anscheinend
ca. 52€ steuerlich absetzbar wären??), 1500€ im Schadensfall,
ca. 460€ Rente ab dem 62.Lebensjahr

Mit BUV kenne ich mich nicht allzu sehr aus, aber ohne Angabe deines Berufs und eventueller Gesundheitssuboptimalitäten kann sicher keiner eine Aussage über die Angemessenheit des Beitrags machen.

Grüße,
Sebastian

danke schonmal…

also zahle ich 13€ überzahlung bei der riester dann „umsonst“? was ist denn „normal“?

Die argumentation warum nur bis 62 Jahre war, dass wohl die restlichen 5 Jahre (bis ich 67 wäre) in diesem Alter „umsonst“ wären. so würde ich laut berater monatlichen beitrag sparen…

erzählt der mir irgendwas blaues?

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danke schonmal…

also zahle ich 13€ überzahlung bei der riester dann „umsonst“?
was ist denn „normal“?

Die argumentation warum nur bis 62 Jahre war, dass wohl die
restlichen 5 Jahre (bis ich 67 wäre) in diesem Alter „umsonst“
wären. so würde ich laut berater monatlichen beitrag sparen…

erzählt der mir irgendwas blaues?

Bei der Riester zahlt man 4% seines Jahresbruttoeinkommens, abzüglich 154 Euro Zulagen und das durch 12, dann hast du den Monatsbeitrag den du einzahlen „müsstest“ um die volle Förderung zu bekommen, kannst natürlich auch weniger zahlen, dementsprechend wird die Zulage gekürzt.
Wichtig das du dir die garantieren Werte geben lässt, alles andere ist wie gesagt nur ne was wäre wenn Theorie.

Zur BU: würde ich nicht an eine Rente koppeln, sondern einen eigenständigen Vertrag draus machen, wenn du mal nicht so bei Kasse bist, würden gleich 2 Verträge „kaputt“ gehen.
So könntest du immernoch die Rentenvers. evtl. beitragsfreistellen (gibt mehrere Möglichkeiten) und die BU weiterzahlen, bedenke das es nicht so leicht ist eine BU abzuschließen wenn man älter wird… Höheres Eintrittsalter und mehr wehwehchen.
Eine Rentenversicherung könntest du nach finanz. Lage jederzeit neu abschließen.

Hallo,

also zahle ich 13€ überzahlung bei der riester dann „umsonst“?
was ist denn „normal“?

wie schon durch Kollegen geschrieben: 4% vom Vorjahresbrutto abzüglich
154,-€ Zulage. Höhere Einzahlungen (bis 2.100 p.a. abzüglich 154) nur dann sinnvoll, wenn entsprechende Steuerersparnis möglich (das lässt sich errechnen)

Die argumentation warum nur bis 62 Jahre war, dass wohl die
restlichen 5 Jahre (bis ich 67 wäre) in diesem Alter „umsonst“
wären. so würde ich laut berater monatlichen beitrag sparen…

Häh?..

erzählt der mir irgendwas blaues?

Sorry, sieht auf den 1.Blick so aus.

Zur BU-Versicherung: Wurde hier ein „Rürup“-Vertrag mit BU angeboten?
Sonst wäre ein Steuervorteil nicht denkbar! Allerdings passt die dargestellte Steuerersparnis nicht. Zum einlesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCrup-Rente

„Rürup“ hat aber auch einige Tücken, wurde darauf hingewiesen?
Grüße Joerg Koenig

Es ist schon erstaunlich wieviel Halbwissen gerade im Zusammenhang mit Riesterrenten zu Tage gefördert wird.

Grundsätzlich ist allen gemein, daß immer auch ein bischen Wahrheit drin ist; aber auch, daß anscheinend eine grundsätzliche Abneigung gegen jede Form von oragnisierter Altersversorgung zu entdecken ist.

Es gilt grundsätzlich Riester lohnt sich immer - für den Single - wie schon in den meisten Antworten richtig dargestellt in erster Linie über die Steuersparnis, da der gesamte Aufwand nach §10 A als Sonderausgabe abgezogen werden kann.
Auch ist eine Rentenauszahlung bereits mit 62 möglich - ggf. auch schon früher - man muß aber die Gesamtsteuerbelastung berücksichtigen - also die aus den Tätigkeitsbezügen wie aus der Riesterrente. Beides zusammen (plus weiterer Einkünfte) ergibt dann die steuerl. Belastung.

Zur Rentenhöhe kann man aus der Ferne nicht urteilen - einzige Vergleichsmöglichkeit ist hier die garantierte Rente. Man staunt was manche aus dem Geld machen können; da es Altersversorgung ist, sollte das Risiko (Aktien) klein gehalten werden. Und nur die Riesterrente als LV bietet darüber hinaus die Möglichkeit mit einem Zusatzbeitrag das Risiko der Berufsunfähigkeit abzusichern.

Zur Rentenhöhe kann man aus der Ferne nicht urteilen - einzige
Vergleichsmöglichkeit ist hier die garantierte Rente. Man
staunt was manche aus dem Geld machen können; da es
Altersversorgung ist, sollte das Risiko (Aktien) klein
gehalten werden.

Da gibt es durchaus andere Ansichten… je länger der verbleibende Sparzeitraum, desto geringer ist schließlich das Risiko bei einer Aktienmarktanlage. Deshalb sollte nach Meinung vieler der Aktienanteil passend zum Lebensalter gewählt werden, am Anfang hoch und mit der Zeit sinkend.

Viele Grüße,
Sebastian

Auch ist eine Rentenauszahlung bereits mit 62 möglich - ggf.
auch schon früher

Ah ja. Stimmt, sorry @OP. Ich habe kürzlich die Vertragsbedingungen für eine riesterfähige AV gelesen, die den Auszahlungsbeginn an den Beginn der gesetzlichen Rente koppelt und wohl einen ungültigen Rückschluß aufs Allgemeine gezogen.

Viele Grüße,
Sebastian

klare Trennung
Hallo

Es ist schon erstaunlich wieviel Halbwissen gerade im
Zusammenhang mit Riesterrenten zu Tage gefördert wird.

stimmt :smile:))

Es gilt grundsätzlich Riester lohnt sich immer - für den
Single - wie schon in den meisten Antworten richtig
dargestellt in erster Linie über die Steuersparnis, da der
gesamte Aufwand nach §10 A als Sonderausgabe abgezogen werden
kann.

Das kommt ganz auf das Einkommen des Singels an.

Altersversorgung ist, sollte das Risiko (Aktien) klein
gehalten werden. Und nur die Riesterrente als LV bietet
darüber hinaus die Möglichkeit mit einem Zusatzbeitrag das
Risiko der Berufsunfähigkeit abzusichern.

Das kann man so nicht sosagen:

  1. Ist man jung / lange Laufzeit sollte man ruhig in Aktien investieren

  2. Riesterrente als LV mit Bu ?
    Da sollte man eher eine klare Trennung von Altervorsorge und Versicherung machen.
    Dies ist tranzparent und flexibel.
    Achja, und man kann jeden „Baustein“ einzeln ändern und an seine Lebenssituation anpassen oder auch mal austauschen gegen einen besserern Anbieter.

Also wenn schon dann.
Riesterprodukt (Fondssparplan, Banksparplan Rentenversicherung)
Risiko LV
BU-Versicherung

„Alles in einem“ klingt bequem und einfach.
Ist zwar bequem , dafür aber unfelxibel und intransparent in den Kosten.

Gruss
Börsenfan1968

Sonderausgabenabzug
Hallo

  1. der Staat zahlt keine 2100 Euro Förderung, sondern die
    Förderung besteht in der Steuerfreiheit. Allerdings wird
    soviel auf die Steuer wieder aufgerechnet, wie von Staatsseite
    Zulagen in den Riestervertrag fließen.

nein, nicht in der Steuerfreiheit, sondern im Sonderausgabenabzug bis maximal 2100 Euro abzüglich Zulage

Gruss
Börsenfan968

Hallo

  1. der Staat zahlt keine 2100 Euro Förderung, sondern die
    Förderung besteht in der Steuerfreiheit. Allerdings wird
    soviel auf die Steuer wieder aufgerechnet, wie von Staatsseite
    Zulagen in den Riestervertrag fließen.

nein, nicht in der Steuerfreiheit, sondern im
Sonderausgabenabzug bis maximal 2100 Euro abzüglich Zulage

OK… wo genau liegt der Unterschied? Ich meine, ein Betrag, den ich als Sonderausgaben geltend mache, mindert das zu versteuernde Einkommen, ist damit vulgo steuerfrei, oder?

Ausserdem… bist du sicher, dass so stimmt?
Wird nicht die Zulage im Enderffekt auf die SteuerERSPARNIS angerechnet…? D.h. wenn durch Sonderausgabenabzug von 2100 Euro (inkl. Zulage) z.B. 800 Euro Steuerersparnis auftritt, werden hinterher die 154 Euro Zulage wieder auf die Steuerlast aufgeschlagen, oder?

Viele Grüße,
Sebastian

Hallo,

danke erstmal für die ersten Antworten. Das hat mich schon etwas weitergebracht. Ich fasse für mich mal zusammen:

  1. Riester:
  • Für meine persönliche Höchstförderung wird der monatliche Betrag wie folgt ausgerechnet: 4% vom letzten Bruttojahreslohn - 154 € als kinderloser Single / 12= Monatsbeitrag
  • nur habe ich nicht verstanden, ob ich davon noch was von der Steuer absetzen kann
  • alle höheren monatlichen Zahlungen wären demnach nur für die Versicherung und bringen mir Nichts oder?
  1. BU
  • bin ich leider nicht schlauer geworden. ich sah für mich in der kopplung von bu + einer kleinen rente hiten dran ein 2. standbein für die rente. und da ich eh was für die bu zahle
  • aber ich finde den monatlichen betrag 132€ schon hoch. ich arbeite als account manager (vertrieb), also auch keien hohe risikogruppe. ich müßte für mich nur wissen, was ich alles von der steuer bei nichteintritt der bu von der monatliche zahlung wiederbekomme

danke für die nächste hilfe!

Hallo,

danke erstmal für die ersten Antworten. Das hat mich schon
etwas weitergebracht. Ich fasse für mich mal zusammen:

  1. Riester:
  • Für meine persönliche Höchstförderung wird der monatliche
    Betrag wie folgt ausgerechnet: 4% vom letzten Bruttojahreslohn
  • 154 € als kinderloser Single / 12= Monatsbeitrag

Richtig. Mehr kannst du zwar einzahlen, dann aber ohne die Riester-Förderung.

  • nur habe ich nicht verstanden, ob ich davon noch was von der
    Steuer absetzen kann

Ja. Es funktioniert so:

  1. Du zahlst bis zu obigem Maximalbeitrag ein
  2. Der Staat überweist auf deinen Riestervertrag zusätzlich 154 Euro als Zulage.
  3. Du gibt die vollen 2100 Euro (also inkl. der Zulage) als Sonderausgaben an. Von der dadurch erzielten Steuerersparnis werden die 154 Euro Zulage aber wieder abgezogen, weil du sie ja schon als Förderung erhalten hast. Falls du mit dem Sonderausgabenabzug weniger sparst als diese 154 Euro, entfällt er einfach (sog. Günstigerprüfung).

Der Effekt ist für jemanden, der genügend verdient, GENAU so, als hätte er gar keine Zulage bekommen, gleich die vollen 2100 Euro selbst eingezahlt und sie voll von der Steuer abgesetzt. Mal nachrechnen, es stimmt. Das komplizierte Verfahren mit der Zulage ist im Endeffekt nur für Geringverdiener bzw. Mittelverdiener-Familien interessant, weil sie dadurch mehr Förderung als durch den Steuerabzug erhalten. „Großverdiener“-Singles zahlen in den Riester durch den Sonderausgabenabzug im Endeffekt aus dem Bruttogehalt ein. Aber 154 Euro mehr, als sie denken.

  1. Bei Auszahlung der Riesterrente wird diese versteuert. Der Fördereffekt für Gutverdiener ist also primär eine Verschiebung der Versteuerung auf Zeiten voraussichtlich niedrigeren Einkommens sowie das Unterlassen einer zwischenzeitlichen Versteuerung a la Abgeltungssteuer.
  • alle höheren monatlichen Zahlungen wären demnach nur für die
    Versicherung und bringen mir Nichts oder?

Doch, aber sie werden anders bewertet. Sie gelten so ähnlich wie eine Einzahlung in eine private RV und was aus ihnen später als Rente geleistet wird wird wie die aus einer privaten RV besteuert, d.h. wenn man gewisse Voraussetzungen einhält nur mit dem sogenannten Ertragsanteil, was relativ günstig ist im Vergleich zu z.B. Fondsinvestments. Daher ist Überzahlung in einen Riesterfondssparplan eine elegante Art, für Altersvorsorgesparen die Abgeltungssteuer zu umgehen.

  1. BU
  • bin ich leider nicht schlauer geworden. ich sah für mich in
    der kopplung von bu + einer kleinen rente hiten dran ein 2.
    standbein für die rente. und da ich eh was für die bu zahle

Viele sehen es so: wenn ich was zum Zähneputzen und was zum Kartoffelschälen will, dann kaufe ich am besten eine Zahnbürste und einen Kartoffelschäler, nicht das Kombigerät, das beides macht. Stell dir vor, du willst eines Tages die eine Versicherung kündigen (um Geld zu sparen, weil du anderweitig ohnehin/besser abgesichert bist, weil die Versicherung den letzten Platz im großen Finanztestranking belegt, …). Aber es gibt wohl unter gewissen Voraussetzungen Steuervorteile durch die Verbindung der beiden, da habe ich keine große Ahnung.

Viele Grüße,
Sebastian