Hallo
Stimmt es das unterschiedliche GKVen den Ärzten für
gesetzliche Leistungen unterschiedlich viel bezahlen? Wenn ja,
wie viel?
Das höre ich das erste Mal. Der Arzt bekommt ein Budget, das er nicht überschreiten darf. Verordnet er zuviele Leistungen (oder umgerechnet: Punkte), bekommt er sie nicht bezahlt. Überschreitet er sein Budget mehrfach deutlich, muss er sogar draufzahlen.
Der Hohn: Der Arzt weiß während des Jahres noch gar nicht, was er für so einen Punkt bekommt!
Hat jemand Erfahrungen, ob sich dadurch das
Verhalten der Ärzte ändert (wie Z.B. bei der bevorzugten
Behandlung PKV Patienten).
Das hat zwar mit der obigen Behauptung nichts zu tun, aber es ist nun mal einfach so, dass der Arzt bei PKV-Kunden frei von Budgetzwängen ist. Nehmen wir an, der Arzt bewegt sich bereits am Rand des Budgets, oder hat es um Vorjahr überschritten, oder das Jahr hat gerade begonnen.
Versetz dich in seine Lage: Wenn er nun beginnt, viele GKV-Patienten innovative Behandlungsmethoden zu verschreiben, teure aber anerkannt wirkungsvolle Medikamte etc. - dann ist die Gefahr groß, dass er irgendwann für seine Leistungen kein Geld mehr bekommt, weil das Budget zuende ist.
Der PKV-Kund bekommt das, was möglich ist, oder was „hip“ in der medizinischen Entwicklung ist. 1.) muss das aber nicht immer notwendig sein - zurecht mag der Arzt versuchen, sein malträtiertes Budget aufzufrischen. Das soll keine Anschuldigung sein, ich habe volles Verständnis dafür! 2.) Kann der PKV-Kunde Pech haben und einen besch…enen Tarif gewählt haben, der nicht alles zahlt. Jedes Schwert hat nunmal zwei Schneiden.
Übrigens: Der Arzt handelt dabei nach dem Gesetz, dass für die GKV gilt. Bisher bietet die GKV ihren Versicherten eine Einheitsversorgung, und zwar von mittelmäßiger Art und Güte – laut Gesetz: „ausreichend, zweckmäßig, wirtschaftlich, das Maß des Notwendigen nicht überschreitend.“
Hintergrund: Ich habe meine GKV gekündigt, um in eine
billigere zu wechseln und jetzt versucht mich meine alte GKV
mit dem Argument oben zum Bleiben zu bewegen.
Das Argument ist denk ich falsch. Das kann Günter Czauderma als GKV-Experte sicher bestätigen.
Ein weiteres Scenario, das mir erklärt wurde, war, daß die
billigeren GKVs kleinere Budgets, für zum Beispiel
Zahnbehandlungen, haben und so die Gefahr bestehen würde, daß
ich am Jahresende keine Zahnbehandlung mehr bekäme.
Kleinere Budgets, aber auch weniger Versicherte. Oder sagen wir’s anders: Die AOKs sind verdammmt groß, haben die Geld? Nein - sondern Schulden. Super Logik.
Ich halte beide Argument für übertrieben bzw. besten Falls die
halbe Wahrheit (bekanntlich die perfideste Form der Lüge).
Aber da ich die Materie nicht kenne, suche ich auf diesem Wege
neutralen Rat.
Jeder Kommentar ist dankend willkommen.
MfG
Jörn
Möglichkeit: Wechsel in eine günstige GKV, dann das Kostenerstattungsprinzip im ambulanten Bereich wählen, sowie eine PKV-Zusatz, die die Restkosten versichert.
Dann bist auch du im Ambulanten Bereich PKV-Kunde!
Frank Wilke