Existenzgründer, die z.B. im Bereich des eCommerce virtuelle Leistungen erbringen, werden sicher häufig mit einem ähnlichen Problem konfrontiert wie dasjenige, das ich momentan habe. Vermutlich weil Kunden, die virtuelle Leistungen in Anspruch genommen haben, aufgrund ihrer fehlenden materiellen Greifbarkeit nicht das Gefühl haben, etwas empfangenen zu haben, wofür man bezahlen sollte, bleibt ihrerseits die Begleichung insbesondere von E-Mail-Rechnungen häufig aus.
In meinem konkreten Fall sieht das so aus: Kunden melden sich zu einem Online-Sprachkurs mit einer begrenzten Zahl von Lerneinheiten an, worauf ihnen wöchentlich die Zugangsdaten zu je einer Lerneinheit zugesandt werden. Wenn der Kunde alle Lerneinheiten empfangen hat, sende ich ihm per E-mail eine Rechnung zu. Was geschieht? Nichts. Dann eine E-mail-Zahlungsaufforderung. Und jetzt? Nichts. Da ich noch am Anfang bin, weiß ich noch nicht, wie sich eine dritte Zahlungsaufforderung auf dem Postweg auswirkt.
Bei heise.de liest man übrigens, daß die Zahlungsmoral von Frauen doppelt so schlecht ist wie die von Männern. Wenn das stimmt, dann gehört es wohl zu meinem „Glück“, daß die meisten meiner Kunden weiblich sind…
Gibt es denn keine vernünftigen Methoden, wie man die Bezahlung der eigenen Leistungen einigermaßen absichern kann?
Mir wurde einmal der Tip gegeben, ich sollte mit der Rechnung nicht erst bis zum Schluß (also mehrere Wochen nach der Anmeldung) warten, sondern Vorkasse verlangen. Da befürchte ich jedoch, daß dann viele Kunden, noch bevor sie ihre erste Lerneinheit erhalten haben, einfach abspringen und den Kurs abbrechen. Oder ist diese Befürchtung übertrieben? Was sind eure Tips und Erfahrungen?
warum sendest du den Kunden die Zugangsdaten nicht per Briefpost zu und zwar wöchentlich einschließlich einer Rechnung über die letzte Kurseinheit. Die nächste gibts dann erst, wenn der Kunde die Rechnung bezahlt hat.
So wird das Ganze zum Einen durch die Postadresse weniger anonym und die Rechnung „konkreter“, zum Anderen haben die Kunden schonmal mindestens eine Kurseinheit erhalten und wissen also, ob ihnen das Ganze Geld wert ist und wenn der Kunde trotzdem nicht zahlt hast du maximal 2 Kurseinheiten für Lau geliefert und kannsten den Leuten die 2. und 3. Mahnung an die Postadresse schicken. Ich denke, das wirkt immer besser als Rechnungen per e-mail…sagt mir so mein Gefühl…als Frau
bei meinem e-Learning-Anbieter, für den ich Kurse als E-Tutor mache, müssen die Teilnehmer - soweit ich weiß - bis spätestens nach der 2. Kurswoche bezahlt haben. Rechnungen würd ich wie MArion auch per Brief schicken. Noch ne Idee: Überleg dir, ein Zeugnis oder einen Beleg bei erfolgreicher Teilnahme auszugeben (wenn es sich um einen Kurs mit Übungen und Lernkontrolle handelt) - den würd ich aber erst ausgeben, wenn die Leute 1. wirklich „bestanden“ haben und 2. wenn sie bezahlt haben. Auch ein Anreiz.
Mir wurde einmal der Tip gegeben, ich sollte mit der Rechnung
nicht erst bis zum Schluß (also mehrere Wochen nach der
Anmeldung) warten, sondern Vorkasse verlangen. Da befürchte
ich jedoch, daß dann viele Kunden, noch bevor sie ihre erste
Lerneinheit erhalten haben, einfach abspringen und den Kurs
abbrechen. Oder ist diese Befürchtung übertrieben? Was sind
eure Tips und Erfahrungen?
Die „Kunden“, die bei Vorkasse abspringen, tun dies doch, weil sie NICHT bezahlen wollen. Ich halte es allemal für besser, diese Lau-Kundschaft erst gar nicht zu bedienen als im Nachhinein hinter dem Geld herlaufen zu müssen. Wer Deine Leistung braucht und haben will, wird auch per Vorkasse zahlen und solche, die nicht zahlen wollen, sind keine Kunden und Du brauchst sie nicht.
In meinem konkreten Fall sieht das so aus: Kunden melden sich
zu einem Online-Sprachkurs mit einer begrenzten Zahl von
Lerneinheiten an, worauf ihnen wöchentlich die Zugangsdaten zu
je einer Lerneinheit zugesandt werden.
Hi
Schick die Zugangsdaten mit Einzelrechnung wöchentlich per Post - falls dein Angebot gut ist wird der Empfänger zahlen um den nächsten Teil zu ordern - und für dich ist der Verlust geringer falls er nicht zahlt und nicht weitermacht
Du hast die Kontrolle und entscheidest selbst, ob du beim Ordern des nächsten Parts die Daten schickst, oder wegen nichgezahlter Rechnung nich bediehnst.
HH
Marion’s Idee finde ich zwar grundsätzlich gut, doch auch - je nach Dauer des Angebots, z.B. wenn es sich über mehrere Jahre sogar hinweg erstrecken sollte, wenigstens auf ein paar Monate, unangemessen teuer und aufwendig. Das Geld für’s Porto muß ja auch erstmal verdient sein. Naja, wenigstens die Post freut solch ein Vorgehen.
Auch ich hatte Probleme Vorkasse zu verlangen. Es gab auch ein paar Auseinandersetzungen, in denen die Leute sich persönlich angegriffen fühlten, so als würde ich ihre Zahlungsmoral in Frage stellen. Das tat ich in der Tat, doch niemals auf eine Person konkret bezogen, sondern allgemein. Wenn man im Vorfeld schon wüßte wer nicht zahlen will, wäre ja alles einfacher.
Was hältst Du davon einfach einen entsprechenden Text zu verfassen und Vorauskasse zu verlangen, z.B. entweder für die gesamte Zeit oder für eine Woche. Sie können ja mittels Onlinebanking schnell für eine Woche bezahlen.
Als Text könnte z.B. u.a. sinngemäß stehen. „Wir verzichten auf ein aufwendiges Mahnverfahren und lassen Ihnen lieber dieses Geld in Form reduzierter Kursgebühren zukommen. Davon haben Sie wenigstens etwas! “
je einer Lerneinheit zugesandt werden. Wenn der Kunde alle
Lerneinheiten empfangen hat, sende ich ihm per E-mail eine
Rechnung zu.
ich glaube, damit bist Du ziemlich der Einzige, der sowas macht. Ich kenne nur Kurse, bei denen man vorweg bezahlen muss und dann seine Zugangsdaten bekommt.
Da das die Anwender normalerweise so gewöhnt sind, werden sie natürlich vorab geschickte Kursunterlagen gern als „Probelektion“ sehen und gegebenenfalls erstmal nichts bezahlen wollen.
Gerade im Bereich „Online-Einkauf“ kenne ich eigentlich den Verkauf von „virtuellen“ Waren (z.B. Software, Dienstleistung oder Grafikdaten) nur so, dass man immer sofort per Kreditkarte zahlen muss, bevor man an irgendwelche Zugangsdaten kommt.
Du solltest da also ruhig mit der Zeit gehen und ggf. für ganz Eilige eine Möglichkeit zur Kreditkartenzahlung anbieten. Die können dann nach erfolgter Kartenabrechnung (das geht innerhalb von Sekunden) gleich ihre Zugangsdaten automatisert erhalten.
Ich habe mal so eine Lösung für einen Anbieter von Onlinekursen realisiert und es klappt ausgezeichnet. Allerdings gibt es immer noch einige „Spezialisten“, die nach erfolgtem Download den Betrag zurückbuchen lassen. Aber das passiert doch recht selten.
Wer bei der Anmeldung/Bestellung das Lastschriftverfahren
wählt, hat’s bequem und braucht sich um nix zu kümmern.
Wer sich aber für die Rechnungsoption entscheidet, muß
über 18 sein (wie bei Amazon)
einen einmaligen Aufpreis zahlen (3 - 4 Euro, von denen ich
meine Rechnungsabwicklungskosten finanzieren kann)
eine Anzahlung entbieten (dann fällt das Abspringen
schwerer und das Zahlen leichter, oder?)
Außerdem hatte ich die Idee, daß der Kunde die entsprechenden Zugangsdaten + Rechnung am Schluß nochmal schriftl. per Post und Einschreibebeleg erhält (Unterschrift an der Haustür, oder?).
Danke übrigens für die vielen Tips von euch… Aber zeitgemäß hin oder her - wer macht denn einen Vertrag bei der Telekom, sagt nach zwei Wochen Telefoniererei „ich will nicht mehr“ und zahlt nix?
Ich würde gar nicht die Option auf Rechnung zur Verfügung stellen. Wer es ernst meint der wird auch im Voraus bezahlen. Du kannst ja immer noch optional einen Schnupperkurs anbieten damit man sich ein Bild von dem angebotenen Kurs machen kann.
Zu den Bezahlmöglichkeiten solltest Du dir mal die Website von Firstgate anschauen. www.firstgate.de Die bieten mit ihrem Produkt Click N Buy eine wirklich einfache Möglichkeit Content gegen einen von Dir festgelegten Betrag freizuschalten. Zum Beispiel pro Lektion etc… So könnte jeder Kunde immer pro Lektion zahlen. Damit würde die Hemmschwelle fallen den Kurs zu buchen, weil man nicht den kompletten Kursbetrag auf einmal zahlen muss. Das ist Sicherheit für beide Seiten! Lass mich wissen was Du davon hälst.
Gruß
Abdel
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Ich würde gar nicht die Option auf Rechnung zur Verfügung
stellen. Wer es ernst meint der wird auch im Voraus bezahlen.
Irgendwie hast Du recht, aber wenn nur die „Lernfanatiker“ dabei bleiben, verdiene ich möglicherweise gar nichts. Ich will auch „Zweiflern“ die Möglichkeit bieten, sich jetzt anzumelden und das Material zu einem späteren Zeitpunkt zu benutzen.
Du kannst ja immer noch optional einen Schnupperkurs anbieten
damit man sich ein Bild von dem angebotenen Kurs machen kann.
Ja, das tue ich auch.
Zu den Bezahlmöglichkeiten solltest Du dir mal die Website von
Firstgate anschauen. www.firstgate.de Die bieten mit ihrem
Produkt Click N Buy eine wirklich einfache Möglichkeit Content
gegen einen von Dir festgelegten Betrag freizuschalten.
Hast recht, eigentlich nicht uninteressant. Der SPIEGEL benutzt diese Möglichkeit ja. Aber ob dies für meinen Kurs geeignet ist, müßte ich noch prüfen.
Zum
Beispiel pro Lektion etc… So könnte jeder Kunde immer pro
Lektion zahlen. Damit würde die Hemmschwelle fallen den Kurs
zu buchen, weil man nicht den kompletten Kursbetrag auf einmal
zahlen muss. Das ist Sicherheit für beide Seiten! Lass mich
wissen was Du davon hälst.
Ich wollte ja eigentlich gerade verhindern, daß irgendwelche Leute ein, zwei Lerneinheiten mitmachen und dann abbrechen. Darum biete ich die Lerneinheiten in unterschiedlich günstigen Paketen an (5er, 9er und 15er).
Hinzu kommt, daß nicht alle mit dem Zahlungssystem von Firstgate vertraut sind und die Anmeldung bei mir lieber auf den Sanktnimmerlandstag verschieben, aus Faulheit, sich mit Firstgate auseinanderzusetzen.