Zahn ziehen bei Entzündung

Hallo.

ich laboriere seit längerem mit einem kaputtem Backenzahn (der Zahn ist tot). Darunter hat sich vor Monaten mal immer wieder ne Entzündung gebildet - beim letzten Arztbesuch hat mir der Arzt Antibiotika gegen die Entzündung verschrieben und wir wollten dann mit dem Zahn mal weitersehen.

Bei dem darauffolgenden Besuch hat er erst noch ein Loch geflickt und wollte dann wohl beim nächsten mal den Zahn ziehen. Da hat mich aber wohl wieder die Angst gepackt, so dass ich den Termin nicht wahrnehmen konnte. Nun seh ich aber ein dass es wohl nicht anders geht. Morgen hab ich nen Termin - die Entzündung drückt zur Zeit zu sehr.

Aus organisatorischen beruflichen Gründen würde ich gerne wissen ob der Zahnarzt den Zahn direkt ziehen kann oder ob erst die Entzündung raus muss??

Danke für Antwort.
Jesch

Hallo !

Er zieht, wenn es nicht mehr auszuhalten ist.
Nur - bei einer Entzündung wirkt die Spritze nicht so gut. Das ist den meisten Patienten dann aber egal. Tut`s weh, ist es egal, wer oder was den Schmerz verursacht. Nach dem Brechen ist er weg.

mfgConrad

Ein Leidensbruder gibt folgenden Rat. Raus mit dem Zeugs, je eher desto besser. Dabei ist es egal, aus meiner Sicht, ob das Zahnfleisch entzündet ist oder nicht. Hinterher ist es ohnehin. Und, bitte, keine vorherige Valium (& Co)-Kur. Sonst wirkt die Spritze nicht mehr richtig. Noch ein Tip, wenn die Spritze wirkt, dann fleißig mitarbeiten. Wenn der Zahnarzt zieht, dann dagegendrücken, damit der Fiesling schneller rausfliegt. Das hat was mit Physik (Mechanik) zu tun.

Zudem, wieder ernsthaft, je mehr Antibiotikas gefressen werden, desto schlechter reagiert der Körper auf solche Medikamente, wenn es wirklich mal gefährlich wird. Die Bakterien werden nämlich resistent und die Folge ist, daß die Antibiotikas nicht mehr oder nur noch verzögert wirken.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,

Zudem, wieder ernsthaft, je mehr Antibiotikas gefressen
werden, desto schlechter reagiert der Körper auf solche
Medikamente, wenn es wirklich mal gefährlich wird. Die
Bakterien werden nämlich resistent und die Folge ist, daß die
Antibiotikas nicht mehr oder nur noch verzögert wirken.

wenn ein Antibiotikum bestimmungsgemäß verwendet wird, sind anschließend alle entsprechenden Bakterien abgetötet, so daß sich die Frage der Resistenzen gar nicht erst ergibt.

Eine Zahnziehung bei Entzündung (=Bakterienbefall) empfiehlt sich allein deshalb nicht, weil die Bakterien dann leichter in die Blutbahn eiindringen können. Das mag bei gesunden Menschen nahezu irrelevant sein; bei gefährdeten Patienten kann das aber zu einem Problem werden.

Gruß,
Christian

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Servus exc,
Du schreibst…

wenn ein Antibiotikum bestimmungsgemäß verwendet wird, sind
anschließend alle entsprechenden Bakterien abgetötet, so daß
sich die Frage der Resistenzen gar nicht erst ergibt.

Du hast nur prinzipiell recht. ‚Bestimmungsgemäß‘ wird ein Antibiotikum dann verwendet, wenn es gerade die Bakterien umbringt, die im Augenblick eine Gefahr darstellen. Dazu braucht man ein Antibiogramm. Um das zu machen braucht man ein ‚Muster‘ der schuldigen Bakterien. Das ist im Mund, der eine bakteriologische Jauchegrube ist, ein Lotteriespiel (zu viele Parameter). Es kann im Falle eines chronisch entzündeten Zahnes sogar gut sein, daß man gerade die Bakterien, die am Wurzelende die Entzündung verursachen, gar nicht in der Kultur hat.

Eine Zahnziehung bei Entzündung (=Bakterienbefall) empfiehlt
sich allein deshalb nicht, weil die Bakterien dann leichter in
die Blutbahn eiindringen können. Das mag bei gesunden Menschen
nahezu irrelevant sein; bei gefährdeten Patienten kann das
aber zu einem Problem werden.

Beim Zahnziehen dringen die Bakterien IMMER in die Blutbahn ein. Warum das bei Entzündung leichter sein soll, ist nicht bio - logisch. Die Entzündung ist eine Abwehrmaßnahme des Körpers und war einige Millionen Jahre lang das beste was wir hatten. Wenn ein Organismus eine Entzündung für ‚nötig‘ hält, sollte ein Arzt darüber nachdenken, ob er dem Körper helfen soll. Allerdings ist es richtig, daß gefährdete Patienten besonders geschützt werden müssen. (Beispiel: Träger künstlicher Herzklappen) Die Gefahr ist aber weder das Antibiotikum noch das Zahnziehen - die Gefahr sind die Bakterien in und um den die entzündete Wurzel!
Deshalb: wenn ein toter Zahn immer wieder Ärger (Entzündung) macht, muß er eben raus. Zahnärzte sind nicht generell ahnungslose Trottel :-0
Zur Termingestaltung nach Entfernung eines toten Zahnes:

Ich würde den abendlichen workout genauso weglassen, wie die ersatzweise gestemmten Bierchen bei einer guten Zigarre. Ansonsten ist in der Regel der nächste Tag wieder normal.

Kai

Danke für Antwort.
Jesch

Hallo
Meine Empfehlung ist die, den Zahnarzt um Entschuldigung zu bitten wegen des verlorenen Termins.
Dann genau an die folgenden Anweisungen zu halten.
Der Zahnarzt kennt ja auch besser Deine Anatomie usw… als andere.
In der Entzündung rumzuoperieren ist bestimmt ungünstig, und ein anderer schrieb auch schon von versagender Betäubung.

Manchmal wird kurz vor Operationen Antibiotika verabreicht.
Aber ob es bei Dir sinnvoll ist, kann ich nicht sagen.
Jedenfalls könntest Du dann nicht wieder weglaufen, weil es ja anscheinend wieder etwas besser geworden ist.
Und noch was, ich glaube, Deine „Organisation“ interessiert den Zahnarzt wenig, im warsten Sinne des Wortes, eine „faule Ausrede“.

Zu Antibiotika:
Es gibt zwar Angaben zur Löslichkkeit/Eindringung: in Fettgewebe, in Flüssigkeiten usw… , aber Zähne halte ich für echte Mülleimer, voll mit Bakterien, einmal um sich dort zu verstecken, zum anderen, um von dort aus immer neue Angriffe starten zu können.
Antibiotika erreichen verschiedene Teile des Körpers verschieden schnell. Der Terminplan des Zahnarztes stand vermutlich im Zusammenhang mit der Wirkung der Antibiotika, was er jetzt machen wird?
Keine Ahnung, aber ich wünsche Dir gute Gesundheit.
MfG
Matthias

Ich würde den abendlichen workout genauso weglassen, wie die
ersatzweise gestemmten Bierchen bei einer guten Zigarre.
Ansonsten ist in der Regel der nächste Tag wieder normal.

Kai

Danke für eure Antworten. Der Zahn ist NOCH drin. Der Arzt hat ein wenig mit so einer Nadel im Zahn rumgeprokelt und ihn weiter aufgebohrt. Während der Behandlung keine Schmerzen, aber nach gut einer halben Stunde wurd es schlimmer… nicht schön. Ich hab Antibiotikum bekommen und sollte mich morgen nochmal melden, ob es besser geworden ist. Bisher kann ich das nicht absehen.

Ich hoffe das Werder-Bremen-Spiel wird auch ohne Bierchen und mit Schmerzen ein Genuss

Gruß
Jesch

Hallo,

Du hast nur prinzipiell recht. ‚Bestimmungsgemäß‘ wird ein
Antibiotikum dann verwendet, wenn es gerade die Bakterien
umbringt, die im Augenblick eine Gefahr darstellen. Dazu
braucht man ein Antibiogramm. Um das zu machen braucht man ein
‚Muster‘ der schuldigen Bakterien.

ich dürfte in meinem Leben ungefähr fünfzehn mal ein Antibiotikum verschrieben bekommen haben. Nicht ein einziges mal wurde bei mir eine Probe entnommen bzw. eine Kultur angelegt. Ich habe davon gehört, daß das bei gesetzlich Versicherten inzwischen vorgeschrieben sein soll (?), aber mehr weiß ich zu dem Thema auch nicht. Bei den üblichen Infektionen werden jedenfalls Breitbandantibiotika verschrieben, die die gängigen Bakterienarten abtöten.

Beim Zahnziehen dringen die Bakterien IMMER in die Blutbahn
ein. Warum das bei Entzündung leichter sein soll, ist nicht
bio - logisch. Die Entzündung ist eine Abwehrmaßnahme des
Körpers und war einige Millionen Jahre lang das beste was wir
hatten. Wenn ein Organismus eine Entzündung für ‚nötig‘ hält,
sollte ein Arzt darüber nachdenken, ob er dem Körper helfen
soll.

Ich habe das so interpretiert, daß der Bakterienfall derzeit besonders stark ist und daher auch die Entzündung kommt. Dadurch würden bei einer offenen Wunde (Ziehung des Zahns) dann auch besonders viele Bakterien in die Blutbahn eingetragen.

Gruß,
Christian