Einen wunderschönen guten Morgen allerseits,
Servus Ralph,
leih mir Dein Ohr, obwohl ich zu den ‚bestgehaßten‘ gehöre:
… schnipp …
Resultat: Jede Menge Beläge, 3 Zähne kariös, die gerichtet
werden müssen.
DAS ist erst mal der aktuelle und unabweisbare Behandlungsbedarf. Das Gefährlichste dabei ist das, was Du mit ‚jede Menge Beläge‘ berichtest. Was immer sonst passiert: hier sollte in 6 Monaten (Jahren, Jahrzehnten) stehen: ‚wenig-, bis keine Beläge‘ Der causale Zusammenhang zwischen kariösen Zähnen und Belägen muß von der kognitiven auf die empirisch/emotionale Ebene gebracht werden
). DAS HEISST: Du mußt es bewußt genießen lernen, quietscheglatte Zähne zu fühlen, wenn Du mit der Zunge drüberfährst.
Soweit zwar unschön, aber kein Problem.
Schon ein Problem! DAS Problem!!
Allerdings versucht die gute Frau, mir noch einige
Zusatzleistungen zu verkaufen, bei denen ich nicht weiss, ob
sie sinnvoll sind. Nämlich zum einen eine Knirsch-Schiene, da
man denn Zähnen wohl ansieht, daß ich mit den Zähnen knirsche
(laut meiner Frau nachts, manchmal jedenfalls).
Also: Knirscherschienen können helfen, wenn:
- man sie benutzt. Die meisten Knirscherschienen liegen in der Nachttischublade
- man sie aus ganz subjektiven Gründen braucht. z.B. weil Partner/in wegen der scheußlichen Geräusche das weite sucht.
- Verspannungen der Rücken-, Nacken- und Gesichtsmukulatur tatsächlich zurückgehen. Das kann so sein, man findet es aber nur heraus, wenn man die Schienen trägt (siehe Nahttisch). Es kann auch gar nichts helfen, weil man am Tag (wenn der Stress kommt) ja die Schiene nicht tragen kann. Stell Dir einen Lehrer vor, der seinem Lieblingsquälgeist am liebsten die Kehle … Hat der seine Schiene drin? Nein! Knirscht er? Nein, aber er preßt, wann immer es geht die Zähne zusammen. Man sieht es am rhytmischen Annschwellen des großen Kaumuskels. Nützt ihm die Schiene?
Dann eine
Komplettreinigung durch eine Dentalhygienikerin inklusive
Auftragung eines Fluorlacks.
Das ist die beste Investition! Bis Du keine Beläge mehr hast, solltest Du das sogar mindestens 2 mal im Jahr machen. Der Fluorlackeffekt ist mit einer guten Zahnpasta (z.B. Meridol von Gaba) und fluoridiertem Kochsalz (Bad Reichenhall) zu ergänzen, bzw. ersetzbar. Ich jedenfalls mag diesen klebrigen Lack nicht im Mund haben.
Ferner eine Komplettsanierung,
d.h. Austausch sämtlicher Füllungen gegen einheitliche (ich
habe alles mögliche im Mund)
ich würde niemanden wegen eines abstrakten Ordnungsprinzips in mir herumbohren lassen. Wenn Füllungen kaputt sind - OK, wenn keine Wirkliche Indikation besteht, gibt es keinen Grund zum Füllungswechsel (jedenfalls nicht für Dich ;-0)
zusammen mit Ausrichten der
Zähne. Letzteres begründet sie damit, daß beim seitlichen
Verschieben des Unterkiefers nur die Eckzähne Kontakt
miteinander haben dürfen, um das Kiefergelenk zu entlasten.
Bei mir sei das nicht der Fall, weswegen ich mit Arthrose im
Kiefergelenk zu rechnen habe, was man aber durch entsprechende
Richtigstellung der Zähne beheben könne.
Immerhin hat sie es so gut erklärt, daß Du einen so komplexen Sachverhalt richtig wiedergeben kannst. Das ist selten! Trotzdem würde ich mir damit Zeit lassen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit der prognoszierten Arthrose muß hier schon gegen den gewaltigen Aufwand abgewogen werden. Du kannst sie ja mal fragen, ob sie die Eckzähne nicht mit adhäsiv befestigtem Composite aufbauen kann, um wieder eine ‚Disklusion‘ im Seitenzahnbereich zu erreichen. Das wäre billiger.
Für Eure Meinung bin ich seeeeehr dankbar.
Zufrieden?
Kai