Zahnazt verklagen?

Guten Tag,
habe ein relativ großes Problem mit meinem Zahnarzt, was ich jetzt mal schildern werde, dazu muss ich allerdings ein wenig weiter ausholen.

Vor ca 5 Jahren viel meinem Zahnarzt etwas zwischen 2 Backenzähnen auf, nachdem ein Röntgenbild gemacht wurde, meinte er, es wäre darauf nichts zu erkennen und man müsse es im Auge behalten.
2 Jahre später hatte ich imense Schmerzen in einem der betroffenen Zähne. Über die 2 Jahre (mit noch weiteren Röntgenbildern) wurde nicht erkannt, das ich ein Loch zwichen den Zähnen hatte.
Es wurde eine Wurzelbehandlung durchgeführt. Ein Jahr später hatte ich am gleichen Zahn wieder Schmerzen. Ein Röntgenbild ergab, dass die Wurzelbehandlung wohl nicht „vollständgig“ war; es wurde eine weitere gemacht. Ca ein halbes Jahr später hatte ich erneut Schmerzen in dem Zahn. Mein Zahnarzt erkannte dann auf einem neuen Röntgenbild, dass ihm bei der Wurzelbehandlung ein stück der Pfeile in einem der Wurzelkanäle abgebrochen war, was sich jetzt entzündet hatte. Ich wurde in eine Zahnklinik geschickt, wo die Wurzelspitzen gekappt wurden (mitte 2008). Anfang 2009 ging ich erneut zu meinem Zahnarzt, weil sich ein „Knubbel“ direkt unterhalb des operierten Zahnes gebildet hatte. Auf einem neuen Röntgenbild war nichts zu erkennen und ich wurde mit dem Satz vertröstet „Das behalten wir im Auge“. Nunja, vergangene Woche bin ich wieder wegen diesem Knubbel hin, weil er mittlerweile Erbsengroß ist. Erst jetzt erkannte mein Zahnarzt, dass es sich um eine Entzündung handelt und der Zahn entfernt werden muss.
Mit 23 Jahren möchte ich ungern mit einem Backenzahn weniger leben, doch ist eine Krone oder ähnliches einfach zu teuer :confused:

So wie ich das sehe, hat mein Zahnarzt große Fehler gemacht… Kann ich da jetzt, nach all der Zeit überhaupt noch etwas machen?
Ich ärgere mich, dass ich das nicht sofort damals, als mir gesagt wurde, dass ein Stück der Pfeile abgebrochen war, etwas gemacht habe.
Nächsten Dienstag wird der Zahn gezogen!

Ich hoffe es kann mir irgendwer weiterhelfen!
MfG
Jan P.

Servus Jan P,

es kann-, muss aber nicht sein, dass der Zahn herausmuss. Bei Zahnärzten, die sich auf Wurzelbehandlungen (Endodontie) spezialisiert haben, ist auch in solchen Fällen eine Revision nicht ausgeschlossen.

Adressen:

http://www.dg-endo.de/de/content/166/Behandlersuche_…

Die Fragen zur Haftung und Verantwortlichkeit sind eine kitzlige Sache, das ist Dir sicher klar. Nachdem der Ausgang Deiner Zahnerkrankung ungewiss ist, und (neben den Schmerzen) Kosten enstehen werden, wäre ein Beratungsgespräch bei einem Fachanwalt für Medizinrecht

http://www.anwalt.de/rechtsanwalt/medizinrecht.php

bestimmt sinnvoll.

Gruß

Kai Müller

Hallo Jan,

Du und Dein Zahn habt ja schon eine ziemlich lange Leidensgeschichte hinter Euch. Zunächst zum Zahn: so wie Du geschildert hast, ist der Zahn nun trotz der Wurzelspitzenresektion nicht mehr zu retten. Ist leider so, die Resektion ist letzte Maßnahme vor dem Ziehen und es gibt - wie überall in der Medizin - keine Garantie auf Erfolg.
Zur Behandlung, bzw. Verklagen: wende Dich an die zuständige Zahnärztekammer und frage wegen Behandlunsfehler; es müßten die Röntgenaufnahmen dahingehend angeschaut werden, wann die Karies, die ja ursächlich f.d. folgenden Behandlungsschritte war, zu erkennen war und ob dann die richtigen Maßnahmen erfolgt sind. Bruch eines Instrumentes bei der Wurzelbehandlung gehört leider zu den ‚üblichen Komplikationen‘, hätte Dir aber in der Sitzung informationshalber mitgeteilt werden sollen. Man wartet aber trotzdem meistens ab, ob Zahn beschwerdefrei bleibt, bevor man mit der Resektion loslegt, die nicht immer (s.o.) von Erfolg gekrönt ist. Frage ist, was Du mit der Klage erreichen willst: der Zahn ist trotzdem hin - leider.
Wechsele vielleicht mal den Zahnarzt…
Hoffe, dies hilft Dir.