Ich bin 64 Jahre und besitze noch alle Zähne. Allerdings wackeln 4 der Vorderen unten leicht. Nach Aussagen meiner Zahnärztin durch Parodontitis durch Pa-pathogene Keime. Diese wurden durch sie auch behandelt. Trotzdem empfiehlt sie mir die 4 Zähne zu ziehen und durch eine Prothese zu ersetzen um sicher zu gehen, dass der Knochenabbau nicht fortschreitet. Ich bin unsicher ob ich nicht warten soll da ich weiter keine Beschwerden habe.
Hallo,
naja wenn die Zähne nur leicht wackeln denke ich könnte man die noch ein paar Jahre durchbringen(dazu muss man Wissen wieviel Knochen schon abgebaut hat). Wurde eine richtige Parodontosebehandlung durchgeführt? Wenn ja, ist es wichtig dass man mindestens 1x im Jahr eine Nachbehandlung macht. Das heißt einmal jährlich eine Zahnreinigung damit alle Zahnfleischtaschen gereinigt und desinfiziert werden und natürlich soll eine gute Mundhygiene dabei sein(vorallem Interdentalbürste verwenden) und mindestens 1x jährlich (besser 2xjährlich) zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Ansonsten wenn Unsicherheit besteht kannst du dir immer noch eine Zweitmeinung einholen von einem anderen Zahnarzt.
Gruß Hanna
Hallo!
Ich kann mich dem, was Hanna geschrieben hat nur anschliessen.
Was ich allerdings nicht verstehe: wenn schon so aufwändige Pa-Behandlung vorgenommen wurde und du die Zahnhygiene sehr ernst nimmst, müsste sich eigentlich das Zahnfleisch etwas regeneriert haben und die Zähne fester geworden sein!? Warum dann jetzt doch ziehen? Das mit dem Knochenabbau hätte man auch von Anfang an sehen können!
Es wäre empfehlenswert, wenn du zu einem Zahnarzt mit Schwerpunkt Parodontologie gehen würdest, um eine 2. Meinung einzuholen. Findest du in deiner Umgebung unter www.zahnarztsuche.de, dann deine Stadt eingeben und den Schwerpunkt. Viel Erfolg!
Gruss, Kirsten
Was „leicht wackeln“ ist, kann ein breites Spektrum umfassen. Ich erinnere mich an zwei PatientInnen, die ihre unteren Schneidezähne mit der Zunge völlig ‚flach‘ legen konnten, dies aber als 'ein bißchen locker` definierten. Trotzdem: jeder Arzt muß die Frage beantworten können, ob sein Handeln die Lage seiner Patienten verbessert. Das Nicht-Handeln muß immer in die möglichen Optionen einbezogen- und ausgeschlossen werden. Was wird verbessert, wenn die Zähne gezogen werden?
Wird der Knochenabbau gestoppt? - Wird er nicht! Wenn über die Zähne keine Kräfte mehr in den Knochen eingeleitet werden, sammelt der Körper seine teure Knochensubstanz wieder ein. Die Natur arbeitet wirtschaftlich. Das heißt, daß der Knochen niedriger und dünner wird, wenn die Zähne draußen sind.
Ist mit der Prothese ein Funktionsgewinn zu erwarten? Eher nicht! Rund ein fünftel aller Unterkieferprothesen ist öfter in der Schublade als im Mund.
Von Funktion kann man dann nicht mehr reden.
Kann man trotz wackeliger Zähne den Knochenabbau anhalten? Im Prinzip ja! Voraussetzung ist nachhaltige Plaque-Bekämpfung durch Mundygiene unter professioneller Anleitung und -Unterstützung. Voraussetzung ist auch, daß nicht geraucht wird. Unter diesen Bedingungen können Zähne, die noch so fest sind, daß sie beim Abbeißen nicht ‚geschont‘ werden, erhalten bleiben. Eine Teilprothese, die ihren Halt aus der Festigkeit anderer Zähne bezieht ist immer möglich. Daß durch ‚zu lange‘ Erhaltung dieser vier Zähne ein irreversibler Schaden entsteht, ist nicht zu erwarten.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]