Zahnentfernung

Lieber WWW-ler,

bald muss ich einen Backenzahn (37) entfernen lassen. Davor habe ich unheimlich viel Angst. Könnt ihr mir bitte sagen, ob man unter örtlicher Betäubung was von der Entfernung merkt? Wenn ja, was für Schmerzen sind das? Womit kann man sie vergleichen? Immerhin werden ja Zahnnerven gerissen, oder? Meine Fragen kommen Euch bestimmt irgendwie komisch vor, aber ich habe Angst. Einfach Riesen-Angst.

Vielen Dank im Voraus und
Liebe Grüße an alle
Giza

Hallo!

bald muss ich einen Backenzahn (37) entfernen lassen. Davor
habe ich unheimlich viel Angst. Könnt ihr mir bitte sagen, ob
man unter örtlicher Betäubung was von der Entfernung merkt?
Wenn ja, was für Schmerzen sind das? Womit kann man sie
vergleichen? Immerhin werden ja Zahnnerven gerissen, oder?
Meine Fragen kommen Euch bestimmt irgendwie komisch vor, aber
ich habe Angst. Einfach Riesen-Angst.

Glaub ich. Ich bin auch ein absoluter Angstpatient. Zwei Weisheitszähne wurden mir rausoperiert (nicht gleichzeitig) bei örtlicher Betäubung. Einer war davon wirklich ein schwieriger und langwieriger Fall, aber ich habe absolut keine Schmerzen empfunden. Mittlerweile bin ich völlig entspannt bei Aktionen mit Betäubung. Wenn mein Zahnarzt aber meint, irgendeine Kleinigkeit ginge schnell ohne, bricht mir dagegen der Schweiß aus.

Gruß M.

Hi Gisa!

Das wird schon!
Wenn die Betäubung sitzt - merkst Du nichts. Die Geräusche sind seltsam, aber vielleicht darfst DU ja Deinen mp3-Player mitnehmen?

Anschliessend gut kühlen - und evtl. Schmerztabletten mitgeben lassen.

Kopf hoch - es ist nicht so schlimm!

Ulli, die eigentlich immer viel mehr Angst vor der Spritze hat :smile:

Hallo,

wenn Du einen guten Arzt hast, der die Spritze richtig setzt, dann brauchst Du nichts zu befürchten. Aber willkommen im Club der „Zahnarzt-Angsthasen“. Ich gehöre dazu … und wenn ich jetzt hier tippe, höre ich schon wieder diese Geräusche … Der Tipp mit dem mp3-Player ist da mit Sicherheit sehr hilfreich :wink:

Liebe Grüße
Sabine

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Zahnentfernung für Angsthasen :wink:
LIebe Gisa!

bald muss ich einen Backenzahn (37) entfernen lassen. Davor
habe ich unheimlich viel Angst. Könnt ihr mir bitte sagen, ob
man unter örtlicher Betäubung was von der Entfernung merkt?

Nein, die Betäubungen sind wirklich so, dass man keine Schmerzen hat.
Zuhause nimmt man dann weiter Schmerzmittel und muss nichts befürchten.

Meine Fragen kommen Euch bestimmt irgendwie komisch vor, aber
ich habe Angst. Einfach Riesen-Angst.

Die Angst kenn ich auch und hab zwei sehr gute Zahnärzte, die ihren Patienten in diesem Falle eine Sedierung anbieten: Ich hab dort also in den letzten zwei Jahren bei größeren Zahnbehandlungen immer ein Beruhigungsmittel bekommen (Midazolam als Saft). Da hab ich dann von der Behandlung nichts mitbekommen und konnte mich später auch nicht mehr daran erinnern (retrograde Amnesie), also quasi doppelt positiv.

Ich find das eine gute Möglichkeit, wenn man diese Ängste anders nicht loswird.

Alles Gute
wünscht dir
ChrisTine

Hallo Giza.
Schau mal hier:
http://www.planetopia.de/archiv/2007/planetopia/12_0…
Geschwindigkeit anklicken und los geht’s.
Der Beitrag ist über mich und meine Zahnarztphobie.
Probier’s aus. Es wirkt!
LG Anja

Servus Anja,

wenn jemand Angst vor Schmrzen hat, ist das doch kein/e behandlungbedürftiger Phobiker/in. Gerade für solche Situationen ist ja die Angst von der Evolution ‚erfunden‘ worden. Ich denke, daß man Menschen, die verständliche und begründete Ängste haben, nicht mit Zuständen ängstigen sollte, die sie gar nicht betreffen.

Kai

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Ich
hab dort also in den letzten zwei Jahren bei größeren
Zahnbehandlungen immer ein Beruhigungsmittel bekommen
(Midazolam als Saft). Da hab ich dann von der Behandlung
nichts mitbekommen und konnte mich später auch nicht mehr
daran erinnern (retrograde Amnesie), also quasi doppelt
positiv.

Ich find das eine gute Möglichkeit, wenn man diese Ängste
anders nicht loswird.

Servus ChristTine,

Ich stelle hier mal die möglichen Nebenwirkungen von Midazolan ein. Da würde ich es - wenn ich es schon mal auf den Zahnarztstuhl geschafft hätte - bestimmt eher mit der normalen Lokalanästhesie versuchen. Soooo harmlos ist das Zeug nämlich nicht:

Mögliche Nebenwirkungen bei Midazolam: Hautausschlag, urtikarielle Reaktion, Pruritus, Benommenheit, verlängerte Sedierung, reduzierte Wachheit, Verwirrtheit, Euphorie, Halluzinationen, Müdigkeit, Kopfschmerzen bei Midazolam, Schwindel, Ataxie, postoperative Sedierung, anterograde Amnesie, paradoxe Reaktionen, wie Agitiertheit, unwillkürliche Bewegungen (einschließlich tonischer/klonischer Krämpfe und Muskeltremor), Hyperaktivität, Feindseligkeit, Zornreaktionen, Aggressivität, paroxysmale Erregung und Tätlichkeiten, Krämpfe, körperliche Abhängigkeit bei Midazolam, Entzugserscheinungen einschließlich Entzugskrämpfe, Übelkeit, Erbrechen, Schluckauf, Obstipation, Mundtrockenheit, schwerwiegende kardiorespiratorische Nebenwirkungen bei Midazolam: Atemdepression, Apnoe, Atemstillstand / Herzstillstand, Hypotonie, veränderte Herzfrequenz, vasodilatierende Wirkung, Dyspnoe, Laryngospasmus, generalisierte Überempfindlichkeits-Reaktionen bei Midazolam: Hautreaktionen, Herz-Kreislauf-Ereignisse, Bronchospasmus, anaphylaktischer Schock, Erythem und Schmerzen an der Injektionsstelle, Thrombophlebitis, Thrombose. Verkehrsteilnehmer bei Midazolam: Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens

Kai

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Servus Giza,

zum Thema Lokalanästhesie hast Du ja schon ein paar - zutreffende und hoffentlich beruhigende - Antworten bekommen. Einen Zusatztip noch:

der Zahn, der Dir gezogen werden soll, hat mindestens zwei Wurzeln. Meine Patienten haben es durchweg als schonend empfunden, wenn ich so einen Zahn nicht im ganzen, unter ziemlichem Kraftaufwand herausge’wackelt’ habe. Wenn die Spritze gewirkt hat, kann man ihn mit dem Zahnarztbohrer schmerzlos in seine einzelnen Wurzeln teilen, die sich danach mit halbem Kraftaufwand ‚elegant‘ entfernen lassen. Dauert vielleicht 60 sec länger, schafft aber dankbare Patienten :smile:

Kai

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Ihr Lieben,
vielen vielen Dank für Eure Hilfe. Irgendwie fühle ich mich jetzt bisschen besser und stärker :smile:))
Liebe Grüße
Giza

Hallo Kai!

Ich stelle hier mal die möglichen Nebenwirkungen von Midazolan
ein.
Mögliche Nebenwirkungen bei Midazolam: Hautausschlag,
urtikarielle Reaktion, Pruritus, Benommenheit, verlängerte
Sedierung, reduzierte Wachheit, Verwirrtheit, Euphorie,
Halluzinationen, Müdigkeit, Kopfschmerzen bei Midazolam,
Schwindel, Ataxie, postoperative Sedierung, anterograde
Amnesie, paradoxe Reaktionen, wie Agitiertheit… usw., usw. …

Die Lokalanästhesie ist gegen Schmerzen, die Sedierung gegen die Angst. Das ist ja schon mal ein Unterschied.

Außer einer retrograden Amnesie und Verkehrsuntauglichkeit hatte ich bislang keine weiteren Nebenwirkungen.

Es ist wohl so wie mit allem, was auf dem Beipackzettel steht: Kann eintreten, muss aber nicht.
Kannst du der Vollständigkeit halber die Nebenwirkungen der Lokalanästhesie benennen? Das würde mich jetzt auch interessieren.

Ich weiß schon, dass Midazolam zu den Benzodiazepinen gehört und nicht ohne ist. Für mich ist es aber das kleinere Übel. Ich weiß nicht, wie ich die Zahnsanierung, an der ich seit ca. 2 Jahren dran bin, bei den größeren Eingriffen ‚überlebt‘ hätte.

Es war einfach ein Vorschlag. Trotzdem find ich es toll, wie ausführlich du auf die negativen Aspekte hingewiesen hast. So kann man sich nun ein differenzierteres Urteil bilden!

LiebeGrüßeChrisTine

Hi,

Die Lokalanästhesie ist gegen Schmerzen, die Sedierung gegen
die Angst. Das ist ja schon mal ein Unterschied.

Das weiß der Kai :smile: Er wollte Dir zeigen, welches Risiko du eingehst, um keine Angst zu empfinden. Indem Dir Deine Ärzte dieses MEdikament geben, unterstüzen sie außerdem deine Angst, du wirst sie also nicht los, und musst unter Umständen weiter zusätzlich sediert werden, dich also wieer dem Risiko dieser sehr interessanten Nebenwirkungen aussetzen.

Außer einer retrograden Amnesie und Verkehrsuntauglichkeit
hatte ich bislang keine weiteren Nebenwirkungen.

Eben, bisher. Beim nächsten Mal kann es anders sein. Natürlich hat jedes Medikament, so gebräuchlich es auch sein mag, Nebenwirkungen. Aber man sollte immer bedenken, was man sich warum antut.
Dein Posting hat mir nicht so geklungen, als ob du an einer schweren Phobie leiden würdest (krampfen, schreien, Herzprobleme etc, was es da alles lustiges gibt). Wie wärees denn mal mit einer Behandlung zB eines kleinen Lochs im Zahn nur mit Lokalanästhesie und ohne Sedierung? Die Angst würde wesentlich reduziert werden, wenn Du die (dabei so gut wie garantierte) positive Erfahrung machst, dass es nicht weh tut, man nix merkt, und es schnell vorbei ist - und du dich dann auch noch nachher an diese positive Überraschung erinnerst! Man sollte wirklich sehr sehr sorgfältig auswählen, wie viewl Medikamente man seinem Körper antut. Glaub mir, Du bist tapferer als du glaubst!

Die Franzi

Eben, bisher. Beim nächsten Mal kann es anders sein. Natürlich
hat jedes Medikament, so gebräuchlich es auch sein mag,
Nebenwirkungen. Aber man sollte immer bedenken, was man sich
warum antut.

Ich habe das schon mehrfach getan. Die Dosierung des Sedativums gelingt immer besser, d.h. ich bin schneller ansprechbar, merke weniger Nebenwirkungen usw.

Dein Posting hat mir nicht so geklungen, als ob du an einer
schweren Phobie leiden würdest (krampfen, schreien,
Herzprobleme etc, was es da alles lustiges gibt).

Ich hab von mir auch nichts erzählt.

Wie wärees
denn mal mit einer Behandlung zB eines kleinen Lochs im Zahn
nur mit Lokalanästhesie und ohne Sedierung? Die Angst würde
wesentlich reduziert werden, wenn Du die (dabei so gut wie
garantierte) positive Erfahrung machst, dass es nicht weh tut,
man nix merkt, und es schnell vorbei ist - und du dich dann
auch noch nachher an diese positive Überraschung erinnerst!

Ich hab auch nicht behauptet, dass ich vor den Schmerzen Angst hätte. Da habe ich ja die positive Erfahrung gemacht, dass die Anästhesie jeglichen Schmerz nimmt (siehe mein erstes Posting). Und die Weitereinnahme von Schmerzmitteln zuhause, falls notwendig, war ebenso wirksam
Wenn du es genau wissen willst: Mein Problem sind Beklemmungs- und Panikgefühle, wenn ich aus einer Situation nicht herauskann, d.h. wenn ein Kofferdamm angelegt wird oder ein Abdruck genommen wird oder wenn lange in den Knochen gebohrt oder Zähne abgeschliffen werden (wie gesagt: Totalsanierung).

Man sollte wirklich sehr sehr sorgfältig auswählen, wie viewl
Medikamente man seinem Körper antut. Glaub mir, Du bist
tapferer als du glaubst!

Ist ja wirklich nett, wieviel Mut du mir machen willst, aber gegen meine Ängste mache ich mehr als nur Sedativa beim Zahnarzt einzusetzen. Das ist ein langwieriger Prozess, der bis jetzt kleine Erfolge zeitigt. Ich erlebe immer wieder meine Grenzen, wenn Behandlungen abgebrochen werden müssen. Ich hab aber verständnisvolle Zahnärzte und einen Psychotherapeuten, der mich so unterstützt, dass ich als ‚Nebenwirkung‘ auch beim Zahnarzt tapferer werde. Aber das geht eben langsam und lässt sich nicht erzwingen. Solange erlaube ich mir die Sedierung.

LGChrisTine

Hi,

achso, das macht einiges klarer. War vorher nicht erkennbar, daher meine Antwort in der Form.
Was aber bleibt, ist, dass man solche Medikamente nicht jemandem empfehlen sollte, der anscheinen tatsächlich nur (verständliche) Angst vor einem neuartigen Eingriff hat.
Ansonsten wünsche ich Dir viel Erfolg auf dem Weg zur Angstfreiheit :smile:

Die Franzi

Danke! :smiley: (owT)

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