Hallo,
ich interessiere mich für ein zahnimplantat, bin mir aber noch unsicher, da ich darüber auch schon Berichte gelesen habe, das diese nur 5 jahre halten, da der stift quasi herausbrechen kann, durch die Dauerhafte Benutzung, quasi den knochen „ausleiert“. Wie schädlich sind Implantate für den Knochen und wie hoch ist die Entzündungsgefahr, des Knochens bzw. auch durch zahnfleischentzündung…
Hallo Tirell,
ich kann Dich beruhigen. Selber entschied ich mich nach einem Unfall, für ein Implantat, was ich bis dato nicht vermissen möchte. Es hält ohne Probleme, auch nach vielen Jahren…und sieht toll aus…
Dein Alter, die Kosten, die optischen Ergebnisse spielen wohl auch bei der Entscheidung mit…
Eine Implantat OP verlangt ggf eine OP im Spital(!), aber dein Zahnarzt kann Dir bestimmt helfen…hat er diesbezüglich auch genügend Erfahrung?
Gruss
niko
Hallo,
Tach auch,
ich interessiere mich für ein zahnimplantat, bin mir aber noch
unsicher, da ich darüber auch schon Berichte gelesen habe, das
diese nur 5 jahre halten, da der stift quasi herausbrechen
kann, durch die Dauerhafte Benutzung, quasi den knochen
„ausleiert“.
Aha bis jetzt kursierten Berichte das Implantate nur 10 Jahre halten sollten.
Wie schädlich sind Implantate für den Knochen und
wie hoch ist die Entzündungsgefahr, des Knochens bzw. auch
durch zahnfleischentzündung…
Sagen wir es mal so, vor jedem Implantat sollten Untersuchungen druchgeführt werden.
-Wie sieht die Knochenstruktur aus, ist genügend vorhanden?
-Muss evtl. ein Knochenaufbau gemacht werden?
- Algemein die Dichte des Knochens.
-Gegenindikationen: Eine Gegenindikation für eine solche Behandlung sind Krankheiten wie Geschwülste, AIDS, Diabetes, Hypertonie, psychische Krankheiten. Bedingt sollen die Implantate den Gewohnheitsrauchern, Alkoholikern, Allergikern, Rheumatismus-, Kranzgefäßinsuffizienzkranken, Personen nach dem 65 Lebensjahr sowie jungen, noch wachsenden Personen nicht eingepflanzt werden.
Steht es fest und kann laut Chirurgen ein Implantat gelegt werden, kommt es danach auch sehr auf den Patienten an:
-Gute Mundhygiene
-regelmäßige Kontrollen
- regelmäßige auf ihn individuell angepasste Prophylaxe beim Zahnart
Desweiteren können auch Erkankungen/Unfälle die nach dem legen des Implantes kommen die Haltbarkeit beeinflussen.
Gruß
Bist du Raucher? Weisst du etwas darüber, ob es sehr schädlich ist für ein Zahnimplantat…?
Servus,
lass’ Dich durch die Gefahr des ‚Vergilbens‘ von Implantaten genausowenig schrecken, wie durch falsche Angaben über Kontraindikationen. Solche Auskünfte sind in einem offenen Forum halt nicht zu umgehen.
Also:
Über die Überlebensraten von Implantaten wird viel geschrieben, z.B. hier:
http://www.implantate.com/systematische-ueberpruefun…
Das Problem hier liegt darin, dass es sich bei der zahnärztlichen Implantologie um ein Gebiet mit dynamischer Entwicklung handelt. Das führt natürlich auch dazu, dass Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Klinik in das Implantat-Design-, die Materialwahl- und die klinische Vorgehensweise einfliessen, um nur wenige Beispiele zu nennen. Mit anderen Worten: der Implantattyp, der vor zehn Jahren in genügend großer Zahl eingesetzt wurde, um eine Überlebensstatistik zu begründen, mag sich als erfolgreich erweisen, ist aber in der damaligen Form meist heute gar nicht mehr zu bekommen. Das ist so ähnlich wie bei WINDOWS - hat man mal ein stabiles System, wird der Support eingestellt, und es gibt ein neues, viel schöneres 
Die Berichte, die Du über die Haltbarkeit von Implantaten zitierst, hast Du mit Sicherheit auf irgendeiner Website als ‚hearsay-evidence‘ gefunden - seriöse Quellen waren das nicht. Ich selbst könnte morgen zum Telefon greifen um meine Patienten zu fragen, ob ihr Implantat jetzt auch - nach 25 Jahren - die 30-Jahre Schwelle überlebt hat. Wohlgemerkt: ich habe selbst nie ein einziges Implantat gesetzt - ich kann das nicht.
Es mag vorkommen, dass ein Implantat, oder seine Suprastruktur tatsächlich bricht. Das Implantat tut es extrem selten, die darauf gesetzten Zahnersatz-Konstruktionen lockern sich manchmal, brechen auch, tun das alles aber keinesfalls öfter, als konventionell gelagerter Zahnersatz - eher viel seltener.
Implantate schädlich für den Knochen?
Wären sie das, würde keiner mehr implantieren. Dieses Thema ist schon lange durch. Der Körper ‚glaubt‘, dass ihm ein Knochenstück implantiert wird, während es in Wirklichkeit Titan ist. Genau gesagt, ist es Titanoxid, denn jede Titanoberfläche oxidiert sofort, wenn sie mit Sauerstoff in Berührung kommt. Wenn der Köper ein Implantat nicht ‚annimmt‘, ist entweder nicht schonend genug gebohrt worden -, passen Loch und Implantat nicht gut genug zusammen (Primärstabilität) -, ist der Patient chronischer Raucher, der das Rauchen nur für die Zeit um die Implantation herum eingestellt hat -, oder er ist nicht gut und gründlich genug mit der Mundhygiene. Auch Konstruktions (Belastungs)fehler des Zahnersatzes können ein Implantat gefährden.
Entzündungsgefahr?
Zähne können durch bakterielle Wirkung verloren gehen (Parodontitis) - Implantate erst recht! Hier gibt es keine evolutionsoptimierten speziellen Schutzmechanismen, wie für die Zähne, es gibt auch kein spezielles Dämpfungssystem gegen Druckspitzen, es gibt keine warnenden Drucksensoren um ein Implantat. Anders ausgedrückt - Implantate sind bestenfalls ‚intelligent design‘, mit evolutionärer Anpassung wären die Dinger besser dran. Wer hat dreissigtausend Jahre Zeit?
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Fazit: Implantate sind in der Hand guter Zahnärzte, in der Obsorge gewissenhafter Patienten eine sichere Versorgungsform mit einer erstaunlich geringen Versagerquote. Ich hatte das Glück, mit einem Praxispartner zusammen zu arbeiten, der gut über zehntausend Implantate gesetzt hat, darunter auch die, die in meinem Mund sind.
Gruß
Kai Müller
Hallo Kai,
danke und ein Sternchen für deine detaillierten Ausführungen.
Ich stand, Gott sei gedankt, noch nicht vor dieser Frage, aber bekanntlich begünstigt das Schicksal ggf. den Vorbereiteten 
Mein Vater hat seit über 20 Jahren einige Implantate und ist bis heute sehr zufrieden damit - hat allerdings auch sowieso nie geraucht.
LG
sine