Hallo,
habe seit 9 Jahren 2 Implantate im Unterkiefer (Vollprothese) und nun ein Implantatsverlust zu beklagen. Das noch verbliebene Implantat soll jetzt mit einer Fräse entfernt werden. Die Materialkosten für die Explantationsfräse betragen laut Arzt für MKG-Chirurgie ca. 750,00 EUR und sind natürlich von mir zu übernehmen. Begründung: Fräse kann nur einmal benutzt werden. Meine gesetzliche Krankenkasse, die allerdings nichts zahlt, ist der Meinung, dass eine Weiterbenutzung der Fräse möglich ist. Hat jemand diesbezüglich Erfahrung und kann mir berichten?
Der MKG-Chirurg hat mir nach Entfernung des Implantates 4 Neue empfohlen. Da ich dazu neige, keine neuen Implantate zu nehmen, stellt sich die Frage, ob ich das noch vorhandene herausfräsen lasse, wenngleich der Arzt von einer Entzündung sprach.
Besten Dank im Voraus für Stellungnahmen.
Mit freundlichen Grüßen
Californien
Hallo Californien,
zu dieser Art der Kostenstellung musst du etwas Hintergrundwissen haben.
Die Gerichte haben sich mal wieder in die Abrechnungsangelegenheiten eingemischt und nicht nur zum Vorteil entschieden.
Das Hohe Gericht hat gesagt (vereinfacht ausgedrückt), dass nur bei einmal zu gebrauchenden Bohrern (wie in deinem Fall) der Einmalbohrer zur Gänze in Rechnung gestellt werden kann. Natürlich ergänzt um die entsprechenden Abrechnungsgebühren der zahnärztlichen Leistungen nach GOZ.
Werden Bohrer verwendet, die mehrmals zur Verwendung kommen (natürlich nach Gebrauch sterilisiert) dürfen diese Bohrer nicht, auch nicht anteilsweise verteilt auf mehrere Operationen, in Rechnung gestellt werden. Dann müssen die Kosten für die Bohrer abgegolten sein nur durch die entsprechenden Abrechnungsgebühren der zahnärztlichen Leistungen aber nicht (so das Hohe Gericht) erhöht durch den Ansatz eines höheren Steigerungssatzes zum Ausgleich der höheren Kosten als Begründung.
Meine Frage: Wie würdest du entscheiden, wenn ein Hohes Gericht so weise entscheidet? Natürlich Einmalgebrauch der Boherer und zusätzlich den richtigen GOZ-Satz.
Das ist dir jetzt passiert.
Dass aber ein Trepanbohrer zur Explantation 750 Euronen kostet, scheint mir ziemlich hoch gegriffen. Ich werde mal in den Listen nachlesen. Bis jetzt brauchte ich keinen. Zur Explantation reichten zwei Finger oder eine Zange.
Gute Besserung
Bernd
Servus Bernd,
ich hätte schon bei Brasseler einen passenden Trepanbohrer gefunden. Weil ich aber keine Kunden-Nr. (mehr) habe, kann ich alles, aber nicht den Preis herausfinden. Kannst Du?
http://www.brasseler.de/uploads/media/402535V0_227A.pdf
Gruß
Kai Müller
Hi Kai,
der kostet ca. 30.- €, das kanns doch wohl nicht sein oder?
http://www.medidenta.ch/cgi-bin/engine/kalad/kalad_p…
oder brauch man da mehrere von?
Grüße, Bernhard.
oder brauch man da mehrere von?
Bei Einhaltung der vorgeschriebenen Drehzahl und dauernder Kühlung bestimmt nicht. Knochen ist ja schon ein Stück weicher als Stahl. Hab’ mir gleich gedacht, dass die 750.- € nicht das letzte Wort sein können.
Lohnt sich eben doch, bei www vorbeizuschauen 
Gruß und Dank
Kai Müller
Hallo,
aus Deiner Antwort konnte ich entnehmen, das
Du wohl „Fachmann“ bist?
Ich hätte dann folgende Frage:
Ich stehe vor der Entscheidung der Wahl zwischen
einem üblichen „Kassengebiß“ mit Gaumenplatte
(will ich aber eigentlich nicht) und einem
Zahnersatz der im Unterkiefer auf 4 Titan-
Implantat-Stifte und im Oberkiefer auf 6 solcher
geschraubt (?) werden soll. Also alle noch vorhanden,
weil schlechten, Zähne sollen gezogen werden und
ein voller Zahnersatz muß her.
Nun sagte mir der Arzt, er habe das schon „ein
paar Mal“ gemacht. Ansonsten gehe ich schon sehr
lange zu ihm und bin eigentlich auch zufrieden.
aber nur „ein paar Mal“ - ich weiß nicht recht.
Das Ganze soll ca. 7.000 EURO kosten. Nun habe
ich -zur Zweitmeinung- einen anderen Arzt aufgesucht
in der nächsten größeren Stadt und der sagte mir,
dass es evtl. Schwierigkeiten mit dem Kiefer dabei
geben würde… er meinte, dass speziell der Oberkiefer
„vielleicht“(?) diese Titan-Stifte wohl nicht so
recht halten können würde und schlug mir gleich
vor, einen Kieferaufbau durchzuführen. Nachdem
er mir dann erklärt hat, wie das Ganze funktioniert,
habe ich dankend abgelehnt, er meinte was von
Knochen an der Hüfte raus und in den Kiefer rein…
Habe ich absolut kein Vertrauen und keine Lust drauf.
Außerdem meinte er, liegt man dann bei ca.
40.000 EURO (kein Schreibfehler!).
Mein eigentlicher Zahnarzt hat über die Titan-
Implantate und meinen Kiefer nichts gesagt. Für
ihn war es klar, dass die Stifte in meinem Kiefer
halten werden.
Was nun?
Hast Du vllt. Erfahrungen gemacht/gehört, wie lange
so was dann hält. Wenn ich hier lese, dass die sich
nach einigen Jahren lösen, wird mit Angst und Bange,
ich habe nämlich unheimliche Zahnarzt-Phobie…
Was gäbe es sonst noch als Alternativ-Lösungen.
Danke für eine Info.
Grüße
Marie
Hallo Marie!
Es ist wirklich schwer, sich in diesem Dschungle mit Implantaten zurecht zu finden!
Hier meine Ideen dazu: 1. Wenn der Zahnarzt mindestens 300-500 Implantate im Jahr setzt, kannst du davon ausgehen, dass er Erfahrung hat. Du solltest auch nach seinen Weiterbildungen fragen (Welche Gesellschaft, wann zuletzt, wie oft im Jahr ???) Das wird der Arzt unangenehm finden, weil aufgeklärte PatientInnen nicht so üblich sind, aber wenn er seriös arbeitet, wird er dir dies auch beantworten! 2. eine bestimmte Knochendichte- u. Stärke ist NOTWENDIG, damit die Implantate halten können (sie verwachsen im Knochen), also ist bei wenig Knochensubstanz auch ein Aufbau notwendig. (Wird mit einem speziellen Röntgenbild festgestellt) Allerdings kann dies auch in der gleichen Sitzung dem Kieferkamm entnommen werden; muss nicht unbedingt aus Beckenkamm, etc. Mit entsprechender Sedierung (Beruhigungsmittel)würdest du dies gar nicht merken, da ja sowieso an deinem Kiefer herumgewerkelt wird. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich an die Geräusche. Kenne das aus eigener Erfahrung! War nicht so schlimm, wie es sich anhört! Vielleicht gelingt es dir, durch entsprechende Überweisung (Angstzustände, Phobien, o.ä.) eine Behandlung in einer Zahnklinik unter Vollnarkose durchführen zu lassen? Vollnarkosen sind natürlich auch ein Risiko. Frage mal deinen Hausarzt. 3. Zu den Kosten: mittlerweile kann man von durchschnittlich 1.600 - 1.800 € pro Implantat, INKL. Zahnersatz ausgehen, was auch seriös wäre. Es lohnt sich auch nicht, im Ausland nach günstigeren „Angeboten“ zu schauen, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass " 1 mal billig gekauft, ist 2 mal gekauft!". Der Wissensstand der Zahnmediziner in Deutschland ist recht hoch (wenn man zu den Experten geht!)und sichert ein besseres Ergebnis! Was nützen dir „billige“ Implantate, schlecht eingebracht, wenn sie dir nicht einheilen, oder sogar unter Schmerzen herauseitern? (Haben wir bei Patienten aus Mallorca und Ostblock erlebt!)- 4. zu der Haltbarkeit: mit Gewissheit kann man das nie sagen, da jeder Mensch anders ist, bzw. andere Gene, Verhaltensweisen (Mundhygiene, Essverhalten, Gesundheitsbewusstsein, etc.)hat, aber in der Regel geht man von 10-15 Jahren aus, wenn richtig gepflegt und regelmässig kontrolliert wird (alle 3 Monate). Klingt aufwendig, bedeutet aber auch hohe Lebensqualität für diese Jahre, in denen man kein Gebiss täglich mehrmals herausnehmen und putzen muss! Ist natürlich auch eine Kostenfrage. Mittlerweile gibt es aber auch ganz vernünftige Zahnzusatzversicherungen (man muss vergleichen!).
Wäre schön, wenn dir die zugegeben längere Ausführung etwas zur Entscheidungsfindung beigetragen hätte! Wenn du noch weiter Fragen hast- Nur zu!
Ansonsten viel Erfolg und bleib gesund!
Gruss, Kirsten
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