Zahnproblem

Hi,
ich frage hier mal fuer meinen Freund :o)
Seit ein paar Wochen wackelt einer seiner Zaehne etwas und der Wurzelbereich ist angeschwollen.
Vor ein paar Tagen kam sogar Eiter oder etwas aehnliches raus. Schmerzen hat er aber nicht, oder kaum. Der Zahn ist auch ein bisschen dunkel. Er hat keine Krankenversicherung, deshalb frage ich hier, sonst waeren wir schon laengst zum Arzt.

Was kann das sein? ist das sehr schlimm?
Jima

Hallo Jima,

Was kann das sein? ist das sehr schlimm?

Der Zahn ist sehr wahrscheinlich längst abgestorben, deshalb wohl die Verfärbung und eher keine Schmerzen. Da hat sich vielleicht eine Zyste an der Wurzel gebildet.

Ich rate: Ab zum Arzt, und zwar sofort!!! Der ganze Kiefer kann vereitern. Und das wird dann garantiert so richtig teuer (OP etc.)

Viele Grüße
Jana

Hmm - das ist eine große Zwickmühle.

Aber: wenn ein entzündlicher Heerd bereits vorliegt, kann sich das auf den gesamten Organismus auswirken - und zwar drastisch. Auch wenn die Symptome nach einiger Zeit wieder von alleine abklingen, so kommt es aber durch die Infektion evtl. zu einer chronischen Verschleppung - auf lange Sicht können die Zahnprobleme auf andere Organe übergreifen - im schlimmsten Fall wirkt sich so etwas auf das Herz aus.

Aber die Diagnose lässt sich nicht über das Internet stellen und die Behandlung schon gar nicht: Ein Gang zum Arzt ist unumgänglich!

Was hier geklärt werden kann, ist u.U. die prekäre Situation des nicht-versichert-seins, und hier meine ich, daß es ganz auf die Umstände ankommt. Normalerweise habe ich noch nicht davon gehört, daß jemand nicht Krankenversichert ist.

Dies lässt ja nur den Schluss zu, daß entweder Arbeitslosigkeit oder soziale Notlagen oder aber eine Selbstständige Tätigkeit vorliegt.

Wenn im Falle der Selbstständigkeit genug erwirtschaftet wird, dann muss man eben - wenn man sich gegen eine Versicherung enschieden hat - in den sauren Apfel beißen und die Behandlungskosten selnber übernehmen. Das wäre es aber wert - denn eine chronische Kieferhöhlenvereiterung kann sich schädlich und - über einen langen Zeitraum unbehandelt - auch letztlich drastisch auf den Organismus auswirken. Falls es dann zu einer Notfalleinlieferung käme, würde es nur noch teurer.

Sollte aber generell eine finanzielle Notlage vorliegen - ob nun im Rahmen einer Selbstständigkeit oder aber auch einer Erwerbslosigkeit - dann muss für die Behandlungskosten die Gemeinschaft aufkommen, sprich der Sozialhilfeträger. Hier gibt es dann einen Schein für die Zahnbehandlung.

Ansonsten kann man sich aber auch als nicht-selbstständiger jederzeit versichern - einfach mal bei den Ortskrankenkassen (AOK) nachfragen.

Langfristig ist der Verzicht auf eine Krankenversicherung sowieso unvernünftig und selbstschädigend - und sollte so auf jeden Fall geändert werden.

Wenn noch Fragen sind, auch gerne per EMail, bzgl. der Versicherung vielleicht auch an die Experten in einem anderem Brett - z.B. „Recht“ (Versicherungs-) bzw. „Ämter und Behörden“.

Gruß
Patrick

ich stimme Jana völlig zu…

wenn dein Freund versichert wäre, wäre es vielleicht noch interessant, den Zahn zu retten. ( wäre aber teuer und nicht unbedingt von Erfolg gekrönt ). So sollte der Zahn schnellstmöglichst raus, da er offensichtlich schon tot ist
(dunkle Farbe ) und bereits eine Eiterung verursacht. Gerade bei dem jetzt anfangenden warmen Wetter gehen solche Zähne schnell hoch und machen eine Mordsentzündung.

Da kommt dann schon mal schnell eine Gesichtsvereiterung mit daraus folgedem stationärem Aufenthalt mit Operation und Antibiotika-Gabe dazu!! Also ganz schnell zum Zahnarzt, dann kommt dein Freund im günstigsten Fall mit den Kosten für die Zahnentfernung davon.

Empfehlung: vorher mit dem Zahnarzt reden und abmachen, dass er entsprechend der Gesetzlichen Krankenversicherung und nicht Privat abrechnet!!! sonst wird
es ggf. doch noch teuer!

whitewaters

off topic Behandlungskosten

Hi!
Zum Thema Behandlungskostenübernahme noch was allgemeines.
Pro Asyl vermittelt Ärzte die illegal in Deutschland lebenden Menschen im Krankheitsfall hilft. Die Behandlung erfolgt teils ehrenamtlich, teils wird sie aus Spenden bezahlt.

Susanne

Hi Susanne,

und schon wieder was Neues gelernt. Danke!

whitewaters