Zaunzeugs

Townships Verdun = Virodunum, Lyon = Lugdunum

Liebe Deutsch-Experten,

bisher klang mir immer im Ohr:
„einen Streit vom Zaum brechen“,
nun les ich, es heißt:
„einen Streit/Krieg vom Zaun brechen“.
Wie ist es euch in Erinnerung? Und warum heißt es überhaupt „brechen“?
Vor allem aber bei dieser Gelegenheit, ist eigentlich „logisch“, aber mir bisher unbewußt:
Zaum - team, und:

Zaun - Town - Dun, viell. auch
Duhne u. Düne (be)zähmen das Meer (?)
und was ist mit Sedan?
und ev. Dublin und Berlin?

Herzliche Grüße, Batsch, moin, manni

Streit/Zwist/Krieg vom Zaun brechen …
Hi Manni,

bisher klang mir immer im Ohr:
„einen Streit vom Zaum brechen“,

hab ich auch schon gehört. (als Laie)

nun les ich, es heißt:
„einen Streit/Krieg vom Zaun brechen“.

Das ist so gebräuchlicher.

Und warum heißt es überhaupt „brechen“?

… einen Streit/Zwist/Krieg o. Ä. vom Z./(geh.:smile: -e brechen (heraufbeschwören, plötzlich damit beginnen; eigtl. = so unvermittelt mit einem Streit beginnen, wie man eine Latte [als Waffe] von der nächsten Umzäunung bricht).
Quelle: DUDEN - Deutsches Universalwörterbuch

Zaun - Town - Dun, viell. auch
Duhne u. Düne (be)zähmen das Meer (?)

Wie gesagt, der Zaun und dessen Latten sind gemeint, die vor dem Gemetzel [im übertragenen Sinne] ruckartig herausgebrochen werden.

Grüße McSofa :wink:

Hallo !

Etwas vom Zaune brechen: verdeutlichend hieß es früher öfters: ‚vom alten Zaun brechen‘ und hatte dann den Sinn: ohne Umstände beschaffen. Goethe: »Bräch ich mir nicht gar manche Lust vom Zaun« (Weimarer Ausgabe V, 60).
Heutzutage wird die Redensart, mit Betonung des Mutwilligen und einengend, meist im Zusammenhang mit Streit u.ä. gebraucht. ‚Einen Streit (Krieg) vom Zaune brechen‘, ihn mutwillig, leichtsinnig herbeiführen; eigentlich: so unvermittelt damit beginnen, wie man die erste beste Rute, den ersten besten Stock vom Zaun an der Straße abbricht. Gemeint ist also, daß man sich aus dem nächst erreichbaren Gegenstand eine Waffe macht. Schon um 1500 bei dem Prediger Geiler von Kaysersberg bezeugt: »Sie brechen etwan ein Ursach ab eim Zaun«; 1534 schreibt Sebastian Franck im ‚Weltbuch‘ vom Rittertum: »Vil brechen etwan eine vähe (Fehde) ab einem zaun«. 1639 heißt es bei Lehmann S. 863 (‚Vrsach‘ 3): »Man bricht offt ein Vrsach vom Zaun oder biegt sie herbey«; ebd. S. 864 (‚Vrsach‘ 24): »Wenn man einem wil schaden thun, so find man vrsachen auff Hecken vnd Zäunen«; in der ‚Zimmerischen Chronik‘ (Bd. II, S. 498): »dann sie (große Herren) imer drachten, ursach ab aim zaun zu reißen«. Für das Wesentliche des Begriffs ist auch die folgende Stelle in Oldecops ‚Hildesheimer Chronik‘ (S. 181) lehrreich: »Meine gi (Meint ihr), dat de ingelechte (gefangengesetzten) borgere von dem tune gebroken sein oder mit der kipen int lant gedragen?« Bismarck gebrauchte die Wendung (‚Reden‘ Bd. VI, S. 22): »Konfessionelle Streitigkeiten vom Zaune brechen«.

Aus : „Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten“

Gruß max

Team of the Town
Danke für die ausführlichen Informationen, Mc und Max!

Ich wollte a u c h auf den etymologischen Zusammenhang der Worte Zaun-town(umzäuntes Gelände)-dun(frz), letzteres (vermute ich) auch noch in „London“ („Londinium“), genauso wie in Lugdunum = Lyon hinweisen, sowie auf den zwischen team und Zaum (Wasserzieher, Kluge, Pfeifer), wie auch „zähmen“.
Letzteres würde vielleicht meinen „Irrtum“ erklären (vom Zaun oder vom Zaum brechen).
Eine Abkunft der Namensendung -lin, -lingen (wie in Dublin, Berlin, Überlingen) halte ich aber selbst für „sehr weit hergeholt“/konstruiert.
Aber vielleicht weiß ja auch das eine®?

Batsch, manni.