ZDF: 37 Grad Verschwinden von Haustieren

Hallo,
wer hat diese Sendung im ZDF am 4.10. gesehen? Ich bin erschüttert über diesen Beitrag. Ganz abgesehen von den schrecklichen Vorkommnissen in China: betroffen bin auch ich, weil ich vor wenigen Jahren eine Katze „verloren“ habe. Ich wohne in einem ländlichen Gebiet, und nach einem Ausflug ist meine Katze, die die anhänglichste aller meiner bisherigen Katzen war, nicht wiedergekommen. Ihren Bruder habe ich seither selbst auf seinen nächtliche Ausflügen begleitet. Wenn das Verschwinden meiner Katze ebenso – wie es im Fernsehbeitrag dargestellt wurde – auf die Aktivitäten von Jägern zurückzuführen ist, frage ich alle Tierfreunde, die diesen Beitrag lesen: Was kann man gegen diese ach so tapferen Jäger tun? Ich habe sie im letzten Herbst beobachtet, wie sie kreischend und grölend Fasane geschossen und dabei den mitgebrachten Jägermeister genossen haben. Ich habe sie auf ihr Tun angesprochen – und empfing Feindseligkeit – ich hatte den Eindruck, selbst bald das nächste Opfer zu sein. Wisst Ihr, was man tun kann?

Verzweifelte Grüße
Glöckchen

Hi,
da haben wir gerade gleichzeitig geschieben. (s.o.).
'Kann dich gut verstehen. Wir wohnen im Dorf und es verschwinden jedes Jahr sehr viele Katzen spurlos von hier, darunter auch ein Familienmitglied von uns.

Osso

Hallo Glöckchen!

Da kannst Du auf legalen Wege leider fast nichst machen (außer Klagen).
Die Jägerschaft besitzt in Deutschland fast Narrenfreiheit (s.h. auch http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…)

Gruß
Beowolf

Verstehe deine Frage nicht ganz: Es wurde doch in dem Bericht glasklar gesagt, dass es sich um Tötungen im Rahmen des Gesetzes handelt. Was also sollst du schon tun können? Du bist nicht der Gesetzgeber. Du hast alle vier Jahre Gelegenheit, per Wahl zu (mit-)bestimmten, *wer* Gesetzgeber sein soll. Da sind sicher auch Parteien bei, die diesem Treiben ein Ende setzen würden. Die derzeitigen Parlamentsparteien wohl (eher!) nicht, aber es fehlt hier ja auch jede Tierlobby. Wer weiß schon davon, wer regt sich schon darüber auf, was Jäger so alles tun und lassen dürfen? Du kannst dich engagieren, um diese Lobby zu schaffen, es gibt ja immerhin Tierschutzvereinigungen.

Levay

Wisst Ihr, was man tun kann?

Hallo Glöckchen,
ja, wie ich oben schon an Osso schrieb:
http://www.abschaffung-der-jagd.de
Ciao nanofussel

http://www.abschaffung-der-jagd.de

Hallo Nanofussel,
bei dieser Webseite handelt es sich um die Internetpräsenz einer der Sekte „Universelles Leben“ nahestehenden Initiative; mehr dazu unter http://maqi.de/ul (u.a. sehr viele Presseartikel zur Sekte).

Tanja

Eher allgemein zu Jagd/Jägern … laaaang ;o)
Hallo Glöckchen,

Hallo,
wer hat diese Sendung im ZDF am 4.10. gesehen? Ich bin
erschüttert über diesen Beitrag.

Ich habe den Beitrag nicht gesehen, schaue mir solche Sendungen aber auch nicht mehr an, weil ich dann nachts nicht mehr schlafen kann, und leider bin ich nur begrenzt in der Lage, etwas zu tun.

Ich

wohne in einem ländlichen Gebiet, und nach einem Ausflug ist
meine Katze, die die anhänglichste aller meiner bisherigen
Katzen war, nicht wiedergekommen.

Ich auch, hier werden wilde Katzen gefüttert, kastriert etc und kein Jäger hat eines dieser Tiere bisher abgeschossen. Und das jetzt seit Jahren. Aber es kommt schon mal eine unters Auto, den Trecker, den Mäher …

Ihren Bruder habe ich

seither selbst auf seinen nächtliche Ausflügen begleitet.

Ich glaube, es wäre besser, du läßt deinen Kater nur tagsüber raus und erkundigst dich nach dem zuständigen Jäger in deiner Umgebung. Besser für deinen gesunden Schlaf, nützt nix, wenn du nachts wanderst und dann so müde bist tagsüber, das du vielleicht am Schreibtisch einschläfst und deinen Job verlierst, oder beim Autofahren einschläfst und womöglich einen Unfall (mit Todesfolge oder Schwerverletzten???)baust.

Bei uns ist ein Jäger, den ich als sehr vernünftig kennengelernt habe, der nicht wahllos (Haus)Tiere abschießt oder die zu Abrichtezwecken fängt. Aber leider sind nicht alle so…
Kontakt aufnehmen wäre schon sehr wichtig, damit du dir ein Bild machen kannst und auch Verständnis findest für deine Situation.

Vorwürfe, Beleidigungen etc. helfen nicht im gegenseitigen Auskommen.

Wenn

das Verschwinden meiner Katze ebenso – wie es im
Fernsehbeitrag dargestellt wurde – auf die Aktivitäten von
Jägern zurückzuführen ist, frage ich alle Tierfreunde, die
diesen Beitrag lesen: Was kann man gegen diese ach so tapferen
Jäger tun? Ich habe sie im letzten Herbst beobachtet, wie sie
kreischend und grölend Fasane geschossen und dabei den
mitgebrachten Jägermeister genossen haben.

Alkohol und Waffen zusammen sind VERBOTEN!
Ruf die Polizei und zeig sie an, das hilft, denn in der Kombination sind sie sofort ihre Waffen und den Jagdschein los. Bleib dabei und beobachte, was passiert. Ein Jäger tut nichts, was er nicht darf, wenn jemand dabei ist, der unangenehme Fragen stellt oder Zeuge von ungesetzlichen Handlungen ist.

Du kannst auch herausfinden, welcher Behörde diese Jäger unterstehen, du wirst dort sicher Unterstützung finden, wenn es um strafbare Handlungen geht.

Ich habe sie auf

ihr Tun angesprochen – und empfing Feindseligkeit – ich hatte
den Eindruck, selbst bald das nächste Opfer zu sein. Wisst
Ihr, was man tun kann?

Wie oben erwähnt, Polizei rufen, Ordnungsamt einschalten, alles mögliche. Werden Wirbeltiere gequält, ist das verboten und du kannst es anzeigen.

Ich bin keine Jägerin, denoch denke ich, muss man das ganz differenzieren.
Nicht alle Jäger sind schreckliche Tierquäler, die meisten sind, denke ich, verantwortungsbewußte Menschen, denen auch das Wohl der Tiere im Auge liegt. Der oben erwähnte hat z.B. eine 18jährige Jagdhündin, die für nix mehr „taugt“, ist also ein „unnützer Fresser“ für das Klientel wie von dir beschrieben. Er geht ordentlich mit dem Tier um, geht spazieren mit ihr und kümmert sich gut um sie.
Ich beobachtete mal einen „Jäger“, der mit 2 Hunden Wild aufscheuchte, angeblich um zu sehen, ob ein Bock mit bei den Rehen steht, denn der hatte noch keine Schonzeit im Mai. Die Ricken waren alle dick und die Jagdhunde gingen nicht gerade zimperlich ins Holz.
Ich habe meinen Nachbarn angerufen, welcher auch sofort kam und den Typ davonjagte. Und die beiden kannten sich auch gut. Also nicht gefakt.

Auch Jägern oder Förstern, welche u.U. auch mal ein Tier schießen müssen, tun Tiere leid, und ich denke, die meisten haben nicht diesen Beruf oder die Passion, um Tiere bestialisch zu quälen, sondern aus Tierliebe.

Hinzu kommt, was passiert, wenn keiner mehr das Wild, ob Kaninchen, Wildschweine oder Rehe schießt? In Berlin sind Wildschweine zu einer echten Landplage geworden, frag mal Berliner, ob sie sich wünschten, dass mal eine Horde Jäger käme, um den Bestand dort zu dezimieren. Gebietsweise bist du noch nicht mal tagsüber vor Attacken sicher.
Wenn der Bestand an Rehen nicht kontrolliert würde, was glaubst du, wieviel Rehunfälle, auch mit tödlichem Ausgang(!), es mehr gäbe? Oder mit anderem Wild? Ganz abgesehen davon, denkst du an die Seuchen und Krankheiten, die momentan kontrolliert sind? Glaubst du, das die Tollwut auch ohne Abschuss von kranken, schwachen Tieren im Griff wäre? Und davon profitieren nicht nur Jäger und Förster mit gesunden Beständen, sondern auch wir Menschen, denn Tollwut macht nicht vor Zweibeinern halt und sagt auch nicht, Moment, das ist ne (verwilderte) Hauskatze, die stecke ich nicht an. Und wenn du mit deinem Hund spazieren gehst, profitiert auch der davon, vor allem in Wald und Feld.

Wir haben keine natürlichen Feinde mehr für diese Wildtiere, und da die Menschen solche Angst vor Wölfen in Freiräumen haben, das sofort jeder freilaifende Wolf geschossen werden muß (huhu, der verwandelt sich nämlich nachts in eine menschenfressende Bestie*grrrheul*), Bären und Luchse sind noch nicht mal ansatzweise disskutabel, was glaubst du, wie der Bestand ausser durch schwere Krankheiten, die wie oben erwähnt auch dich und deine Haustiere befallen können, im Gleichgewicht gehalten werden soll? Wenn wir jetzt mal fiktiv betrachtet, wieder Wölfe und andere Raubtiere wie Luchse auswilderten, was passiert, wenn der erste davon deinen Hund jagt, während der hinter einem Kanickel her ist? Schieß ich dann beide ab oder nur den Wolf oder nur deinen Hund oder das Kanickel??? Was ist, wenn das erste Kind dem ersten Wolf begegnet? (Ist ein gern genommenes Argument, bißchen an den Haaren herbeigezogen, aber egal). Ein Wildtier macht keinen Unterschied, wenns Hunger hat, ob die Beute Federn, Haut oder Klauen hat. Ob Fell oder Haare ist dem egal, hauptsache voller Bauch und die Kleinen haben auch noch was abgekriegt…

Und zu bedenken möchte ich geben, dass es Idioten gibt, die es lustig finden, wenn deren Hund im Wald jagt, Kitze, Hasen, Kaninchen, KATZEN etc. reißen und sich einen Dreck darum kümmern, wie es dem geschlagenen Tier ergeht.
Ich habe schon von Hunden attackierte Rehkitze gesehen, die nur noch eingeschläfert werden konnten, einfach schrecklich!
Und das waren keine ausgebildeten Jagdhunde, sondern die lieben Sofaschläfer!

Mein Fazit:
Bitte schere nicht alle über einen Kamm, es gibt hier wie da absolute Vollidioten, aber noch mehr Menschen mit Herz und VERSTAND!

Und auch nicht alle Metzger sind Tierquäler, nur weil sie Tiere töten. Und nicht alle „Tierfreunde“ sind Tierfreunde, weil sie sich so nennen. Und nicht alle Jäger sind besoffene, lallende Bekloppte mit Waffen in den Händen.

*verzweiflungausräumende* herzliche Grüße
Sabine

Verzweifelte Grüße
Glöckchen

Hallo Sabine,
ganz herzlichen Dank für Deine kenntnisreiche, ausführliche Antwort (gibt auch gleich ein Sternchen!).
Ich glaube jetzt schon, daß ich mit meiner Wut auf (alle) Jäger zu sehr verallgemeinert habe, bisher hatte ich allerdings noch keinen Kontakt zu der vernünftigen Sorte, von der Du geschrieben hast.
Danke für den Tip, mal Kontakt mit dem hiesigen Jäger aufzunehmen. Mir war nicht bekannt, daß es einen Ansprechpartner gibt – ich hatte den Eindruck von wild durcheinander gewürfelten Freizeit-Ballermännern, auch weil diese Schießorgien auf die Fasane nur an Wochenenden stattfanden. Es ist immer gut zu wissen, daß man etwas tun kann – auch wenn ich nicht das Jagdgesetz aushebeln kann. Aber vielleicht ein wenig (ganz vorsichtig) den von einigen „Jägern“ vorgenommenen Mißbrauch der gesetzlichen Vorschriften einzudämmen. Zumindest empfand ich die Haltung des im Fernsehbeitrag interviewten Jägers so. Er hatte einen von zwei Katern offensichtlich absichtlich erschossen – er kannte ihn sogar mit Namen und wusste, wo er wohnte!! – und keinen Hehl daraus gemacht, auch mit dem anderen bei Gelegenheit entsprechend zu verfahren. Scheußlich!
Nochmals vielen Dank
Glöckchen