Zeckenbiss- Borreliose?

Hallo.

Ich habe ein kleines Problem:
Ich war vor ca. 3 Wochen auf Klassenfahrt. Dort hab ich mir einige Mückenstiche zugezogen. Es war gutes Wetter, also trug man auch kurze Hosen. Nun bin ich am letzten Abend mit kurzer Hose durchs Gebüsch gelaufen, und habe später gemerkt, dass ich zweimal nebeneinander am hinteren Oberschenkel gestochen wurde.
Als ich dann Zuhause war, fing es tierisch an zu jucken, ich konnte natürlich die Finger nicht davon lassen, und hab viel daran rumgekratzt. Ein paar Tage später ist mir aufgefallen, dass der „Stich“ sehr dick war, und sich rötlich sehr ausgebreitet hat. Maße ca. 8x5cm.
Ich dachte mir gut, machst du die Salbe die mit F anfängt und bisschen Cortison enthält drauf. Hat nichts gebracht. Als Mutti den Stich gesehen hat, wurd ich gleich zum Arzt geschleppt.

Ich hab davor schonmal Dr. Google gefragt, der mir gesagt hat, es könnte sich bei diesem leichten Ring um den Stich um einen Zeckenbiss handeln.

Ich natürlich Panik geschoben, zum Arzt. Der meinte, es wäre kein Zeckenbiss, das würde einen Ring geben (auf meine Frage „Das ist doch einer?“ meinte er nur „Nein, nicht solch einer“) und ich wäre einfach allergisch auf Mückenstiche. Er hat mir Antiallergikum verschrieben (Lorano akut o.ä.) und meinte kühlen und warten.

Ich hab jetzt brav die Tabletten genommen, ist jetz alles ne Woche her. Die Rötung ist schon weg, lediglich um den Stich ist noch eine minimale rote Verfärbung zu sehen.

Doch jetzt habe ich seit ca. 2 Tagen Ziehen in beiden Waden, ich habe Durchfall und fühl mich manchmal leicht schlapp.
Heißt das jetzt, ich hab doch Borreliose und mein Arzt ist doof?

Was kann man gegen Borreliose machen? Ist das schon das schlimme Stadium und ist es heilbar?

Ich mache mir wirklich Sorgen, ich habe bis jetzt nur Horrorgeschichten von borreliose gehört.

Ich möchte meinen Arzt morgen nochmal besuchen. Vielleicht gehe ich auch zu einem anderen Arzt, um eine 2. Meinung einzuholen, habe den Stich damals auch fotografiert, werde das mitnehmen.

Hier noch ein Bild von dem Stich, nach einer Antiallergikums-pille(?). Sieht doch nach Ring aus, was will der gute Mann?

http://www.bilder-hochladen.net/files/fhut-1-jpg.html

Hallo,

geh damit morgen einfach zu einem (anderen!) Arzt. Wenn überhaupt bist du ja noch im Anfangsstadium, da lässt sich Borreliose gut mit Antibiotika behandeln. Aber wie gesagt, geh auf jeden Fall morgen zum Arzt, zumindest einen Borrelien-Bluttest sollte man schon machen mit so einem Ring, und vor allem jetzt nach den von dir beschriebenen Symptomen.

Viele Grüße,
Uwe

Hallo,

so ein Borreliose-Ring wird im Deutschen Wanderröte bezeichnet. Bemühe mal die Google-Bildersuche hierzu.

Wäre es die Wanderröte, wäre sie (soweit ich als Laie weiß) nicht mit antiallergischen Mitteln weggegangen. Für mich unterscheiden sich auch die im Internet gefundenen Bilder stark von Deinem.

Normalerweise beißen zecken nicht und verschwinden gleich wieder, sondern sie „saugen“ sich fest und werden dann an Ort und stelle ungefähr so groß wie eine Erbse. Man muss sie dann entfernen. Allerdings können auch Bremsen Borreliose übertragen.

Also erst mal keine Panik, es wird wohl irgendein anderes Insekt gestochen haben, auf das Du allergisch reagiert hast.

Gruß
Ingrid

Hallo!

Da stimme ich absolut zu!

LG!
Nine

Hallo Ingrid,

offenbar hast Du noch nie mit Zeckenstichen zu tun gehabt und noch nie einen Menschen kennengelernt, der aufgrund einer Verharmlosung und Nicht- oder Falschbehandlung eines Zeckenstiches zum Chroniker geworden ist.

Das, was auf dem Bild zu sehen ist, ist eine absolut klassische Borreliose-Wanderröte, und zwar von zwei verschiedenen Stichen, daher sind die beiden Rötungen auch ineinander übergehend.

in Googel findest Du jede Menge Bilder unter dem Suchbegriff „Wanderröte“. Eine Wanderröte ist ein sicheres Zeichen für eine Infektion und muss sofort antibiotisch behandelt werden. Es gibt leider immer noch Ärzte, die nicht einmal dieses eindeutige Zeichen erkennen.

Was Du schreibst, mit dem Festsaugen und dass die Zecken nicht von allein wieder verschwinden, zeugt ebenfalls von völliger Unkenntnis der Tatsachen: Zum Einen übersiehst Du, dass Bananenheldin schreibt, dass sie heftig gekratzt hat. Dabei ist mit großer Sicherheit der Hinterleib des Tieres abgekratzt worden und kann somit gar nicht mehr am Schenkel der Bananenheldin zu finden sein. Zum Anderen ist bekannt, dass - selbst wenn sie nicht gekratzt hätte - die Zecken sich vollsaugen und wenn sie dann „satt“ sind, dass sie sich dann vom Wirt (hier dem Menschen) abfallen lassen und somit ebenfalls nicht mehr am Körper des Wirts zu finden sind. Man geht davon aus, dass nur etwa 30% aller Zeckenstiche vom betroffenen Menschen überhaupt bemerkt werden, die meisten bekommt der Gestochene überhaupt nicht mit.

Schließlich, dass die Wanderröte von allein wieder verschwindet, das besagt ja schon der Name: Sie heißt eben nicht um sonst erythema migrans (Wanderröte): Ohne irgend ein Zutun verschwindet diese Hautveränderung ganz von allein. In dem Moment, wenn sie verschwindet, sind sich die Borreliose-Erreger gerade dabei, sich „schön“ im Körper breit zu machen. Und dann wird es langsam kritisch, weil man dann dabei ist vom Akut-Stadium ins chronische Stadium zu wechseln.

Nochmal zur Wanderröte: Hier ist sie absolut klassisch aufgetreten. Und das ist das sicherste Zeichen der Infektion. Aber umgekehrt, wenn die Wanderröte nicht auftritt, heißt das leider NICHT, dass man nicht doch infiziert ist. Denn die Wanderröte tritt nur etwa bei 40% aller durch Zecken infizierten Personen auf. Das heißt, über die Hälfte der Infizierten bekommen keine Wanderröte, haben sich aber trotzdem diese heimtückische Infektionskrankheit eingefangen, an der allein in Deutschland schätzungsweise 2,5 Mio Menschen leiden. Viele davon sind im chronischen Stadium arbeitsunfähig. Denn „An Borreliose stirbt man nicht, sie tötet nur das Leben“ (geflügeltes Wort innerhalb der chronisch-Borreliose-Kranken): Durch die körperliches Schwächung ist es dem Betroffenen nicht mehr möglich, am allgemeinen gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Was Bananenheldin dringend braucht, ist eine sofortige Antibiotika-Behandlung, ausreichend dosiert (abgestimmt auf das Körpergewicht) und ausreichend lange (mindestens einen Vermehrungszyklus der Bakterien = 30 Tage).

Meine Antwort an Dich soll nur den Hauch einer Andeutung geben, wie schwerwiegend die Folgen einer Borrelioseerkrankung sind und dass eben die Wanderröte ein eindeutiges und typisches Symptom im Anfangsstadium ist. Wenn ein Laie so leichtfertig antwortet, so mag man das noch entschuldigen. Wenn ein Arzt aber diese glasklare Sachlage nicht erkennt, so ist das nicht nur fahrlässig sondern ein richtiger ärztlicher Kunstfehler.

Bei Bedarf gebe ich Dir gerne mehr und detailliertere Informationen über die Borreliose und ihre Co-Erreger-Erkrankungen. Meine Frau ist seit vier Jahren Chronikerin, daher kennen wir uns ganz gut mit dieser Krankheitsgruppe (es sind ja eigentlich etwa ein Dutzend Einzel-Erkrankungen, die sich alle sehr ähnlich sind) aus.

ich wünsche Dir, dass Du oder Deine engsten Familienangehörigen nie an der Borre erkrankst. Wüsstest Du mehr über die Krankheit, würdest Du sie sicher nicht so verharmlosen.

viele Grüße

Alexander

einen Borrelien-Bluttest sollte man schon machen mit so einem Ring,
und vor allem jetzt nach den von dir beschriebenen Symptomen.

Ja aber einen Borrelia anti Ig M Test, nicht nur Ig G. Das Vorhandensein von Ig M Antikörpern beweist eine frische Infektion.
Udo Becker

Hallo,

ich habe auch Wikipedia und diverse andere Seiten gelesen. Deshalb nur zur Info: ich leide seit einem Jahr auch an Borreliose. Wurde aber diesmal nicht von einer Zecke, sondern von einer Bremse übertragen. Auch die Bremsen können die Wanderröte hervorrufen, passiert nicht oft, aber halt mir.

Ich wohne seit 16 Jahren in einem Zeckengebiet und hab die Viecher sogar im Garten. Pflücke regelmäßig welche bei mir ab.

Trotzdem halte ich Überängstlichkeit und Panikmache für nicht den richtigen Weg. Wegen der Wanderröte musste ich auch in den letzten Jahren öfters Antibiotika nehmen, aber ich schlucke das trotzdem nicht ständig bei jedem Zeckenbiß, würde nämlich sonst irgendwann nicht mehr wirken.

Außerdem was nützt - wie bei mir - jede „Zeckenvorsicht“, wenn man sich die Krankheit über andere Überträger holt (es nicht weiß, dass das möglich ist und sich die Krankheit im Körber fest eingenistet hat).

Gruß

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Hallo Ingrid,

Deshalb nur zur Info: ich leide seit einem Jahr auch an
Borreliose.

Darf ich fragen, warum Du seit einem Jahr an Borreliose leidest?
Ich antworte selbst: Weil Du im Frühstadium nicht die richtige Therapie erhalten hast.

Wurde aber diesmal nicht von einer Zecke, sondern
von einer Bremse übertragen. Auch die Bremsen können die
Wanderröte hervorrufen, passiert nicht oft

Da hast Du Recht. Mittlerweile weiß man, dass auch Stechinsekten (Mücken, Bremsen) diese Krankheit übertragen können. Aber auf solche Feinheiten wollte ich nicht eingehen, zumal ich in diesem Punkt eher von Panikmache sprechen würde: Denn - zum Einen - wer rennt schon wegen jedem Mückenstich zum Arzt und - zum Zweiten - der Arzt würde einen zurecht in der großen Mehrzahl der Fälle auslachen. Aber in diesem Fall handelt es sich um so was von überdeutlicher und klassischer Wanderröte, dass man hier nun von Panikmache wirklich nicht sprechen kann. Welches Tier nun die Erreger übertragen hat, ist letztlich nebensächlich. Die Infektion, für welche die Wanderröte ein eindeutiges Zeichen ist, ist maßgeblich.

Ich wohne seit 16 Jahren in einem Zeckengebiet und hab die
Viecher sogar im Garten. Pflücke regelmäßig welche bei mir ab.

Prophylaxe ist sehr gut und sehr wichtig. Allerdings ist das mit dem „Zeckengebiet“ wieder so eine Sache, die Deine Unkenntnis offenlegt: Außer im Hochgebirge oberhalb der Baumgrenze kommen in ganz Europa Zecken vor. Du müsstest schon auf die Zugspitze ziehen, um vor Zecken sicher zu sein. Was Du vermutlich meinst, ist, dass Du in einem Hochrisikogebiet für die Erkrankung FSME lebst. Dies ist eine sehr viel seltenere aber ebenso gefährliche Krankheit, die jedoch durch Viren (die Borreliose durch Bakterien) verursacht wird. Gegen die FSME kann man obendrein impfen. Diese Impfung ist im Allgemeinen gut verträglich und sollte bei Bewohnern von Hochrisikogebieten Standard sein.

Trotzdem halte ich Überängstlichkeit und Panikmache für nicht
den richtigen Weg. Wegen der Wanderröte musste ich auch in den
letzten Jahren öfters Antibiotika nehmen, aber ich schlucke
das trotzdem nicht ständig bei jedem Zeckenbiß, würde nämlich
sonst irgendwann nicht mehr wirken.

Hier schreibst Du ja selbst, dass Du bei Wanderröte AB bekommen hast. Die Frage stellt sich dabei natürlich, ob die Dosierung und Dauer bei Dir richtig ist/war. Ich vermute mal Nein, denn sonst hättest Du jetzt kaum mit der Borre zu kämpfen.

, dass das möglich ist und sich die Krankheit im Körber
fest eingenistet hat).

Da sprichst Du von der Manifestation der Krankheit, also einem chronischen Stadium. Und genau das muss man vermeiden, wo immer es geht. Am Anfang der Borre kann man diese noch relativ leicht bekämpfen und ausheilen, je später dies geschieht, desto schwieriger wird es. Nach ca. 4 Wo ist man Chroniker.

Da Du ja offenbar auch Chroniker bist, kennst Du ja sicher auch die entsprechenden Foren, in denen sich die Betroffenen gegenseitig beraten und austauschen, da ja die Ärzte leider in der Regel Totalausfälle sind (Deutschlandweit gibt es nur ein Dutzend Ärzte, die sich wirklich mit dieser Krankheitsgruppe auskennen, so gibt es beispielsweise in ganz München keinen, den man als kompetent für diese Krankheitsgruppe bezeichnen könnte):
http://forum.bfbd.de/ucp.php?mode=login
http://www.symptome.ch/vbboard/

Ich wünsche Dir eine nachhaltige Besserung

viele Grüße

Alexander

Hallo Bananenheldin,
ich stimme Alexander Perez’ Posting zu und sehe einen großen Unterschied zwischen „Panikmache“ und realistischer Besorgnis. Noch, jetzt im Frühstadium, könnte eine überschaubare Therapie das Problem lösen, tut es meist auch. Später kann es die Lebensqualität, u.U. sogar schwer, beeinträchtigen. Übrigens gibt es Antikörper-Tests im Blut, ab etwa 3 Wochen müßte man eine Infektion nachweisen können. IgA, IgG,IgM auf Borrellien.
Ich erlebe seit > 20 Jahren, daß Ärzte gerade diese Erkrankung übersehen, abstreiten, sich damit nicht auskennen, und erwarte langsam nicht mehr, daß sich das noch ändert. Aber es gibt auch Spezialisten darin. Man erfährt das in Selbsthilfegruppen.

Laß es klären! S.i.