Zeckenhalsband - allergisch?

Hallo ihr Lieben,
meine Mom hat Hündin Lilly ein Zeckenhalsband gekauft, seit sie es trägt kratzt sie sich wie verrückt! Nun ist es 2 Tage ab und das Kratzen hat aufgehört! Ist Lilly allergisch darauf? Die 2 sind täglich 3 Stunden in Feldern und Wiesen zum Gassigehen unterwegs, was kann man noch vorbeugend gegen Zecken tun? Und was belastet den Hund nicht zu sehr mit Gift? Meine Mom sprüht sich vorher mit Autan-Zeckenspray ein (sie hat meist mehr Zecken als der Hund…gg), aber DAS kann man ja wohl dem Hund nicht antun, oder?
Wäre für Ratschläge dankbar!!
bicy

Hallo ihr Lieben,
meine Mom hat Hündin Lilly ein Zeckenhalsband gekauft, seit
sie es trägt kratzt sie sich wie verrückt! Nun ist es 2 Tage
ab und das Kratzen hat aufgehört! Ist Lilly allergisch darauf?

Es kann eine „Allergie“ sein, eher tippe ich auf eine Unverträglichkeit, insbesondere wenn es sich um ein sogenanntes „Gashalsband“ handelt, diese gibt es in bunten Farben mit Geruchsaroma z.B. grün, rot oder gelb. Im allgemeinen sind sie aber Braun oder Schwarz manchmal auch mit reflektierendem Streifen. Verbrauchskontrolle nicht möglich. Diese HB können zu Juckreiz führen und evtl. auch mal zu Durchfall (selten) oder Benommenheit evtl. Erbrechen. Durch ein entfernen des HB, gehen die Symthome zurück.
Dann gibt es noch sogenannte Puder HB, der Wirkstoff ist Propoxur. Diese HB sind weiß oder fleischfarbend. Aus beiden tritt ein weißliches Pulver aus wenn du daran reibst. Kommt kein Puder mehr raus, ist es verbraucht. Dieser führt nach meinen eigenen Erfahrungen nur ganz selten zu irgendwelchen Nebenwirkungen, es sei denn das Tier kaut darauf herum, weil es zu locker angelegt wurde,oder sich auch aufgrund dessen in der Schnauze verfangen hat, und schluckt größere Mengen des austretenden Puders ab, insbesondere wenn es sich um einen frisches HB handelt. Das kann dann bei kleinen Tieren z.B. Katze 4kg zu Vergiftungserscheinungen führen wie: Lähmung, Erbrechen spontaner Abgang von Urin und Kot, starkes Hecheln (alles gleichzeitig auch möglich). Nach eigener Erfahrung verschwinden diese Erscheinungen nach ca. 4 Std. wenn das Tier den Stoff nicht mehr in diesen Mengen abschluckt. Es erholte sich, in meinem Fall, vollständig und wurde 17 Jahre alt :smile:.
Bei normalen Gebrauch besteht keine Vergiftungsgefahr wenn das Tier z.B. durch lecken des Felles diese Wirkstoffe aufnimmt.
Allerdings macht dieses Puderhalsband das Fell am Anfang etwas mehlig, die Griffigkeit ist insbesondere am Hals durch das austretende Puder etwas „gewöhnungsbedürftig“.
Dadurch kommt es auch dazu daß das HB sich nicht so gut am Hals dreht, ganz besonders bei langhaarigen Hunden, sprich es ziept, was wiederum dazu führt das die Tiere sich vermehrt kratzen. Du solltest also dieses abklären, bevor du eine evtl. Unverträglichkeit in Betracht ziehst und jetzt das HB evtl. wechselst.

Die 2 sind täglich 3 Stunden in Feldern und Wiesen zum
Gassigehen unterwegs, was kann man noch vorbeugend gegen
Zecken tun? Und was belastet den Hund nicht zu sehr mit Gift?
Meine Mom sprüht sich vorher mit Autan-Zeckenspray ein (sie
hat meist mehr Zecken als der Hund…gg), aber DAS kann man
ja wohl dem Hund nicht antun, oder?
Wäre für Ratschläge dankbar!!
bicy

Es gibt sogenannte Reppelent-Spray für Hunde und auch Katzen, diese werden vor dem Gassigehen in stark verseuchten Gebieten täglich in normal belasteten Gebieten 1 - 2 mal die Woche angewandt. Reppelent vorbeugend / abwehrend.
Beim Einsprühen ist besonderes Augenmerk auf die Halsgegend, Ohren- Behänge, Rutenansatz und „Achseln“ wie Flanken zu legen. Dort befindet sich die „Weichteile“ des Hundes / Katze und dort beißen „SIE“ am liebsten :smile:
Um eine Zeckenendkontrolle nach dem Gassigehen kommst du nicht herum!
Auch nicht mit sogenannten Spot on Präparaten die den Tieren als Tropfen ins Genick gegeben werden.

Zeckenvorbeuge:
Langhaarige Hunde scheren, Hund vor dem Gassigehen behandeln, anschließend Zeckenendkontrolle. Verseuchte Gebiete in den Sommermonaten meiden. Vorbeugende Zeckenschutzimpfung beim Tierarzt.

Zeckenfreie Spaziergänge wünscht die Jagdelster

Liebe Jagdelster,
hab gerade mit Dad telefoniert, er sagte da wäre Puder am Halsband gewesen. Dran geschleckt hat Lilly wohl nicht. Gottseidank bin ich zum Zecken rauszuppeln zu weit weg, giggle!
Danke für den guten Rat!! Gebe es weiter!!!
Dickes Knuddelbussi
bicy

Hallo,

vermutlich stört den Hund das Halsband bzw. dessen Geruch. Nimm einfach ein Spot-on vom Tierarzt, das wirkt auch besser.

Gruß,

Myriam

Anmerkung
Hallo Jagdelster!

Zeckenvorbeuge:
Langhaarige Hunde scheren, Hund vor dem Gassigehen behandeln,
anschließend Zeckenendkontrolle. Verseuchte Gebiete in den
Sommermonaten meiden. Vorbeugende Zeckenschutzimpfung beim
Tierarzt.

Öhem, die Impfung ist aber keine Zeckenschutzimpfung, sondern eine gegen Borreliose, eine von Zecken übertragene Krankheit. Den Zecken ist die Impfung herzlich egal!
Scheren würde ich grade langhaarige Hunde nicht, das lange Fell bietet guten Schutz gegen die Zecken! Man hat dann zwar mehr Mühe, Zecken zu finden, die bis zur Haut vorgedrungen sind, aber das sind im Verhältnis zu kurzhaarigen Hunden normalerweise auch wesentlich weniger.

Liebe Grüsse
Bine

Hallo Jagdelster!

Hallo,

uns hat der Tierarzt im vergangenen Jahr auch diese Impfung zur Vorbeugung gegen Zecken „verordnet“, habe wir auch brav machen lassen, ist das also Quatsch in Bezug auf „Zeckenbefall“ des Hundes?
Grüße
Marie

Zeckenvorbeuge:
Langhaarige Hunde scheren, Hund vor dem Gassigehen behandeln,
anschließend Zeckenendkontrolle. Verseuchte Gebiete in den
Sommermonaten meiden. Vorbeugende Zeckenschutzimpfung beim
Tierarzt.

Öhem, die Impfung ist aber keine Zeckenschutzimpfung, sondern
eine gegen Borreliose, eine von Zecken übertragene Krankheit.
Den Zecken ist die Impfung herzlich egal!
Scheren würde ich grade langhaarige Hunde nicht, das lange
Fell bietet guten Schutz gegen die Zecken! Man hat dann zwar
mehr Mühe, Zecken zu finden, die bis zur Haut vorgedrungen
sind, aber das sind im Verhältnis zu kurzhaarigen Hunden
normalerweise auch wesentlich weniger.

Liebe Grüsse
Bine

uns hat der Tierarzt im vergangenen Jahr auch diese Impfung
zur Vorbeugung gegen Zecken „verordnet“, habe wir auch brav
machen lassen, ist das also Quatsch in Bezug auf
„Zeckenbefall“ des Hundes?

Ist es. Nichtsdestotrotz ist die Impfung wichtig in Gebieten, wo viele Zecken den Erreger tragen. Auch die beste Zeckenprophylaxe hält nicht 100% aller Zecken fern.

Gruß,

Myriam

uns hat der Tierarzt im vergangenen Jahr auch diese Impfung
zur Vorbeugung gegen Zecken „verordnet“, habe wir auch brav
machen lassen, ist das also Quatsch in Bezug auf
„Zeckenbefall“ des Hundes?

Ist es. Nichtsdestotrotz ist die Impfung wichtig in Gebieten,
wo viele Zecken den Erreger tragen. Auch die beste
Zeckenprophylaxe hält nicht 100% aller Zecken fern.

Allerdings schützt der Impfstoff m. W. nur gegen Borreliose-Virenstämme, die eher in Amerika verbreitet sind. Gegen die bei uns heimischen Stämme bewirkt er nichts, habe ich mal gelesen.

Bis denne
Schnoof

Hallo Schnoof,

Allerdings schützt der Impfstoff m. W. nur gegen
Borreliose-Virenstämme, die eher in Amerika verbreitet sind.
Gegen die bei uns heimischen Stämme bewirkt er nichts, habe
ich mal gelesen.

mag sein, dass du das gelesen hast, ist aber falsch. Es gab mal in Amerika einen Humanimpfstoff, auf den das zutraf.
Für den Impfstoff Merilym von Merial werden europäische Borrelien verwendet.

Gruß

Johnny

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Allerdings schützt der Impfstoff m. W. nur gegen
Borreliose-Virenstämme, die eher in Amerika verbreitet sind.
Gegen die bei uns heimischen Stämme bewirkt er nichts, habe
ich mal gelesen.

Das stimmt so nicht, wie Johnny schrieb. Allerdings wird die Borreliose-Impfung hierzulande nicht flächendeckend empfohlen. Aktuell gibt es dieses Statement von Professor Ingo Nolte (Leiter der Klinik für Kleintiere der Tierärztlichen Hochschule Hannover):

"Die Impfung gegen Borreliose wird bei uns nicht empfohlen, und zwar aus verschiedenen Gründen: Zum einen wird die tatsächlich Bedeutung der Borreliose beim Hund hierzulande eher überschätzt. Das heißt, auch wenn serologisch nachgewiesen werden kann, dass der Hund Kontakt mit dem Borrelioseerreger hatte, also wenn ein positiver Titer vorliegt, muss keine entsprechende Symptomatik vorhanden sein, beziehungsweise vielfach ist eine Symptomatik nicht zwingend auf die Borrelioseinfektion zurückzuführen. Zum zweiten birgt der in Deutschland zugelassene Impfstoff das Risiko der Induktion einer Immunkomplex-assoziierten Erkrankung. Der Grund dafür, dass in Europa kein anderer Impfstoff zur Verfügung steht, liegt in der Vielfalt von infektiösen Stämmen. Dies macht es sehr schwierig, einen Impfstoff zu entwickeln, der gegen alle möglichen Varianten schützt. Umgekehrt lässt die Tatsache, dass der auf dem Markt angebotene Impfstoff nur aus Borrelia-burgdorferi-senso-stricto-Stämmen hergestellt ist, seine Wirksamkeit gegenüber dieser Vielfalt zweifelhaft erscheinen.

Wesentlich sinnvoller als Schutz vor einer Borrelioseinfektion ist eine konsequente Zeckenprophylaxe. Dies bedeutet:

* Nach jedem Spaziergang den Hund auf Zeckenbefall kontrollieren und Zecken entfernen.

* Sogenannte „Spot-on-Präparate“ verwenden. Diese sind sehr wirksam, gut verträglich und ermöglichen bei Auftragen in circa vierwöchigen Abständen beim Hund eine gute Zeckenkontrolle. Auch Halsbänder, die die Wirkstoffe Amitraz oder Pyrethroide enthalten, sind hierfür geeignet."

Quelle: http://www.wdr.de/tv/servicezeit/tiere_suchen/sendun…

Gruß,

Myriam

Hallo ihr Lieben,

vielen lieben dank für eure Hilfe!! Ihr seid spitze!!!
bicy