Hallo,
- Wer hat sich Zeit ausgedacht bzw. wieso geht eine Stunde
nicht 67 Minuten und eine Minute 100 sekunden usw.
Die Einteilung ist eigentlich willkürlich. Wahrscheinlich hat sich die Einteilung an der Zahl der Mondzyklen pro Jahr (etwa 12) orientiert, also hat man den Tag (den hellen Tag) in 12 Teile geteilt. Ebenso die Nacht. Die Einteilung in Minuten und Sekunden kam dann wohl erst deutlich später. Hier bot sich die 60 an, weil es zum einen auch eine „12er“-Zahl ist und sehr viele ganzzahlige Teiler hat.
- in vielen Formeln wird Zeit in form von s verwendet aber da
Zeit ja keine Konstante ist und sich verändert wie kann man
das an dieser Stelle verwenden.
Ein Buchstabe symbolisiert nur eine Zahl, deren Wert man nicht kennt (oder nicht konkret aufschreiben will). Dieser Wert kann eine Konstante sein, er kann aber auch variabel sein. Ein Buchstabe in der Mathematik ist wie eine Schachtel, auf dem ein Name draufsteht (nämlich der Buchstabe). Was _in_ der Schachtel ist, ist von Fall zu Fall verschieden. Man mus nur irgendwo mal sagen, was in der Schachtel sein soll.
Auf deinerm Salzstreuer steht vielleicht auch „S“. Du weißt, dass dieses S für dieses salzigen weiße Pulver steht. Wieviel davon noch im Salzstreuer drin ist, kann durchaus variabel sein. Entscheidend ist, dass die Suppe salziger schmecken wird, wenn du etwas von dem Inhalt von „S“ dazukippst. So ähnlich ist das auch in der Mathematik.
- die „4. Dimension“ könnte/sollte nach meinem Wissen auch
die Zeit sein. Kann das denn sein wenn wir eine selbst
erfundene Zeit rechnung verwenden?
Grundsätzlich ist unser Weltbild nur ein Bild von der Welt, unsere Interpretation. Ein Bild bzw. eine Interpretation ist etwas anderes als das Ding, was es abbildet.
Niemand weiss, ob Raum, Zeit, Energie usw. real sind. Unser Gehirn stellt uns nur die Summe unserer Erfahrungen so dar. Gerade was die Zeit angeht, gibt es eine Kultur, welche nicht unser Verständnis einer linearen Zeit hat. Für diese Leute ist die Zeit etwas in sich zyklisches.
Unsere Modelle der Welt funktionieren gut, weil sie auf diesen Vorstellungen von Raum und Zeit und Energie aufbauen, die wir „erleben“ - allerdings nur solange die Randbedingungen änhlich unserem „Erfahrungsrahmen“ sind. Wir sind inzwischen in der Lage, mit technischen und mathematischen Mitteln unseren Erfahrungsrahmen zu verlassen, zB. hin zu sehr großen (ART) oder sehr kleinen Dimensionen (QM). In beiden Fällen stellen wir fest, dass unser intuitives Konzept von Raum und Zeit da garnicht mehr passt. Daher sind Theorien wie zB. die Quantenmechanik so schwer (eigentlich garnicht) zu begreifen bzw. zu interpretieren (obwohl sie sehr wohl korrekte Vorhersagen liefert!).
usw. ich verstehe eigendlich garnichts 
Das ist gut, weil es da auch nichts zu verstehen gibt. Unser Konzept „Zeit“ ist ein Bild, eine Interpretation, eine Art Illusion. Es hilft uns, uns in der Welt zu orientieren und zu überleben. Es beschreibt offensichtlich gewisse Aspekte der Welt in einer sinvollen Weise, aber das heisst nicht, dass das Konzept eine 1:1 Entsprechung in der Realität haben muss.
Der Vergleich hinkt stark, aber wir haben ja auch das Konzept vom „Ottonormalverbraucher“. Das Konzept ist in vielerlei Hinsicht sinnvoll, aber den Ottonormalverbraucher gibt es real nicht.
LG
Jochen