Guten Tag,
meine Situation ist folgende. Ich war für 4 Jahre Zeitsoldat. Nach dieser Zeit bekam ich 7 Monate Übergangsgebührnisse zur Beruflichen Eingliederung.
Ich nutzte diese 7 Monate um eine Umschulung zu machen.
Nun finde ich momentan keine Arbeit.
ALG1 bekomme ich nicht, da das Arbeitsamt sagt, dass die Übergangsgebührnisse diese ersetzt haben.
Nun ist die Frage: Die Zeit der Arbeitssuche mit Hartz4 oder der Arbeit in einer Leihfirma überbrücken?
Hartz4 Einkünfte: Miete 200€ + 351€ = 551€
Leihfirma: ca 750€ pro Monat für 40std pro Woche.
Nun wohne ich aber ziemlich ausserhalb, schon fast an der Grenze zu Luxemburg und um zur Zeitarbeit zu kommen müsste ich (hin- und rückfahrt) zwischen 80 und 100km täglich fahren.
Meint ihr nicht das sich die Arbeit in der Leihfirma in diesem Fall nicht lohnt, allein schon bei den fahrtkosten?
Würde ich in dem Fall im Vergleich zu hartz 4 nicht quasi „umsonst“ 160std pro Monat arbeiten?
Ansich bin ich niemand der sich gerne finanzieren lässt aber quasi umsonst Arbeiten fände ich schon ziemlich unfair.
in diesem Fall sollte man nicht nur die Finanzen sehen (weniger sollte es nur nicht sein), sondern auch die Berufserfahrung, die damit gewonnen werden kann. Damit beirbt es sich besser als ohne Job. Klar ist ja nur: schnell wieder dort weg ist das Ziel.
Ansich bin ich niemand der sich gerne finanzieren lässt aber
quasi umsonst Arbeiten fände ich schon ziemlich unfair.
Mit unfair hat das ganz und garnichts zu tun.
Wer strampelt wird früher oder später zu einem „richtigen“ Job kommen.
Wer sich passiv vom Staat aushalten lässt wird es fast garantiert zu nichts bringen.
Nur so als Vergleich…
Sogar renommierte Beratungshäuser (IBM, McKinsey, Bain…) arbeiten oft nicht nur „quasi“ umsonst sondern schicken völlig unentgeltlich ihre Mitarbeiter zu den Kunden.
So eine Aktion kostet diese Unternehmen schnell zwischen 20 und 100.000 Euro.
Das Ziel ist in solchen Fällen natürlich nicht eine Beschäftigungstheraphie, sondern möglichst effektiv Folgeaufträge zu generieren, und das geht nur, wenn man genau versteht wie der Kunde arbeitet - und der Kunde auch sieht, dass man nicht nur von hoher Leistung spricht sondern diese auch bringt.
Auf Deine Situation umgemünzt: wenn Du anfängst an das „Da arbeite ich ja quasi für lau“ zu denken, hast Du das Prinzip der freien Wirtschaft nicht verstanden.
Man investiert jetzt ein wenig, um später mehr zu bekommen.
Auf einem Lebenslauf „7 Monate Hatz 4“ stehen zu haben ist *deuuutlich* schlechter als "7 Monate Zeitarbeit , Einsatz bei " Denn das heißt, dass Du wirklich was auf der Pfanne hast, sonst würde hätte Dich ja nicht dort haben wollen.
Das macht Dich für zukünftige Arbeitgeber attraktiver, ebenso natürlich wie schon angesprochen die Berufserfahrung, die es Dir leichter macht, „direkt“ einzusteigen.
Zeitarbeit ist ein Karrieresprungbrett oder zur Überbrückung. Mehr nicht.