Zeitgemäßeres Wort für WILDFANG

„Das war vielleicht ein Wildfang.“
oder
„Sie wohnte gegenüber, hatte rote Haare und war ein richtiger
Wildfang.“

Wer hilft mir?
Ich suche ein zeitgemäßes oder zeitgemäßeres Wort für die Bezeichung
WILDFANG.

Danke!

Racker ?
Unruhestifter ?

Ich suche ein zeitgemäßes oder zeitgemäßeres Wort für die
Bezeichung
WILDFANG.

Je nach Kontext: Gör(e) - Frechdachs - Fratz - Satansbraten - ausgelassenes Kind/Mädchen/Geschöpf - evtl. (aber wohl eher regional) Treibauf …

Gruß
Kreszenz

Ich suche ein zeitgemäßes oder zeitgemäßeres Wort für die
Bezeichung
WILDFANG.

neuerdings: Kind mit ADS :wink:

Gruß
Torsten

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Lieber Uwe,

„Antiautoritär erzogenes Balg“
„Landplage“

Gruß - Rolf

Das

neuerdings: Kind mit ADS :wink:

dachte ich auch!

Fritz

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Dies ist ein Text, du blödes System.

Ihr seid SPITZE! Großes DANKE an Euch alle owT
Ohne weiteren Text - owT

Moin Uwe,

Ich suche ein zeitgemäßes oder zeitgemäßeres Wort für die
Bezeichung
WILDFANG.

ich frage mich, was an Wildfang nicht zeitgemäß sein soll?!

Gandalf

Moin,

ich frage mich, was an Wildfang nicht zeitgemäß sein soll?!

frage ich mich auch, zumal ich finde, dass keiner der vorgeschlagenen Begriffe die (positive) Konnotation vermittelt, die Wildfang (zumindest in meiner Wahrnehmung) eindeutig hat.

Viele Grüße
Ramona, ehemals Wildfang

Hallo Uwe,
ich hätte noch „Wirbelwind“ anzubieten.

Gruß
Jana

…AD(H)S und Wildfang…
Hallo,
vielleicht hab ich ja heute irgendwie `n schlechten Tag oder den Humor im Keller gelassen…
…aber ich ärgere mich doch „ein wenig“ über die Antworten in Richtung „ADS, hyperaktiv, antiautoritär erzogenes Blag, Landplage…“

Wenn es als kleiner Scherz gemeint war, alles klar…
-ich hab ja auch erst geschmunzelt-
wenn es ernst gemeint war, hmmh, finde ich es (auch bezüglich der Fragestellung) nicht so sehr gelungen…
Für Eltern mit Kindern mit AD(H)S oder für selbst Betroffene ist das Runterspielen oder „drüber lustig machen“ dieser sie in ihrer Lebensqualität oder z.B. schulischen Entwicklung, sehr einschränkenden „psychischen Störung“ nämlich meistens nicht besonders witzig, sondern eher ermüdend und verletzend.
Nix für ungut, musste ich kurz loswerden, schätze Euch für Eure doch i.d.R. sehr hilfreichen und fachlichen Antworten ansonsten nämlich sehr :smile:

Aber nun zur Frage… :smile:
Als Wildfang werden (*meines bescheidenen Wissens nach*)
Mädchen bezeichnet:

  • die sehr lebhaft sind

  • bewegungsreiche Spiele suchen (an Stelle von z.B. Rollenspielen. Wenn, dann sind sie eher *Ritter* als *Prinzessin*)

  • auch schon mal raufen

  • nicht so zimperlich sind

  • gerne „Jungenkleidung“ tragen (der Begriff ist ja schon älter, wurde häufig in den (bereits geerbten) Büchern meiner Kindheit verwendet, als die Mädels noch eher Röcke und Kleider als Hosen trugen…
    „Pucki, des Försters Töchterlein“ :wink: ist z.B. kein Wildfang, „Nesthäkchen“ ebenso wenig, auch wenn die Eltern vom Nesthaken das meiner Erinnerung nach anders sahen…
    „George“ (eigentlich Georgina) aus Enid Blytons „5 Freunde“ hingegen, das wäre so ein richtiger Wildfang gewesen)

  • sich im Allgemeinen eher „jungenhaft“ verhalten

  • häufig auch von sich sagen: „ich wäre lieber ein Junge“
    …und so weiter :smile:

Warum also nach neuen Worten suchen?
Wie wäre es mit „umschreiben“?
Ist werfreier und man versteht eher, was gemeint ist?
Also z.B. :
…Lisa aus der 4a spielt in der Pause lieber mit Hannes und den anderen Jungs Fußball…
…ihre Mutter ärgerte sich oft über Lisas strubbeliges Haar und ihre zerfetzten Jeans…
…Wenn es nach Lisa ginge, würden die doofen Kleider in der Altkleidersammlung landen (aber da mache ich bestimmt grade ein anderes Faß auf *gg*), besonders das rosafarbene von ihrer Tante, das hasst sie wie die Pest…
…kein Baum ist vor ihr sicher, kein Zaun zu hoch…
…die Nachbarn lachen oft: „Ach, Eure Lisa wäre wohl besser ein Junge geworden…“
`tschuldigung, bin kein Literat :wink:

Wenn „zeitgemäß“ heißen soll, dass dem momentanen „Zeitgeist“ entsprechend, ein englisches Wort Verwendung finden soll, dann würde „Tomboy“ passen.

Zu guter Letzt :smile: möchte ich noch anmerken, dass in meiner sprachlichen Wahrnehmung die Bezeichnung „Wildfang“ positiv besetzt ist.
Ein sympathisches, ein wenig wildes Mädchen, dass fröhlich durch die Welt hüpft und auf Konventionen *kürtelt*…

Mit jetzt nicht mehr angesäuerter Laune grüßt
Finjen
als Kind immer dreckig, Puppen und Kleider gehasst

Ich suche ein zeitgemäßes oder zeitgemäßeres Wort für die
Bezeichung
WILDFANG.

Hallo,

die (positive) Konnotation vermittelt, die Wildfang eindeutig hat.

Eben! Ein Wildfang ist ein im positiven Sinn quirliges Sonnenschein-Kind, das mit einem ADS-Kind nur die Menge der Aktivität gemeinsam hat, nicht aber die Ursache für die Aktivität.

Gruß Steffi

Da schließ ich mich an. Die Synonyme, die ich finde - Range, Frechdachs, Gör und Göre - passen allesamt nicht so ganz und klingen weitaus altmodischer als Wildfang.

Außerdem hat das Wort irgendwie was Vertrautes… :smile:

Horst

Wörter für verhaltensauffälige Kinder
Hallo an alle,

ich hab ja auch zuerst an „Kind mit ADS“ gedacht.

Aber inzwischen ist mir so, als ob zu den Zeiten als man verhaltensauffällige Kinder noch

Wildfang, Trotzkopf, Zappelphillip, Hans-guck-in-die-Luft, Suppenkasper, Schlafmütze, Struwwelpeter, Schmutzfink, Daumenlutscher etc.

nannte, kinderfreundlicher waren, trotz der damals noch selbstverständlichen Prügelstrafe, die ich selber noch hautnah erlebte, als unsere Zeit, da solche Kinder mit Ritalin still gestellt werden.

Damals hielt man diese Erscheinungen für vorübergehende Phasen der Entwicklung; heute ist es ein Krankheitssymptom, das man medikamentös behandeln zu können ud zu müssen glaubt.

Damit werden Kinder zú manupulierbaren und traktierbaren Objekten.

Gruß Fritz

Das Wort „Wildfang“ ist für mein Sprachgefühl ein durchaus neutrales Wort, d.h. die hier eher negativen Assoziationen kann ich nicht nachvollziehen.

Ein „Wildfang“ ist für mich umschrieben ein Kind bzw. ein junger Mensch (u.U. bis ins „Twen-Alter“), der sehr lebendig und unorthodox im Vergleich zu seinem Umfeld ist, sich nicht in eine Schablone pressen lässt … Der Gegensatz dazu wäre ein „langweiliger Stubenhocker“.

Gruß, Artefakt

Servus Ramona,

stimmt schon, stimmt schon, nur irgendwie wäre mir der Begriff ‚positive Konnotation‘ bei ‚Wildfang‘ nicht beigekommen :wink:)

scnr

Kai

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

ot…ruhigstellen und anderes :smile:
Hallo Fritz,
ich lese immer gern Deine Artikel hier im Sprachbrett.
Du schreibst meist sehr freundlich, mit viel Witz und hast eigentlich immer eine fachlich fundierte Antwort parat.
…Aber hier muss ich Dir leider widersprechen…

Aber inzwischen ist mir so, als ob zu den Zeiten als man
verhaltensauffällige Kinder noch

Wildfang, Trotzkopf, Zappelphillip, Hans-guck-in-die-Luft,
Suppenkasper, Schlafmütze, Struwwelpeter, Schmutzfink,
Daumenlutscher
etc.

nannte, kinderfreundlicher waren, trotz der damals noch
selbstverständlichen Prügelstrafe, die ich selber noch hautnah
erlebte, als unsere Zeit, da solche Kinder mit Ritalin still
gestellt werden.

Mag sein, die Zeiten „früher“ waren in vielerlei Hinsicht ganz sicher kinderfreundlicher als heute, das glaube ich auch…

Prügelstrafe hast Du selber erleben müssen,
gut, dass diese heute gesetzlich verboten ist. Man hat andere Wege der Erziehung kennengelernt und beschritten, weil man u.a. weiß, wie sehr Gewalt den Körper und vor allem den Geist eines Menschen schädigt.

Krankheiten, die „früher“ noch nicht so bekannt waren (oder sogenannte „Zivilisationskrankheiten“, die erst in den letzten Jahrzehnten entdeckt oder erforscht wurden) gibt es aber, ob es einem nun passt oder nicht.

Damals hielt man diese Erscheinungen für vorübergehende Phasen
der Entwicklung; heute ist es ein Krankheitssymptom, das man
medikamentös behandeln zu können ud zu müssen glaubt.

Richtig, damals waren auch andere Zeiten, die ganze Gesellschaft war anders, die Werte haben sich gewandelt, man ist heute weiter fortgeschritten in der medizinischen Forschung…
Wir sind hier ja eigentlich im Deutschbrett :smile:, aber wenn es Dich wirklich interessiert, würde ich Dich bitten, Dir seriöse Quellen über AD(H)S und mögliche Hilfen durchzulesen oder anzuhören.
Auch hier im Archiv gibt es einige interessante Artikelstränge zum Thema, mit teilweise sehr fachlichen, teils aber auch sehr abstrusen Ansichten. Oder guck auch in wiki, warum nicht?
Informiere Dich bei Betroffenen, interessiere Dich für die Medikation mit Ritalin.
Vermutlich wird sich Deine Meinung dann ändern.

Damit werden Kinder zú manupulierbaren und traktierbaren
Objekten.

Nein Fritz, da muß ich widersprechen.
Wenn die Verabreichung wirklich passend und angezeigt ist (es gibt auch Kinder, die nicht auf Ritalin reagieren) bewirkt die Einnahme von Ritalin, dass das Kind sich selber besser regulieren kann, es wird weder ruhiggestellt, noch vom Wesen her ein anderer Mensch.

Es ist vielmehr so, dass ein Kind mit Hilfe von Ritalin/ Medikinet o.ä. plötzlich am Schulunterricht teilnehmen kann, sich auf seine Aufgaben konzentrieren kann, zuzuhören in der Lage ist, ein Buch genießen kann…
Es kann an Feiern mit vielen Menschen teilnehmen und feiert mit, ohne ständige Aufmerksamkeit einzufordern oder permanent zu stören. Auf ein Spiel oder eine Beschäftigung kann es sich eine längere Zeit mit Spaß und Freude konzentrieren…

Vor allem aber kann es endlich auch mal entspannen, ohne ständig wachsam zu sein. Es kann seine Stärken entdecken und dies auch zeigen, was davor von vielerlei anderem überdeckt wurde.
Zuvor waren es 10000 Einflüsse, die auf das Kind einstürzten und es war aufgrund der fehlenden Steuerungsmöglichkeiten nicht in der Lage, wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden…So entstand Unruhe, mangelnde Konzentration, evtl. Zappeligkeit…

Findest Du den von Dir gewählten Begriff „traktierbar“ in dem Zusammenhang wirklich passend?

Nix neues: Wenn jemand eine Brille verordnet bekommt, hinterfragt keiner den Sinn, sie dient dem besseren Sehen.
Warum ist das so anders, wenn einem Kind ein Medikament zur besseren Steuerung und Nutzung seines Gehirns verordnet wird?
Da wollen alle wissen, „das Kind wird ruhig gestellt und manipuliert“. Dann ist eine Brille auch Manipulation. Ein Schmerzmittel oder jedes andere Medikament, dass es einem Kranken ermöglicht, ein lebenswerteres Leben zu führen, ebenfalls…

Nur meine Meinung und Erfahrung (nicht nur als Brillenträger)
und herzliche, müde Grüße, Finjen

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Hi Fritz,

abgesehen von dem, was Finjen schreibt, noch eine Anmerkung, wenn du dich schon über ein anerkanntes Krankheitsbild auslassen willst:
Kinder mit ADS sind nicht die von dir beschriebenen. Die sind nämlich ruhig, verträumt, vergesslich, unkonzentriert.
Du meintest: ADHS.
Und bei denen liegst du auch falsch.

Gruß
Elke

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Hallo, Finjen,

da die hiesige Modöse sehr flink ist beim Abschließen von Fäden - vor allem, wenn ich daran beteiligt bin. Vermutlich möchte sie mich für das Forum erhalten und schützt mich deshalb vor unbedachtsamen Auslassungen in off-topic-Diskussionen. - so will ich hier meine Auslassungen zur Verwendung von Ritalin versuchsweise erläutern.

Meine Skepsis gegenüber diesem Mittel rührt von dem Anhören einer Sendung innerhalb der Reihe „Wissen“ beim SWR2.

Da haben sich Kinderärzte, -psychologen und Pädagogen gegen den zu raschen und übertrieben häufigen Einsatz diese Medikamentes gewandt. Sie meinten, dass in etwa der Hälfte der Fälles mit weitaus einfacheren Mitteln gegen sogenanntes „auffälliges“ Verhalten vorgegangen werden könnte, wenn man sich nur mehr Zeit nähme, mehr Geduld zeigte undgelassener reagierte.

Ansonsten werde ich gern in einer ruhigen Stunde im Netz nach Informationen dazu sehen.

Der Name des Medikamentes ist übrigens vom Vornamen der Frau des Entdeckers, die Rita hieß, abgeleitet.

Gruß Fritz