Zeitverschiebung im Spiegel?

Mich plagt eine seltsame Frage.
Wie lange dauerd es bis man vom Spiegel reflektiert wird und das Bild sehen kann? Müsste man nicht theoretisch damit die Vergangenheit und nicht die Gegenwart sehen? So wie bei dem Sternlicht das eigentlich schon längst gewesen ist?
Versteht ihr was ich meine?

Hallo,

teile die Entfernung vom Spiegel mal zwei durch die Lichtgeschwindigkeit.
In der Tat sieht man nicht nur sein Spiegelbild, sondern alles in der Vergangenheit, und zwar um so weiter, je weiter weg es ist.

Gruß
Moriarty

Hallo

teile die Entfernung vom Spiegel mal zwei durch die
Lichtgeschwindigkeit.

Das versteh ich noch halbwegs.

In der Tat sieht man nicht nur sein Spiegelbild, sondern alles
in der Vergangenheit,

Das hier versteh ich nurmehr bedingt. Du meinst nicht nur sich selbst sondern auch die Gegenstände um sich herum…? Weiß nicht ganz worauf sich das bezieht.

und zwar um so weiter, je weiter weg es ist.

Kann ich wieder verstehen. Müsste man dann nicht rein theoretisch sofern man so weit sehen könnte und solch eine Entfernung erreichen könnte, ab einer gewissen Entfernung die Zeitverzögerung wahrnehmen können?

mfg
fiddle

ich denke es ist anders
Hi,

In der Tat sieht man nicht nur sein Spiegelbild, sondern alles
in der Vergangenheit, und zwar um so weiter, je weiter weg es
ist.

das mag zwar physikalisch richtig sein (dem Brett entsprechend also OK), aber physiologisch meines Wissens nach nicht. Ich habe jetzt (~3h!) keine Lust mehr eine Quelle zu ergooglen :wink: aber wenn ich es noch richtig zusammen bekommen interpretiert das menschl. Gehirn die Sinneseindrücke als Vergangenheit, lebt aber davor (also in der realen Zukunft!).

VG,
J~

PS

teile die Entfernung vom Spiegel mal zwei durch die
Lichtgeschwindigkeit.

allerdings fehlt dann noch die IMHO wesentlich längere Zeit der Nervenreizweiterleitung vom Auge zum Gehirn!

hallo

licht ist nicht unendlich schnell sondern „reist“ mit einer geschwindigkeit von grob 300 000 km/s. der mond ist etwas weiter als 300 000 km entfernt. wenn du also am mond einen spiegel aufstellst (bei den mondmissionen wurden reflektoren zurückgelassen, die man auch verwenden kann) und du dann einen lichtstrahl zum mond schickst, so kommt der erst ca. 2 sekunden später wieder bei dir an (dass du dabei höllisch auf den genauen winkel etc. aufpassen musst, spare ich mir mal).

man kann also sagen, du siehst einen lichtstrahl, wie er vor 2 sekunden ausgesehen hat. angenommen, du hättest einen sehr starken projektor und fütterst ihn mit den aktuellen daten einer digitalkamera, projizierst diese daten auf den mond und schaust dir dann die reflexionen an, dann siehst du die bilder, die du vor 2 sekunden abgeschickt hast.

ist das jetzt ein blick in die vergangenheit? kommt auf die definition an.

spinnen wir das ganze weiter: man kann mit besonders leistungsstarken teleskopen galaxien beobachten, die über 14 mrd lichtjahre entfernt sind. d.h. das licht, dass diese galaxien ausgesendet haben wurde vor 14 mrd jahren abgeschickt. wir sehen die galaxie also so, wie sie vor extrem langer zeit ausgesehen hat, aber nicht, wie sie „jetzt gerade“ aussieht.

wahre physiker schreien jetzt sofort auf - spätestens seit einstein weiss man, dass zeit relativ ist und es keine „gleichzeitigkeit“ gibt. ist aber für den hausgebrauch irrelevant.

insofern stimmt es schon: je weiter ein objekt entfernt ist, desto „älter“ sind die bilder, die uns von diesem objekt erreichen. da aber nichts schneller reisen kann als licht, ergeben sich dadurch auch keine wirklichen probleme: egal, was das objekt anstellt, es kann nicht so mit uns interagieren, dass wir zuerst die auswirkung bemerken und erst dann die ursache sehen.

das ist auch der grund, warum man meist nicht davon reden, dass man da „in die vergangenheit schaut“. egal, was da draussen passiert, es erreicht und frühestens gemeinsam mit dem licht aber nicht früher. alles, was ev. bereits jetzt erfolgt ist, hat erst später eine mögliche auswirkung auf uns. man kann das, was man sieht, daher auch als „gegenwart“ betrachten. ist aber ein eher philosophischen und weniger ein physikalisches problem. so ähnlich wie „welches geräusch macht ein baum, der im wald umfällt, wenn keiner da ist, der es höhren kann?“

lg
erwin

wen du die welt so anschaus, dann wirst du merken, dass immer nur die vergangenheit wahrnimst, den alle impulse(beim schall noch begreifbarer als bei licht, da man das eherkennt(einer hämmert 100 meter weiter weg,den schlag sieht man bevor man ihn hört) brauchen zeit, bis sie zu dir gelangt sind. dazu kommt, dass die nerven auch noch ihre zeit brauchen um die informationen zum gehirn transportieren(habe mal gehört diese informationen in unseren nervern wären etwa 40km/h „schnell“) wo sie dann noch verarbeitet werden müssten.

wahre physiker schreien jetzt sofort auf

Nein, jetzt noch nicht. Das Geschrei geht erst hier los:

  • spätestens seit
    einstein weiss man, dass zeit relativ ist und es keine
    „gleichzeitigkeit“ gibt.

Auch in der RT gibt es Gleichzeitigkeit. Sie ist nur bezugssystemabhängig.

egal, was da
draussen passiert, es erreicht und frühestens gemeinsam mit
dem licht aber nicht früher.

Das ist so nicht ganz richtig. Gravitationswellen wären früher hier, weil sie im Gegensatz zum Licht durch nichts gebremst werden. Das ist einer der Gründe für das Interesse der Anstronomen an Gravitationswellenteleskopen. Damit könnte man beispielsweise eine Supernova entdecken, bevor deren Licht bei uns ankommt und hätte genug Zeit, um optische Teleskope auf das Ziel zu richten.