Hallo!
auch hier wieder die frage: wenn es ein gel ist dann kann die
membran
doch nicht so wichtig sein, d.h. die zelle müsste in der lage
sein
auch ohne teile der membran zu überleben.
Nein. Erstmal heißt Gel ja nicht, daß es nicht flüssig ist. Wichtiger aber ist, daß eine Zellmembran ein Ionengradient aufrechterhalten, der letzlich das Ruhepotential darstellt und für die Funktion jeder Zelle (nicht nur von Neuronen) lebenswichtig ist (zB weil nur so sekundär aktive Transproter funktionieren können). Die Ionen sind auch in einem Gel sehr mobil!
einer schätzung nach sind zu jedem beliebigen zeitpunkt 20%
unserer
muskelzellen beschädigt (durch mechanische) einwirkung-und
trotzdem
kommen wir gut zurecht.
Was heißt beschädigt ? Große Membranschäden oder (was ich eher glaube) Brüche/Risse der Actin/Myosin-Filamente? - da kommen die Muskelfasern (was übrigends keine Zellen mehr sind, sondern Syncycien) locker mit klar.
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ich weiß nicht so genau, was du meinst, aber guckst du hier:
http://skirball.med.nyu.edu/~stokes/ms/Rice-2001-BJ-…
ich hab den artikel schnell mal überflogen. was mich genauer
interessiert ist: ist es für die zelle nicht eine unglaubliche
energieverschwendung ständig pumpen zu müssen?
Ja und nein. Also ja: es ist „eine unglaubliche energieverschwendung ständig pumpen zu müssen“ und nein: Es wird nicht so viel gepumpt.
Wenn eine Zelle nicht gereitzt wird, muß sie nur die geringen Leckströme ausgleichen. Das braucht gar nicht so viel Energie.
hat man diese „pumpe“ (und viele andere) wirklich eindeutig
nachweisen können oder hat man nur effekte beobachtet die man
sich mit dem theoretischen modell einer pumpe erklärt?
Die Nachweise sind schon eindeutig. Man kann sie durch ganz spezifische Gifte blockieren und sehen was passiert. Man kennt (s. Artikel) die genaue Struktur, man hat die Moleküle sogar schon in Aktion beobachtet. Es gibt für manche Pumpen schon direkte Messungen für die Pump-Kräfte (oder Drehmomente, zB bei der F0F1-ATPase). Durch Patch-Clamp-Techniken kann man die Ströme, verursacht durch EINZELNE Ionen, durch EINZELNE Kanäle messen. Man kann messen, wieviele Ionen gemeinsam und wie schnell sie den Kanal passieren und vieviel APT sie dabei verbrauchen usw. Man hat Kanäle gentechnisch verändert und stellt fest, daß die sich verhalten wie erwartet (also daß unser Modell über ihre Funktionsweise soweit stimmt). Beispiel: Wenn man eine geladene Aminosäure im Kanaldurchgang entfernt, verliert der Kanal seine Selektivität für Kationen und läßt dann auch Anionen durch usw.
Woher kommen deine Zweifel? Transportvorgänge an Membranen sind ein sehr, sehr fundamentaler biologischer Vorgang. Wir müssen diese Vorgänge verstehen, um überhaupt die Physiologie verstehen zu können -von der Zell- über die Elektro- und Neurophysologie bis zu Verdauungs- und Sekretionsvorgängen. Mithin beschäftigen sich die Biologen und Mediziner damit schon seit Anbeginn der Zellbiologie und man versucht den Vorgängen an den Membranen nachzugehen mit Mitteln der Physik, Mikroskopie, Elektrophysiologie, Biochemie, Molekularbiologie, und Genetik. Wer auch immer hier etwas handfestes findet, was den jetzigen Modellen in irgendeiner Form widerspricht, ist schon ein Nobelpreisanwärter.
Gruß
Jochen