Ich arbeite im Auftrag von staatlichen und privaten Organisationen an verschiedenen Projekten um Kindern und Jugendlichen eine persönliche Perspektive zu geben. ( Hilfe zur Selbsthilfe).
Zur Zeit bin ich in der Karibik eingesetzt, in der Dominikanischen Republik.
Für ein interessantes Projekt brauche ich den Rat und die Hilfe von Zement-Fachleuten, deswegen diese mail:
Frage ( als absoluter Laie für mich etwas schwer zu formulieren ) :
Gibt es Stoffe / Materialen, auf denen ein angerührter und getrockneter Zement NICHT haftet?
Hintergrund-Erklärung:
Sie kennen alle die Plastik-Figuren, mit denen Kindern im Sand spielen. Wasser und Sand wird zu “Baggermatsch“ angerührt. Dann in eine Plastik-Form (Fische/Seesterne/ Kuchen etc…) geschmiert und umgekippt / umgestülpt.
Mit der entstandenen Figur – der plastischen Skulptur – wir dann gespielt.
Dieser Vorgang soll jetzt in unserem Projekt so durchgeführt werden, daß das Ergebnis eine feste Relief-Skulptur wird.
Also Sand mit Zement anrichten, in eine Form gießen und wenn der Zement erstarrt ist, soll diese Zementskulptur so einfach wie möglich aus der Vorlage wieder herausgelöst werden.
Im Prinzip suche ich also eine Art “ Kuchenpapier “ wie man es beim Backen benutzt um den fertigen Kuchen aus dem Topf herauszustülpen.
Ich habe keine Ahnung, ob so etwas bei Zement möglich ist – vielleicht mit Aluminiumfolie oder mit irgendeinem anderen Trennungsmittel…
Ich hoffe, ich habe mich laienhaft verständlich ausgedrückt und warte jetzt gespannt auf die Antwort eines Zement Experten…
Zusatzfrage: kann ich mit irgendeinem Mittel den Zement beim Anrühren bereits einfärben, um nach dem Erstarren und Auskippen aus der Form einen farbige Zement-Abguß zu erhalten?
Im Namen von meinen betreuten Kindern und Jugendlichen und vom mir selber ein herzliches Dankeschön für Ihre Antwort.
Sie müssen die Plastikformen lediglich leicht mit Öl einreiben und schon löst sich der Mörtel nach dem Abbinden leicht aus der Form. Sie sollten aber 24 Stunden warten bevor Sie ausschlagen.
Es gibt Zusatzstoffe für die Farbegebung, die sind allerdings sehr teuer. Ich empfehle Ihnen eine helle Zementsorte (falls Sie eine Auswahl zur Verfügung haben). Meiner Meinung nach eignet sich hierfür Dyckerhoff Weiß oder die Zementsorte CEM III A 35,5 N. Die Zementsorten sind sehr hell und können im nachhinein sehr gut mit Farbe angemalt werden (macht doch auch mehr Spaß oder ?)
Falls Sie noch weitere Fragen haben, stehe ich Ihnen auf jedem Fall jederzeit zur Verfügung. Bitte informieren Sie mich auf jedem Fall über das Endergebnis.Meine E-Mail Adress lautet [email protected]
Viele Grüße aus Beckum
M.Franzke
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
es gibt eine Reihe von Stoffen, auf denen Zement nicht haftet. Holz, Stahl, Kautschuk, Latex, etc… allerdings nehme ich an, dass Sie ja ein flexibles Material benötigen, welches die Verformungen des frischen Betons mitmacht. Eine normale Plastiktüte (Polypropylen oder Polyurethan) sollte funktionieren, es schadet aber sicher nicht, diese zuvor mit ein wenig Pflanzenöl einzureiben. Pflanzenöl als Trennmittel reicht vollkommen aus und ist an vielen Stellen besser geeignet als Hochleistungsöle oder -wachse. Das Problem ist aber, dass die Folie sich möglicherweise in entstehende Falten setzen könnte und später an diesen Stellen nur noch mit sanfter Gewalt (Zerreißen der Folie um die Falte herum) und ggf. einem Feuerzeug (zum Abbrennen der verbliebenen Folienreste) entfernt werden kann.
Aluminiumfolie würde ich auf gar keinen Fall nehmen, da die Oberflächen mit hoher Wahrscheinlichkeit schäumen würden und Quellen hervorrufen würde, so dass das Material noch schwerer zu entformen wäre.
Ich muss allerdings gestehen, dass ich den Prozess noch nicht ganz verstanden habe (wird der Mörtel in eine starre Form gebracht und Sie suchen nur ein Trennmittel oder wird der Mörtel „getropft“ und es wird eine flexible Schalung gesucht?). Möglicherweise kontaktieren Sie mich auch einfach noch mal unter meiner beruflichen Adresse. Ggf. können wir auch Synergieeffekte erzielen, da wir gerade ein Projekt anlaufen haben, bei dem es um die Forschungsvernetzung der ACP (African, Caribbean, Pacific) countries im Zusammenhang mit Zement- und Betonforschung geht. Sie finden meine Kontaktdaten unter dem folgenden Link: http://www.bam.de/de/kompetenzen/fachabteilungen/abt…
Schöne Grüße aus Berlin,
Wolfram Schmidt
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Beton (also ein Gemisch aus Sand, Kies, Zement und Wasser) wird ja oft in Schalungen gegossen, um bestimmte Formteile herzustellen. Um diese Schalungen dann wieder von der erhärteten Betonoberfläche ablösen zu können, wird ein sogenanntes Schalöl oder Trennmittel verwendet. Damit ist das Wichtigste gesagt. Öl ist das Mittel der Wahl. Ich hab in den letzten Jahren keine eigenen Tests durchgeführt, deshalb kann ich nicht sagen, welche Art von Öl am besten geeignet ist. Ich würde raten, einfach ein bisschen mit Speiseöl zu experimentieren und dazu ein paar kleine Vorversuche mit einem nur teilweise gefüllten Förmchen durchzuführen. Speiseöl hat den erheblichen Vorteil, dass sich kein Kind daran vergiften kann. Auch Paraffinöl (das gibt es dünn- oder dickflüssiger in Apotheken und Drogerien), oder auch Wachs (z.B. Bohnerwachs, das allerdings nicht essbar ist) sollte gut geeignet sein. Wichtig ist, dass die ganze Innenfläche des Förmchens eingeölt ist. Eine Alternative wäre eine ganz dünne Plastikfolie für Lebensmittel, wie man sie Haushaltswarengeschäften bekommt. Derartige Folien werden von Zement nicht angegriffen. Sie sollte aber auch auf „Zementseite“ eingeölt werden, dass man sie vom erhärteten Mörtel wieder ablösen kann. Aluminiumfolie ist grundsätzlich ungeeignet, weil sie von Zement aufgelöst werden kann.
Ich hoffe, das hilft Ihnen schon bei Ihrer schönen Aufgabe.
Noch ein wichtiger Hinweis: Zement ist eine sehr starke Lauge, wenn er mit Wasser angemacht wird und schädigt die Haut. Vor allem sind deshalb auch die Augen gefährdet! Zusätzlich enthält er oft kleine Mengen wasserlösliches Chromat, das bei empfindlichen Personen Hautekzeme auslösen kann. Deshalb sollten die Kinder auf jeden Fall dünne Einmalhandschuhe anziehen, wenn sie das Zement/Sand Gemisch selbst in die Förmchen einbringen wollen und ganz vorsichtig sein mit den Augen!!!
Wenn noch Fragen sind, bitte einfach wieder melden!
Liebe Grüße in die Karibik
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]