Hallo cuwood,
ich musste das neulich schon einmal anmerken, dass ich erheblich mehr auf das Innere (also auf Zusammensetzung und Herstellung) der Zemente spezialisiert bin als auf ihre Anwendung in Mörteln und Betonen. Trotzdem kann ich Dir zumindest einige Hinweise geben, die vielleicht hilfreich sein können.
Grundsätzlich ist zu sagen, dass es zwar möglich ist, alleine aus Zement und Wasser einen Formkörper herzustellen (so habe ich Deinen Plan verstanden), es ist aber sehr problematisch, was die Dauerhaftigkeit des erhärteten Materials betrifft. Ein solcher Zementstein neigt stark zur Rissbildung.
Aus diesem Grund nutzt man Zement meist nur zur Herstellung von Mörtel oder Beton; d.h. man verwendet ihn in einer Mischung mit Sand und/oder Kies und Wasser. In solchen Mischungen sind dann 3 bis 5 Mal mehr Gewichtsteile Sand und Kies enthalten als Zement und ungefähr das halbe Zementgewicht an Wasser. Dadurch wird die erwähnte Problematik der Rissbildung erheblich gemindert.
Für Deine geplante Platte habe ich einmal eine einfache Grundberechnung durchgeführt, die ich näher erklären würde, falls es Dich interessiert. Hier nur einmal das Ergebnis:
Aus Deinen Angaben habe ich als Volumen der Platte errechnet:
8x110x85cm = 74.800 Liter
Wenn ich der Einfachheit halber annehme, Du willst einen Mörtel herstellen (also eine Mischung aus Sand, Zement und Wasser) könnte eine vernünftige Mörtelmischung, die gerade das richtige Volumen für Deine Platte ergibt, aus den folgenden Mindestmengen hergestellt werden:
34 kg Zement, z
17 kg (= Liter) Wasser, w (w/z = 0.50)
123 kg Sand (3,6-fache Zementmenge)
Natürlich solltest Du etwas mehr anmachen, also z.B. jeweils die 1,2-fachen Mengen.
Was die Form angeht, solltest Du dafür sorgen, dass sich der Mörtel nach dem Erhärten wieder von der Platte ablösen lässt. Das kann man mit einem Trennmittel, also z.B. durch leichtes Einölen der Platte erreichen.
Zum Anmachen braucht man einen ausreichend großen, flachen Behälter, in den zuerst das Wasser kommt, dann der Zement, der mit dem Wasser zu einem Leim angemacht wird und danach wird die abgewogene Sandmenge, die ebenfalls gut eingemischt wird.
Der Sand sollte nicht zu fein sein, d.h. er sollte mindestens 2mm Grösstkorn haben, damit der Mörtel bei der vorgeschlagenen Wassermenge nicht zu steif wird. Je feiner der Sand, um so höher ist sein Wasseranspruch.
Die Wassermenge sollte nicht wesentlich erhöht werden. Meine Angabe entspricht einem Wasser/Zement - Wert von 0.50. Das ist normalerweise genug. Falls es doch nötig sein sollte, dann nur in kleinen Schritten von z.B. einem halben Liter und nur soviel wie unbedingt nötig.
Ich hoffe, das ist eine Anfangsinformation für Dich. Ich glaube, Du kannst bei wer-weiss-was noch zusätzliche Infos zum Thema finden.
Für weitere Fragen stehe ich natürlich zur Verfügung.
Grüße
gareth