Hallo,
anscheinend geht es doch genau dadrum. Kein Mensch regt sich, scheints, darüber auf, wenn Publikationen wie Radikal nicht erscheinen dürfen. Vieleicht, weil´s der politische Gegner ist?
Bei diesem einen Buch wird aber immer wieder geschrieen: Zensur! Ich darf´s nicht lesen!
Nein, Raoul, es hat nichts mit Bücherverbrennung und entarteter Kunst zu tun, wenn manche Publikationen verboten werden. Verbrannt und verboten wurden „damals“ Bücher von Autoren, die versehentlich die falsche Religion hatten. Oder nicht in der Partei waren. „Heute“ sind die Bücher der Bücherverbrenner verboten, der Gewaltaufrufer, der Antisemiten, der Terroristen, der Holocaust-Leugner - kurz der Missachter des Grundgesetzes und der geltenden Rechtsvorschriften.
Falls Du objektiv einen Unterschied zwischen Erich Maria Remarque, Thomas Mann, Erich Kästner, Alfred Döblin, Egon Kisch zu Hitler oder Rosenberg erkennen kannst, kannst Du mich vieleicht verstehen.
Ich oute mich jetzt als „Befürworter der Zensur“. Die freie Meinungsäusserung findet ihre Grenzen in Gesetz. Schmutz wie Kinderpornographie, Gewaltverherrlichung, Kriegshetze, Anleitungen zum Töten und eben auch rechtsextremistische Propaganda sind Verbrechen, keine Meinungen.
Zensur ist übrigens, wenn der Staat in Texten, Bilder o.ä., die eigentlich der Rechtsnorm genügen, herumstreicht oder deren Veröffentlichung verhindert. Was bei uns passiert, ist die Ahndung von Rechtsbrüchen. Und das macht jedes Land der Welt.
Und noch was zum Thema Geschichtsforschung: Für den interessierten Laien sind die kommentierten, erlaubten Fassungen durchaus ausreichend. Da steht alles Notwendige drin.
Gruss
Peter