zensurenmäßiger Druck!

Hallo alle zusammen!
Eine Klassenkameradin von mir hat mir neulich erzählt, dass sie zu Hause extremen Druck hat!
Ihre Mutter (Eltern sind geschieden) nimmt ihr es schon übel, wenn sie eine 2 bekommt.
Eine 3 durfte sie bis zur 10. Klasse auf dem Zeugnis nicht bekommen, weil es sonst extremen Stress gegeben hätte! SIe ist kurz vor dem Zusammenbruch.
In der Klasse ist es für sie auch extrem stressig, weil sie als totale Streberin hingestellt wird. Von den meisten wird dies zwar bloß scherzhaft gesagt, aber sie nimmt es ernst, weil eben dieser häusliche Druck auf ihr sitzt.

Ihren Vater sieht sie vielleicht 2mal im Jahr, wenn überhaupt. Und selbst dann kümmert er sich einen Dreck um sie!
Nun meine Frage an euch: Wie kann ich ihr helfen? Ich bin selber bloß 16 Jahre alt, habe also so gut wie keine Lebenserfahrung, um ihr zu helfen.
Mit unserer Klassenleiterin will sie nicht reden.
Bitte helft mir, damit ich ihr helfen kann!!!
mfg
frolic

Mit unserer Klassenleiterin will sie nicht reden.

Hallo, Frolic,
aber genau das sollte sie tun. Die Lehrerin wird die einzige sein, die dieser überehrgeizigen Mutter ins Gewissen reden kann, die gerade dabei ist, ihrer Tochter das Leben gründlich zu versauen.
Sprich mit Deiner Freundin, rede ihr gut zu, sich der Lehrerin anzuvertrauen. Oder wenn das nicht möglich ist, mit einer anderen erwachsenen Person, die in der Lage ist, Einfluß auf ihre Mutter zu nehmen.
Wenn alle Stränge reißen und der Druck nicht anders zu verringern ist, wäre es die letzte Station, sich ans Jugendamt zu wenden.
Grüße
Eckard.

hi,
eine 3 ist befriedigend, eine 2 ist gut. wenn die eltern also noch hoehere erwarungen haben, dann ticken die nicht richtig! druck auf schulische leistungen fuehrt meistens zu schlechteren ergebnissen, als erhofft. mein "rat " lautet somit: lass deine kumpeline machen, was sie will. wenn es den eltern nicht passt, sind sie weltfremd … ein gutes zeugnis ist sowieso keine garantie fuer einen guten ausbildungsplatz!
viel glueck
khs
( vater von 3-4 kindern… davon 2 die ein sog. schlechtes abi gebaut haben… )

Hallo frolic,

meine Eltern waren auch so :frowning:. Vermutlich aus einer Mischung aus Unsicherheit, besten Wünschen für das Kind (da gute Noten einen guten Beruf ermöglichen sollen), Prestigedenken, was weiß ich.

Inzwischen bin ich selbst Mitte 30 und messe den Noten meiner Kinder so wenig Bedeutung wie möglich und so viel wie nötig bei.

Ich würde Deiner Klassenkameradin dringend raten, sich an den Kinderschutzbund, Pro Familia oder die Telefonseelsorge (gibt es auch für Kinder/Jugendliche) zu wenden (Gelbe Seiten/Branchenfernsprechbuch, entweder gleich ganz vorne oder unter „Beratungsstellen“). Selbst wenn die Mitarbeiter dort vielleicht nicht direkt zuständig sind, werden sie Euch weiterleiten, bis ein kompetener Ansprechpartner gefunden ist.

Es ist meiner Meinung nach wichtig, dass eine außenstehende Person mit den Eltern spricht. Ich verstehe, dass das nicht unbedingt die Lehrerin sein soll, aber dann jemand anders, siehe oben.

Dranbleiben !!!

Alles Gute,

Sylvia

Danke für eure Hilfe!
Ich werde noch einmal mit ihr reden. Vielleicht lässt sie sich doch dazu überreden mit einer erwachsenen Person darüber zu reden oder sich bei einer o.g. Familienorganisation zu wenden.
mfg
frolic

Hi Frolic,

daß das Verhalten der Mutter Sch**** ist wurde ja schon gesagt.
Du sagst, Deine Kameradin will sich nicht an die Klassenleiterin wenden, offensichtlich seid ihr aber in der Oberstufe, oder ? Gibt´s bei Euch einen Vertrauenslehrer, einen Tutor oder dergleichen ?
Die könnten auch helfen, gerade weil sie auch Laufbahnberatung machen und von überzogenen Erwartungen ein trauriges Lied singen können.

Gruß
Bernd

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Hi, Frolic! Was die Mutter Deiner Freundin macht ist unverantwortlich. Zensuren sagen nicht unbedingt etwas über tatsächliches Wissen aus, und schon gar nicht, ob jemand wirklich gelernt hat. Dass Deine Freundin unter diesen Bedingungen noch solche Supernoten mitbringt,ist einfach bewundernswert. Hat Deine Freundin eigentlich Spaß am Leben? Geht sie auf Parties? Wenn nicht, solltest Du sie dringend mitschleppen. Und wie die anderen schon gesagt haben, ein Gespräch mit einem Vertrauenslehrer muss unbedingt stattfinden. Deine Freundin hat mein Mitgefühl, weil permanent in solcher Prüfungssituation zu leben muss die Hölle sein. Angelika (trotz einer 5 in Mathe ist was Gescheites aus mir geworden!)

Hallo frolic!

Ich hatte selber eine sehr beherrschende Mutter. Meine Noten wurden von selber gut, also war das nicht so das Problem, aber trotzdem fiel’s mir nicht immer leicht, sie zufriedenzustellen.
Ich weiß nicht, wie das bei deiner Freundin ist, aber wenn ich mit diesem Problem zu Außenstehenden gegangen bin, ist’s dadurch nicht unbedingt besser geworden. Danach hieß es immer „Aber warum hast du nicht mit mir geredet, wir hätten das sicher klären können…“ und nach einem klärenden Gespräch, in dem ich niederargumentiert wurde, ging’s weiter wie vorher.
Zum Glück waren meine jüngeren Geschwister dann weniger gut in der Schule und vor allem weniger brav und folgsam, so dass auch ich mir dann ab und zu was erlauben durfte…

Ich will deiner Freundin nicht abraten, mit anderen (Erwachsenen) zu reden, aber doch zu bedenken geben, dass sowas unter Umständen zu noch mehr Zoff zu Hause führen kann. Wenn man eine Mutter verändern will, braucht man starke Nerven. Deine Freundin wird sich vermutlich nicht drauf einlassen wollen, mal weniger zu lernen und dann auch noch zu Hause Probleme zu kriegen. Bloß, ohne Konfrontation wird’s kaum gehen. Denn egal ob sie’s jetzt selber anpackt oder über die Klassenlehrerin oder sonst wen, im Endeffekt wird’s sicher zu einer Konfliktsituation mit ihrer Mutter kommen, auf die sie möglichst gut vorbereitet sein sollte…
Was mir immer wieder geholfen hat, waren Freunde (Jugendliche und auch Erwachsene) und ein Seelsorgezentrum, wo ich mir meine Probleme von der Seele reden konnte. Und so eine Freundin kannst Du auf jeden Fall sein, auch wenn sie sich vielleicht sonst (aus Angst vor ihrer Mutter oder so) nur wenig helfen lassen will…

LiGrü
Igel

Hi frolic,
ich bin selbst 20 und im Moment Azubine. Bei mir gab’s eigentlich nie Probleme in der Schule , ich war nur immer (für Mami) zu lange raus (Parties, Disco …). Dann gab’s Stress. Bei mir konnten immer noch die Omi und eine Tante vermitteln. Ich weiß nicht, wie es bei deiner Klassenkameradin ist, zumindest bei uns (wir wohnen in einem kleinen Dorf, da gibt’s noch die „Großfamilien“) haben sie Einfluß auf meine Mami nehmen können.
Vielleicht hat sie nach noch Verwandtschaft (Bruder oder Schwester der Mutter, Patentante oder Patenonkel oder Großeltern?), dem sie sich mit ihrem Problem mal anvertrauen kann und auch mit der Mutter mal spricht, der kann auch ihre Mutter von dem „Kurs abbringen“ - jedenfalls Personen, auf die die Mutter deiner Kameradin hört.
Viel Glück
Natalia