Zentrale Lüftung im Hochhaus - Gestank aus dem Abflussc

Hallo,

wir haben uns eine Wohnung im obersten Stock eine 13-stöckigen Hochhauses gekauft. Von Zeit zu Zeit haben wir einen starken Geruch in der Wohnung der aus dem Abfluss der Dusche kommt. Nun haben wir festgestellt, dass die dies mit der zentralen Entlüftung zusammenhängt. Dieser Abzug ist so stark dass im Betrieb Luft aus dem Abfluss gezogen wird, was im Abflussschacht durch Wasserwirbel zu sehen ist. Hat jemand eine Idee wie man dieses Problem lösen kann?

Grüße Hans

Servus,

wenn der durch die Entlüftung erzeugte Unterdruck so stark ist, dass Luft durch im Siphon stehendes Wasser aus dem Abfluss gezogen wird, genügt jede Schaffung einer Eintrittsmöglichkeit für Luft von irgendwo sonst - sei es Zustrom von Luft durch Lüftungsgitter an der Tür aus der übrigen Wohnung, sei es der klassische (verschließbare) Lüftungsschlitz im Fensterrahmen -, um diesen Unterdruck „vorrangig“ auszugleichen, so dass er nicht mehr ausreicht, um Luft aus dem Abflussschacht anzusaugen.

Schöne Grüße

MM

Lüftungsbauer lernen am ersten Tag: „Keine Abluft ohne Zuluft.“

Am 1000. Tag der Ausbildung mag das schon einmal vergessen sein.

Oder jemand hat die Badezimmertür ersetzt gegen eine dichtschließende?

Hast Du den abfluß der Dusche mal neu mit Wasser befüllt?

Ich gehe davon aus das der einfach nur etwas ausgetrocknet ist und daher Wasser nachfüllen schon reichen sollte.

Dann hoffentlich gegen eine, die nach innen öffnet. :rofl:

Hallo,
gluckert es denn gelegentlich im Siphon der Dusche, oder ist da gar kein Wasser mehr drin?

Danke für die Antworten. Ein Lüftungsschlitz an der Tür ist vorhanden. Leider kann man kein Video hochladen, deshalb ein Bild. Das “Sprudeln” ist darauf aber zu erkennen

Normalerweise sind Abflussrohre entlüftet, also offen.
Da sollte ein Sanitärfachmann mal nachsehen.

Vielleicht hat da ein Federtier sein Nest drin gebaut.

hi,

Ich würde den Geruchsverschluss bissl schief anguggn.
Das ist so ne typische eBay-Rinne.

Schau dir mal den kleinen Kasten genauer an.

Davon scheint es mehrere Varianten zu geben. Das ist ganz allgemein so nen Billigding, bei dem verschiedene „Hersteller“ dann ihr eigenes Innenleben beisteuern.

Es gibt ne Variante mit 2 Bällen, die als Geruchsverschluss dienen.
Oder auch als wassergefüllter Siphon, der aber wohl eine minimale Sperrwasserhöhe hat.

Ich halte beides für recht merkwürdig.

Die Einsätze sind aber derart billig, dass man sich einfach durchtesten könnte.
Ich verlinke mal irgend einen von Amazon, wegen den Vorschlägen für baugleiche Produkte. Das hat jedoch nix mit einem Vorschlag für eine Lösung zutun.
Bitte vor einem Test den Durchmesser prüfen, nicht dass es doch nicht 100% baugleiche Grundkörper sind.

Die Hinweise zur Zwangsbelüftung verlieren dadurch nicht an Bedeutung. Der Siphon könnte das dadurch entstehende Problem lediglich weiter verstärken.

grüße
lipi

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Servus,

wenn kein Unterdruck in Bad/Dusche bestehen kann (weil der Lüftungsschlitz in der Tür gut durchlässig ist - schon danach geschaut?), muss ein Überdruck in dem Abflussschacht bestehen, d.h. dieser (der selbst ebenfalls drucklos nach oben entlüftet sein muss) ist nach oben hin verstopft.

„13. Stock“ klingt ein bisselchen danach, als gäbe es da vielleicht einen Hausmeister, der nicht nur Zugang zum Dach hat, sondern auch ein Minimum an technischem Sachverstand, der zumindest über das Herumlärmen mit Laubbläser, Staubaufwirbler, Kehrmaschine, Klopfmaschine, Schnarrmaschine, Knattermaschine etc. hinausgeht. Der könnte sich vielleicht mal anschauen, wie die Entlüftung des Abflusschachts vom (vermutlich Flach-)dach aus gesehen ausschaut.

Schöne Grüße

MM

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hi,

nach dem Beispiel könnte man auch mit einem Winddruck argumentieren, wenn Rohrbelüftung und Zwangsbelüftung der Wohnung auf verschiedenen Gebäudeseiten liegen.

Aber ich muss mich korrigieren, ich hab die Funktionsweise des Ball-Siphons fehlinterpretiert.
Ich nahm eine falsche Wasserflussrichtung an.
Ich würde das in einem Ablauf mit Schmodder und so zwar weiter als irgendwie seltsam ansehen, bin aber deutlich optimistischer, was die generelle Funktion angeht (wenn man es stetig mit klarem Wasser und im Labor betreiben würde).

grüße
lipi

Servus,

irgendwie ist die Geschichte mit dem Druckgefälle auch noch nicht so recht klar.

@Ehrenfeuchter ist aber so viel engagierter und auch klarer im Kopf als die „üblichen“ Fragesteller, dass er sicherlich noch Einzelheiten zum Druckgefälle (Von wo nach wo? Immer konstant oder bloß manchmal?) angeben wird.

Schöne Grüße

MM

Hallo,

was ist mit “Druckgefälle gemeint?

Grüße

Servus,

wenn der Druck in einem Raum A höher ist als in einem Raum B, besteht ein Druckgefälle von Raum A nach Raum B.

An dem „Sprudeln“, das Du beschreibst, lässt sich erkennen, ob von Dusche/Bad nach Abflussschacht ein Druckgefälle besteht oder umgekehrt.

Schöne Grüße

MM

wenn ich das “Sprudeln” betrachte denke ich dass es aus dem Abfluss ins Bad sprudelt. Dies würde ja auch erklären, dass der Gestank sozuagen angezogen wird, oder mache ich da einen Denkfehler?

Inzwischen habe ich etwas weiter recherchiert und bin auf einen Siphon mit 2 Bällen gestoßen der abhilfe schaffen soll:

könnte der helfen?

Grüsse

hi,

wie oben schon gesagt: die sind so billig, versuch es.

Oder prüf deinen Siphon, ob er bereits mit Bällen ist und diese nur nicht dicht aufliegen oder beim Putzen abhanden gekommen sind.

das ist schon klar. Fraglich ist aber, wo der Druckunterschied seine Ursache hat.

Mach doch mal einen kompletten Testlauf:
Wenn die Lüftung die Ursache ist, sollte sich das Ereignis mit dem Lüfter steuern lassen.

Lüfter aus: kein sprudeln, Lüfter an: sprudelt.
Kann das bestätigt werden?

Wenn das gemacht ist, füll den Duschablauf langsam mit nem halben Liter Wasser nach.
Sprudelt immer noch?

Danach zuerst Badtür öffnen und nachsehen.
Zum Schluss Badfester öffnen und nachsehen. Im Falle eines Fensterlosen Bades, ein Zimmerfenster in der Nähe öffnen.

Danach hast du nen Anhaltspunkt, wo der Druckausgleich möglich ist. Sprudelt es zum Schluss weiterhin, ist der Überdruck (zur Umgebung) im Rohr. Das wäre der schlechteste Fall.

Wenn bereits das Öffnen der Badtür reicht, dann ist der Bodenabstand der Tür zu gering.
Wenn das öffnen des Fensters Abhilfe schafft, sind die Zwangsbelüftungen der Wohnung geschlossen, verstopft oder nicht vorhanden.

Wenn auch das Öffnen von Fenstern nicht ausreicht, würde ich wohl überlegen, ob die Rohrbelüftung nicht ganz ok wäre. Dann würde es mich aber wundern, wenn es mit der Lüftung steuerbar wäre.

Reicht das nachfüllen des Wassers bereits, wird vermutlich das Sperrwasser abgesaugt. Das kann bei ungünstiger Rohrführung schon beim betätigen der WC-Spülung passieren.

grüße
lipi

Einen Raumlüfter als Ursache für den Unterdruck würde ich ausschließen. Der schafft bei dichten Fenstern und Türen nur wenige mmWs.
Ich bin der Meinung, dass die Rohrentlüftung defekt oder nicht vorhanden ist. Wenn dann nur noch 2mm Wasser im Siphon stehen, dann könnte es der Raumlüfter schaffen, oder bereits ein starker Windstoß.
Das ist dann aber nicht die Ursache des Problems

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Ein Punkt fehlt noch: Wenn die zentrale Abluft so stark zieht, dass das Wasser im Siphon in Bewegung gerät, entsteht in der Leitung Unterdruck. Dagegen hilft ein Rohrbelüfter (Belüftungsventil) an der Abwasserleitung. Er lässt bei Unterdruck Luft nach, bevor der Geruchsverschluss leergesaugt wird. Das sollte aber ein Installateur beurteilen, weil es zur Hausinstallation gehört.

In einem Hochhaus mit zentraler Lüftung würde ich das zusätzlich der Hausverwaltung melden. Die Anlage lässt sich oft einregulieren, und wenn es bei Ihnen auftritt, haben meist auch andere Wohnungen im selben Strang das Problem. Bis dahin hilft es, nach dem Duschen kurz Wasser nachlaufen zu lassen, damit der Siphon voll bleibt.

In Fachkreisen auch “Snüffelstück" genannt …

@Kudo haha, den Ausdruck kannte ich noch nicht, der ist gut :slight_smile: bei uns in Graz sagen die Installateure meist nur „Belüfter“ oder „Rohrbelüfter“, klingt halt weniger lustig.

@Ehrenfeuchter falls ihr den einbauen lasst, gleich mitchecken lassen ob der Siphon von der Dusche genug Sperrwasserhöhe hat. Bei manchen flachen Duschrinnen sind das nur 25-30 mm, und genau die werden bei Unterdruck als erstes leergesaugt. Das ist dann der Moment wo es plötzlich stinkt obwohl alles sauber ist.