Zerhackter Redefluss

Liebe ExpertInnen,

gerade stolpere ich wieder über einen Satz, oder besser zwei Sätze:

Ich muss Paul zustimmen. Da ich mir darüber auch schon Gedanken…
(Umblättern; aha, denke ich mir, jetzt kommt eine Erklärung, wie er zu diesem Entschluss gekommen ist, aber Pfeifendeckel)

…gemacht habe.
…gemacht habe. Punkt. Das sind die Momente, wo ich mir leicht genasführt vorkomme. Nach meinem Verständnis müsste der Satz so lauten:

Ich muss Paul zustimmen, da ich mir darüber auch schon Gedanken gemacht habe.
Gibt es eine Regel, die solche Satzteile zusammenfügt, oder fällt derartiges Schreiben unter „Jeder ist ein Schriftsteller“? Nur zur Klarstellung: Die Passage stammt nicht aus einem Roman, sondern (leicht verfremdet) aus einem Text im Forum.

Gruß Ralf

Hallo, Ralf!

Der zweite Satz beginnt mit einem Wort, das normalerweise einen Nebensatz einleitet. Deswegen klingt es komisch und ist meiner Meinung nach schlicht falsch angewendet, da hast Du schon recht.

Aber unter „jeder ist ein Schriftsteller“ kann es wohl kaum fallen, da es ja aus dem Forum ist, also eine reine Meinungsäußerung oder ein Kommentar. Ich glaube nicht, dass der Urheber Anspruch auf „Literalität“ (hihi, gibt`s das überhaupt?) erhebt.

Gruß
Lea

sowas ähnliches hatten wir vor nicht allzu langer zeit zum thema zwar. laut FR und anderen paragraphenreitern hast du sowieso kein sprachgefühl, also mußt du dich damit abfinden, daß menschen auch sowas schreiben:

ich habe zwar kein sprachgefühl. aber so eine aneinanderreihung von sätzen stört mich trotzdem.

Hallo, Ralf,

so ein Satz

Ich muss Paul zustimmen. Da ich mir darüber auch schon Gedanken gemacht habe.

ist ein Beispiel dafür, also man versucht, weil man doch ungewohnt ist zu schreiben, die mündliche Rede, so wie wenn man miteinander im Gespräch, Aug in Aug sozusagen wie im richtigen Leben, auch im Schriftlichen nachzubilden.

Das machen manche bewusst und das wird dann als geniales Stilmittel betrachtet (=> James Joyce, Ulysses, innerer Monolog der Molly), andere aus Hilflosigkeit und dann stört man sich daran.

Gibt es eine Regel, die solche Satzteile zusammenfügt,

Natürlich; die Regel des Satzbaus für Satzgefüge (Hauptsatz + Nebensatz). Aber die Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden.

oder fällt derartiges Schreiben unter „Jeder ist ein Schriftsteller“?

Genau! Ich wenn ich will also schreiben is was ganz kreatives da höre ich nur auf meim bauch un so regeln die kann doch sowieso keiner richtig außer gyurianische paragrafenpferde un mit meim sprachgefühl alos da soll mir einer kommen den lass ich vom knecht ruprecht durch die esse abführen aber hallo!

Gruß Fritz

laut FR und anderen paragraphenreitern hast du sowieso kein sprachgefühl

Warum so giftig? Hast du kein besseres Sprachgefühl?

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laut FR und anderen paragraphenreitern hast du sowieso kein sprachgefühl

Warum so giftig? Hast du kein besseres Sprachgefühl?

giftig? du bist doch sonst immer stolz drauf, ein paragraphenreiter zu sein… ich hab das keineswegs negativ gemeint. und gerade du solltest wissen, daß ich gar kein sprachgefühl haben kann, da es sowas deiner meinung nach ja gar nicht gibt…

du bist doch sonst immer stolz drauf, ein paragraphenreiter zu sein…

Es könnte sein, dass du da eine Äußerung aus dem Kontext gerissen und überhöht hast. Aber gut!

ich hab das keineswegs negativ gemeint.

Das nehem ich erfreut zur Kenntnis! ;-}

und gerade du solltest wissen, daß ich gar kein sprachgefühl haben kann, da es sowas deiner meinung nach ja gar nicht gibt…

So ischs nô au wiiedr! :wink:

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Danke euch allen
Hi ihr Lieben,

es beibt wohl dabei, der Schreiber weiß nicht, was er anrichtet, und der Leser plagt sich. Damit bestätigt sich meine alte These zur Kommunikation: Der Sender kann schlampen, wie er mag, es klappt eh nur, wenn der Empfänger arbeitet wie ein Pferd.

Gruß Ralf

es beibt

Oh yeäh, beibi!

Gruß Fritz

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