Nachdem die Wirtschaft in den letzten 6 Jahren leider eingebrochen ist, die Industrie zunehmend abwandert und die Leute die noch ungekündigt sind Glück haben würde ich gerne allgemein wissen wie der Beruf Zerspanungsmechaniker so ist?
Gibt es hier welche die das machen?
Ist der Beruf gut für die Zukunft ?
Und was ist der Unterschied zum Industrie, Werkzeug oder Verfahrensmechaniker
schlicht und ergreifend Quatsch ist und vor allem von Politikern verbreitet wird, die Ängste schüren wollen:
Das ist ein durchaus zukunftssicherer Beruf, der allerdings schon seit Jahrzehnten erheblichen Veränderungen unterworfen ist und auch zukünftig sein wird. Es geht dabei immer mehr in Richtung Automatisierung und Programmierung und weg vom reinen Beschicken von Maschinen und deren Bedienung im Sinne von Knopf an, Knopf aus. Aber natürlich wird auch bei der Programmierung, der Produktionsplanung usw. der Einsatz von KI zunehmen, so dass die Frage ist, ob es nicht sinnvoller ist, etwas weiter weg von der reinen Produktion zu denken und mehr in Richtung Wartung oder gar Konstruktion von Maschinen zu gehen (also Mechatroniker oder gar Maschinenbauingenieur).
Da Du uns über Qualifikation und Interessen im Unklaren gelassen hast, kann man erst einmal nicht viel mehr dazu sagen.
Zerspanungsmechaniker: Bedienung/Programmierung von CNC-Maschinen
Werkzeugmechaniker: baut Umformwerkzeuge oder Spritzgussformen, d.h. auch Zerspanung, aber auch Handarbeit wie Polieren oder Feilen
Industriemechaniker: Montage, Inbetriebnahme, Wartung und Reparatur von Maschinen
Verfahrensmechaniker: eher Prozessspezialist als Metallverarbeiter, d.h. er stellt Produktionsmaschinen ein (Temperatur, Druck, Zeit usw.).
Schau dir doch mal die berichte an - der letzten 5-Jahren seit 2021 und vor allem der letzten 6-8-Monate und aktuelle.
Es gibt Leute die suchen seit über 6-7-Monaten oder seit fast 2-Jahren darunter auch Akademische Fachkräfte.
Letztens erst wieder nen Bericht gesehen ein Arbeitgeber will auf einer Berufsmesse junge Akademische Leute anwerben die bald fertig/bereits fertig sind und sagt es sei schwierig gute Leute zu finden - in der nächsten Stelle sieht man eine Bewerberin, die mit der uni fertig ist und erzählt sie bekommt nur absagen und Rückmeldungen Firma xy stellt bis auf weiteres niemanden ein oder sie soll sich später nochmal melden bzw. versuchen wenn man seine 2-3-Jahre Erfahrung gesammelt hat.
Oder jemand hat 5-Jahre studiert und ist seit 7-8-Monaten auf der Suche findet aber nix und sagt es wäre unklar ob er in den nächsten 6-7-Monate überhaupt was findet und fügt hinzu in ein paar Monaten sind es 13-14-Monate, also über nen Jahr…
Hmm finde spanende Produktion > drehen, fräsen etc. am interessantesten
Was denn für Berichte? Ich kenne nur die Zahlen der Arbeitsagentur und die lassen sich mit Deinen Aussagen nicht in Einklang bringen. Unternehmen in Deutschland suchen händeringend qualifizierte Arbeitskräfte und seit Jahren schon wird das Risiko, qualifiziertes Personal zu finden, als eines der größten Risiken von den Unternehmen genannt - je nach Branche und Region sogar als das größte.
Was natürlich keinesfalls mit der Qualifikation, dem Lebenslauf oder den Bewerbungsschreiben zu tun haben kann. Und natürlich kann es auch nicht sein, dass der Bericht nicht repräsentativ berichtete, sondern die Redeanteile gezielt ausgesucht wurden.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren ging im Großen und Ganzen auf wenige Branchen zurück:
Automobilindustrie. Ursache: Verunsicherung der Verbraucher durch die ständigen Diskussionen um das Aus des Aus des Verbrennes; Verlust von Marktanteilen in China, weil die deutschen Hersteller die Entwicklung dort verschlafen haben und sich darauf ausruhten, dass deutsche Autos dort früher mal als cool und Statussymbol galten.
Chemie- und Pharmaindustrie. Ursache: extrem starke Konkurrenz aus Fernost, die gerne mal zu Dumpingpreisen anbietet.
Bauindustrie. Ursache: Nachfragerückgang nach Zinsanstieg und (Teil)Platzen der Blase bei Gewerbeimmobilien.
Von einer angeblich flächendeckenden Deindustrialisierung in Deutschland kann aber überhaupt keine Rede sein. Auch die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist derzeit nicht besonders hoch, sondern nähert sich allmählich dem langjährigen Durchschnitt. In den Jahren 2013-2023 gab es vielmehr extrem wenige Insolvenzen, weil die niedrigen Zinsen Unternehmen am Leben hielten, die eigentlich viel zu hoch verschuldet waren.
Komischerweise haben sowohl Bevölkerung als auch Politiker als auch Medien vergessen, dass nach der Finanzkrise und dann verstärkt im Dunstkreis der Covid-Pandemie von Zombieunternehmen gesprochen wurde, die eben nur durch die niedrigen Zinsen am Leben blieben. Nun sind die Zinsen wieder auf einem etwas höheren Niveau, es tritt genau das ein, was erwartbar und auch prognostiziert wurde und schon sind alle überrascht, dass die Zahl der Insolvenzen steigt. Ein Trauerspiel.
Na, dann bis Du im Bereich des Zerspanungsmechanikers doch genau richtig.
Elektriker werden in meiner Stadt mit knapp 90000 Einwohnern zurzeit nur zwei gesucht, bei den Drehern sind es zwölf.
Ich erinnere mich an Zeiten, da waren es mindestens 20 offene Elektrikerstellen.
Quelle: Stellensuche der Arbeitsagentur. Ausschluss von Teilzeit, Leiharbeit und Nachbarstädten (im 25 km Radius gab es über 300 offene Stellen!). Ich habe da natürlich die offiziellen Berufsbezeichnungen genutzt.
Glücklicherweise hatte ich mich aus dem Kampf um Neubauaufträge vor Jahren verabschiedet, so dass ich mit meiner Elektrotechnikfirma noch keinen Auftragsrückgang feststellen muss.
Die Zahlen das man momentan so viele Arbeitssuchende und Arbeitslose hat wie in den letzten 17-Jahren nicht mehr ; +3M.
Die Zahlen das immer mehr Unternehmen und Firmen abwandern, weil die Bürokratie immer erdrückender wird
Die Zahlen dass immer mehr Unternehmen und Firmen wenn sie nicht abwandern insolvent gehen oder massivste Stellen abbauen…
Ich wollte vor allem wissen, woher Du die Angaben zu den Langzeitarbeitlosen hast, weil sich die nicht mit den Daten der AA in Einklang bringen lassen.
Die Zahl der Arbeitslosen und die Arbeitslosenquote liegt in etwa auf dem Niveau des Durchschnitts der letzten 20 Jahre. Wir kommen aus einer Phase mit historisch niedriger Arbeitslosigkeit. Ein Vergleich ist daher in etwa so sachgerecht wie das Gejammer eines Kindes, das sich Anfang Januar über den dramatischen Rückgang der Zahl der Geschenke beklagt.
Den Hintergrund des Anstiegs der Arbeitslosigkeit habe ich Dir oben ausführlich erläutert.
Heute haben wir gut 46 Mio. Beschäftigte, vor 20 Jahren waren es nur 39 Mio.
Ich arbeite seit gut 27 Jahren im Firmenkreditgeschäft; derzeit habe ich recht guten Überblick über rd. 1000 Unternehmen. Ich bin mir recht sicher, dass mir ein massenweiser Exodus deutscher Unternehmen aufgefallen wäre.
Natürlich beklagen sich Unternehmer mitunter über Bürokratie in Deutschland (wie das auch in praktisch jedem anderen Land der Fall ist. Wer hier jammert, hat möglicherweise keine Vergleichsmöglichkeit.). Allerdings führt diese aber auch zu den Umständen, die den Standort Deutschland attraktiv machen: Verlässlichkeit der Verwaltung und Justiz, gute Datenbasis als Grundlage für unternehmerische Entscheidungen usw. Kein Unternehmer hat in meiner Nähe auch nur ansatzweise angedeutet, dass die Bürokratie Anlass dafür bieten könnte, den Standort in Deutschland aufzugeben oder einen neuen im Ausland aufzumachen.
Wie ich schon erwähnte, gehört Fachkräftemangel seit Jahren zu den am häufigsten benannten Risiken für Unternehmen.
Servus, ein Studium sagt noch lange nichts über praktische Fähigkeiten aus. Was nützt einem Betrieb jemand mit tollen theoretischen Fähigkeiten, der sich ständig die Finger ein klemmt ??
Deswegen sich Diplom-Kaufleute oder Master der Kulturwissenschaften selten auf offene Stellen für Maurer, Fliesenleger oder Friseure. Darum ging es übrigens auch nicht. Um es kurz zu machen: Qualifikation ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit und je besser die Qualifikation, desto geringer auch die Arbeitslosenquote.
Servus, ich bezog mich auf Daniels dritten Post, in dem er sagt, dass Akademiker ewig keinen Job gefunden haben bzw. keine Anstellung finden können. Was aber eventuell nicht unbedingt mit der von ihm postulierten Abwanderung der Betriebe ins Ausland zu tun hat.
Ursprünglich hat er ja nach der beruflichen Zukunft eines zerspanungsmechanikers gefragt
Was halt eine unbelegte, anekdotische Aussage ist, die allen Statistiken widerspricht. Ein abgeschlossenes Studium ist eine der besten Versicherungen gegen Arbeitslosigkeit.