Zertifizierte Tagesmutter werden

Hallo an alle da draußen :smile:

Ich bin im Juni 2006 Mama geworden und bin nun erst einmal für die nächste Zeit im Erziehungsurlaub.

Mein Sohn und ich kommen super miteinander zurecht :smile: …weshalb wir uns zutrauen, auf ein weiteres Babe im selben Alter oder jünger, aufzupassen.
Nicht nur, dass mein Sohn eine/-n Spielkameraden/-in hätte, ich hätte auch Spaß, die Verantwortung zu übernehmen und von zu Hause aus ein kleines Einkommen zu erhalten.

Ich recherchiere schon eine ganze Weile im Internet und in aktuellen Zeitschriften wie ELTERN, aber bin doch noch nicht ganz schlau geworden, was die Formalitäten und Qualifikationen betrifft.

Ab wann braucht man eine Pflegeerlaubnis? Ab einem Kind? Ab wie vielen Stunden pro Woche?

Ich bin natürlich nicht gelernte Erzieherin, ich bin MAMA :smile: Darf ich dann auch für ein weiteres Kind Tagesmutter und MAMA sein? Oder muss ich einen Kurs machen, was ja völlig unsinnig wäre, wenn man bereits selbst ein Kind hat, nicht wahr?

Man läßt sich beim Jugendamt registrieren (u.a. Abgabe des polizeilichen Führungszeugnisses etc.), richtig?
Bleibt man dann bei der Gehaltsforderung trotzdem flexibel?
Und darf ich dann selbst für meine Tätigkeit werben und mich für oder gegen ein „Tageskind“ entscheiden?

Welche Anforderungen werden an die Wohnung gestellt, wenn man z.B. auf 1 (max. 2 Kinder) aufpassen möchte (höchstens 25 Std./Woche)?

Welches Gehalt kann für etwa 25 Std./Woche im Raum 79540 Lörrach, Baden Württemberg, verlangt werden?

…Ich bedanke mich GANZ GANZ HERZLICH für die Antworten im Voraus,

ganz liebe Grüße…

-)

Hallo Gina,

beim Jugendamt kannst du dich informieren, die vermitteln auch Tagesmütter. Ich denke dass die dir ganz kompetent Auskunft geben können. Ansonsten fand ich bei der Caritas ein Faltblatt einer Tagesmuttervereinigung. Die bildete aus und vermittelte. Aber das war nur regional hier.

Ich wünsch dir viel Erfolg,

lg, Dany

Hallo Gina,

Ab wann braucht man eine Pflegeerlaubnis? Ab einem Kind? Ab
wie vielen Stunden pro Woche?

Grundsätzlich, wenn ein Kind über einen längeren Zeitraum außerhalb der Familie untergebracht wird.

Ich bin natürlich nicht gelernte Erzieherin, ich bin MAMA :smile:

Schön, aber Schwangerschaft an sich qualifiziert noch nicht für eine erzieherische Tätigkeit. Nun kann man niemanden verbieten, Kinder in die Welt zu setzen egal ob eine Eignung zum Aufziehen eines Kindes vorliegt. Wenn es aber um die Erziehung eines fremden Kindes geht, dann wird sehr wohl genauer hingeschaut.

Darf ich dann auch für ein weiteres Kind Tagesmutter :und MAMA
sein? Oder muss ich einen Kurs machen, was ja völlig unsinnig
wäre, wenn man bereits selbst ein Kind hat, nicht wahr?

Wieso unsinnig? Siehe oben. Selbst Leute, die selber schon Kinder bis zum Erwachsenenalter großgezogen haben und einen pädagogischen Beruf haben, müssen an einem Einführungskurs teilnehmen und zu Fortbildungsangeboten bereit sein.

Man läßt sich beim Jugendamt registrieren (u.a. Abgabe des
polizeilichen Führungszeugnisses etc.), richtig?

Und ein Gesundheitszeugnis ist auch erforderlich

Bleibt man dann bei der Gehaltsforderung
trotzdem flexibel?

Das ist regional leicht variabel, aber im allgemeinen kannst Du pro Kind und Betreuungsstunde von drei bis fünf Euronen ausgehen.

Und darf ich dann selbst für meine Tätigkeit
werben und mich für oder gegen ein „Tageskind“ entscheiden?

Die Vermittlung läuft über die zuständige Stelle beim Jugendamt (oft „Pflegekinderwesen“). Werben kannst Du, auch eine eigene Internetseite machen - aber ohne Jugendamt geht nichts. Natürlich entscheidest Letztlich Du und die Eltern, ob das Kind zu Dir kommt oder nicht.

Welches Gehalt kann für etwa 25 Std./Woche im Raum 79540
Lörrach, Baden Württemberg, verlangt werden?

Ich empfehle Dir das Weblog http://www.myblog.de/giseliese
weil dort in letzter Zeit ziemlich viel die Frage nach einem Pflegkind Thema war und die Verfasserin auch in BaWü lebt

Wenn Du bei g++le „Tagespflege“ und „Lörrach“ eingegeben hättest, dann wärst Du schon auf das Familienzentrum Lörrach sowie das Kreisjugendamt Lörrach Koordination Tagespflege mit entsprechender Telefonnummer und Sprechzeiten gekommen.

Viele Grüße

Iris

Hi,

Darf ich dann auch für ein weiteres Kind Tagesmutter und MAMA
sein? Oder muss ich einen Kurs machen, was ja völlig unsinnig
wäre, wenn man bereits selbst ein Kind hat, nicht wahr?

  1. Eine Tagesmutter ist nicht MAMA für ihr „Tageskind“. Wenn Du das sein willst, dann lass es bitte.

  2. Ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben ist keine besondere Leistung und qualifiziert in keinster Weise dazu, auf fremde Kinder aufzupassen und gar noch einen Teil ihrer Erziehung zu übernehmen.

*hrmrmpf*

Hallo Gina,

also eine „zertifizierte“ Tagesmutter wirst Du wohl nur werden, wenn Du auch Zertifikate hast :smile: Dafuer solltest Du Dich ans Jugendamt wenden, die koennen Dir auch sagen, welche Vorraussetzungen Deine Wohnung erfuellen muss oder wieviel Stundenlohn Du verlangen kannst.
Je nach Wohngegend gibt es andere Bedingungen, aber soweit ich informiert bin, duerftest Du bis zu 3 Kinder auch privat betreuen.
Hast Du schon ueber Unfall- und Haftpflichtversicherung fuer das Tageskind nachgedacht? Tagesmutter sein bedeutet ja nicht nur, sich einen Spielkamerad fuers eigenen Kind zu holen, sondern auch Verantwortung.

Und mein erster Gedanke war: natuerlich, Du bist MAMA. Aber Dein Sohn ist noch nichtmal ein Jahr alt. Krabbelt er schon? Bist Du wirklich sicher, dass Du zwei Kinder im anstrengenden Kleinstkindalter im Griff hast, wenn Du das zum ersten mal „durchmachst“? :smile: (Natuerlich, Zwillingseltern schaffen das auch – )
Ich will Dich nicht entmutigen. Aber informiere Dich gut und vielleicht faengst Du erstmal mit stundenweise Babysitten von Krabbelgruppenfreunden an?

lG
tine

Hallo

Ich bin natürlich nicht gelernte Erzieherin, ich bin MAMA :smile:

Schön, aber Schwangerschaft an sich qualifiziert noch nicht
für eine erzieherische Tätigkeit.

Ich denke, die Schwangerschaft liegt hier in diesem Fall schon ein wenig zurück, und der Umgang mit einem Baby ist hier schon seit einigen Monaten (vermutlich höchstmotiviert und damit sehr effizient) geübt worden.

Ich glaube nicht, dass ein Lehrgang wirklich besser qualifiziert als die Praxis. Ich würde mich jedenfalls (beispielsweise) eher von einem führerscheinlosen Chauffeur mit jahrelanger unfallfreier Fahrpraxis als einem Führerscheinneuling ohne Fahrpraxis anvertrauen wollen. Eine Ausbildung kann gewisse Theorien vermitteln, den Blick auf gewisse Dinge schärfen und vielleicht auch Lösungsmöglichkeiten für eventuelle Probleme aufzeigen, aber die Praxis ist wichtiger. Das ist doch in jedem Beruf so.

Übrigens - und da stehe ich nicht alleine da - habe ich von der Betreuungstätigkeit mancher (nicht erzieherisch ausgebildeten) Mütter, die die Grundschulbetreuung machen, oft einen wesentlich besseren Eindruck als von der Arbeit mancher gelernten Erzieherin im Hort.

Allerdings sehe ich es trotzdem nicht unbedingt als unsinnig an, einen Kurs für Tagesmütter zu besuchen, das käme aber ein bisschen darauf an, welche Inhalte da gelehrt werden.

Generell (nicht nur bezogen auf Tagesmütter, sondern auf alle Berufe) fände ich es aber gut, wenn es möglich wäre, eine Prüfung auch ohne vorherigen Kursbesuch abzulegen.

Viele Grüße
Simsy

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Eigene Erfahrung als Qualifikation ?
Hallo,

Ich denke, die Schwangerschaft liegt hier in diesem Fall schon
ein wenig zurück, und der Umgang mit einem Baby ist hier schon
seit einigen Monaten (vermutlich höchstmotiviert und damit
sehr effizient) geübt worden.

Ich glaube nicht, dass ein Lehrgang wirklich besser
qualifiziert als die Praxis.

Es ist nicht gesagt, dass das Tageskind/die Tageskinder nur im Babyalter ist/sind. Ganz ehrlich, ein paar Monate Mutterschaft als einzige Qualifikation wäre mir absolut zu wenig.

Ich gebe Dir recht darin, dass ein eigenes Kind die Tagesmutter zusätzlich qualifizieren KANN - aber nicht muss. Mein Jüngster zum Beispiel war bei einer Tagesmutter, die eine gaaaaanz brave und harmlose Tochter (Einzelkind, einige Jahre älter als die Tageskinder) hat. Ich habe 3 nicht ganz einfache Kinder, meine TM hat anfangs ab und an kluge Ratschläge gegeben, die weit entfernt von der Praxis waren *g*, bzw. eben nur mit einem Einzelkind durchführbar. Jetzt, wo sie selbst mehrere Tageskinder gleichzeitig hat, die verschiedene Anforderungen stellen (Baby möchte/sollte Mittagsschlaf halten, hat aber Zahnweh und weint, Kindergartenkind soll zum Kiga gebracht werden, eigene Tochter möchte Vokabeln abgefragt werden, ist vom Baby genervt…), sagt sie mir manchmal, dass sie anfangs die Erfahrungen mit ihrer Tochter zu sehr verallgemeinert hat.

Ich selbst würde mir trotz dreier schon älterer Kinder ohne Zusatzkurs keine Tagesmuttertätigkeit zutrauen (abgesehen davon, dass das nicht mein Job wäre, nein, danke *g*). ALLE Kinder sind soooo unterschiedlich, es gibt einige rechtliche Dinge zu beachten, so einfach loslegen halte ich für leicht naiv.

Viele Grüße,
Insel

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Hi,

so schwer kann das doch nicht sein, etwas im Netz zu finden. Unverständlich für mich, dass du nicht fündig wurdest.

http://www.bildungsserver.de/zeigen.h
http://www.bildungsserver.de/zeigen.h
http://www.cleverefrauen.de/html/tagesmutter2.html

Und wie kommst du darauf, dass du besondere pädogogische Qualifikationen erwirbst, nur weil du seit ein paar Monaten Mamma bist?

Und du findest einen Kurs unnötig, weil Mama sein ja reicht?
Dann gäbe es in jüngster Zeit sicher nicht so viele traurige Skandale über vernachlässigte und misshandelte Kinder.

Marion

Hallo Simsy,

Ich glaube nicht, dass ein Lehrgang wirklich besser
qualifiziert als die Praxis. Ich würde mich jedenfalls
(beispielsweise) eher von einem führerscheinlosen Chauffeur
mit jahrelanger unfallfreier Fahrpraxis als einem
Führerscheinneuling ohne Fahrpraxis anvertrauen wollen.

aber wie sammelt der Chauffeur ohne Führerschein seine unfallfreie Fahrpraxis? Sein 1000. Fahrgast wäre ich vielleicht auch, unter seinen ersten 100 würde ich jedoch nicht sein wollen.

Schöne Grüße
Yasmin

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Hallo zurück,

Ich bin natürlich nicht gelernte Erzieherin, ich bin MAMA :smile:

Schön, aber Schwangerschaft an sich qualifiziert noch nicht
für eine erzieherische Tätigkeit.

Ich denke, die Schwangerschaft liegt hier in diesem Fall schon
ein wenig zurück, und der Umgang mit einem Baby ist hier schon
seit einigen Monaten (vermutlich höchstmotiviert und damit
sehr effizient) geübt worden.

Das weißt Du nicht - genauso wenig wie ich.

Ich glaube nicht, dass ein Lehrgang wirklich besser
qualifiziert als die Praxis.

Warum das eine gegen das andere ausspielen? Praxis und Theorie wäre meine Devise. Außerdem schadet es auch dem eigenen Kind nicht, wenn eine Erziehungspraxis aufgrund eines Pflegekindes reflektiert wird. Und wenn wir davon ausgehen, dass man zur vorschulischen Erziehung von Kindern in Institutionen wie Kindergarten etc. eine berufliche Qualifikation braucht, die über eigene biologische Mutterschaft hinausgeht, warum sollten Kinder in Tagespflegestellen da schlechter gestellt sein, was die Qualifikation derer, die sie betreuen betrifft?

Übrigens gab es das schon seit der Zeit als die Professionalisierung des Erzieherinnenberufs begann, daß examinierte Erzieherinnen in ihren Privatwohnungen mit Erlaubnis des Jugendamtes Spielkreise, Privatkindergärten etc. eröffnen durften. Voraussetzung war, daß sie einen Raum in der Wohnung allein für die Kinderbetreuung hatten.

Ich finde durchaus nicht, daß nun jeder, der Kinder betreut und fördert eine vollständige Erzieherinnenausbildung braucht. Aber einen Kurs finde ich durchaus für angemessen.

Ich würde mich jedenfalls
(beispielsweise) eher von einem führerscheinlosen Chauffeur
mit jahrelanger unfallfreier Fahrpraxis als einem
Führerscheinneuling ohne Fahrpraxis anvertrauen wollen.

Das kannst Du privat für Dich durchaus entscheiden, auch wenn die Gesetzeslage da eine klare Sichtweise hat, die sich von Deiner unterscheidet.
Aber hier geht es nicht nur um das Privatinteresse von einem oder mehreren Individuen (leibliche Mutter, Tagesmutter, Kind), sondern auch um ein staatliches Interesse. Und schließlich finanziert ja der Staat diese Tagespflegestellen auch mit.

Eine
Ausbildung kann gewisse Theorien vermitteln, den Blick auf
gewisse Dinge schärfen und vielleicht auch
Lösungsmöglichkeiten für eventuelle Probleme aufzeigen, aber
die Praxis ist wichtiger. Das ist doch in jedem Beruf so.

Trotzdem gibt es Ausbildungen und Standards für Prüfungeen und Zertifikate. Ich wiederhole meine Frage von oben: Mir ist nicht klar, warum Du Theorie und Praxis gegeneinander ausspielst? Die Pflegeelternkurse sind übrigens sehr praxisorientiert.

Übrigens - und da stehe ich nicht alleine da - habe ich von
der Betreuungstätigkeit mancher (nicht erzieherisch
ausgebildeten) Mütter, die die Grundschulbetreuung machen, oft
einen wesentlich besseren Eindruck als von der Arbeit mancher
gelernten Erzieherin im Hort.

Warum nicht? Aber siehe oben. Sollen wir deswegen Erzieherinnenausbildung etc. abschaffen. Wäre alles viel billiger. Auch in anderen Berufsfeldern gibt es Naturtalente und Seiteneinsteiger. Der allgemeine Trend - auch europaweit - ist eher ein anderer: Dass nämlich der Erzieherberuf auf akademisches Niveau gehoben wird.

Allerdings sehe ich es trotzdem nicht unbedingt als unsinnig
an, einen Kurs für Tagesmütter zu besuchen, das käme aber ein
bisschen darauf an, welche Inhalte da gelehrt werden.

Das ist wieder eine andere Diskussion, die sicher von Region zu Region unterschiedlich geführt werden müßte, weil Bildung und Erziehung hierzulande regionalisiert sind („Kulturhoheit der Länder“)

Generell (nicht nur bezogen auf Tagesmütter, sondern auf alle
Berufe) fände ich es aber gut, wenn es möglich wäre, eine
Prüfung auch ohne vorherigen Kursbesuch abzulegen.

Diese Diskussion führt meiner Meinung nach zu weit von der Themenstellung des Ursprungspostings weg.

Viele Grüsse

Iris

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Hallo

Ich bin natürlich nicht gelernte Erzieherin, ich bin MAMA :smile:

Schön, aber Schwangerschaft an sich qualifiziert noch nicht
für eine erzieherische Tätigkeit.

Ich denke, die Schwangerschaft liegt hier in diesem Fall schon
ein wenig zurück, und der Umgang mit einem Baby ist hier schon
seit einigen Monaten (vermutlich höchstmotiviert und damit
sehr effizient) geübt worden.

Dann denk mal weniger und lies dafür mehr: Das eigene Kind ist grad mal ein dreiviertel Jahr alt. Wie motiviert die Dame ihre Mutterschaft betreibt, ist sekundär, und wie effizient das war, vollkommen unbekannt.

Ich glaube nicht, dass ein Lehrgang wirklich besser
qualifiziert als die Praxis.

Strukturiertes Erlernen im ausgewogenen Zusammenspiel von Theorie und Praxis ist _immer_ besser als es „einfach“ nach Gutdünken „irgendwie“ zu machen. Hinzu kommt, dass die „Praxis“, mit seinem eigenen Kind irgendwie rumzuleben, wenig bis nichts mit der Praxis, fremde Kinder zu versorgen zu tun hat.

Übrigens - und da stehe ich nicht alleine da - habe ich von
der Betreuungstätigkeit mancher (nicht erzieherisch
ausgebildeten) Mütter, die die Grundschulbetreuung machen, oft
einen wesentlich besseren Eindruck als von der Arbeit mancher
gelernten Erzieherin im Hort.

Blabla. Es gibt immer Naturtalente und immer Naturdeppen, sowohl unter Müttern wie unter Erziehern.

Generell (nicht nur bezogen auf Tagesmütter, sondern auf alle
Berufe) fände ich es aber gut, wenn es möglich wäre, eine
Prüfung auch ohne vorherigen Kursbesuch abzulegen.

Es gibt viele Berufe, in denen ein solcher Quereinstieg möglich ist. Diese Prüfungen haben regelmäßig einen hohen Anteil an Quereinsteigern, und einen immer noch überraschend hohen Anteil an Durchfallern, die sich maßlos überschätzen und meinen, ein bischen Praxis würde reichen.

Gruß,

Malte

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Hallo,

Schön, aber Schwangerschaft an sich qualifiziert noch nicht
für eine erzieherische Tätigkeit.

Ich denke, die Schwangerschaft liegt hier in diesem Fall schon
ein wenig zurück, und der Umgang mit einem Baby ist hier schon
seit einigen Monaten (vermutlich höchstmotiviert und damit
sehr effizient) geübt worden.

Das weißt Du nicht - genauso wenig wie ich.

Natürlich weiß ich das nicht, die Wahrscheinlichkeit ist aber ziemlich groß, und es wäre eher ungewöhnlich, wenn es nicht so wäre. Ich habe das auch hauptsächlich geschrieben, weil ich das ein starkes Stück finde, einer Mutter eines ca. 9 Monate alten Babies nur die Schwangerschaft als Erfahrungswert anzurechnen.

Ich glaube nicht, dass ein Lehrgang wirklich besser
qualifiziert als die Praxis.

Warum das eine gegen das andere ausspielen?

Ich wollte eigentlich nicht das eine gegen das andere ausspielen. Ich finde es nur extrem schlimm, wenn die Fähigkeiten und Erfahrungen, die sich fast alle Mütter (und auch viele Väter) in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder zulegen, so überhaupt nicht geachtet werden. Ich empfinde das als extrem frauenfeindlich.

Außerdem schadet es auch dem
eigenen Kind nicht, wenn eine Erziehungspraxis aufgrund eines
Pflegekindes reflektiert wird. …

… warum sollten Kinder in
Tagespflegestellen da schlechter gestellt sein, was die
Qualifikation derer, die sie betreuen betrifft?

Kein Problem, sollen sie von mir aus nicht. Ich habe eigentlich wirklich nichts gegen eine Ausbildung, ich hätte auch nichts gegen ein wesentlich verbessertes Angebot an Eltern-Lehrgängen (für die eigenen Kinder), sondern im Gegenteil.

Aber:

Und wenn wir davon ausgehen,
dass man zur vorschulischen Erziehung … eine berufliche
Qualifikation braucht, die über eigene biologische
Mutterschaft hinausgeht, …

Diese Gegenüberstellung „berufliche Qualifikation“ und „biologische Mutterschaft“.
Allein der Begriff „biologische Mutterschaft“. Das erinnert mich ganz stark an das 19. Jahrhundert, als man sich mit solchen Begriffen bemühte, alles abzuwerten, was nicht weißhäutig und männlich war. Ich denke dabei an solche Gegenüberstellungen wie die weniger wertvollen reproduzierende Tätigkeiten (Kinder bekommen, putzen, kochen, kurz alles was Frauen machten) gegen die äußerst wichtigen und achtenswürdigen produzierende Tätigkeiten (alles was Männer machten, natürlich nur weiße Männer), oder die Gegenüberstellung von Kultur- und Naturvölkern, oder von biologischer Mutterschaft und geistiger Vaterschaft usw. Dabei war die biologische Mutterschaft ganz in die Nähe der Mutterschaft von Tieren gerückt, welche nach damaliger Auffassung rein instinktiv, d. h. mehr oder weniger wie ein gedanken- und gefühlloses und verbesserungswürdiges Maschinenprogramm handelten.

Diese Abwertung der Mütter führte damals z. B. dazu, dass Kinder nicht mehr von der Mutter, sondern vom Frauenarzt „zur Welt gebracht“ wurden, und dass den Müttern von den höchst gebildeten Fachleuten Dinge eingeredet wurden, die nicht gerade gut für die Kinder waren, und die sie von sich aus wahrscheinlich nie gemacht hätten (wie z. B. das Stillen nach der Uhr, oder Kinder schreien lassen etc.).

Heute bemerke ich in der öffentlichen Diskussion auch eine ganz starke Abwertung der elterlichen Fürsorge. Zum Teil führe ich darauf übrigens auch die (anscheinend jedenfalls) zunehmende Verwahrlosung von Kindern zurück, da viele Eltern vielleicht wegen dieser Diskussion den Eindruck bekommen, die Kinder bräuchten gar nicht so viel Aufmerksamkeit, und spätestens ab 10 könnte man sie ganz auf sich alleine stellen, wenn sie nur irgendwie einen PC, einen Schlafplatz und genug zu essen haben.

Ich würde mich jedenfalls
(beispielsweise) eher von einem führerscheinlosen Chauffeur
mit jahrelanger unfallfreier Fahrpraxis als einem
Führerscheinneuling ohne Fahrpraxis anvertrauen wollen.

Das kannst Du privat für Dich durchaus entscheiden, auch wenn
die Gesetzeslage da eine klare Sichtweise hat, die sich von
Deiner unterscheidet.

Na ja, ok, da geht es aber ja nicht darum, ob die betreffende Person gut autofahren kann, das wird ja gar nicht überprüft. Sondern es geht darum, den Anspruch des Gesetzgebers vom Prinzip her durchzusetzen.

Aber hier geht es nicht nur um das Privatinteresse von einem
oder mehreren Individuen (leibliche Mutter, Tagesmutter,
Kind), sondern auch um ein staatliches Interesse. Und
schließlich finanziert ja der Staat diese Tagespflegestellen
auch mit.

Ich hätte gedacht, so oder so geht es um Qualität.

Übrigens - und da stehe ich nicht alleine da - habe ich von
der Betreuungstätigkeit mancher (nicht erzieherisch
ausgebildeten) Mütter, die die Grundschulbetreuung machen, oft
einen wesentlich besseren Eindruck als von der Arbeit mancher
gelernten Erzieherin im Hort.

Warum nicht?

Ich fand die Mütter einfach vom Menschlichen her den Kindern gegenüber oft wesentlich netter und herzlicher. Das ist doch das Wichtigste.
Ich fand sie auch wesentlich engagierter.

Sollen wir deswegen
Erzieherinnenausbildung etc. abschaffen.

Nein, aber verbessern und vor allem den Beruf attraktiver machen. Dafür müsste man aber wohl so manche Krusten aufbrechen, und manchen alteingesessenen Besitzstandswahrer von seinen Pfründen trennen, vermute ich jedenfalls.

Dass nämlich der Erzieherberuf auf
akademisches Niveau gehoben wird.

Davon sind wir aber vorläufig noch weit entfernt.

Viele Grüße
Simsy

Hallo

Es ist nicht gesagt, dass das Tageskind/die Tageskinder nur im
Babyalter ist/sind.

Soviel ich weiß, lernt man im Tagesmutter-Lehrgang, dass die Tageskinder auf keinen Fall älter sein sollen als das eigene Kind, sondern eigentlich jünger. Das hat (auch) seinen Grund darin, dass die Kinder ja eine Hierarchie bilden, und das eigene Kind sollte sich in der eigenen Wohnung bei der eigenen Mutter nicht unterordnen müssen.

Ich gebe Dir recht darin, dass ein eigenes Kind die
Tagesmutter zusätzlich qualifizieren KANN - aber nicht muss.

Mehr wollte ich eigentlich nicht sagen.
Ich würde dir sonst mit allen Dingen recht geben.

Viele Grüße
Simsy