Zeugen Jehovas

Hallo Carlos,

Wenn Blut den Körper verließ sollte es ausgegossen und nicht
verwendet werden. Der einzige Verwendungszweck war bei
religiösen Riten. Die Gebote, die im Zusammenhang mit Blut
stehen, haben einen religiösen und keinen gesundheitlichen
Hintergrund.

wenn Du diesen Gedanken konsequent zu Ende denkst, müßtest (dürftest) Du nur noch koscheres (ausgeblutetes) Fleisch essen.
Das wird zwar bei den Juden noch so gehandhabt, aber bei den ZJ hab ich davon noch nichts gehört.

Gruss Harald

Hallo Harald,

wenn Du diesen Gedanken konsequent zu Ende denkst, müßtest
(dürftest) Du nur noch koscheres (ausgeblutetes) Fleisch
essen.
Das wird zwar bei den Juden noch so gehandhabt, aber bei den
ZJ hab ich davon noch nichts gehört.

Frage mal deinen Metzger, ob das Fleisch, das du käufst ausgeblutet ist. Er wird es bejahen. In Deutschland ist es üblich, daß Blut aus den geschlachteten Tieren rauslaufen zu lassen (deswegen meide ich fanzösische Hähnchen).

Das Schächten, wie es Juden und Moslems praktizieren ist eine Methode, bei der dem lebenden Tier die Kehle aufgeschnitten wird. Das pumpende Herz beschleunigt das Auslaufen des Blutes.
Das Ergebnis ist aber das Gleiche. Ein Teil des Blutes bleibt auf jeden Fall im Körper zurück.

Dies ist schon in Ordnung. Denn der Genuß von Fleisch ist ausdrücklich erlaubt (1. Mose 9:3-4), solange es ausgeblutet ist.
Wenn man es genau nimmt, gilt dieses Gebot für ALLE Menschen, denn sie sind alle Nachkommen Noahs und seiner Söhne.

Meine provokative Gegenfrage: Warum sind die Z.J. die einzige christliche Religionsgemeinschaft, die dieses Gebot ernst nimmt? Warum erzählt kein Pfarrer und Priester seiner Gemeinde, daß ein Christ eigentlich keine Blutwurst essen darf (Apostelgeschichte 15:28,29)?

Gruß Carlos

Hallo Carlos,

Frage mal deinen Metzger, ob das Fleisch, das du käufst
ausgeblutet ist. Er wird es bejahen.

Na klar, er will ja verkaufen, aber wenn ich mir das Fleisch vor der Zubereitung so ansehe, kommen mir eher Zweifel.

Ein Teil des Blutes bleibt auf jeden Fall im Körper zurück.

Und wieviel Blut darf im Fleisch bleiben?

Meine provokative Gegenfrage: Warum sind die Z.J. die einzige
christliche Religionsgemeinschaft, die dieses Gebot ernst
nimmt?

Soviel ich weiß, essen auch die Adventisten kein Blut, allerdings essen sie überhaupt kein Fleisch.

Meine Familie hält sich auch daran, obwohl wir keine ZJ sind.
Wahrscheinlich halten sich mehr daran, als Du denkst.

Aber wir sind vom Thema abgekommen. Dass wir kein Blut essen oder trinken sollen, habe ich ja nicht bestritten. Die Differenz ergab sich aus der Transfusion. Und das hat nichts mit essen zu tun.

Das Verbot der Bluttransfusion ist eine Auslegung der ZJ.
Dazu möchte ich aber bemerken, dass Jesus betont hat, dass Auslegungen außer Kraft gesetzt werden können, um Menschenleben zu retten. Er hat sogar das Sabbathgebot ignoriert, um einen Menschen gesund zu machen. Hätte der Mensch nicht noch einen Tag länger krank sein können, wo er doch bereits jahrelang krank war?

Gruss Harald

Hallo Carlos,

Frage mal deinen Metzger, ob das Fleisch, das du käufst
ausgeblutet ist. Er wird es bejahen.

Na klar, er will ja verkaufen, aber wenn ich mir das Fleisch
vor der Zubereitung so ansehe, kommen mir eher Zweifel.

Das Ausbluten hat mit der generellen Behandlung von Fleisch in den Schlachthäusern in Deutschland zu tun. Auch bei einem geschächteten Rind wird ein Rindersteak blutig aussehen.

Ein Teil des Blutes bleibt auf jeden Fall im Körper zurück.

Und wieviel Blut darf im Fleisch bleiben?

Was hast du dazu in der Bibel geleses?

Meine provokative Gegenfrage: Warum sind die Z.J. die einzige
christliche Religionsgemeinschaft, die dieses Gebot ernst
nimmt?

Soviel ich weiß, essen auch die Adventisten kein Blut,
allerdings essen sie überhaupt kein Fleisch.

Wie gesagt, der Genuß von Fleisch ist ausdrücklich erlaubt.

Das Verbot der Bluttransfusion ist eine Auslegung der ZJ.
Dazu möchte ich aber bemerken, dass Jesus betont hat, dass
Auslegungen außer Kraft gesetzt werden können, um
Menschenleben zu retten. Er hat sogar das Sabbathgebot
ignoriert, um einen Menschen gesund zu machen. Hätte der
Mensch nicht noch einen Tag länger krank sein können, wo er
doch bereits jahrelang krank war?

Hat Jesus das Sabbathgebot gebrochen? Das Sabbathgebot besagte weiter nichts, als das am Sabath nicht gearbeitet werden darf.
Den jüdische Schriftgelehrten war dieses Gebot nicht genug und sie definierten haarfein, was Arbeit ist und was nicht.
Demnach waren medizinische Maßnahmen am Sabbath nur zur Rettung von Leben erlaubt. Ein gebrochener Arm wurde einfach am nächster Tag behandelt und geschient.

Behauptest du nun, daß Wunderheilungen verbotene Arbeit waren?

Jesus hat ja sinnigerweise darauf hingewiesen, daß die Juden damals ein Tier, daß in eine Grube fiel, es auch an einem Sabbat rausholten. Sie hätten das Tier auch am nächsten Tag dort rausholen können. Nur dann wäre es wahrscheinlich krank geworden, was zu einem finanziellen Verlust führen konnte.

Deine Behauptung läuft darauf hinaus, daß Gottes Gebote nur beschränkt gültig sind, sobald Leben auf dem Spiel steht.
Dann waren aber die Propheten und die ersten Christen ziemliche Dummköpfe. Schließlich wurden sie nur deshalb verfolgt und getötet, weil sie dem Willen Gottes nachkamen.
Mit etwas mehr Kompromissbereitschaft und einem zugedrückten Auge hätten es diese Menschen wesentlich leichter gehabt und so manche Schläge, Gefangenschaft und grausigen Tod vermieden.

Jesu Einstellung dazu findet sich in Matthäus 5:17-19.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos,

Das Ausbluten hat mit der generellen Behandlung von Fleisch in
den Schlachthäusern in Deutschland zu tun. Auch bei einem
geschächteten Rind wird ein Rindersteak blutig aussehen.

OK

Und wieviel Blut darf im Fleisch bleiben?

Was hast du dazu in der Bibel geleses?

1.Mose 9,4: „Fleisch mit seinem Leben, seinem Blut, das sollt ihr nicht essen.“

Demnach waren medizinische Maßnahmen am Sabbath nur zur
Rettung von Leben erlaubt.

Demnach müßte aber zur Rettung von Leben auch die Verwendung von Blut erlaubt sein.

Behauptest du nun, daß Wunderheilungen verbotene Arbeit waren?

Heilungen nicht, aber das Tragen eines Bettes :wink: (Joh.5,5-11)

Deine Behauptung läuft darauf hinaus, daß Gottes Gebote nur
beschränkt gültig sind, sobald Leben auf dem Spiel steht.

Das ist ein Mißverständnis. Nicht Gottes Gebote sind zu beschränken, sondern die Auslegungen.

Dann waren aber die Propheten und die ersten Christen
ziemliche Dummköpfe. Schließlich wurden sie nur deshalb
verfolgt und getötet, weil sie dem Willen Gottes nachkamen.
Mit etwas mehr Kompromissbereitschaft und einem zugedrückten
Auge hätten es diese Menschen wesentlich leichter gehabt und
so manche Schläge, Gefangenschaft und grausigen Tod vermieden.

Ich spreche nicht von Kompromissen. Ich verweise nur darauf, dass Gebote nicht zu unnötigen Beschwernissen führen sollen.(1.Tim.1,8)
Mein Vorschlag an die WTA wäre, die Passage aus Apg.15,29 noch einmal zu überdenken.

Hallo Harald,

Behauptest du nun, daß Wunderheilungen verbotene Arbeit waren?

Heilungen nicht, aber das Tragen eines Bettes :wink: (Joh.5,5-11)

OK, überzeugt.

Das ist ein Mißverständnis. Nicht Gottes Gebote sind zu
beschränken, sondern die Auslegungen.

OK, das habe ich jetzt auch verstanden.

Ich spreche nicht von Kompromissen. Ich verweise nur darauf,
dass Gebote nicht zu unnötigen Beschwernissen führen
sollen.(1.Tim.1,8)
Mein Vorschlag an die WTG wäre, die Passage aus Apg.15,29 noch
einmal zu überdenken.

Nun ja, ich bin nicht die WTG, ich kann nur für mich persönlich entscheiden, ob ich mit der WTG konform gehe. Dies tue ich.
Der Punkt um den es geht, ist der, ob die Gebote über den Umgang mit Blut korrekt auf modernen Verfahrensweisen angewendet wird.

Darüber, daß ein Christ kein Blut essen oder trinken darf, brauchen wir uns nicht zu streiten. Aus den biblischen Zusammenhang geht weiterhin hervor, daß Blut in keiner Weise genutzt werden darf. Die einzige Ausnahme bestand in Opferungsriten.
Für medizinische Zwecke wurde keine Ausnahme gemacht. Auch in der Antike wurde Blut zu Heilzwecken verwendet, wenn auch nur oral.

Darf man nun, da der medizinische Nutzen in bestimmten Fällen erwiesen ist (schwerste Unfälle, bestimmte Krebsformen), nun doch Blut nutzen, wenn man das jetzige Leben möglicherweise retten kann. Dies ist eine Gewissensfrage, die ein Christ selber beantworten muß.

Gruß
Carlos

P.S. Deine Statements haben mich sehr zum Nachdenken angeregt. Deshalb möchte ich einen neuen Thread mit dem Thema „Wofür sein Leben riskieren?“