Hallo Carlos,
Frage mal deinen Metzger, ob das Fleisch, das du käufst
ausgeblutet ist. Er wird es bejahen.
Na klar, er will ja verkaufen, aber wenn ich mir das Fleisch
vor der Zubereitung so ansehe, kommen mir eher Zweifel.
Das Ausbluten hat mit der generellen Behandlung von Fleisch in den Schlachthäusern in Deutschland zu tun. Auch bei einem geschächteten Rind wird ein Rindersteak blutig aussehen.
Ein Teil des Blutes bleibt auf jeden Fall im Körper zurück.
Und wieviel Blut darf im Fleisch bleiben?
Was hast du dazu in der Bibel geleses?
Meine provokative Gegenfrage: Warum sind die Z.J. die einzige
christliche Religionsgemeinschaft, die dieses Gebot ernst
nimmt?
Soviel ich weiß, essen auch die Adventisten kein Blut,
allerdings essen sie überhaupt kein Fleisch.
Wie gesagt, der Genuß von Fleisch ist ausdrücklich erlaubt.
Das Verbot der Bluttransfusion ist eine Auslegung der ZJ.
Dazu möchte ich aber bemerken, dass Jesus betont hat, dass
Auslegungen außer Kraft gesetzt werden können, um
Menschenleben zu retten. Er hat sogar das Sabbathgebot
ignoriert, um einen Menschen gesund zu machen. Hätte der
Mensch nicht noch einen Tag länger krank sein können, wo er
doch bereits jahrelang krank war?
Hat Jesus das Sabbathgebot gebrochen? Das Sabbathgebot besagte weiter nichts, als das am Sabath nicht gearbeitet werden darf.
Den jüdische Schriftgelehrten war dieses Gebot nicht genug und sie definierten haarfein, was Arbeit ist und was nicht.
Demnach waren medizinische Maßnahmen am Sabbath nur zur Rettung von Leben erlaubt. Ein gebrochener Arm wurde einfach am nächster Tag behandelt und geschient.
Behauptest du nun, daß Wunderheilungen verbotene Arbeit waren?
Jesus hat ja sinnigerweise darauf hingewiesen, daß die Juden damals ein Tier, daß in eine Grube fiel, es auch an einem Sabbat rausholten. Sie hätten das Tier auch am nächsten Tag dort rausholen können. Nur dann wäre es wahrscheinlich krank geworden, was zu einem finanziellen Verlust führen konnte.
Deine Behauptung läuft darauf hinaus, daß Gottes Gebote nur beschränkt gültig sind, sobald Leben auf dem Spiel steht.
Dann waren aber die Propheten und die ersten Christen ziemliche Dummköpfe. Schließlich wurden sie nur deshalb verfolgt und getötet, weil sie dem Willen Gottes nachkamen.
Mit etwas mehr Kompromissbereitschaft und einem zugedrückten Auge hätten es diese Menschen wesentlich leichter gehabt und so manche Schläge, Gefangenschaft und grausigen Tod vermieden.
Jesu Einstellung dazu findet sich in Matthäus 5:17-19.
Gruß
Carlos