Zeugen Jehovas

Hallo,

wie es scheint hat sich da unten ja sehr vieles getan. Es sieht so aus als ständen da noch sehr viele Fragen und Kommentare zu Zeugen Jehovas im Raum.

Und wegen der Übersichtlichkeit hier eine neue „Frage“. :smile:

gruss alex

PS: Danke Carlos, deine Antworten sind immer sehr ausführlich!!! Weiter so.

Hallo Didi, hallo Alex

Welche Bedeutung messen die Z.J. Jesus zu?

Jesus ist der einziggezeugte Sohn Gottes.
D.H. er wurde von Gott als erstes Wesen, einem Engel vergleichbar, erschaffen.
Bei der Erschaffung des Universums und der Engel hat Jesus dann mit Gott zusammengearbeitet.

Er steht in seiner Position über den Engeln, und unter Gott.

Du sprichst von unchristlichem Verhalten, :wer legt „eindeutig“ fest, was
unchristlich ist?

Viele Verhaltensweisen stehen eindeutig in der Bibel. Das Lügen, Stehlen und Morden unchristlich sind wird niemand bestreiten.

Nun gibt es aber im Alltag eine Unzahl von Grenzfällen, bzw. Verhaltensweisen die in der Bibel nicht erwähnt werden. In solchen Fällen muß man Grundsätzen in der Bibel suchen, die dieses Thema ansprechen.

Beispiel: Ist das Koksen unchristlich?
Gründsätze die sich darauf anwenden lassen:

  1. Die Bibel heißt den mäßigen Genuß von Alkohol gut, verurteilt aber Trunkenheit.
  2. Man soll sich nicht von Dingen abhängig machen -> Sucht
  3. Der eigene Körper ist etwas Heiliges von Gott geschenktes. Wer ihn zerstört mißachtet den, der ihn geschenkt hat.
    Folglich: Koksen kann man wahrscheinlich als ein unchristliches Verhalten betrachten.

Wenn eine Verhaltensweise von der Bibel nicht eindeutig verurteilt wird und auch keine biblichen Grundsätze EINDEUTIG dagegen sprechen muß ein Z.J. gemäß seinem eigenen Gewissen entscheiden. Dann darf ihn auch kein anderer kritisieren.

Gelingt es „selbst“ den Lebenswandel zu :ändern oder braucht es Einwirkung
von Aussen?

Nein, ohne die Hilfe von Gott geht zunächst einmal gar nichts.
Gute Vorbilder und Unterstützung von Glaubensbrüdern sind hilfreich, genügen aber alleine nicht

Druck durch Menschen oder sogar Zwangsmissionierung ist sinnlos.
Gott will, daß die Menschen ihm freiwillig dienen. Wir können Gott ja nichts geben, was wir nicht vorher von ihm erhalten haben.
Lebenszeit, Besitztümer und Gaben stammen letzlich von Gott.
Das Einzige was wir Ihm wirklich geben können ist unser Glauben und unsere Liebe.
Diese beiden Dinge lassen sich nicht erzwingen.

Nur ein kleiner Bruchteil der Menschen, die mit Z.J. die Bibel studieren und auch mal die Versammlungen besuchen, werden selber Z.J…

Gruß
Carlos

Gleich mal zwei Fragen an euch!!!
Hallo,

bei mir sind heute während des Bibelstudiums(ich studiere seit 8 Monaten) zwei Fragen aufgetreten, die mir vielleicht einer von euch [nicht nur Carlos :smile:] beantworten kann?

Frage 1: Noch mal zum Namen Jehovas…

Das Tetragrammaton besteht ja aus 4 Zeichen, die ja alle Konsonanten darstellen. Warum schreiben wir aber Jehova und nicht Jehovah? In der Schweiz findet man auch den Namen Jeova? Und warum schreibt man statt des W ein V???

Frage 2: Das Geschlechtsregister in Lukas 3:23-38

Hier wird ja die Abstammung von Maria aufgezeigt (das sie aus der Linie Daniels stammt, womit sich die Prophezeiung Jesajas erfüllt, das der Samen aus Daniels königlicher Linie stammen würde).
In Vers 23 heisst es das Joseph der der Sohn Heli war. Nun wird ja behauptet, das auch Maria die Tochter Joseph war. (in den jüdischen Geschlechtsregistern wurden nur Männer berücksichtigt) (Nachzulesen im Einsichtenbuch). Nun meine eigentliche Frage: Gibt es eine Bibelstelle oder eine Stelle im Geschichtsbuch oder sind darüber keine Quellen mehr vorhanden.

Danke schon jetzt mal für eure tollen Ideen.
Ihr müsst ja nicht alles beantworten…

gruss an alle

alex

Hallo Alex,

Frage 1: Noch mal zum Namen Jehovas…
Das Tetragrammaton besteht ja aus 4
Zeichen, die ja alle Konsonanten
darstellen. Warum schreiben wir aber
Jehova und nicht Jehovah? In der Schweiz
findet man auch den Namen Jeova? Und
warum schreibt man statt des W ein V???

Ohne Zeuge zu sein, hier mal ein Versuch aus linguistischer Sicht:

Das Tetragrammatom war ja ursprünglich wohl kaum in unserem Alphabeth verfaßt, sondern in hebräischen Buchstaben. Daher ist der Buchstabe „W“ oder „V“ einfach nur aufgrund der Aussprache so transkribiert worden, und ob der eine oder andere genommen wird, hängt anfangs nur davon ab, wer’s macht, und später davon, wer sich anfangs durchgesetzt hat.

Die "h"s, die mal da sind und mal nicht, hängen wahrscheinlich mit der „flüchtigen“ Natur der Aussprache des H zusammen. Sprich: In vielen Sprachen wird das H nur schwach oder gar nicht gesprochen, und dadurch dürfte auch seine Schreibung oder Nicht-Schreibung beeinflußt werden (auch hier ist der hebräische Buchstabe ja nur aussprachemäßig übernehmbar).

So, alles das weiß ich nicht auc irgendwelchen direkten Quellen, sondern habe es aus allgemeinen linguistischen Grundsätzen abgeleitet. Wenn’s hier also konkretere Angaben gibt, die das ergänzen oder widerlegen, lerne ich gerne dazu…

Gruß, Kubi

Hallo Carlos,
ich danke Dir für die Erklärungen.
Ich möchte offen mit Dir und dem Thema umgehen, deshalb teile ich Dir (und allen anderen die es lesen) mit, daß ich seit mehr als 20 Jahren zu denen gehöre, die sich wiedergeborene Christen nennen. Ich glaube an Gott, den Vater, Schöpfer aller Dinge und an Jesus Christus, den Sohn Gottes, der für meine (unser aller) Sünden am Kreuz von Golgatha gestorben ist und am dritten Tag wiederauferstanden ist und an den Heiligen
Geist, welcher in uns ausgegossen worden ist.
Ich bin als Erwachsener getauft und gehöre einer Gemeinschaft an, die sich nach biblischen Linien orientiert, wobei wir nicht glauben, daß wir alles wissen oder gar die perfekten Christen sind.
Ich lese die neue Elberfelder Bibelübersetzung, benutze aber, um zu forschen auch andere gute Übersetzungen. Ich möchte und kann auch niemanden bekehren, daß kann, meiner Meinung nach, nur Gott
tun.
Wenn Du jetzt noch Interesse hast mir zu antworten, dann möchte ich gerne noch einige Dinge wissen.

Nach biblischer Aussage, haben wir Menschen Schuld auf uns geladen, Sünde. In der Vergangenheit, Gegenwartund sicherlich auch in Zukunft. Glaubt ihr an die Vergebung der Sünde und an eine Reinigung?

In der Bibel, sagt Jesus von sich selbst, er wäre der Sohn Gottes. (z.B.Matth.16) Welche Meinung haben die Z.J. dazu?

Soweit erst einmal.

Gruss Didi.

Hallo Didi

Wenn Du jetzt noch Interesse hast mir zu
antworten, dann möchte ich gerne noch
einige Dinge wissen.

Sehr gerne.

Nach biblischer Aussage, haben wir
Menschen Schuld auf uns geladen, Sünde.
In der Vergangenheit, Gegenwartund
sicherlich auch in Zukunft. Glaubt ihr an
die Vergebung der Sünde und an eine
Reinigung?

Ja. Der Ausdruck dafür, der bei den Z.J. verwendet wird , ist das „Loskaufsopfer“ Jesu Christi.
Seit Adam haben alle Menschen die Sünde geerbt. Durch den Opfertod Jesu ist es möglich uns von dieser Sünde reinzuwaschen, wenn wir dieses Loskaufsopfer annehmen.

In der Bibel, sagt Jesus von sich selbst,
er wäre der Sohn Gottes. (z.B.Matth.16)
Welche Meinung haben die Z.J. dazu?

Genau die Gleiche.

Gruss Carlos

Hallo Alex,

Frage 1: Noch mal zum Namen Jehovas…

Das Tetragrammaton besteht ja aus 4
Zeichen, die ja alle Konsonanten
darstellen. Warum schreiben wir aber
Jehova und nicht Jehovah? In der Schweiz
findet man auch den Namen Jeova? Und
warum schreibt man statt des W ein V???

Keine Ahnung, aber ich persönlich würde mich hier den Aussagen von Kubi anschließen.

Frage 2: Das Geschlechtsregister in Lukas
3:23-38

Hier wird ja die Abstammung von Maria
aufgezeigt (das sie aus der Linie Davids
stammt, womit sich die Prophezeiung
Jesajas erfüllt, das der Samen aus
Davids königlicher Linie stammen würde).
In Vers 23 heisst es das Joseph der der
Sohn Heli war. Nun wird ja behauptet, das
auch Maria die Tochter Joseph war. (in
den jüdischen Geschlechtsregistern wurden
nur Männer berücksichtigt) (Nachzulesen
im Einsichtenbuch). Nun meine eigentliche
Frage: Gibt es eine Bibelstelle oder eine
Stelle im Geschichtsbuch oder sind
darüber keine Quellen mehr vorhanden.

Die Geschlechtslinie aus Lukas beschreibt, wie du schon nachgeforscht hattest die Geschlechtslinie mütterlicherseits. Heli oder Eli (je nach Übersetzung) ist der Vater Marias. Im Altertum war es sowohl bei den Griechen als auch bei den Juden nicht üblich, die Mutter als Glied der genealogischen Kette zu nennen. Deshalb steht dort nicht der Name Marias, sondern Josephs.

Bei Matthäus wird die königliche Linie nachverfolgt, dementsprechend gibt es nicht einfach Bibelstellen sondern man kann die beiden Bücher Chronika nehmen.

Bei Lukas handelt es sich um einen unbedeuteten Nebenzweig.
Die einzigen Bibelstellen die sich auf Teile dieser Geschlechtslinie beziehen sind Esra 3:2, 1.Chronika 3:17-19. Und dies auch nur deshalb, weil sich hier die beiden Geschlechtslinien aus Matthäus und Lukas wieder treffen.

Gruß
Carlos

Lieber Alex, ich bin kein Zeuge Jehowas, sondern evangelischer Christ. Jehowa ist abgeleitet von dem hebräischen Tetragramm JHWH. Das Hebräische ist eine Konsonantenschrift, das bedeutet, es gibt keine Vokale als Buchstaben. Die Konsonantenreihe JHWH kann somit alle möglichen Vokale zwischen den Konsonanten zulassen, aber es würde zu weit führen, dies genauer zu erklären. In dem hebräischen Grundtext des Alten Testamentes wurden, damit der Sinn eindeutig ist, Zeichen für Vokale von den jüdischen Gelehrten, den Rabbinern, erfunden und eingefügt; Das sind kleine Punkte und Striche über und unter den Konsonanten. Stelle dir einfach vor, im Deutschen gäbe es keine Vokale. Der Satz „Ich liebe dich“ würde dann so geschrieben werden: „ch lb dch“. Dies könnte mit anderen Vokalen aber auch bedeuten können: „Ach lobe doch“ oder „Ich lebe doch“ usw. Natürlich ist das im Hebräischen nicht ganz so beliebig, wie es jetzt erscheint, aber doch gäbe es ohne die Vokalzeichen unter und über den Konsonanten einige Deutungsmöglichkeiten. Soviel als nötige Vorrede.
Die ursprüngliche Aussprache des Gottesnamens war Jachweh. Das dritte Gebot spricht davon, dass wir den Namen Gottes nicht mißbrauchen sollen. Nun haben die Juden damals den Namen Gottes für so heilig gehalten, dass sie beschlossen, ihn bei den Lesungen im jüdischen Gottesdienst gar nicht mehr auszusprechen, sondern statt dessen immer „Herr“ zu sagen. Den Text der Bibel, also die Konsonanten, haben sie natürlich nicht verändert, denn der galt ihnen als heilig. So haben sie, damit jeder, der im Gottesdienst die Texte zu lesen hatte, nicht aus Versehen doch den Gottesnamen ausspricht, unter das Tetragramm JHWH die Vokalzeichen für „Herr“ gesetzt. Wenn man nun die Konsonanten des Gottesnamens Jachweh mit den Vokalzeichen der Anrede „Herr“ verbindet, erhält man das Wort „Jehowah“. Das ist, als würde man unter deine Konsonanten L und X die Vokale von Udo setzen, dann hießest du Ulox und nicht mehr Alex. Der Name Gottes ist also niemals Jehova gewesen, sondern Jachwe. Das hat man aber erst vor ca. 50 Jahren wirklich sicher herausgefunden, weil man griechische Übersetzungen des hebräischen Bibeltextes gefunden hat, die eindeutig Jachweh schreiben. Die Zeugen Jehowas haben inzwischen auch in einer kleinen Schrift zugegeben, sich an diesem Punkt geirrt zu haben.
Zu deiner konkreten Frage, ob W oder V: Im Hebr. gibt es verschiedene Buchstaben für F und W. Das W des Tetragramms ist das weichste, das es gibt,daher ist w angemessen.
Im Gegensatz zu den Zeugen Jehowas glaube ich, dass Jesus Gottes Sohn war und dass er Gott gleich ist, wie er es in Johannes 17,11 und 21 und öfter selber sagt. Er ist auch nicht ein Loskaufopfer, das uns nur einmal von unserer Sünde reinwäscht, sondern er ist das Opfer für alle unsere Sünden und Gott wartet als der gütige Vater darauf, dass wir uns zu ihm wenden. Die Bibel sagt, wenn wir eine echte Beziehung zu Gott haben wollen und das Leben in seiner ganzen Fülle, nicht, dass wir zu den Zeugen Jehovas gehen müssen, sondern allein Jesus ist das Entscheidende. Jeden, der ihn in sein Leben einlädt, will er zu einem Kind Gottes machen, da gibt es dann keine Unterschiede, wie sie etwa auch die Zeugen Jehowahs machen. Durch den heiligen Geist ist er uns jeden Tag nah, geht mit uns mit und hilft uns, ein Leben zu führen, das ihm gefällt und uns gut tut. Ich hoffe, du empfindest es nicht als all zu intolerant, dass ich als Nichtzeuge, dir meine Sicht der Dinge mitteile. Ausschlaggebend war für mich die Frage mit dem Tetragramm. Wenn du willst, stehe ich dir für weitere Fragen zu meinem Glauben gern zur Verfügung. Gruß Ernst

Hallo,

bei mir sind heute während des
Bibelstudiums(ich studiere seit 8
Monaten) zwei Fragen aufgetreten, die mir
vielleicht einer von euch [nicht nur
Carlos :smile: ] beantworten kann?

Frage 1: Noch mal zum Namen Jehovas…

Das Tetragrammaton besteht ja aus 4
Zeichen, die ja alle Konsonanten
darstellen. Warum schreiben wir aber
Jehova und nicht Jehovah? In der Schweiz
findet man auch den Namen Jeova? Und
warum schreibt man statt des W ein V???

Frage 2: Das Geschlechtsregister in Lukas
3:23-38

Hier wird ja die Abstammung von Maria
aufgezeigt (das sie aus der Linie Daniels
stammt, womit sich die Prophezeiung
Jesajas erfüllt, das der Samen aus
Daniels königlicher Linie stammen würde).
In Vers 23 heisst es das Joseph der der
Sohn Heli war. Nun wird ja behauptet, das
auch Maria die Tochter Joseph war. (in
den jüdischen Geschlechtsregistern wurden
nur Männer berücksichtigt) (Nachzulesen
im Einsichtenbuch). Nun meine eigentliche
Frage: Gibt es eine Bibelstelle oder eine
Stelle im Geschichtsbuch oder sind
darüber keine Quellen mehr vorhanden.

Danke schon jetzt mal für eure tollen
Ideen.
Ihr müsst ja nicht alles beantworten…

gruss an alle

alex

Hallo Ernst,

Die Zeugen Jehowas
haben inzwischen auch in einer kleinen
Schrift zugegeben, sich an diesem Punkt
geirrt zu haben.

So klein war die gar nicht; 23 cm x 17,8 cm.
*g*

Könntest du mir bitte erklären, wie man herausgefunden hat, daß die die korrekte Aussprache Jahweh lautet. Bisher konnte mir niemand eine verständlicher Erläuterung geben.

Im Gegensatz zu den Zeugen Jehowas glaube
ich, dass Jesus Gottes Sohn war und dass
er Gott gleich ist, wie er es in Johannes
17,11 und 21 und öfter selber sagt.

Johannes Kapitel 17 Vers 11:
„Auch bin ich nicht länger in der Welt, doch sie sind in der Welt, und ich komme zu dir. Heiliger Vater, wache über sie um deines Namens willen, den du mir gegeben hast, damit sie eins seien, so wie wir es sind.“

Hier spricht Jesus davon, daß seine Jünger genauso einig sein sollen, wie Jesus es mit seinem Vater war. Um mit diesem Text eine Wesensgleichheit von Jesus und Jahweh belegen zu wollen muß man schon ziemlich verzweifelt sein.

Freundlicher Gruß von
Carlos

weitere Erklärung
Lieber Carlos, ich hoffe, dass das, was ich geschrieben habe, für sich erst einmal verständlich gewesen ist. Die Eigenart des Gottesnamens ist schon sehr lange gesehen worden, was auch die Vokalzeichen betrifft. Wie es im Deutschen Namen mit „Gott“ als Namensteil gibt (Gottfried, Traugott usw), so ist es in Israel auch. Die Menschen hängten einfach die Kurzform des Gottesnamens, ein Jod, an den Namen und ergänzten in der Schrift dann den dazugehörigen Vokal. Diese Namen sind sehr sehr häufig, Elija, Jesaja, Jeremija, Obadja, Zedekija. Aber auch vorgeschaltet gibt es den Gottesnamen: Johannes, Jojakim, Joel. Dass hier niemals ein E bei dem J begegnete, macht an sich schon stutzig. Man kann anhand von Inschriften auf Steinstelen sagen, dass das Nichaussprechen des Namens Gottes ca. 300 vor Christus sich durchgesetzt hatte. Vorher begegnet der Gottesname „Jahwe“ auf der sogenannten Mesastele aus dem 9.Jahrhundert vor Christus und in den Lachischbriefen aus der Zeit der Zerstörung Jerusalems 589 v.Chr. Die Erkenntnis, dass der Name Gottes, Jahwe und nicht Jehowa lautet, setzte sich aber erst dann eindeutig durch, als man Schriften entdeckte von den Christen der ersten Jahrhunderte. Diese Schriften waren vorher unbekannt. Genau gesagt handelt es sich um Schriften der frühchristlichen Gelehrten Theodoreth und Klemens von Alexandrien. Dort ist der Gottesname Jahwe in griechichen Buchstaben zu finden. Allerdings gibt es auch etwas andere Lesarten wie z.B. die Kurzform Jahu. Entscheidend ist, das allerdings läßt sich schwer erklären für jemanden, der kein Hebräisch versteht, dass das W von JHWH nicht doppelt verwendet wird, wie es bei Jehowa der Fall wäre. Wenn du Interesse hast, erkläre ich dir das gerne ausführlich, will aber jetzt nicht so weit ausholen und nachher interessiert es keinen.

Zu der Frage der Gottheit Jesu. Ich bin nicht verzweifelt, wie du dich leider recht bissig ausdrückst. Dass nicht nur die Zeugen Jehowas, sondern auch manche Christen die Gottheit Jesu ablehnen, hängt damit zusammen, dass sich die göttliche Tatsache der Gottheit Jesu eben nicht wie eine mathematische Formel aufdröseln läßt. Gott ist Gott und seine Menschwerdung in Jesus Christus das größte Geheimnis der Weltgeschichte. Anmaßend ist der, der meint sie für einen kleinen Menschenverstand logisch nachvollziebar und sezierbar „auftischen“ zu können. Wenn du jetzt schon in dich hinein schmunzelst und wieder vermutest, ich sei verzweifelt, dann muß ich dich enttäuschen, denn es gibt eine Vielzahl harter biblischer Belege für die Gottheit Jesu. Aber die Vorbemerkung war mir wichtig, weil ich nicht von Gott erwarte, dass er mir, einem Menschen, jede Einzelheit seines Wesens entschlüsseln müßte.
Nun die Fakten, die du allerdings mit deiner Eine-Welt-Übersetzung, aus der du in deinem letzten Artikel zitiert hast, nicht immer nachvollziehen können wirst, weil in dieser Übersetzung einige schwerwiegende Ungenauigkeiten zu finden sind, von denen ich nicht sofort unterstelle, dass sie beabsichtigt sind. Die Zeugen Jehowas haben früher die Elberfelder Bibel benutzt, also werde ich mich auf diese Übersetzung beziehen, die ja demnach auch von Euch anerkannt sein müßte. Ab und an werde ich mich dann auch auf den griechischen Urtext beziehen, der ja der Ursprung jeder Übersetzung ist. Ich beziehe mich jetzt nur auf die Stellen, die wörtlich Jesus Gott nennen, viele andere Stellen in der Bibel sind zum Teil noch eindeutiger, müßten aber intensiver betrachtet werden.

  1. Johannes 1,1+2: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott.“ Wir sind uns sicher einig, dass Johannes mit dem Wort natürlich Jesus meint, von dessen Menschwerdung ab Vers 14 die Rede ist. Nun sind zwei Aussagen hier von besonderer Bedeutung. Dieses Wort war Gott und es war bei Gott. Das trifft genau meine Auffassung. Jesus, also das Wort, ist Gott, aber mit der Aussage, dass es bei Gott war, wird deutlich gesagt, dass Gottes Wesen damit noch nicht erschöpft ist. Jesus ist also kein zweiter Gott. Das Wort läßt sich nicht von Gott lösen. Es ist ihm weder untergeordnet noch nebengeordnet, sagt Johannes. Die Bibel ist an die Menschen gerichtet und will davon berichten, wie sich Gott uns Menschen offenbart hat. Indem sich Gott offenbart, ist er das Wort.
  2. Diese Aussage der Gottheit Jesu ist wie ein Rahmen des Johannesevangeliums. Wie am Anfang in 1,1 so ist auch am Ende in Johannes 20,28 ein klares Bekenntnis zur Gottheit Jesu ausgesprochen. Thomas begegnet dort dem Auferstandenen und sagt zu ihm „mein Herr und mein Gott“.
  3. Im Hebräerbrief wird deutlich gesagt, dass Jesus einzigartig unterschieden ist von den Engeln. In Kap 1 wendet er zwei Psalmstellen auf Jesus an. Der Text ist nicht ganz einfach zu verstehen, man muß ihn aufmerksam lesen: ab Vers 7:„Und von den Engeln zwar spricht er (Gott): „Der seine Engel zu Winden macht und seine Diener zu einer Feuerflamme, von dem Sohn aber: „Dein Thron, o Gott, ist in alle Ewigkeit…“ In Vers 9 wird Jesus dann in gleicher Weise noch einmal „Gott“ genannt.
  4. Im Philipperbrief Kap. 2,6 schreibt Paulus, daß Jesus es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern daß er sich seiner Göttlichkeit entäußerte, um Mensch zu werden. „Jesus war in Gottes Gestalt und hielt es nicht wie einen Raub fest, Gott gleich zu sein. Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist…“ Jesus ist also Gott. Um Mensch zu werden, hat er aus Liebe zu uns Menschen seine Göttlichkeit abgelegt. Er hielt sie nicht wie einen Raub, also wie einen Besitz, fest, sondern ließ sie los für uns. Gleichzeitig macht auch dieser Text vor allem Vers 9 „Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist“ deutlich: Jesus ist Gott insofern er sich uns offenbart. Der Name der über alle Namen ist, kann kein anderer sein als der Name Gottes, denn nur der ist über alle Namen. Wenn Gott Jesus diesen Namen verliehen hat, heißt das nichts anderes, als daß Jesus nach seiner Menschwerdung, nach Kreuz und Auferstehung, wieder zu seiner Göttlichkeit zurückgekommen ist. Diese Stelle ist die wichtigste und auch die, an der die Neue-Welt-Übersetzung den Bibeltext in leider extremer Weise unkorrekt übersetzt.
  5. Man kann nur zu Gott beten, das sagen auch die Zeugen Jehowas und beten deshalb nicht zu Jesus. Korrigiere mich, wenn das nicht stimmen sollte. Ich bin der gleichen Auffassung, daß man nur zu Gott beten kann. Paulus übrigens auch, aber er spricht davon, daß er zu Jesus gebetet hat und er ihm auch geantwortet hat. In 2 Kor 12,8+9 Paulus spricht davon, daß er irgendein Leiden hat, das er als Engel Satans bezeichnet :„Um dessentwillen habe ich dreimal den Herrn angerufen, daß er von mir ablassen möge. Und er hat zu mir gesagt: ‚Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.‘ Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne.“ Paulus ruft den Herrn an und der, der ihm da antwortet, sagt, daß seine Kraft in der Schwachheit wirkt. Paulus sagt dann im Nachsatz eindeutig, daß die Kraft Christi bei ihm wohnen soll. Also ist der, zu dem er da gebetet hat und der ihm seine Kraft verspricht, Christus, der Sohn Gottes, der mit seinem Vater eins ist - um auf die Johannesstellen, die weit mehr bedeuten als eine Einmütigkeit zwischen Gott Vater und Jesus, hinzuweisen.
  6. Eine letzte Stelle bringe ich noch, dann muß ich erst einmal aufhören und arbeiten. Ich werde diesen letzten Bibelvers aus dem Kolosserbrief (2,9) auch nicht groß kommentieren, denn er spricht für sich: „Denn in ihm (Jesus) wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“. Die ganze Fülle, Jesus war nicht nur von Gott mit großer Kraft und Weisheit ausgerüstet, Gott in seiner ganzen Fülle ist in Jesus.
    Ich hoffe, meine Ausführungen waren verständlich. Wenn du weiterreden willst, gern.
    Gruß Ernst

Hallo Ernst,

Die Zeugen Jehowas
haben inzwischen auch in einer kleinen
Schrift zugegeben, sich an diesem Punkt
geirrt zu haben.

So klein war die gar nicht; 23 cm x 17,8
cm.
*g*

Könntest du mir bitte erklären, wie man
herausgefunden hat, daß die die korrekte
Aussprache Jahweh lautet. Bisher konnte
mir niemand eine verständlicher
Erläuterung geben.

Im Gegensatz zu den Zeugen Jehowas glaube
ich, dass Jesus Gottes Sohn war und dass
er Gott gleich ist, wie er es in Johannes
17,11 und 21 und öfter selber sagt.

Johannes Kapitel 17 Vers 11:
„Auch bin ich nicht länger in der Welt,
doch sie sind in der Welt, und ich komme
zu dir. Heiliger Vater, wache über sie um
deines Namens willen, den du mir gegeben
hast, damit sie eins seien, so wie wir es
sind.“

Hier spricht Jesus davon, daß seine
Jünger genauso einig sein sollen, wie
Jesus es mit seinem Vater war. Um mit
diesem Text eine Wesensgleichheit von
Jesus und Jahweh belegen zu wollen muß
man schon ziemlich verzweifelt sein.

Freundlicher Gruß von
Carlos

Hallo Ernst,

herzlichen Dank für deine genauen Erläuterungen.
Vor dem Wochenende kann ich leider nicht mehr darauf eingehen, weil ich die nächsten Tage unterwegs bin.

Gruß
Carlos

Ich bin dann auch eine Woche unterwegs, antworte dann aber bestimmt. Gruß Ernst

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Ernst,

Genau gesagt
handelt es sich um Schriften der
frühchristlichen Gelehrten Theodoreth und
Klemens von Alexandrien. Dort ist der
Gottesname Jahwe in griechichen
Buchstaben zu finden. Allerdings gibt es
auch etwas andere Lesarten wie z.B. die
Kurzform Jahu. Entscheidend ist, das
allerdings läßt sich schwer erklären für
jemanden, der kein Hebräisch versteht,
dass das W von JHWH nicht doppelt
verwendet wird, wie es bei Jehowa der
Fall wäre. Wenn du Interesse hast,
erkläre ich dir das gerne ausführlich,
will aber jetzt nicht so weit ausholen
und nachher interessiert es keinen.

Das Thema interessiert mich wirklich.
Das die heute verwendete Vokalisation des Gottesnamen Jehowah nicht der ursprünglichen entspricht, habe ich in einem anderen Artikel schon bestätigt. Ich würde auch gerne mehr über diese Schriften des Gelehrten Theodoreth erfahren.
Wobei etwas skepsis immer angebracht ist, denn auch bei dem Namen IESUS gibt es Fachleute, die behaupten, daß hier der hebräische Namen der griechischen Zunge angepaßt wurde.

Wenn du jetzt schon in dich
hinein schmunzelst und wieder vermutest,
ich sei verzweifelt, dann muß ich dich
enttäuschen, denn es gibt eine Vielzahl
harter biblischer Belege für die Gottheit
Jesu.

Ich werde mich nicht über eine ernsthafte Überzeugung lustig machen, besonders, wenn sie fundiert ist.

Nun die Fakten, die du allerdings mit
deiner Eine-Welt-Übersetzung, aus der du
in deinem letzten Artikel zitiert hast,
nicht immer nachvollziehen können wirst,

Ich habe mir eine evangelische Übersetzung gemß Luther bereitgelegt.

  1. Johannes 1,1+2: „Im Anfang war das
    Wort, und das Wort war bei Gott, und das
    Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei
    Gott.“ Wir sind uns sicher einig, dass
    Johannes mit dem Wort natürlich Jesus
    meint, von dessen Menschwerdung ab Vers
    14 die Rede ist. Nun sind zwei Aussagen
    hier von besonderer Bedeutung. Dieses
    Wort war Gott und es war bei Gott. Das
    trifft genau meine Auffassung. Jesus,
    also das Wort, ist Gott, aber mit der
    Aussage, dass es bei Gott war, wird
    deutlich gesagt, dass Gottes Wesen damit
    noch nicht erschöpft ist. Jesus ist also
    kein zweiter Gott. Das Wort läßt sich
    nicht von Gott lösen. Es ist ihm weder
    untergeordnet noch nebengeordnet, sagt
    Johannes. Die Bibel ist an die Menschen
    gerichtet und will davon berichten, wie
    sich Gott uns Menschen offenbart hat.
    Indem sich Gott offenbart, ist er das
    Wort.

Johannes 1:1 ist die eine von zwei Stellen, die ich kenne, die eine Wesensgleich von Jahweh und Jesus stützen könnten. Im deutschen liest sich das eindeutig; „das Wort war Gott“. Im griechichen klingt das nicht mehr so eindeutig, weil dort Personalpronomen wie „ein“ fehlen. Es gibt Übersetzungen (nicht nur die Neue Welt-Übersetzung), die hier „das Wort war ein Gott“ oder „das Wort war göttlicher Natur“ verwenden ohne das man eindeutig sagen kann, daß es falsch ist.
Gemäß der Bibel gibt es VIELE Götter; einen Wahren, viele Falsche, und welche die so genannt werden. (siehe auch 1.Kor.8:5)

Das Jesus in seiner vormenschlischen Gestalt bei Jahweh war, verstehe ich als Positionsangabe und Zeichen der Verbundenheit. Immerhin ist Jesus sein einziggezeugter Sohn und Jesus hat seinen Vater bei der Erschaffung der Welt unterstützt. (siehe Sprüche 8:22-31)

Wie am Anfang in 1,1 so ist auch am Ende
in Johannes 20,28 ein klares Bekenntnis
zur Gottheit Jesu ausgesprochen. Thomas
begegnet dort dem Auferstandenen und sagt
zu ihm „mein Herr und mein Gott“.

Da muß ich noch darüber nachsinnen.

  1. Im Hebräerbrief wird deutlich gesagt,
    dass Jesus einzigartig unterschieden ist
    von den Engeln. In Kap 1 wendet er zwei
    Psalmstellen auf Jesus an. Der Text ist
    nicht ganz einfach zu verstehen, man muß
    ihn aufmerksam lesen: ab Vers 7:„Und von
    den Engeln zwar spricht er (Gott): „Der
    seine Engel zu Winden macht und seine
    Diener zu einer Feuerflamme, von dem Sohn
    aber: „Dein Thron, o Gott, ist in alle
    Ewigkeit…“ In Vers 9 wird Jesus dann in
    gleicher Weise noch einmal „Gott“
    genannt.
  2. Im Philipperbrief Kap. 2,6 schreibt
    Paulus, daß Jesus es nicht wie einen Raub
    festhielt, Gott gleich zu sein, sondern
    daß er sich seiner Göttlichkeit
    entäußerte, um Mensch zu werden. „Jesus
    war in Gottes Gestalt und hielt es nicht
    wie einen Raub fest, Gott gleich zu sein.
    Aber er machte sich selbst zu nichts und
    nahm Knechtsgestalt an, indem er den
    Menschen gleich geworden ist…“ Jesus
    ist also Gott. Um Mensch zu werden, hat
    er aus Liebe zu uns Menschen seine
    Göttlichkeit abgelegt. Er hielt sie nicht
    wie einen Raub, also wie einen Besitz,
    fest, sondern ließ sie los für uns.
    Gleichzeitig macht auch dieser Text vor
    allem Vers 9 „Darum hat Gott ihn auch
    hoch erhoben und ihm den Namen verliehen,
    der über jeden Namen ist“ deutlich: Jesus
    ist Gott insofern er sich uns offenbart.
    Der Name der über alle Namen ist, kann
    kein anderer sein als der Name Gottes,
    denn nur der ist über alle Namen. Wenn
    Gott Jesus diesen Namen verliehen hat,
    heißt das nichts anderes, als daß Jesus
    nach seiner Menschwerdung, nach Kreuz und
    Auferstehung, wieder zu seiner
    Göttlichkeit zurückgekommen ist. Diese
    Stelle ist die wichtigste und auch die,
    an der die Neue-Welt-Übersetzung den
    Bibeltext in leider extremer Weise
    unkorrekt übersetzt.

Die beiden vorgenannten Stellen unterscheiden sich in der Neue-Welt-Übersetzung deutlich von den vorhergenannten. Wer sagt nun, das diese Stellen extrem unkorrekt Übersetzt wurden, Hebraisten, Gräzisten oder Theologen?
Ich würde gerne einen Juden dazu befragen, wie er den Text in Psalm 45:6-8 übersetzt.

  1. Man kann nur zu Gott beten, das sagen
    auch die Zeugen Jehowas und beten deshalb
    nicht zu Jesus. Korrigiere mich, wenn das
    nicht stimmen sollte.

Das ist korrekt.

Ich bin der
gleichen Auffassung, daß man nur zu Gott
beten kann. Paulus übrigens auch, aber er
spricht davon, daß er zu Jesus gebetet
hat und er ihm auch geantwortet hat. In 2
Kor 12,8+9 Paulus spricht davon, daß er
irgendein Leiden hat, das er als Engel
Satans bezeichnet :„Um dessentwillen habe
ich dreimal den Herrn angerufen, daß er
von mir ablassen möge. Und er hat zu mir
gesagt: ‚Meine Gnade genügt dir, denn
meine Kraft kommt in Schwachheit zur
Vollendung.‘ Sehr gerne will ich mich nun
vielmehr meiner Schwachheit rühmen, damit
die Kraft Christi bei mir wohne.“ Paulus
ruft den Herrn an und der, der ihm da
antwortet, sagt, daß seine Kraft in der
Schwachheit wirkt.

Wer ist der Herr (Kyrios)? Ungünstigerweise wird dieser Titel sowohl auf Jahweh als auch auf Jesus angewendet.

Paulus sagt dann im
Nachsatz eindeutig, daß die Kraft Christi
bei ihm wohnen soll. Also ist der, zu dem
er da gebetet hat und der ihm seine Kraft
verspricht, Christus, der Sohn Gottes.

Die Folgerung, daß er zu Christus gebetet hat ist nicht logisch. Die Erwähnung zweier Personen in zwei nachfolgenden Sätzen bestätigt nicht deren Identität.

  1. Eine letzte Stelle bringe ich noch,
    dann muß ich erst einmal aufhören und
    arbeiten. Ich werde diesen letzten
    Bibelvers aus dem Kolosserbrief (2,9)
    auch nicht groß kommentieren, denn er
    spricht für sich: „Denn in ihm (Jesus)
    wohnt die ganze Fülle der Gottheit
    leibhaftig“. Die ganze Fülle, Jesus war
    nicht nur von Gott mit großer Kraft und
    Weisheit ausgerüstet, Gott in seiner
    ganzen Fülle ist in Jesus.

Ja, wer Jesus damals gesehen hatte, hatte auch den Vater gesehen. Schließlich stellte Jesus seinen Vater als ein perfektes Bild dar. Ich möchte aber zu bedenken, daß niemand Gott sehen weiterleben kann.

Der Gedanke der Wesensgleichheit von Jahweh und Jesus endstand erst im 3. und 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, nachdem die griechische Philosophie Einzug ins Christentum gehalten hatte. Es war ein heidnischer römischer Kaiser (Konstantin), der auf dem Konzil von Nizäa dieser Glaubenslehre, nicht ohne politische Hintergedanken, durchgedrückt hat.

Die Wesensgleichheit von Jahweh und Jesus ist ein so fundamentaler Glaubenslehrsatz, daß dieser von einem Propheten oder von Jesus bekannt gemacht werden müßte. Die vorgenannten Bibelstellen denke ich, sind nicht hinreichend.

Ich hoffe, meine Ausführungen waren
verständlich.

Ja, das waren sie.

Wenn du weiterreden willst, gern.

Ja, sehr gerne und vielen Dank nochmals.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos,

Ich würde gerne einen Juden dazu
befragen, wie er den Text in Psalm 45:6-8
übersetzt.

Also Martin Buber übersetzt:
„Deine gespitzten Pfeile - Völker fallen unter dir hin - ins Herz der Feinde des Königs!
Dein Stuhl ist Gottes in Zeit und Ewigkeit, ein Stab der Geradheit der Stab deines Königtums.
Du liebst Wahrhaftigkeit und hassest Frevel, drum hat Gott, dein Gott dich gesalbt mit Öl des Entzückens vor deinen Gefährten.“

Und Naftali Herz Tur-Sinai schreibt:
„Mag deine Rechte dir Geschoße schießen
geschärft sein deine Pfeile
sie fallen, Völker dir zu Füßen
des Königs Feinden in das Herz!
Dein Gottesthron steht ewiglich
ein Stab des Rechts ist deiner Königsherrschaft Stab.
Recht liebtest, Frevel haßtest du
drum hat dich Gott, dein Gott gesalbt
mit Öl der Lust vor deinen Freunden.“

Ich hoffe, Dir geholfen zu haben.

Gruß Harald

Hallo Harald,

Ich hoffe, Dir geholfen zu haben.

Ja, das hast du wirklich.

Gruß
Carlos