Zeugnisende Wir wünschen Herrn sowieso alles Gute'

Hallo,

ich richte meine Frage an Leute, die WIRKLICH bescheid wissen, also Personaler oder Leute mit entsprechender (Berufs-) Erfahrung.

Und zwar geht es mir um die sog. „letzte Zeile“.

Ich habe mich sehr ausgiebig zu diesem Thema informiert und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Glückwünsche für die Zukunft im Zeugnis nicht zwangsläufig eine schlechte bzw. entwertende Äußerung sein MÜSSEN, sondern auch tatsächlich eine „nette Floskel“ sein können.

Liege ich damit richtig?

Eine eindeutige Antwort kann es wohl nicht geben, anscheinend hängt das auch vom restlichen Zeugnis ab. Wenn da also drinsteht „war stehts bemüht“ und dann noch am Schluss „wir wünschen ihm“, dann isses wohl ne 6.

Was aber, wenn das Zeugnis gut ist und TROTZDEM gute Wünsche am Schluss geschrieben sind?

Danke im Voraus für Eure Antworten!

Kontext, Kontext, Kontext…
Hallöle Timekiller,

seit dem BGH-Urteil (muß ich jetzt wirklich das Aktenzeichen suchen? Ich stelle es demnächst in die FAQ, OK?) wissen wir alle, daß kein Anspruch auf Dank & gute Wünsche im Zeugnis besteht. Ist es nun ein Grund, auf dieselbige zu verzichten? Keineswegs!

Aber Du schreibst schon ganz richtig, daß man es aus dem Kontext erkennen kann, wie ehrlich sie gemeint sind. Sprich: Zeugnis unter aller Sau, aber ‚wir danken Herrn XY für seine Mitarbeit (im Klartext: wir sind froh, daß er weg ist) und wünschen ihm für seine private und berufliche Zukunft (im Klartext: wir machen drei Kreuze, wenn er nieeeee wieder auftaucht; das Private kannst Du Dir in etwa vorstellen… *grins*) alles Gute‘… Jaaaaaaa sicher! Und Schweine können fliegen…

Es gibt aber auch wirklich gute Zeugnisse, wo Dank & gute Wünsche schlicht unentbehrlich sind. Wenn Du willst, kann ich Dir zwei (natürlich namenlose) Beispiele schicken.

Gruß

Renee

Hallo,

siehe hier:

http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/sc…

Gerhard

Positiv oder negativ?
Hallo timekiller,

ich hoffe Du nimmst es mir nicht übel, das ich als nicht Fachfrau in Sachen Zeugnisse hier dennoch etwas schreibe.

Ich selbst habe vor ein paar Tagen einen Entwurf meines Zeugnisses von meinem ehemaligen Arbeitgeber bekommen um es mir anzuschauen und zu korriegieren/ergänzen. Da ich meine ganze Energie und Freizeit in diesen Job investiert habe, bestehe ich auch darauf das ich ein ordentliches Zeugniss bekomme. Ich habe mir also ein Fachbuch genommen und bin jeden einzelnen Satz durchgegangen. Als ich dann einige Veränderungen vornehmen wollte, stellte ich fest das es Formulierungen gibt, die sowohl positiven als auch negativen Wert haben. Es hängt also tatsächlich davon ab, was in dem Zeugnis allgemein geschrieben wurde.

Zum Beispiel kann der Satz:

Wir sahen uns leider gezwungen, das Arbeitsverhältnis mit XXX wegen organisatorischer Umstellungen aufzulösen

sowohl heissen, das man froh ist die Person losgeworden zu sein, als auch das man es bedauert das man die Person entlassen musste.

Ich denke mal genauso ist es mit dem Schluss Satz auch, das man nur im zusammenhang mit dem kompletten Zeugnis beurteilen kann ob es positiv oder negativ gemeint ist.

LG
Sandy

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Sandy!
Auch ich bin keine Expertin. Aber gerade habe ich in dem Link von Gerard (aus der Süddeutsche Zeitung) was gelesen was Dein Beispiel etwas entgegen wirkt:

Wir sahen uns leider gezwungen, das Arbeitsverhältnis mit XXX
wegen organisatorischer Umstellungen aufzulösen

sowohl heissen, das man froh ist die Person losgeworden zu
sein, als auch das man es bedauert das man die Person
entlassen musste.

Jaein! Denn, wie im Link geschildert, wenn XY ein ausgesprochen guter AN war, wird man ihn, auch nach einer Strukturierung, nicht gehen lassen. Erst gehen die, auf die die Firma eher verzichten kann.

Ich denke mal genauso ist es mit dem Schluss Satz auch, das
man nur im zusammenhang mit dem kompletten Zeugnis beurteilen
kann ob es positiv oder negativ gemeint ist.

Und das stimme ich (und der Artikel- und Buchverfasser und alle im „Jobs&Karrieren“-Brett Experten von WWW ) voll und ganz zu.

Schöne Grüße aus Nürnberg
Helena

Es gibt aber auch wirklich gute Zeugnisse, wo Dank & gute
Wünsche schlicht unentbehrlich sind. Wenn Du willst, kann ich
Dir zwei (natürlich namenlose) Beispiele schicken.

Ja, gerne!

Danke & mfg

Es gibt eine eindeutige Antwort.

Habe gerade in einer zuverlässigen Software geschaut. " Wir wünschen Herrn ABC alles Gute" nimmt man man bei (und NUR bei) einer VIER.

Das heisst natürlich nicht dass es nicht ein Zeugnis geben könnte wo obiges drinsteht und an anderer Stelle gleichzeitig „mit stets vollster Zufriedenheit“, also eine EINS.

Dann ist der Zeugnisschreiber einfach nur blöd und man sollte ihn freundlich darauf hinweisen, was er da für einen Mist geschrieben hat und um Änderung bitten.

ein Resümee zum Abschluss:
Zeugnisse schreiben ist nicht schwer. Einen Blinddarm zu operieren auch nicht. Der Unterschied ist, dass Viele glauben nur Eines davon müsste man erlernen um es zu tun.

MFG
Benni