Zeugnisformulierung gesucht

Mal umgekehrt zu den sonstigen Zeugnisbewertungen:

Man stelle sich einen Mitarbeiter vor, der fleißig und bemüht seinen Job macht. Er arbeitet in einer technisch-kreativen Branche, in der es um die Konzeption von Software geht. Seine Leistungen würde man mit 2- bis 2 bewerten.

Nun ist das Problem, dass dieser gedachte Mitarbeiter trotz Diplom und einem Alter von 26 Jahren rein menschlich in den meisten Dingen auf dem Stande eines 16 jährigen geblieben ist. Seine Allgemeinbildung ist mit „unterirdisch“ noch geschönt, seine Manieren sind schwach ausreichend und sein Verhalten gegenüber Kunden zwar extrem freundlich, aber schon fast kriecherisch unangenehm. Kunden beschweren sich über seine besserwisserische Art. Die Branche sieht aber eine Menge Kundenkontakt in Form von tagelangen Workshops zur Erarbeitung der Grundlagen und in der weiteren Projektbetreuung vor.

Nun die Frage: Gesetzt den Fall der AN müsse sich anderswo eine Perspektive suchen und es gelänge einem AG seine fachlichen Fähigkeiten in einem Zeugnis entsprechend professionell zu würdigen, in welche Richtung würde man die o.a. Schwächen als Formulierung in einem Zeugnis unterbringen?

„Sein Verhalten gegenüber Mitarbeitern, Vorgesetzten und Kunden war einwandfrei.“ (Reihenfolge und Weglassen von „stets“ als Malus?)

Und wie bringt man seine Unreife auf den Punkt (die evtl. ja für sein unfreiwilliges Ausscheiden der Grund sein könnte)?

ps: Im Sinne des FAQs müsste man vermutlich ein komplettes Zeugnis erfinden, doch das wäre ja kaum zielführend, denn dann hakelt es ja an allen Enden und Ecken. Vielleicht gibt’s ja Tipps, die diesen speziellen Aspekt beleuchten und wenigstens eine Richtung zeigen.

Hallo Birk,

also in diesem fiktiven und komplizierten Fall würde ich - wäre ich der Zeugnisschreiber - mir auf jeden Fall den Rat eines Profis suchen. Will sagen: wenn der zuständige Personaler sich da auch nicht sicher ist würde ich an einen fachlich spezialisierten Anwalt herantreten. Denn wenn der Arbeitnehmer (der, wenn ich das richtig verstehe, eh nicht freiwillig geht) ein schlechtes Zeugnis kriegen soll würde ich fürchten, dass der sich dagegen wehrt. Und darum würde ich mich lieber schon im Vorfeld absichern wollen.

Und wie bringt man seine Unreife auf den Punkt (die evtl. ja
für sein unfreiwilliges Ausscheiden der Grund sein könnte)?

Einzig hierzu würde ich mir überlegen, ob ich das überhaupt erwähnen will. Das kommt allerdings darauf an, was der AG mit dem Zeugnis erreichen will :wink:

Als ersten Anhaltspunkt würde ich einen der als gut bekannten Zeugnisgeneratoren bemühen und die Dinge, die mir als AG wichtig wären noch im „Klartext“ reinschreiben. Und damit würde ich dann eben zum Fachmenschen gehen und ihn um Hilfe bitten. Das sollte in einer Stunde locker erledigt sein und damit kein wirkliches Vermögen kosten aber dem AG unter Umständen nen Haufen Ärger ersparen.

*wink*

Petzi

Leerstellentechnik
Hallo,

in dem fiktiven Zeugnis bei der Firmen- und/oder Aufgabenbeschreibung die Wichtigkeit des Kundenkontaktes erkennen lassen (dazu muss man nicht das Wort „Kundenkontakt“ bringen, es reicht, wenn sich das dem Leser aus dem Kontext aufdrängt), später im Zeugnis bei der Bewertung des Mitarbeiters jedoch wenig bis garnicht darauf eingehen, sondern nur auf das Fachliche.

Das Auslassen von Dingen, die ins Zeugnis eigentlich reingehören, ist sehr beliebt, wenn man sagen will, dass da was im Argen liegt.
Das wirkt!

Gruss,
TR

Danke, das hat mir weitergeholfen :smile: