Hallo zusammen,
ich musste Beispiele für Zielkonflikte zwischen Rentabilität und der jeweiligen Nebenbedingung raussuchen; vestehe den Zusammenhang aber nicht genau. Kann mir zu den 3 Punkten jemand weiterhelfen?
Zielkonflikte:
Bsp.
a) Rentabilität und Sicherheit: Anleihe Deutschland ↔ Anleihe Argentinien
b) Rentabilität vs. Liquidität: wenn Alternative besteht, in eine Anleihe oder in eine Maschine zu investieren
c) Rentabilität vs. Unabhängigkeit: Anzahl der Bankverbindungen
Gruß,
Anna
Hey!
Also, ich komme zwar überhaupt nicht aus der Finance-Ecke, aber die jeweiligen Zusammenhänge bei deinen 3 Beispielen sind so ungefähr wie folgt:
Rentabilität vs. Sicherheit
Auf dem Aktienmarkt ist es so, dass ein Trade-Off, also quasi ein Wagschalen-Effekt, zwischen Sicherheit und Rentabilität existiert.
Je sicherer eine Anlage (also auch eine Anleihe) ist, umso weniger wird sie abwerfen. Bei Unternehmen wird das inuitiv klar - wenn du dir eine Aktie von Google kaufst, dann riskierst du kaum was, weil Google nicht droht, Pleite zu gehen. Dafür wird die Aktie allerdings auch kaum Rendite abwerfen. Der Kauf einer Aktie eines kleinen, unbekannten Unternehmens dagegen ist mit viel Risiko verbunden - es könnte morgen schon pleite sein. Für das große Risiko wirst du aber auch mit einer hohen (potentiellen) Rendite belohnt.
Bei Ländern ist das ähnlich - tendenziell ist der Merval unsicherer als der DAX, so verspricht dein Geld schneller zu wachsen, könnte dafür aber auch schneller an Wert verlieren.
Rentabilität vs. Liquidität
Liquidere Anlagen sind mit einer geringeren Rendite verbunden.
Das kennst du wahrscheinlich selbst: Dein Girokonto [Tagesgeld] wirft kaum Zinsen ab, dafür kommst du ständig an dein Geld (bist also liquide). Im Gegensatz dazu kannst du dein Geld auch auf einem Sparkonto [Festgeld] für eine gewisse Zeit festlegen - du kommst dann in dieser Zeit nicht dran, aber die Zinsen sind wesentlich höher, als beim Girokonto.
Deshalb teilen viele Anleger auf: Ein Teil des Geldes zu Gunsten der Liquidität auf’s Girokonto, der Rest zugunsten der Rentabilität auf’s Sparkonto.
Rentabilität vs. Unabhängigkeit
Hier bin ich mir nicht so sicher. Vorstellen könnte ich mir, dass es um den Eigenkapitalanteil geht. Wenn ein Unternehmen nicht viel Geld zur Verfügung hat, kann es mehr Fremdkapital anschaffen (ist im Allg. etwas komplizierter). Dafür kann es also Kredite aufnehmen - jedoch sind die in der Zukunft getätigten Investitionen dann nicht mehr so netto-rentabel, da man einen Teil des Gewinns an die Bank zurückzahlen muss.
Sonst hätte ich zu diesem Punkt keine Idee.
So, hoffe ich konnte dir helfen. Grüße
Hey!
Also, ich komme zwar überhaupt nicht aus der Finance-Ecke,
aber die jeweiligen Zusammenhänge bei deinen 3 Beispielen sind
so ungefähr wie folgt:
Rentabilität vs. Sicherheit
Auf dem Aktienmarkt ist es so, dass ein Trade-Off, also quasi
ein Wagschalen-Effekt, zwischen Sicherheit und Rentabilität
existiert.
Je sicherer eine Anlage (also auch eine Anleihe) ist, umso
weniger wird sie abwerfen. Bei Unternehmen wird das inuitiv
klar - wenn du dir eine Aktie von Google kaufst, dann
riskierst du kaum was, weil Google nicht droht, Pleite zu
gehen. Dafür wird die Aktie allerdings auch kaum Rendite
abwerfen. Der Kauf einer Aktie eines kleinen, unbekannten
Unternehmens dagegen ist mit viel Risiko verbunden - es könnte
morgen schon pleite sein. Für das große Risiko wirst du aber
auch mit einer hohen (potentiellen) Rendite belohnt.
Bei Ländern ist das ähnlich - tendenziell ist der Merval
unsicherer als der DAX, so verspricht dein Geld schneller zu
wachsen, könnte dafür aber auch schneller an Wert verlieren.
Rentabilität vs. Liquidität
Liquidere Anlagen sind mit einer geringeren Rendite verbunden.
Das kennst du wahrscheinlich selbst: Dein Girokonto
[Tagesgeld] wirft kaum Zinsen ab, dafür kommst du ständig an
dein Geld (bist also liquide). Im Gegensatz dazu kannst du
dein Geld auch auf einem Sparkonto [Festgeld] für eine gewisse
Zeit festlegen - du kommst dann in dieser Zeit nicht dran,
aber die Zinsen sind wesentlich höher, als beim Girokonto.
Deshalb teilen viele Anleger auf: Ein Teil des Geldes zu
Gunsten der Liquidität auf’s Girokonto, der Rest zugunsten der
Rentabilität auf’s Sparkonto.
Rentabilität vs. Unabhängigkeit
Hier bin ich mir nicht so sicher. Vorstellen könnte ich mir,
dass es um den Eigenkapitalanteil geht. Wenn ein Unternehmen
nicht viel Geld zur Verfügung hat, kann es mehr Fremdkapital
anschaffen (ist im Allg. etwas komplizierter). Dafür kann es
also Kredite aufnehmen - jedoch sind die in der Zukunft
getätigten Investitionen dann nicht mehr so netto-rentabel, da
man einen Teil des Gewinns an die Bank zurückzahlen muss.
Sonst hätte ich zu diesem Punkt keine Idee.
Also wenn es hier um den Eigenkapitalanteil geht, würde ich die Ausführungen gerne etwas korrigiern bzw. wenn ich sie falsch verstanden habe, präzisieren.
Ich denke mal hier sollte der sogenannte Leverage-Effekt angesprochen werden. Dieser tritt ein , wenn die Gesamtrentabilität des Unternehmens höher als die Kosten für die Fremdkapitalbeschaffung sind.
Ein stark vereinfachtes Rechenbeispiel soll dies veranschaulichen.
Kapitalbedarf 100.000€ Eigenkapital 50.000€ Fremdkapital dann ebenfalls 50.000€ (Zinssatz 10% p.a.). Mit dem eingesetzten Kapital läßt sich ein Gewinn von 12.000€ erzielen. Also beträgt die Rentabilität 12%. Nach Abzug der Fremdkapitalkosten bleiben für den Eigenkapitalgeber 7.000€ übrig, was einer Eigenkapitalrentabilität von 14% entspricht. Das Tolle ist eben, dass die EK-Rendite (14%)durch diese Konstruktion höher als die des eigentlichen Geschäfts (12%) ist. Hätte man komplett mit Eigenkapital finanziert hätte man also zwei Prozentpunkte weniger Rendite.
Dies könnte man nun soweit überspitzen, dass man komplett fremdfinanziert. Dann fielen 10.000€ Zinsen an und es blieben 2.000€ Gewinn. Die (Eigenkapital)Rentabilität wäre theoretisch unendlich groß.
Die Rentabilität wäre also bis ins unendliche optimiert. Die Frage ist nun, wie es sich mit der Unabhängigkeit darstellt. FK-Geber wollen, je nach Anteil auch ein wenig mitreden. Bei 100% hätte man also nicht viel zu melden und somit seine Unabhängigkeit verloren. Hier wäre also herauszufinden, wo tatsächlich das Optimum liegt. Also für wieviel FK-Beteiligung ist man bereit sich wieviel reinquatschen zu lassen.
So, hoffe ich konnte dir helfen. Grüße
Dito.
MfG
Hallo zusammen,
ganz viele Dank für eure Antworten. Konnten den Zusammenhang dadurch sehr gut nachvollziehen. Auch mit der Ergänzung um den Laverage-Effekt. Konnte bisher zwar immer alles theoretisch ausrechnen, habe aber nie verstanden, was dahinter steckt --> welche Verbindungen bestehen. Danke noch mal!
Gruß,
Anna