Zimmerdecke nachträglich dämmen

Hallo wer-weiss-was-Gemeinde,

ich habe hier nun schon diverse Themen zu meiner Frage gefunden, jedoch genaueres habe ich leider noch nicht nachlesen können.

Meine Frage bezieht sich auf die Vorgehensweise bei einer nachträglichen Dämmung der Zimmerdecken von innen.

Zum Objekt:
Das Haus wurde 1967 gebaut und ist mit einem Flachdach versehen, was vor etwa 12 Jahren erneuert wurde. Die Wände der Wohnung sind aus Stein gemauert. Die Decke ist eine Holzkonstuktion, auf der dann im Anschluss die Flachdachkonstuktion folgt. Zwischen Zimmerdecke und Dachunterseite befindet sich ein Hohlraum von etwa 25-30cm Höhe. Isolierungstechnisch ist im Zwischenraum nichts vorhanden. Lediglich unter der Dachbahn scheint Isoliermaterial (Hartschaumplatten oder ähnliches) zu sein.

Ich würde jetzt gerne zu besseren energetischen Ausnutzung, die Zimmerdecken im Obergeschoss zusätzlich dämmen - sprich alte Holzdecken raus, neue Unterlattung, Dämmaterial und dann neue Deckenpanelen.

Für mich bleibt nun die Frage offen, in wie weit eine Dampfsperre erforderlich ist und was sich als Dämmaterial eignet. Oder lohnt sich der Aufwand überhaupt?

Hat jemand schon mal Erfahrungen damit gemacht?

Viele Grüße,
Michael

Hallo Michael,

wir hatten bei uns ein ähnliches Problem. Unsere Decke, eine Holzkonstruktion, war mit alter Glaswolle viel zu dünn isoliert. Wir haben also die Decke frei gelegt und die alte Isolierung durch eine neue hochwertigere dickere Glaswollisolierung ersetzt. (Das geht auch mit Styropr ist aber sehr viel teurer.) Da man ja die Panelen nicht direkt auf die Glaswolle verlegen kann haben wir eine spezielle Folie verwendet(Einfach im Baumarkt fragen). Früher war die Folie direkt auf der Isolierung. (Obs das jetzt noch gibt weiß ich nicht) Ich find es aber besser wenn man die nachträglich montiet weil das flächendeckender ist. Die Übergänge der Folie sollte man mit Aluklebeband verschließen. Man sollt beim verlegen der Glaswolle auch Handschuhe tragen weil die Wolle sehr stark juckt.
Ich hoffe meine Erfahrungen helfen dir weiter.

schöne Grüße,
Silli

Hallo Michael,

Lediglich unter der Dachbahn scheint Isoliermaterial (Hartschaumplatten oder ähnliches) zu sein.

Da gehört die Isolierung auch hin. Also im Prinzip ist das alles richtig.
Jetzt kann ich nicht beurteilen, wie dick die Isolierung auf dem Dach damals aufgebracht wurde. Aber 12 Jahre ist jetzt nicht so extrem lange her, da kann man davon ausgehen, dass da nicht nur 5 cm liegen.

Also wenn du keine extrem hohen Heizkosten hast, würde ich keine extra Isolierung anbringen, denn Innenisolierung ist immer schwierig. Wenn das nicht gut und richtig gemacht wird, kann das wunderschönen Schimmel und eine faulende Holzkonstruktion nach sich ziehen.

MfG

Hallo Michael!

Bei uns in Haus haben wir voriges Jahr 3 solcher Decken nachträglich wärmegedämmt.

Das war 1. die Küche meiner Eltern, etwa der ähnliche Aufbau wie bei Dir,
2. mein Bad,
3. ein Raum, der gerade renoviert wird.

Das hat ein Freund von mir gemacht, der ist selbstständiger Zimmerermeister, und hatte gerade ein Auftragsloch.

Der hat da auch die alten Decken entfernt, 18 cm. Dämmwolle eingebaut,
und dann darunter eine Dampfbremse angebracht.
Der Zimmermann ist ein sehr sorgfältiger Arbeiter, der hat das voll präzise gemacht.
Also alles mit einem sauteueren Spezialklebeband abgeklebt, die Wandanschlüsse 100% dicht gemacht,
und dann neue Decken eingebaut.

So aus Erfahrung schreibe ich mal,
das hat was gebracht.

Die Küche meiner Eltern und mein bad waren schwer heizbare Räume,
man hat da die Heizkörper voll aufgedreht, und es ist nicht richtig warnm geworden.
Vermutlich, weil die ganze warme Luft durch die Ritzen Deckenpaneele verschwunden ist.
Jetzt mit der Dampfbremse ist das nicht mehr so.

Isolierung ist natürlich auch nicht schlecht, das bringt auch im Sommer viel,
weil sich die Räume nicht so aufheizen.
Ich merke das ganz deutlich.

Also mach,
und mach es ordentlich.!

Grüße, Steffen!

Hei!

Zum Objekt:
Das Haus wurde 1967 gebaut und ist mit einem Flachdach versehen, was vor etwa 12 Jahren erneuert wurde. Die Wände der Wohnung sind aus Stein gemauert. Die Decke ist eine Holzkonstuktion, auf der dann im Anschluss die Flachdachkonstuktion folgt. Zwischen Zimmerdecke und Dachunterseite befindet sich ein Hohlraum von etwa 25-30cm Höhe. Isolierungstechnisch ist im Zwischenraum nichts vorhanden. Lediglich unter der Dachbahn scheint Isoliermaterial (Hartschaumplatten oder ähnliches) zu sein.

Klingt wie mein Haus.
Ist die Dachkonstruktion hinterlüftet?
Sprich: Die umlaufende Holzschürze am Flachdach, liegt die am Mauerwerk dicht an, oder gibt’s da einen Spalt, durch den das Dach belüftet wird?

Ich würde jetzt gerne zu besseren energetischen Ausnutzung, die Zimmerdecken im Obergeschoss zusätzlich dämmen - sprich alte Holzdecken raus, neue Unterlattung, Dämmaterial und dann neue Deckenpanelen.

Sofern das Dach hinterlüftet ist, ist das sehr anzuraten. Du musst dann allerdings ausreichend Platz zum eigentlichen Dach für die Luftzirkulation lassen, sonst kann evtl. Feuchtigkeit nicht abziehen.

Wenn das Dach nicht hinterlüftet, also im Prinzip Luftdicht ist, würd ich da die Finger von lassen. Denn dann wird sich Feuchtigkeit auf der kalten Seite der Isolation ansammeln und langfristig enormen Schaden verursachen.

Für mich bleibt nun die Frage offen, in wie weit eine Dampfsperre erforderlich ist

Die ist absolut unumgänglich und muss mit äußerster Sorgfalt angebracht und abgedichtet werden! Nicht schlampen, nicht am Material sparen, an Stellen, an denen evtl. mal was angeschraubt werden soll (Lampen, Ventilator, Rauchmelder) großzügig Holzplatten anbringen, damit eine Schraube nicht die Dampfbremse verletzen kann. Größzügig Töpfe für evtl. Einbauleuchten vorsehen (Ich hab Konservendosen genommen :wink: und auch an diese die Dampfbremse supersorgfältig anbringen.

Durch jede noch so kleine Verletzung der Dampfbremse dringt Feuchtigkeit in die Isolation ein - und wandert dann Richtung kalte Seite. Ein feuchte Isolation isoliert nicht mehr, bietet Schimmelpilzen ein optimales Milieu und was mit den Holzbalken deines Daches passiert, kannst du dir selber ausmalen.

Die Dampfbremse ist das allerwichtigste an der Dämmung!

und was sich als Dämmaterial eignet.

Bestes Preis/Leistungsverhältnis hat gewöhnliche Stein-/Mineralwolle. Lässt sich auch am einfachsten Verarbeiten (bis auf das Jucken :wink:

Gut gemeinter Rat: Überleg dir auch gleich, was du bei der Gelegenheit an Installationen verlegen willst. Ich hab gleich Rohrleitungen für eine aktive Lüftungsanlage mit eingebaut, das kostet jetzt nicht viel und wird mir später alle Optionen offenhalten. Reichlich Stromkabel und wie schon angedeutet Leerdosen für Einbaulampen.

Oder lohnt sich der Aufwand überhaupt?

Unbedingt.
Wir haben vor zwei Wochen Bilder mit der Wärmebildkamera von meinem Haus gemacht. Durch’s Dach geht bei mir nix mehr verloren.
Zugegeben: ich hab vieleicht auch ein wenig übertrieben. Nach dem Motto „Viel hilft viel“ hab ich 45 cm in die Decke geknüppelt. Aber was soll’s? Das Zeug war spottbillig, langfristig rechnet sich das immer.

lg, mabuse

Vielen Dank
Hallo Allerseits,

vielen Dank für Eure Antworten. Ich werde bei Beginn der Renovierungsarbeiten mal die alte Decke runter hohlen und mal schaun was mich genau erwartet.

Viele Grüße
Michael