Hei!
Zum Objekt:
Das Haus wurde 1967 gebaut und ist mit einem Flachdach versehen, was vor etwa 12 Jahren erneuert wurde. Die Wände der Wohnung sind aus Stein gemauert. Die Decke ist eine Holzkonstuktion, auf der dann im Anschluss die Flachdachkonstuktion folgt. Zwischen Zimmerdecke und Dachunterseite befindet sich ein Hohlraum von etwa 25-30cm Höhe. Isolierungstechnisch ist im Zwischenraum nichts vorhanden. Lediglich unter der Dachbahn scheint Isoliermaterial (Hartschaumplatten oder ähnliches) zu sein.
Klingt wie mein Haus.
Ist die Dachkonstruktion hinterlüftet?
Sprich: Die umlaufende Holzschürze am Flachdach, liegt die am Mauerwerk dicht an, oder gibt’s da einen Spalt, durch den das Dach belüftet wird?
Ich würde jetzt gerne zu besseren energetischen Ausnutzung, die Zimmerdecken im Obergeschoss zusätzlich dämmen - sprich alte Holzdecken raus, neue Unterlattung, Dämmaterial und dann neue Deckenpanelen.
Sofern das Dach hinterlüftet ist, ist das sehr anzuraten. Du musst dann allerdings ausreichend Platz zum eigentlichen Dach für die Luftzirkulation lassen, sonst kann evtl. Feuchtigkeit nicht abziehen.
Wenn das Dach nicht hinterlüftet, also im Prinzip Luftdicht ist, würd ich da die Finger von lassen. Denn dann wird sich Feuchtigkeit auf der kalten Seite der Isolation ansammeln und langfristig enormen Schaden verursachen.
Für mich bleibt nun die Frage offen, in wie weit eine Dampfsperre erforderlich ist
Die ist absolut unumgänglich und muss mit äußerster Sorgfalt angebracht und abgedichtet werden! Nicht schlampen, nicht am Material sparen, an Stellen, an denen evtl. mal was angeschraubt werden soll (Lampen, Ventilator, Rauchmelder) großzügig Holzplatten anbringen, damit eine Schraube nicht die Dampfbremse verletzen kann. Größzügig Töpfe für evtl. Einbauleuchten vorsehen (Ich hab Konservendosen genommen
und auch an diese die Dampfbremse supersorgfältig anbringen.
Durch jede noch so kleine Verletzung der Dampfbremse dringt Feuchtigkeit in die Isolation ein - und wandert dann Richtung kalte Seite. Ein feuchte Isolation isoliert nicht mehr, bietet Schimmelpilzen ein optimales Milieu und was mit den Holzbalken deines Daches passiert, kannst du dir selber ausmalen.
Die Dampfbremse ist das allerwichtigste an der Dämmung!
und was sich als Dämmaterial eignet.
Bestes Preis/Leistungsverhältnis hat gewöhnliche Stein-/Mineralwolle. Lässt sich auch am einfachsten Verarbeiten (bis auf das Jucken 
Gut gemeinter Rat: Überleg dir auch gleich, was du bei der Gelegenheit an Installationen verlegen willst. Ich hab gleich Rohrleitungen für eine aktive Lüftungsanlage mit eingebaut, das kostet jetzt nicht viel und wird mir später alle Optionen offenhalten. Reichlich Stromkabel und wie schon angedeutet Leerdosen für Einbaulampen.
Oder lohnt sich der Aufwand überhaupt?
Unbedingt.
Wir haben vor zwei Wochen Bilder mit der Wärmebildkamera von meinem Haus gemacht. Durch’s Dach geht bei mir nix mehr verloren.
Zugegeben: ich hab vieleicht auch ein wenig übertrieben. Nach dem Motto „Viel hilft viel“ hab ich 45 cm in die Decke geknüppelt. Aber was soll’s? Das Zeug war spottbillig, langfristig rechnet sich das immer.
lg, mabuse