Hallo,
es gibt (wie hier schon teilweise diskutiert) verschiedene Möglichkeiten der Zinssicherung:
- Forward Darlehen
- Anlage des Geldes
- Bereitstellungszinsen
- Zinsderivate
- Bausparvertrag
zu 1)
Bei Forward Darlehen schliesst man heute ein Darlehen ab, dass man in 1-3 Jahren in Anspruch nimmt. Zwar zahlt man einen festen Zins. Aber darin ist die Prämie für die Zinssicherung enthalten. Diese Prämie erfährt man, wenn man sich von der Bank sowohl die Kondition für ein sofort genutztes Darlehen sowie die eines Forward Darlehens geben lässt. Derzeit ist die Prämie bei einem 10-jährigen Darlehen, dass in 3 Jahren abgerufen wird ca. 0,8 %. D.h. Wenn die Bank für das 10jährige Darlehen heute 3,8 % nimmt, kostet das Forward Darlehen 4,6 %
Zu 2)
Die zeitweise Wiederanlage des Geldes ist natürlich ebenfalls ein teures Vergnügen. Wenn ich Geld z.B. zu 3,8 % aufnehme und 3 Jahre lang für 2 % anlege habe ich einen entsprechenden Zinsverlust. Damit nicht genug: Die Bank hat einen Zusatzaufwand für den Sicherheitentausch. Daher brauche ich a) eine Bank die das macht, b) wird diese mir hierfür Gebühren belasten und c) haben gerade die günstigen Banken und Kreditvermittler hier im Internet zu solchen Sperenzchen keine Lust.
zu 3)
Banken sind es gewohnt, dass das Geld nicht sofort nach Vertragsunterzeichnung ausgezahlt wird. Bei Bauvorhaben wird z.B. nach Baufortschritt ausgezahlt. Das kann jahrelang dauern.
Aus diesem Grund vereinbaren Banken ein sogenannte Bereitstellungszinsen. Z.B. wird vereinbart, dass in den ersten 3 Monaten keine Bereitstellungszinsen anfallen, danach für jeden Monat 0,25 % der noch nicht in Anspruch genommenen Summe.
Wenn ich jetzt eine Bank finde, die für eine längere Zeit auf Bereitstellungszinsen verzichtet (z.B. 1 Jahr) und ich dann für den Rest der Zeit die Bereitstellungszinsen kalkuliere, kann dies günstiger sein als ein Forward Darlehen.
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An der Börse werden Zinsderivate gehandelt. Das sind Zertifikate, die wie eine Wette funktionieren. Wenn die Zinsen steigen, steigt der Kurs. Fallen die Zinsen oder bleibt er gleich, sinkt der Kurs. Ich kann nun für einen bestimmten Betrag Zinsderivate erwerben und mich damit gegen steigende Zinsen absichern. Steigen die Zinsen, muss ich diese zwar bezahlen, habe aber einen entsprechenden Kursgewinn. Steigen die Zinsen nicht, verliere ich zwar meinen Einsatz, kann aber weiter die niedrigen Zinsen nutzen. Hier kann ein guter Anlageberater das richtige Papier auswählen.
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Last not least: Wenn ich das bestehende Eigenkapital asl Soforteinzahlung in einen Bausparvertrag stecke, bekomme ich in 3 Jahren ein günstiges Bauspardarlehen. Einfach mal durchrechnen lassen.
Und mein Tip: Keine Panik! Die Zinsen bleiben unten. Einfach abwarten.