Zinsen sichern, geht das so?

Hallo liebe Wissenden.
Da wir erst in 2 bis 3 Jahren bauen können und die Zinsen bis dahin voraussichtlich wieder höher sind als heute haben wir uns folgendes ausgedacht.
Jetzt den Kredit von 100.000 Euro aufnehmen und 2-3 Jahre auf ein Sparbuch oder ähnliches für 2-3 Prozent Zinsen legen.
Dann hätten wir 2-3 Jahre 1-1,5 Prozent Zinsverluste.

Aber wie funktioniert das mit der Bank?
Mit den Sicherheiten (Grundstück und Bargeld vorhanden.

Kann das irgendwie funktionieren?
Oder gibts für diese Konstellation evtl. Zinszuschläge?

Vielen Dank für Eure Hilfe!!!

Grüße
Carolin

Funktioniert, Caroline. Ist aber vor allem eine Frage der Verhandlungen mit der Bank (denn Banker sind nix anderes als Händler, Geldhändler halt). Klappere mal so drei oder vier ab, damit Du einen Überblick über deren Konditionen, Vorstellungen und Reaktionen kriegst. Die unsympathischste zuerst, die Wunschbank zuletzt. Und bei der Bank nicht zu „Hänschen“ gehen, sprich mit Hans, also Filialleiter etc.

Viel Erfolg Antal

Jetzt den Kredit von 100.000 Euro aufnehmen und 2-3 Jahre auf
ein Sparbuch oder ähnliches für 2-3 Prozent Zinsen legen.
Dann hätten wir 2-3 Jahre 1-1,5 Prozent Zinsverluste.

Aber wie funktioniert das mit der Bank?
Mit den Sicherheiten (Grundstück und Bargeld vorhanden.

Kann das irgendwie funktionieren?

Es könnte klappen, aber Vorsicht, nicht alle Banken beleihen unbebaute Grundstücke. Fragen !

Oder gibts für diese Konstellation evtl. Zinszuschläge?

Das kann man so nicht beantworten, die Bank wird Dir je nach Beleihungsauslauf und Bonität ein Angebot machen, das durchaus von der Normalkondition abweichen kann.

Lass Dir Angebote machen und entscheide dann, ob es sich für Euch lohnt.

Geht auch so
Hallo Ratsuchende,

Bei einer Umschuldung, die erst in z.B. 2 Jahren möglich sind, kann auch schon heute ein Darlehen für diesem Zeitpunkt vereinbart werden.
Das Darlehen wird auch erst zu diesem Zeitpunkt ausbezahlt.
Der einzige Nachteil hierbei ist, dass diese „ungenutzten“ Jahre von der Zinsfestschreibungszeit abgezogen werden.
Man sollte also rechnen, bis zu welchem Jahr diese Variante Vorteile bringt.

Bitte diese Konstruktionen und Überlegungen sofort vergessen, das Darlehen ausbezahlt zu bekommen und dann zu einem schlechteren Zinssatz anzulegen.

Eigene Gedanken sind immer hilfreich, auch wenn sie manchmal etwas daneben liegen. Fachleute können dann darauf aufbauen und vernünftige Konzepte erarbeiten.

Mit freundlichen Grüssen
Friedrich Pausch

Danke auch dir Friedrich!

Aber gibts da nicht einen riesen Aufschlag, wenn ich sage ich 2 - 3 Jahren erst ausbezahlen?
Was ist so falsch an unserer Überlegung?

Grüße
Caro

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Caro,

nein, kein Aufschlag. Die heutige Kondition wird festgeschrieben und zum verlangten Zeitpunkt ausbezahlt (Hausbau).
Der Zeitraum der Zinsfestschreibung beginnt mit Vertragsunterzeichnung. Wenn also das Darlehen erst nach 2 Jahren ausbezahlt wird, so verliert man diese 2 Jahre der Zinsfestschreibung.
Sollten sich in dieser Zeit die allgemeinen Konditionen verschlechtern, so hat man gut, bei Verbesserung oder gleichbleibender Kondition, mit Zitronen gehandelt.
Das Risiko erscheint mir zwar denkbar gering, da wir derzeit historisch niedrige Konditionen haben.

Nichts ist an Eurer Überlegung falsch.

Wünsche alles Gute
Friedrich Pausch

Danke auch dir Friedrich!

Aber gibts da nicht einen riesen Aufschlag, wenn ich sage ich
2 - 3 Jahren erst ausbezahlen?
Was ist so falsch an unserer Überlegung?

Grüße
Caro

Friedrich meinte wohl ein sogenanntes Forward-Darlehen. Da wird die Kondition heute schon vereinbart, das Darlehen aber erst später ausbezahlt. Ich hatte Dich so verstanden, dass Du ein Darlehen jetzt aufnimmst, jetzt anderweitig besicherst, Dir jetzt auszahlen läßt, aber noch nicht für den Hausbau verwendest.

Wenn Du mit der Auszahlung schon anfängst zu tilgen, kann das durchaus sinnvoll sein. Entscheidend ist, ob Ihr finanziell in der Lage seid, neben Euren laufenden Kosten ein zusätzliches, nicht unerhebliches Darlehen zu verzinsen und zu tilgen. Wenn das geht: Nur zu, niedriger können die Zinsen kaum noch werden.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

es gibt (wie hier schon teilweise diskutiert) verschiedene Möglichkeiten der Zinssicherung:

  1. Forward Darlehen
  2. Anlage des Geldes
  3. Bereitstellungszinsen
  4. Zinsderivate
  5. Bausparvertrag

zu 1)
Bei Forward Darlehen schliesst man heute ein Darlehen ab, dass man in 1-3 Jahren in Anspruch nimmt. Zwar zahlt man einen festen Zins. Aber darin ist die Prämie für die Zinssicherung enthalten. Diese Prämie erfährt man, wenn man sich von der Bank sowohl die Kondition für ein sofort genutztes Darlehen sowie die eines Forward Darlehens geben lässt. Derzeit ist die Prämie bei einem 10-jährigen Darlehen, dass in 3 Jahren abgerufen wird ca. 0,8 %. D.h. Wenn die Bank für das 10jährige Darlehen heute 3,8 % nimmt, kostet das Forward Darlehen 4,6 %

Zu 2)
Die zeitweise Wiederanlage des Geldes ist natürlich ebenfalls ein teures Vergnügen. Wenn ich Geld z.B. zu 3,8 % aufnehme und 3 Jahre lang für 2 % anlege habe ich einen entsprechenden Zinsverlust. Damit nicht genug: Die Bank hat einen Zusatzaufwand für den Sicherheitentausch. Daher brauche ich a) eine Bank die das macht, b) wird diese mir hierfür Gebühren belasten und c) haben gerade die günstigen Banken und Kreditvermittler hier im Internet zu solchen Sperenzchen keine Lust.

zu 3)

Banken sind es gewohnt, dass das Geld nicht sofort nach Vertragsunterzeichnung ausgezahlt wird. Bei Bauvorhaben wird z.B. nach Baufortschritt ausgezahlt. Das kann jahrelang dauern.
Aus diesem Grund vereinbaren Banken ein sogenannte Bereitstellungszinsen. Z.B. wird vereinbart, dass in den ersten 3 Monaten keine Bereitstellungszinsen anfallen, danach für jeden Monat 0,25 % der noch nicht in Anspruch genommenen Summe.
Wenn ich jetzt eine Bank finde, die für eine längere Zeit auf Bereitstellungszinsen verzichtet (z.B. 1 Jahr) und ich dann für den Rest der Zeit die Bereitstellungszinsen kalkuliere, kann dies günstiger sein als ein Forward Darlehen.

An der Börse werden Zinsderivate gehandelt. Das sind Zertifikate, die wie eine Wette funktionieren. Wenn die Zinsen steigen, steigt der Kurs. Fallen die Zinsen oder bleibt er gleich, sinkt der Kurs. Ich kann nun für einen bestimmten Betrag Zinsderivate erwerben und mich damit gegen steigende Zinsen absichern. Steigen die Zinsen, muss ich diese zwar bezahlen, habe aber einen entsprechenden Kursgewinn. Steigen die Zinsen nicht, verliere ich zwar meinen Einsatz, kann aber weiter die niedrigen Zinsen nutzen. Hier kann ein guter Anlageberater das richtige Papier auswählen.

Last not least: Wenn ich das bestehende Eigenkapital asl Soforteinzahlung in einen Bausparvertrag stecke, bekomme ich in 3 Jahren ein günstiges Bauspardarlehen. Einfach mal durchrechnen lassen.

Und mein Tip: Keine Panik! Die Zinsen bleiben unten. Einfach abwarten.