Zinsloser Kredit - Hauskauf !

Hallo liebe
„Wer weiss was Kollegen“,

nun habe ich auch mal einen Fall zu dem ich eure Auffassung brauche.

FALL:
Eine Mutter will Tochter A ein Haus verkaufen.
Die Tochter zahlt 50% der Kaufsumme direkt und vereinbart den Rest in 4 Raten zu bezahlen die spätestens jedes halbe Jahr fällig werden.
Also 1 Rate nach spätestens 6 Monaten, 2 Rate nach 12 Monaten usw.

So nun meine Fragen:

  1. Kann man dieses Sachverhalt in einem Kaufvertrag überhaupt so aufnehmen.
    (Ist keine Steuerfrage aber ein Teil des Falles)

  2. De facto gibt die Mutter der Tochter A einen „Zinslosen kredit“.
    Hat dies steuerliche Folgen ?
    Wenn ja welche und für wenn ?

  3. Wenn man die Ratenfestlung nicht in einem notariellen Vertrag einbinden könnte, dann bliebe noch die Möglichkeit:

Mutter gibt Tochter einen zinslosen Kredit in Höhe der Hälfte der Summe.
Tochter bezahlt dann das Haus direkt.

De facto ergibt sich dieselbe Situation.
Aber wie sie es steuerlich aus ?

So nun bin ich auf eure Fachmeinung gespannt.
Ich habe dazu meine Meinung, aber mehr Infos Schaden nicht.

Schon mal vorab allen Danke.

Gruss
Börsenfan1968

  1. Kann man dieses Sachverhalt in einem Kaufvertrag überhaupt
    so aufnehmen.

Klar.

  1. De facto gibt die Mutter der Tochter A einen „Zinslosen kredit“.

Nein, das ist eine Zahlungsvereinbarung, der zinslose kredit wurde von Dir weiter unten beschrieben.

Mutter gibt Tochter einen zinslosen Kredit in Höhe der Hälfte
der Summe. Tochter bezahlt dann das Haus direkt.

De facto ergibt sich dieselbe Situation.

Nein, jetzt ist es ein Kredit, vorher war es keiner.

Aber wie sie es steuerlich aus ?

Neutral, denn der Vorteil den die Tochter aus diesem Kredit zieht, die Zinsen nämlich, dürften wohl innerhalb der Freibeträge der Schenkungssteuer zwischen Mutter und Tochter liegen.

Hallo Nordlicht,

erstmal vielen Dank für deine Antwort.
Das hatte ich mir auch so gedacht, aber mal sehen, ob noch jemande was dazu sinnvolles :smile:) schreibt.

  1. Kann man dieses Sachverhalt in einem Kaufvertrag überhaupt
    so aufnehmen.

Klar.

  1. De facto gibt die Mutter der Tochter A einen „Zinslosen kredit“.

Nein, das ist eine Zahlungsvereinbarung, der zinslose kredit
wurde von Dir weiter unten beschrieben.

Jep, klar deswegen war es in „“ gesetzt, wohl ein bisschen zweideutig von mir.
Aber danke für deinen Hinweis.

Mutter gibt Tochter einen zinslosen Kredit in Höhe der Hälfte
der Summe. Tochter bezahlt dann das Haus direkt.

De facto ergibt sich dieselbe Situation.

Nein, jetzt ist es ein Kredit, vorher war es keiner.

-) okok, sagte ja „de facto“. Aber auch hier war ich wohl was zweideutig.

Aber wie sie es steuerlich aus ?

Neutral, denn der Vorteil den die Tochter aus diesem Kredit
zieht, die Zinsen nämlich, dürften wohl innerhalb der
Freibeträge der Schenkungssteuer zwischen Mutter und Tochter
liegen.

Jep, auch meine Auffasssung wobei folgendes mich überraschte:

„Ebenfalls leer ging der Fiskus bei einer Münchnerin aus: Auch hier witterte er eine versteckte Schenkung, weil ihr Verlobter ihr mehrere - teilweise zinslose - Kredite gewährt hatte. Forsch forderten die Finanzbeamten Schenkungssteuer. Das Finanzgericht München stoppte sie (4 K 4430/01): Solange eine Rückzahlungspflicht bestehe, sei ein zinsloser Kredit kein Geschenk
pit/pm“

Die Entscheidung überraschte mich doch etwas.

Gruss
Börsenfan1968

Hallo Börsenfan, hallo Nordlicht,

nun bin ich ein wenig verwirrt…

Hallo Nordlicht,

erstmal vielen Dank für deine Antwort.
Das hatte ich mir auch so gedacht, aber mal sehen, ob noch
jemande was dazu sinnvolles :smile:) schreibt.

Aber wie sie es steuerlich aus ?

Neutral, denn der Vorteil den die Tochter aus diesem Kredit
zieht, die Zinsen nämlich, dürften wohl innerhalb der
Freibeträge der Schenkungssteuer zwischen Mutter und Tochter
liegen.

Ich habe bisher immer gedacht, dass ich Jedem (oder natürlich auch Jeder :wink:) Geld leihen und mir dieses zu einem späteren Zeitpunkt (oder auch in Raten) zurückgeben lassen kann, ohne dafür Zinsen zu nehmen (auch nicht unter der Hand) und natürlich auch ohne das ein Finanzamt einen Anspruch auf Schenkungssteuer (bei Nichtverwandten wären mögliche Freibeträge ja schnell aufgebraucht) wegen der nicht genommenen Zinsen erhebt (Btw: wie will das Finanzamt denn die Schenkungshöhe genau ermitteln? aktuelle Zinssätze der Banken und wenn ja welcher? Der günstigsten Bank - deutschland, europa- oder weltweit? Mit 5-, 10- oder 15-jähriger Zinsbindung? Und dann wird noch mal geschaut und die Steuer angepasst? Bei Immobiliendarlehen mit langer Laufzeit ja durchaus möglich… ).

Ist es also wirklich anders (=problematisch) oder habe ich Eure Ausführungen nur nicht richtig verstanden?

Man könnte das Ganze natürlich auch weiter fortführen (:wink:) und noch Kapitalertragssteuer auf die „geschenkten“ Zinsen nehmen, dann hätten nicht nur der Beschenkte sondern auch der Schenkende Steuern hinterzogen(mit den entsprechenden Konsequenzen), oder?

Jep, auch meine Auffasssung wobei folgendes mich überraschte:

„Ebenfalls leer ging der Fiskus bei einer Münchnerin aus: Auch
hier witterte er eine versteckte Schenkung, weil ihr Verlobter
ihr mehrere - teilweise zinslose - Kredite gewährt hatte.
Forsch forderten die Finanzbeamten Schenkungssteuer. Das
Finanzgericht München stoppte sie (4 K 4430/01): Solange eine
Rückzahlungspflicht bestehe, sei ein zinsloser Kredit kein
Geschenk
pit/pm“

Die Entscheidung überraschte mich doch etwas.

Wieso?

Lieben Gruß und ein schönes Restwochenende

Trillian