Zinssenkung der US-Notenbank? Rezession?

Hallo zusammen,

kann mir jemand erklären, wie sich eine Zinssenkung der US-Notenbank auswirkt und warum?

Ich habe so im Hinterkopf, dass Bernanke die Zinsen um 0,5% gesenkt hat und schwuppdiwupp hat der Dax einen Sprung nach oben gemacht. Habe ich das richtig in Erinnerung? Kann man davon ausgehen, dass das immer so ist? Und warum?

Und was genau passiert eigentlich bei einer Rezession? Welche Auswirkungen hat so etwas auf die Währung (US-$) und die Aktienmärkte, und wie lange dauert so eine Rezession?

Wenn das dumme Fragen waren, dann tut es mir leid. Ich lerne das ja erst noch.

Schöne Grüße

Petra

Hallo ,

Ich habe so im Hinterkopf, dass Bernanke die Zinsen um 0,5%
gesenkt hat und schwuppdiwupp hat der Dax einen Sprung nach
oben gemacht. Habe ich das richtig in Erinnerung? Kann man
davon ausgehen, dass das immer so ist? Und warum?

normalerweise nimmt der Markt die Erwartungen auf eine Zinssenkung vorweg.
Daher hat eigentlich nur eine überraschende Zinssenkung (Zeitpunkt und/oder Höhe) eine solche Wirkung.

Und was genau passiert eigentlich bei einer Rezession? Welche
Auswirkungen hat so etwas auf die Währung (US-$) und die
Aktienmärkte, und wie lange dauert so eine Rezession?

Dies kann keiner so wirklich vorher sagen.

Gruss Ivo

Hallo Petra,

kann mir jemand erklären, wie sich eine Zinssenkung der
US-Notenbank auswirkt und warum?

Ganz allgemein gilt folgendes:

Sinken die Zinsen, wird die Anlage in Bonds (Anleihen) weniger attraktiv, da hier die Rendite absackt und die Kurse der Bonds schwächeln.
Hingegen ist es dann so, dass ein Investment in Aktien -theoretisch gesehen- lukrativer ist. Zinserhöhungen sind demnach Gift für den Aktienmarkt.So weit, so die Theorie.

Ich habe so im Hinterkopf, dass Bernanke die Zinsen um 0,5%
gesenkt hat und schwuppdiwupp hat der Dax einen Sprung nach
oben gemacht. Habe ich das richtig in Erinnerung? Kann man
davon ausgehen, dass das immer so ist? Und warum?

Stimmt. Zu diesem Zeitpunkt gab es eine große Erwartungshaltung im Markt. In dieser Zeit fehlte sehr viel Liquidität im Markt und es wurde von mehreren Stellen die Angst/Sorge geschührt, dass die Märkte kollabieren könnten. Man erinnere sich nur an die zahlreichen Zeitungsmeldungen im Zusammenhang mit dem Auslöser all diesesn Übels, der Immo-Krise im „wilden Westen“.

Um eben die Märkte zu stabilisieren, also zu beruhigen, finanzielle Mittel die dringend in FOrm von Liquidität benötigt wurden, nicht zu teuer werden zu lassen, durften die Zinsen auf gar keinen Fall steigen und mussten sogar sinken.

Der Markt hatte sich -wie Ivo schon richtig gesagt hat- darauf aber schon eine ganze Weile vorher eingestellt. In einer Situation wie „damals“ wäre niemand drum herum gekommen, so zu handeln. Genau so wie man in einer Boomphase die Zinsen zum richtigen Zeitpunkt anheben muss, so muss man bei einer drohenden Krise -ich will bewusst nicht von Rezession sprechen- zum richtigen Zeitpunkt die Zinsen senken.

Der Dax ist dann nach oben geschnellt, weil er sich (und alle anderen (Aktien)Märkte und deren Teilnehmer) in Ihrer Einschätzung und Erwartung bestätigt gesehen haben. Das muss aber nicht immer so sein. Greenspan hat die Märkte oftmals „hinters Licht geführt“. Gleichwohl war das diesmal aber auf gar keinen Fall möglich.
Ein weiterer Grund: Die Märkte sind deswegen so gut gelaufen (nach der Zinssenkungsverkündung), weil sie somit „weitermachen“ konnten, ohne allzu große Verluste hinnehmen zu müssen. Verlängerung der Leidenszeit sozusagen mit Hilfe der FED.

Und was genau passiert eigentlich bei einer Rezession? Welche
Auswirkungen hat so etwas auf die Währung (US-$) und die
Aktienmärkte, und wie lange dauert so eine Rezession?

Vor allem existiert dann eine große Unsicherheit im Markt und es kann nicht selten zu irrationalen Handlungen seitens der Marktteilnehmer kommen. Darüber hinaus gibt es sog. Informationsasymmetrien, die eben zum Inhalt haben, dass einige Marktteilnehmer mehr wissen als andere und dieses Wissen gezielt einsetzen.

Darüber hinaus sind natürlich nicht nur die Kapitalmarktteilnehmer sondern alle an einer Volkswirtschaft beteiligten Subjekte betroffen. Infolge der Unsicherheiten geht die Investitionsneigung dramatisch zurück, es kommt in dessen Folge zu Beschäftigungsabbau der wiederum seine Auswirkungen auf den Konsumbereich hat.

Währungen sind dann ebenfalls betroffen, nämlich dann, wenn die jeweiligen Volkswirtschaften auf Grund der schlechten Entwicklungen im Binnenmarkt kein gutes „Investment“ mehr für Anleger aus anderen Staaten darstellen.

Wenn das dumme Fragen waren, dann tut es mir leid. Ich lerne
das ja erst noch.

Nein, war es nicht :wink:

VG
TraderS

Und was genau passiert eigentlich bei einer Rezession? Welche
Auswirkungen hat so etwas auf die Währung (US-$) und die
Aktienmärkte, und wie lange dauert so eine Rezession?

Dies kann keiner so wirklich vorher sagen.

Gruss Ivo

Moin,

von einer Rezession spricht man dann, wenn die Marktpreise fallen. Also mit einfachen Worten, das Gegenteil einer Inflation.
Um zu sehen, was in einer Rezession passiert, darf man mal nach Japan schauen. Dort gab es vor vielen Jahren das Problem, dass die Inflation zu hoch war. Eine hohe Inflation entsteht, wenn das Warenangebot nicht so sehr steigt, wie die Geldmenge. Durch den Geldüberschuss steigen die Preise, der Geldwert verringert sich. Um dem gegenzusteuern, erhöht man einfach den Zinssatz, um dadurch Geld aus dem Markt zu ziehen. Auf diese Art wird versucht, eine niedrige Inflation zu erhalten. Lässt man die Zinsen zu lange oder zu heftig steigen, kann es passieren, dass aus einer Inflation eine Deflation wird.
Der Geldwert steigt und man bekommt für die gleiche Menge Geld mehr Waren.
Sieht man es nun aus Unternehmersicht, könnte einem glatt Angst und Bange werden: Man produziert Tag und Nacht, um Produkte zu erzeugen, müsste aber deutlich mehr produzieren, da man dafür weniger Geld als vorher bekommt. Dadurch wird der Warenberg noch größer, welches die Probleme nicht kleiner macht.
Man könnte glatt von einem Teufelskreis sprechen. Oder mal nach Japan sehen, die kommen wohl gerade aus so einem Kreis raus.

Aber das ist nur eine Variante, das was da gerade im „wilden Westen“ stattfand, war einfach nur Dussligkeit der Fed, die Zinsen hätten schon viel früher angehoben werden müssen. Aber das Risiko, dadurch das bisschen Konjunktur abzuwürgen, war denen offenbar zu groß.
Nun haben sie den Berg immer weiter vor sich hergeschoben, auf bekloppte Investoren gewartet und nun stolpern alle irgendwie drüber.

Hallo,

von einer Rezession spricht man dann, wenn die Marktpreise
fallen. Also mit einfachen Worten, das Gegenteil einer
Inflation.

das ist nicht einfach, sondern falsch. Eine Rezession KANN mit Inflation Hand in Hand gehen, muß aber nicht. Für eine Rezession mit fallenden Preisen gibt es sogar einen eigenen Begriff: Staglation.

Viel häufiger ist aber, daß eine Rezession (die man übrigens an der BIP-Entwicklung festmacht) mit Inflation zusammenfällt.

Um zu sehen, was in einer Rezession passiert, darf man mal
nach Japan schauen. Dort gab es vor vielen Jahren das Problem,
dass die Inflation zu hoch war. Eine hohe Inflation entsteht,
wenn das Warenangebot nicht so sehr steigt, wie die Geldmenge.

In Japan gabs keine Inflation sondern fallende Preise und genau das war - als Folge der Immobilien- und Börsenblase - der Grund für die Rezession (s.o.).

Den Rest kommentiere ich mal lieber nicht.

Gruß
Christian

Also mit einfachen Worten, das Gegenteil einer
Inflation.

Nun ja… eigentlich ist das Gegenteil von Inflation Deflation und wenn´s bei den Grundbegriffen schon hakt… warum soll ich dann wilde Spekulationen lesen…

Na huch,

da hab ich wohl tatsächlich einen großen Bock geschossen, bin irgendwie tatsächlich in die Deflation gerutscht.
Kann ja mal vorkommen, oder?