Hallo kaldera,
Ich bin Bibliothekarin. Wir sind den ganzen Tag damit
beschäftigt, falsche Zitate zu verifizieren.
-echt???
Was passiert denn nach der Verifizierung? Wenn sich
herausgestellt hat das es falsch zitiert wurde? Das ist mir
jetzt echt neu:smile:
ich gebe Dir mal ein Beispiel.
Du mir kommt ein Wissenschaftler, Student oder interessierter Laie, der einen Aufsatz gelesen hat und im Anhang (in den Quellen) einen weiteren Aufsatz gefunden hat.
Du weißt ja wie so etwas das aussieht:
Autor, Vorname, Titel des Aufsatzes. in: Titel der Zeitschrift, Jahrgang, Bandzählung, Seite XX…
der Interessierte bestellt diesen Aufsatz per Fernleihe
nur stellt sich noch vor der Lieferung heraus:
das ist es nicht.
Da hat irgendjemand falsch zitiert.
im angegebenen Jahrgang, auf der gesuchten Seite steht ein völlig anderer Autor mit einem anderen Thema, oder die Seite liegt sogar mitten in einem Aufsatz, der nicht gesucht wurde
Damit kommen wir Bibliothekare ins Spiel.
Wir suchen nun den Autor und den richtigen Aufsatz in diversen Datenbanken oder auch ganz einfach via Google
… und nicht sehr häufig, aber doch manchmal kommt dann der Fachmann, holt den gesuchten Aufsatz ab, liest hinein, stutzt und klagt:
da hat wieder mal Autor X nur die Hälfte des eigentlichen Inhalts verwendet und die Tatsachen A, B und C die Autor Y erwähnt, komplett unterschlagen.
DAS meinte ich mit verifizieren
Aus dem Zusammenhang gerissene Zitate führen im Zweifelsfall
zu Sinnentstellungen.
Es wird zu dem Sinn kommen, der für mich wichtig ist.Darauf
kommt es doch an. Dem Dozenten interessiert es doch nicht, was
er meinte sonder was ich meinen will!
Meinungen sind in wissenschaftlichen Arbeiten eher unüblich.
Du kannst Tatsachen darstellen und daraus Schlüsse ziehen
oder eine Theorie aufstellen und diese dann beweisen
Hausarbeiten dienen Dozenten dazu festzustellen, ob Du ihre „Meinung“ soweit verstanden hast, dass Du sie korrekt und vollständig wiedergeben kannst.
Eigene Meinungen im Sinn einer wissenschaftlichen Arbeit vertrittst Du frühestens, wenn Du eine Magisterarbeit erarbeitest. Da musst Du nämlich selbstständig forschen und Dein Ergebnis präsentieren und mit Belegen (Quellen) quasi verteidigen/beweisen.
Diesen Vorgang übst Du im Verlauf eines Studiums mit diversen Hausarbeiten.
Du zitierst, was Du brauchst aus einem Buch, das seinerseits
auf ein Original verweist, das Du nicht gelesen hast.
Der Nächste zitiert vielleicht Dich, liest auch nicht nach und
hält Deine Interpretation für die einzig mögliche.
-Das geht ja nicht, da es nur eine Hausarbeit und sie nach der
Kontrolle im Archiv gelagert wird oder bei mir im Archiv:smile:Ich
schreibe kein Buch:smile:
es soll vorkommen, dass Hausarbeiten auf dem einen oder anderen Weg an die Öffentlichkeit gelangen.
Zudem gibt es darauf für Dich Punkte, wenn ich mich nicht irre?
Der Abgabetermin wurde vom 18.07. auf den 31.07. bin aber noch
dabei:smile: Vielleicht lohnt es sich doch noch den Artikel zu
suchen:wink:
wenn ich hier an meinem Arbeitsplatz eine Aufsatzbestellung bekomme, ist diese in der Regel innerhalb vom maximal 2 Stunden bearbeitet und als Kopie zurück zum Besteller unterwegs.
viele grüße
Geli