Zitate bzw. Verweise in einer wissensch. Arbeit

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass die folgende Frage absolut ernst gemeint ist.

Wie man zitiert habe ich in mittlerweile 10 Jahren Universität schon gelernt. In meiner Dissertation möchte ich auf einige Werke bzw. Autoren verweisen, ohne dabei spezielle Passagen zu zitieren. Einfach in der Form von „Max Muster hat dieses Thema 1999 ebenfalls behandelt“.

Bisher hab ich derartige Verweise immer gleich behandelt wie Zitate, mit dem Unterschied dass die Seitenangabe gefehlt hat. Mein Prof findet, dies wäre unpassend und ich müsse daran etwas ändern. Sein Vorschlag war, auch hier die Seitenanzahl anzugeben, was aber ziemlich sinnfrei wäre. Max Muster, Beispiele des Zitierens, Irgendwo 1999, S.1ff.

Ich weiss dass es keine universellen, allgemein gültigen Zitierregeln gibt, aber wie werden derartige Verweise normalerweise behandelt?

Vielen Dank im Voraus, Jürgen

Hallo, also das kommt außer auf deinen Prof. auch auf die Quelle an. Ich hab das bisher immer so gemacht, dass ich bei Büchern keine Seitenzahlen angegeben habe, bei Artikeln geb ich dann die Seitenzalen des gesamten Artikels an (also 250 - 256). Die Seitenzahlen dienen ja primär nicht zum Auffinden der Aussage auf die du dich beziehst sondern um den Artikel bzw. das Buch zu finden. Es gibt dazu auch eine DIN ich glaub 15irgendwas. Wie ich bei wortwörtlicher Wiedergabe vorgehen würde weiß ich allerdings nicht da könnte die exakte Seite sinnvoll sein.

Gruß

Hallo,

Die Seitenzahlen dienen ja primär nicht zum Auffinden
der Aussage
auf die du dich beziehst

(fett von mir)

Doch, genau dazu sind die Seitenangaben erforderlich.
Der Prüfer/Leser muß die Möglichkeit haben, die Aussagen des Kandidaten überprüfen zu können.

sondern um den Artikel bzw. das Buch zu finden.

Der Prof. ist selber schuld, wenn er die verwendete Literatur nicht auswendig kennt und erst lange nach der Fundstelle suchen muß!

Wie ich bei wortwörtlicher Wiedergabe vorgehen
würde weiß ich allerdings nicht da könnte die exakte Seite
sinnvoll sein.

Es gibt überhaupt keine Wahl. Zitate müssen belegt werden. Punkt.

Der einzige Unterschied zwischen wörtlichen und sinngemäßen Zitaten ist das kleine Wörtchen „Vgl.“ und evtl. „ff.“ in der Fußnote.

Bevor jetzt einer kommt und mir erklärt, daß es auch noch „f.“ gibt:
Wörtliche Zitate über mehr als 2 Seiten sind m.E. bedenklich.

Gruß G.

Nein. Das Literaturverzeichnis dient dazu, dass der Leser die Quellen findet auf die du dich beziehst und sich so weiter informieren kann. Man gibt ja die Quelle nicht vollständig wieder, wer sich dafür interessiert liest sowieso den ganzen Artikel oder sucht sich das entsprechende Kapitel raus. Der geneigte Leser will nicht überprüfen ob das was du schreibst wirklich in der Quelle steht sondern z. B. wie es herausgefunden wurde. Wenn der Prof. schon vermutet, dass du Literatur fälschst dann gibts sowieso kein positives Gutachten er kann ja auch nicht deine Ergebnisse überprüfen (was allerdings anbhängig vom Fachgebiet ist).

Zur wörtliche Wiedergabe, mir ist schon klar, dass auch die angegeben werden muss! Das hatte ich aber bisher noch nicht… das dürfte in den Naturwissenschaften auch relativ selten sein.
Die Abkürzung Vgl. gehört nicht ins Literaturverzeichnis sondern wenn dann in den Text, vor das Zitat. (Bsp.: Auch andere Autoren stellten fest, dass Wasser flüssig ist (vgl. [1])). Es gibt dazu wie schon geschrieben auch eine DIN vielleicht weiß ja jmd. die Nummer.
Übrigens steht „ff.“ glaub ich für Zitate länger zwei Seiten (ff. fortfolgende; f. folgende)

Gruß

Paradebeispiel

Nein. Das Literaturverzeichnis dient dazu, dass der Leser die
Quellen findet auf die du dich beziehst

Das Literaturverzeichnis ist die (alphabetische) Zusammenfassung sämtlicher verwendeter Quellen, die zuvor auf den eigentlichen Textseiten mit Angabe der genauen Seitenzahlen bereits genannt wurden.

oder sucht sich das entsprechende Kapitel raus.

Der Prüfer will aber nicht suchen. Der will Seitenzahlen.

Der
geneigte Leser will nicht überprüfen ob das was du schreibst
wirklich in der Quelle steht

Du hast mit Deiner Antwort ein Paradebeispiel für Fehlinterpretation bzw. Falsch-Zitierung meines Postings abgeliefert.

sondern z. B. wie es herausgefunden wurde.

Das verstehe ich nicht. Aber egal.
Wahrscheinlich denkst Du nur in der einen Kategorie Deines Fachgebietes.

Wenn der Prof. schon vermutet, dass du
Literatur fälschst

Literatur fälschen? Im Zusammenhang mit einer Wissenschaftlichen Arbeit?

Ich kann mich nur an einen Fall erinnern, das waren die gefälschten Tagebücher im STERN.
Was Du wahrscheinlich meinst, sind Plagiate.

Zur wörtliche Wiedergabe, mir ist schon klar, dass auch die
angegeben werden muss! Das hatte ich aber bisher noch nicht…
das dürfte in den Naturwissenschaften auch relativ selten
sein.

Aha. Du redest also von Dingen, die Dir nicht geläufig sind.

Die Abkürzung Vgl. gehört nicht ins Literaturverzeichnis

Das habe ich so auch nicht behauptet. Bei mir steht „in der Fußnote“.

sondern wenn dann in den Text, vor das Zitat. (Bsp.: Auch
andere Autoren stellten fest, dass Wasser flüssig ist (vgl.
[1])).

Dein Beispiel ist zwar nach dem Zitat, aber auch egal …

Die Art und Weise der Quellenangabe ist reine Geschmackssache. Ich bevorzuge Fußnoten, andere machen Endnoten und die dritte Gruppe baut die Quelle in den Fließtext ein.

Übrigens steht „ff.“ glaub ich für Zitate länger zwei Seiten
(ff. fortfolgende; f. folgende)

Das stimmt zwar, aber in meiner diesbezüglichen Aussage ging’s nicht um die Aufdröselung der Abkürzungen, sondern um was ganz anderes.

Gruß G.

Also zum richtigen Zitat gehören drei Dinge die eigentliche Aussage, der Verweis ins Literaturverzeichnis und das Verzeichnis selbst.

Das Literaturverzeichnis ist die (alphabetische)
Zusammenfassung sämtlicher verwendeter Quellen,

da stimm ich zu

die zuvor auf den eigentlichen Textseiten mit Angabe der genauen
Seitenzahlen bereits genannt wurden.

hier haben wir uns definitiv falsch verstanden, ich bin vom Verzeichnis ausgegangen. Das ändert aber nichts daran. In den eigentlichen Text gehören die Seitenzahlen auch nicht. Mir ist zumindest keine Zitiermethode bekannt die das vorsieht. Numerisch [1], alphabetisch (Autor, Jahr) und dann gibts da noch ein paar Varianten bei Harvard z.B. bildet man irgendeine Mischform wie [AU10]… Seitenzahlen der Quellen im Text sind mir bisher noch nicht untergekommen. Wobei ich sagen muss, dass ich nur für Chemie, Biologie, Medizin und bissl Wirtschaft sprechen kann, vielleicht ist das bei Sozialwissenschaftlern ja anders? Das würde ich gern mal sehen!

Der Prüfer will aber nicht suchen. Der will Seitenzahlen.

Nochmal, der Prüfer schaut sich nicht jede Quelle an (auch nicht wenn die Seitenzahlen dabei stehen) dazu hat er/sie garkeine Zeit. Die lesen oft nicht mal die komplette Arbeit sondern nur Einleitung und Zusammenfassung. Bei der Angabe der Seitenzahl kommts dann außerdem zu solchen Problemen wie beim UP, es würde sich sowieso anbieten das genau mit den Gutachtern abzusprechen, bei einer Diss sollte das möglich sein!

Der
geneigte Leser will nicht überprüfen ob das was du schreibst
wirklich in der Quelle steht

Du hast mit Deiner Antwort ein Paradebeispiel für
Fehlinterpretation bzw. Falsch-Zitierung meines Postings
abgeliefert.

Das musst du mir näher erklären! Was hab ich falsch Interpretiert?

sondern z. B. wie es herausgefunden wurde.

Das verstehe ich nicht. Aber egal.
Wahrscheinlich denkst Du nur in der einen Kategorie Deines
Fachgebietes.

Stimmt ich dachte dabei an irgendwelche Analyseergebnisse, ich wollte damit nur das Prinzip verdeutlichen und das ist ja wohl in allen Gebieten zumindest ähnlich.

Literatur fälschen? Im Zusammenhang mit einer
Wissenschaftlichen Arbeit?

Richtig! Nur der Verdacht auf sowas wäre m. E. der Grund des Prüfers sich den Quellen zu widmen. In seltenen Fällen viell. auch mal richtiges interesse aber bei der Masse an Arbeiten…

Was Du wahrscheinlich meinst, sind Plagiate.

Nee das meinte ich nicht das wäre ja noch mehr Arbeit für den „Geprüften“. Ich könnte aber einem Autoren der sich mit den Thema befasst hat irgendeine Aussage unterstellen…

Aha. Du redest also von Dingen, die Dir nicht geläufig sind.

Was die wortwörtliche Wiedergabe angeht ja. Das schreib ich jetzt zum dritten mal.

sondern wenn dann in den Text, vor das Zitat. (Bsp.: Auch
andere Autoren stellten fest, dass Wasser flüssig ist (vgl.
[1])).

Dein Beispiel ist zwar nach dem Zitat, aber auch egal

Nein, es ist ein Teil der Zietierung.

Die Art und Weise der Quellenangabe ist reine Geschmackssache.
Ich bevorzuge Fußnoten, andere machen Endnoten und die dritte
Gruppe baut die Quelle in den Fließtext ein.

Das stimmt zwar dennoch gibts eine DIN dazu ich find das Ding nur nicht, sorry.

Das stimmt zwar, aber in meiner diesbezüglichen Aussage ging’s
nicht um die Aufdröselung der Abkürzungen, sondern um was ganz
anderes.

War auch nur eine Randbemerkung…

Gruß