Zitationsregeln in Hausarbeiten

Hallo zusammen,

meine Frage ist folgende: wenn ein Autor X eines wissenschaftlichen Textes indirekt und nur sinngemäß die Aussagen eines anderen Autoren Y zitiert, muss ich dann die Originalquelle von Y suchen (, weil ja die Angabe von Sekundärquellen eher unwissenschaftlich und unerwünscht ist), oder reicht es, wenn ich bei Übernahme der Aussagen in meine Arbeit nur „vgl. X“ als Quelle angebe? Es kann ja eben auch sein, dass sich Y bei seinen Aussagen auf Z gestützt hat, und so weiter…

Vielen Dank!!

cloudysun

Hallo,

weil, wie Du schon selber sagst,

die Angabe von
Sekundärquellen eher unwissenschaftlich und unerwünscht ist,

solltest Du Dir die Originalquelle beschaffen. Das hat zwei Vorteile: 1) in der Originalquelle stehen vielleicht sehr interessante Dinge zu Deiner HA, die in Deinem vorliegenden Text nicht erwähnt werden oder in einen völlig anderen Zusammenhang gebracht werden, 2) Dein Literaturverzeichnis wird länger :wink:
Außerdem brauchst Du Dich dann nicht mehr mit der Zitierweise von Sekundärquellen rumschlagen.

Viel Spaß dann beim Recherchieren! Suse

hi, danke für Deine Antwort!
also Du meinst, dass ich selbst nur bei sinngemäß (und nicht direkt) wiedergegebenen Zitaten auch nach der Originalquelle suchen soll. Was aber, wenn sich herausstellt, dass auch diese Originalquelle nur von jemand anderes (sinngemäß und indirekt) zitiert hat? dann etwa auch? ich glaube dann kann ich in der Bib ein Zeltlager aufschlagen…
Viele Grüße,
cloudysun

Hi,

also Du meinst, dass ich selbst nur bei sinngemäß (und nicht
direkt) wiedergegebenen Zitaten auch nach der Originalquelle
suchen soll. Was aber, wenn sich herausstellt, dass auch diese
Originalquelle nur von jemand anderes (sinngemäß und indirekt)
zitiert hat? dann etwa auch? ich glaube dann kann ich in der
Bib ein Zeltlager aufschlagen…

ich würde es einfach ganz normal zitieren. Schließlich ist auch ein sinngemäßes Zitat eine Art Interpretation, die der Autor genutzt hat um seinen eigenen Punkt rüber zu bringen.
Ich hab auch schon Zitate wörtlich übernommen („as quoted in…“), wenn sie gepasst haben. Meine Uni-Bibo ist sehr (!!) klein und hat nunmal nicht alles. Interlibrary Loan über die British Library in London dauert auch meist recht lange, von daher komm ich einfach nicht immer an jedes Buch ran. Bisher hat auch noch keiner meiner Dozenten daran rumgemäkelt. Solange du das nicht ständig so machst und dich auch sonst bemühst genügend Quellen zu haben.

Kel

Moin!

Was aber, wenn sich herausstellt, dass auch diese
Originalquelle nur von jemand anderes (sinngemäß und indirekt)
zitiert hat? dann etwa auch? ich glaube dann kann ich in der
Bib ein Zeltlager aufschlagen…

*lol* DAS würde dann ja dafür sprechen, dass es alles eher unwissenschaftliche Quellen sind! :wink: Wenn man schon in einer normalen Hausarbeit nach der ursprünglichen Quelle suchen soll, dann kann man das doch auch von dem Autor einer Veröffentlichung (z.B. Buch) erwarten…
Kannst das Zelt wieder abbauen! :wink:

xxx
Nic

Hallo,

ich habe auch schon sinngemäße Zitate wörtlich zitiert (und dann ganz normal, wie an der Uni erwünscht ist - bei uns gibt’s da sogar von Fakultät zu Fakultät unterschiedliche Vorschriften), da man tatsächlich nicht immer auf die Originalquelle zugreifen kann und Fernleihe immer einen Batzen Geld kostet. Ich meine nur, es sollte nicht zur Regel werden, da kann ich mich nur anschließen! Die Originalquellen sind oft wirklich sehr aufschlussreich und deshalb würde ich Dir empfehlen, so oft wie eben möglich darauf zurück zugreifen! Oft findet man diese auch in den Bibo’s von anderen Fachbereichen…

LG Suse

  1. Dein Literaturverzeichnis
    wird länger :wink:

selbst wenn ich doch Sekundärzitate als solche ausweise, müssen sie doch sowieso im Lit Verzeichnis aufgeführt werden, oder nicht?

… dass in Originaltexten viele aufschlussreiche und themenrelevante Infos zu finden sind, denke ich auch. bei geisteswissenschaftlichen Arbeiten ist es aber meiner Erfahrung nach nur noch selten möglich auf die originärste Originalquelle direkt zuzugreifen, weil sich mittlerweile eine Vielzahl von Autoren auf eine bestimmte These stützen, deren Ursprung aber nicht mehr rückverfolgbar ist…

…na ja, und dass das nicht ständig vorkommen sollte mit der „Verfälschung einer Interpretation eines (vermeintlichen) Originalzitats in ein Direktzitat“, ist mir schon klar :smile:

einen schönen Fuppes Sonntag wünscht cloudysun

*lol* DAS würde dann ja dafür sprechen, dass es alles eher
unwissenschaftliche Quellen sind! :wink: Wenn man schon in einer
normalen Hausarbeit nach der ursprünglichen Quelle suchen
soll, dann kann man das doch auch von dem Autor einer
Veröffentlichung (z.B. Buch) erwarten…

tja… also ich glaube, so sieht*s aus! ich habe eher den Eindruck gewonnen, dass trotz penibler Zitiererei doch immer auch ein wenig gepfuscht oder verfälscht wird -was aber zum Glück nur bei peniblem Hinschauen erst erkennbar wird, wenn überhaupt :wink: es sollte aber, wie schon auch die anderen gesagt haben, echt eher nur ausnahmsweise so gehandhabt werden.

Schließlich ist
auch ein sinngemäßes Zitat eine Art Interpretation, die der
Autor genutzt hat um seinen eigenen Punkt rüber zu bringen.

Das ist ein Argument! :smile: merci.

Hallo Cloudy,

selbst wenn ich doch Sekundärzitate als solche ausweise,
müssen sie doch sowieso im Lit Verzeichnis aufgeführt werden,
oder nicht?

ich verstehe nicht was Du meinst. Du nimmst doch das Sekundärzitat aus einem Text, den Du sowieso verwendest und dementsprechend im Lit.verz. aufführst. Du kannst aber nicht einfach die Originalquelle des Sekundärzitates (das in der Originalquelle ja keins ist) im Lit.verz. aufführen, wenn Du sie gar nicht vorliegen hast. Das ist nicht sehr wissenschaftlich!

nur noch selten möglich auf die originärste
Originalquelle direkt zuzugreifen, weil sich mittlerweile eine
Vielzahl von Autoren auf eine bestimmte These stützen, deren
Ursprung aber nicht mehr rückverfolgbar ist…

Es gibt immer jemanden der die These zuerst aufgestellt hat oder das zumindest für sich beansprucht. Thesen fallen ja nicht einfach so vom Himmel, sondern immer jemandem ein. Manchmal muss man lange suchen, aber Du willst doch wissenschaftlich arbeiten…
Allgemeingültige Thesen würde ich einfach aus einem (wissenschaftlichen)Text entnehmen, wo eben keine Quellenangabe dazu steht und diesen dann (sinngemäß) zitieren

Was studierst du eigentlich und worüber schreibst du die Hausarbeit?
Gruß Suse

Hallo Suse,

Du nimmst doch das
Sekundärzitat aus einem Text, den Du sowieso verwendest und
dementsprechend im Lit.verz. aufführst. Du kannst aber nicht
einfach die Originalquelle des Sekundärzitates (das in der
Originalquelle ja keins ist) im Lit.verz. aufführen, wenn Du
sie gar nicht vorliegen hast. Das ist nicht sehr
wissenschaftlich!

das ist eine Frage, die Institute anscheinend unterschiedlich handhaben. bei meinem pol.-wiss. Institut gilt halt die Regel, dass auf Sekundärzitate in der Regel verzichtet werden muss, dass aber, falls doch verwendet, auch die Quellen von Sekundärzitaten im Lit Verzeichnis angegeben werden müssen. -was für mich allerdings auch einleuchtend ist, denn ich kann schlecht in etwa -bla bla (vgl. X 2003: 25; zitiert nach Y 2005: 100)- schreiben, ohne X im Lit Verzeichnis anzugeben, da ja auch X für den Leser oder Korrektor nachvollziehbar sein sollte.

Was studierst du eigentlich und worüber schreibst du die
Hausarbeit?

zur Zeit schreibe ich eine Hauptseminarsarbeit über Theorien zur Internationalen Migration… im Geo Nebenfach. Thema ist sehr sehr spannend, aber da es diverse Theorieansätze gibt, und zu diesen jeweils massig an verschiedenen beitragenden Forschern und Autoren, ist es schon schwierig wirklich alle Literatur zusammenzubekommen und dann noch im gegebenen Rahmen von 25 Seiten zu bleiben. aber das Problem kennt wohl jeder Studi ;]

schöne Grüße,

cloudysun

Hi Cloudy,

ich mach grad mein geo-Diplom, meine Diplomarbeit ging über Hochqualifizierte Migranten.

zur Zeit schreibe ich eine Hauptseminarsarbeit über Theorien
zur Internationalen Migration…
sehr sehr spannend, aber da es diverse Theorieansätze gibt,

ich würde mich auf’s wesentliche beschränken. Fang bloß nicht an mit Ravenstein… Greif Dir eine Theorie, die Dir am schlüssigsten erscheint und belege sie an einem praktischen Beispiel… Besorge Dir unbedingt den neuesten Migrationsreport von Bade u.a. Schau mal nach Geographischer Rundschau und anderen geographischen Fachzeitschriften. Viel Literatur wirst Du auch bei den Soziologen finden.
Wenn ich dir noch irgendwie helfen kann, maile mich an.
LG Suse

ich mach grad mein geo-Diplom, meine Diplomarbeit ging über
Hochqualifizierte Migranten.

hey, das ist ja ein Zufall. viel Erfolg!! :smile: war es eine empirische oder literarische Arbeit?

also Literatur habe ich so weit alles schon zusammen, meine Arbeit ist auch so gut wie fertig. Ravenstein musste ich erwähnen, als Einstieg sozusagen. auch wenn sein Fokus auf den Distanzfaktor heute nicht mehr so relevant ist, hat er doch die darauffolgende Forschung stark beeinflusst. zum Thema highly skilled pros habe ich viel in Richtung brain drain und opposite direction of major migration flows gelesen… oder auch die Konzentration von ihnen in global cities. worüber lässt Du Dich denn prüfen?

LG, cloudy

ich schreib Dir ne mail