Zitieren

Hallo,

ich sitze an einer Hausarbeit. Vorweg habe ich diverse Literatur gelesen, dessen grobe Inhalte ich jetzt aus dem Kopf übernommen habe. Diese Literatur gebe ich im Literaturverzeichnis an. Zwischendrin beziehe ich mich auf bestimmte Textabschnitte (Zitat).

Bei einer anderen Hausarbeit verlangte die Dozentin nach jedem Absatz eine Quellenangabe. Das ist praktisch unmöglich, wenn man dieses Wissen aus einer abgeschlossenen Ausbildung und aus Texten, die man irgendwann mal gelesen hat mit eingebaut hat. Dieses Vorgehen scheint aber nicht üblich zu sein - oder?

Was genau muss denn jetzt üblicherweise mit einer Quellenangabe belegt werden und was nicht? Wenn ich einen bestimmten Gedankengang aus einem Buch übernehme oder einen Satz abschreibe, ist eine Quellenangabe erforderlich. Soweit ist das klar. Schon vorhandenes Wissen muss aber nicht mit einer Quelle belegt werden - oder?

Ich möchte nur sicher gehen…

Noch etwas:
Ich habe ein Buch mit mehreren Herausgebern. Darin sind Texte von diversen Autoren. Was gebe ich an, wenn ich ein Zitat (z.B. aus einer Studie) dieses Autors verwende?

Gruß
Tato

Hallo Tato,

grobe Inhalte ich jetzt aus dem Kopf übernommen habe.
Wissen aus einer abgeschlossenen Ausbildung und aus
Texten, die man irgendwann mal gelesen hat

„aus dem Kopf“ und „irgendwann mal gelesen“ gilt in der Regel nicht als wissenschaftliches Arbeiten. In einer Hausarbeit solltest du versuchen, alles, was über das Allgemeinwissen eines optimal gebildeten Erstsemesters hinausgeht, mit einer Quellenangabe zu belegen. Ich nehme an, dass es sich um verifizierbare Fakten handelt, die du woanders gelesen oder gelernt hast, sodass es dir nicht schwer fallen dürfte, eine Belegstelle aufzutreiben. Ein „Quellenangabe fehlt“ am Seitenrand deiner Hausarbeit dürfte deiner Note schlecht bekommen.

Ich will dich nicht dazu bringen, aus deiner Hausarbeit einen Zitatfriedhof zu machen; du musst versuchen, ein Gespür dafür zu entwickeln, ob es sich um altbekanntes, unumstrittenes, grundlegendes Wissen deines Fachs handelt, das in deiner Hausarbeit womöglich nur eine periphere Bedeutung einnimmt, weshalb du es ggf. unbelegt lassen kannst, oder um eine neue, angezweifelte oder unbekannte Ansicht bzw. Passage, auf der du deine Hausarbeit aufbaust, die du daher unbedingt mit einer Quellenangabe versehen musst.

Wenn du nicht wörtlich zitierst, sondern nur sinngemäß zusammenfasst, was in einem Text steht, setzt du eine gewöhnliche Fußnote mit einer Quellenangabe nach den Regeln deines Fachs, der du ein „vgl.“ (vergleiche) voranstellst.

Noch etwas: Ich habe ein Buch mit mehreren Herausgebern. Darin sind
Texte von diversen Autoren. Was gebe ich an, wenn ich ein Zitat
(z.B. aus einer Studie) dieses Autors verwende?

Ungefähr so, wenn Fritz Müller seine Studie in einem von Maria Maier und Otto Schmidt herausgegebenen Buch veröffentlicht hat:

Fritz Müller: Titel der Studie. In: Maria Maier; Otto Schmidt (Hrsg.): Titel des Buchs. Verlag, Ort Jahr.

Du solltest dich trotzdem informieren, ob es in deinem Fach Regeln zur Quellenangabe gibt, die meiner Vorlage widersprechen, beispielsweise eine Nennung des Nachnamens zuerst oder das Weglassen des publizierenden Verlags.

Gruß
Christopher

Was genau muss denn jetzt üblicherweise mit einer
Quellenangabe belegt werden und was nicht? Wenn ich einen
bestimmten Gedankengang aus einem Buch übernehme oder einen
Satz abschreibe, ist eine Quellenangabe erforderlich. Soweit
ist das klar. Schon vorhandenes Wissen muss aber nicht mit
einer Quelle belegt werden - oder?

theoretisch alles was nicht von Dir ist.
Teilweise ist das tatsächlich nicht möglich-
Fehlende Quellenangaben fallen bei der Bewertung
relativ schwer ins Gewicht.
Der „unsaubere“ Weg ist zu googeln das ganze als Quelle angeben
und ins Litverzeichnis packen und gut ist.
Der „saubere“ Weg wäre recherchieren wo der Gedankengang
tatsächlich so vorkommt, wie Du ihn im Kopf hast.
Wie die Quellenangabe im Text auszusehen hat
ist von Fach zu Fach unterschiedlich.
Bei den Geisteswissenschaften ist das Arbeiten mit Fußnoten
beispw. eher unerwünscht. Das sähe dann wie folgt aus:

Gemäß Bleifrosch ist das Arbeiten mit Fußnoten in
geisteswissenschaftlichen unerwünscht (vgl. Bleifrosch, 2006).

bzw.
Gemäß Bleifrosch ist das Arbeiten mit Fußnoten in
geisteswissenschaftlichen unerwünscht (vgl. Bleifrosch in Autor des Buches, 2006).

Vollständige Angabe geht dann ins Litverzeichnis.
Es gibt für (fast) jedes Fach „Richtlinien der Manuskriptgestaltung“.
Das sind so kleine Hefte, in denen die einzelnen Punkte
z.b. Beschriftung von Abbildungen, Tabellen, Zitate, Quellenangaben etc. behandelt werden. Sie sind die für Dein Fach verbindlichen Regeln, auf die Du Dich immer wieder beziehen kannst, wenn Dir ein Prof sagt- das soll aber so und so (denn die wissen auch nicht alles und handhaben das teilweise unterschiedlich)
Eine Investition die ich Dir ans Herz legen würde.

Grundsätzlich
Hallo, Tato!

Meine Vorschreiber haben schon alles Formale besprochen, daher von mir nur noch mal ein Appell:

Nimm das nicht auf die leichte Schulter, das kann sogar damit enden, dass ein Prof. Dir unterstellt, dass Du die Arbeit nicht selbst geschrieben hast! Ist mir passiert, bei meiner allerersten, in der ich genauso vorgegangen bin, wie Du es beschreibst:
Vorher lesen, Bücher zu, losschreiben.

Daher immer gleich: Während des Lesens Klebezettelchen in die Bücher.
Ist aufwendig, geht aber nicht anders!
Man gewöhnt sich daran.
Gruß
Lea

Hallo,

Danke für die Hinweise.
Ich will ja nicht alles auf andere schieben, aber an meiner Uni ist das Problem, dass wir
a) keine Tutorien haben, in denen so etwas vermittelt wird
b) kein Dozent genau sagt, wie er das haben möchte
c) es keine allgemeinen Regeln für den Fachbereich gibt
d) es manchmal keine Besprechungen der Hausarbeiten gibt, sondern es nur um ein „bestanden“ geht. Keine Rückgabe mit Randbemerkungen, keine Note, daher auch keine Verbesserungsvorschläge. Die letzte Dozentin war nur für zwei Tage Blockseminar an der Uni und lehrt sonst woanders, also kann man auch nicht mal eben vorbeigehen und die Arbeit besprechen.

So, nun versuche ich mich da alleine irgendwie durchzukämpfen…

Gruß und Dank
Tato

d) es manchmal keine Besprechungen der Hausarbeiten gibt,
sondern es nur um ein „bestanden“ geht. Keine Rückgabe mit
Randbemerkungen, keine Note, daher auch keine
Verbesserungsvorschläge. Die letzte Dozentin war nur für zwei
Tage Blockseminar an der Uni und lehrt sonst woanders, also
kann man auch nicht mal eben vorbeigehen und die Arbeit
besprechen.

Dazu: Ich kenne genug Dozenten die das auch gerne so machen, aber wenn man eine Mail schreibt/ sich zur Sprechstunde anmeldet und nachfragt (nach dem Motto „Was kann ich besser machen“) geben sie meißt doch auskunft, also einfach mal nachfragen.
Viel Glück

Welcher Fachbereich ist es denn
um welchen Fachbereich geht es denn-
üblicherweise werden die „nächsten Verwandten“ genommen.

Kriminologie bspw.orientiert sich an den Regeln für Jura
oder auch Psychologie- die sich unterscheiden.
Ähnlich wie bei der Rechtschreibreform gilt dann entweder
das eine oder das andere…

um welchen Fachbereich geht es denn-
üblicherweise werden die „nächsten Verwandten“ genommen.

Studiengang Erziehungswissenschaften
In diesem Fall geht es um den Bereich Sozialwissenschaften, genauer gesagt Soziologie.

Richtlinien Manuskriptgestaltung Psych

um welchen Fachbereich geht es denn-
üblicherweise werden die „nächsten Verwandten“ genommen.

Studiengang Erziehungswissenschaften
In diesem Fall geht es um den Bereich Sozialwissenschaften,
genauer gesagt Soziologie.

Der Bereich in den das fällt ist raltiv wumpe.
Belegst Du z.b. das Nebenfach Jura kannst Du „Deine“
Richtlinien verwenden und musst nicht die der Juristen anwenden.
(Du musst „Deine“ nur dann belegen, wenn es Reibereien gibt)

Soziologie/Sozialwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Pädagogik etc. beziehen sich auf die Richtinien der Manuskriptgestaltung für den Bereich Psychologie.
Die sind hier
http://www.buecher.de/verteiler.asp?site=/artikel.as…
drin festgehalten.- Gibts in jeder Bib, im Netz und im Buchladen.

Also dringende Empfehlung: anschaffen und danach richten