Zittern bei Stress! Richtig reden! Lesen! ... ?

Hallo,

den ersten Satz hier schreibe ich jetzt zum Schluss: ich habe gemerkt, dass ich doch mehr geschrieben habe, als ich anfangs dachte. Ich hoffe, ihr lest alles und versucht mir zu helfen.

In Stresssituationen, wenn ich z. B. in eine Konversation „gerate“, in der es zu verbalen Angriffen kommt, u. a. durch ein Geschehnis, welches vor der Unterhaltung passiert ist (ich werde im Straßenverkehr geschnitten, ich hupe, steige an der Ampel aus, geh auf das andere Fahrzeug zu und sag der Person, dass das … war!). Oder wenn ich von jemanden mehr oder weniger doof angemacht werde und die Person mich spüren lässt, dass ich weniger kann als er, weniger intelligent bin als er … (ich denke, ihr wisst, was ich meine!) und es zu einer Unterhaltung kommt, fange ich an zu zittern. Ich spüre das nicht nur innerlich (das aber sehr heftig!), sondern man kann das auch äußerlich z. B. an meinen Händen erkennen oder an meiner Stimme, die dann auch anfängt zu zittern.

Ich weiß, dass ich nicht dumm bin.

Aber ich weiß nicht 100 %ig, warum mein Körper in solchen Situationen so reagiert. Vielleicht mangelndes Selbstbewusstsein?! Vielleicht sogar Angst?!

Ich merke auch, dass ich in vielen Situationen nicht mit meiner Männerstimme spreche, sondern ein paar Oktaven höher!

Wenn mich ein Kunde etwas über meine Arbeit fragt (Arbeitsabläufe, die ich kenne!), dann kommts mir so vor, als wenn mir jemand die Luft abschnürt und ich außer Atem bin. Ich versuche dann bewusst langsam und kontrolliert zu sprechen, was mir aber nicht immer souverän gelingt.

Wenn ich mit jemanden telefoniere, den ich kenne oder ein Telefonat führe, welches in begonnen habe, dann fällt mir das um ein Vielfaches einfacher, als wenn ich angerufen werde, ich die Person nicht kenne und ich über etwas gefragt werde, worauf ich keine abschließende und erschöpfende Antwort geben kann.

Kommen Fragen von fast egal welcher Person unvorhergesehen auf mich zu, antworte ich teilweise in Kindersprache, muss lange überlegen, suche nach den richtigen Wörtern, fallen die mir nicht ein, benutze ich Wörter, die hätten besser sein können, …
Wenn ein Fremder mich verbal attackiert, dann will ich unbedingt (vielleicht zu viel Selbstdruck, Zwang?) ihm eins verbal verpassen. Nur leider fallen mir meist nicht DIE Sätze ein! Zwei Minuten später dann, hab ich DEN Satz auf einmal im Kopf und denke „Mist, den hättest du dem sagen müssen!“.

Ich hatte vor sechs Jahren einen schwereren Verkehrsunfall. Mir gehts aber wieder sehr gut. Nur die „Krankheitskarriere“ nach dem Unfall war nicht pralle! Vielleicht spielt das eine Rolle?! In der ersten Reha, die ich ca. fünf Monate nach dem Unfall gemacht habe, wurde eine Sinus Cavernosus Fistel vermutet, die sich bei mir gebildet hat. Dies hat sich wiederum ca. drei Monate später bewahrheitet. Diese wurde operativ verschlossen. Ich wurde genau zwei Jahre nach dem Unfall wegen andauernden Rückenschmerzen erneut untersucht (dieselben Untersuchung davor haben keine neue Erkenntnis gebracht!). Diese Untersuchung hatte als Ergebnis, dass durch den Unfall eine Wirbelkörperfraktur entstanden ist, welche direkt nach dem Unfall nicht diagnostiziert wurde. Mir wurde nahegelegt, z. B. kein Fußball mehr zu spielen, da das Risiko dabei zu hoch wäre, mir den Hals zu brechen. Auch sollte ich im normalen Leben immer mehr als andere auf der Hut sein!

An daran, wie ich vor dem Unfall in Stresssituationen war und wie ich reagiert habe/reagieren konnte, weiß ich nicht mehr 100 %ig. Ich bin mir aber sicher, dass ich vor dem Unfall ähnlich war wie heute.

In der Familie, unter Kumpels und Kollegen kann ich frei reden. Kann auch DER sein, der im Mittelpunkt steht und einen lockeren Spruch auf den Lippen hat.

Ich rede aber hin und wieder zu schnell und ich fange an, mich zu verhaspeln oder ich verwechsel Buchstaben innerhalb eines Wortes oder die Anfangsbuchstaben zweier aufeinanderfolgenden Wörter.

Wenn ich laut lese, dann verlese ich mich auch hin und wieder. Das nervt mich tierisch. Ich lesen dann den Satz so lange, bis ich ihn richtig gelesen habe. Wenn ich einen Satz erneut lese, dann verhau ich mich genau an der gleichen Stelle. Wenn ich leise lese, dann muss ich mich konzentrieren, damit ich nicht mehrere Wörter überspringe, was mir nämlich in regelmäßiger Regelmäßigkeit geschieht. Auch da verlese ich mich. Aber öfter, als beim laut lesen.

Vor einer Gruppe zu sprechen, fällt mir schwer. Leichter, wenn ich die Personen alle kenne und ich mich nicht auch irgendwie beobachtet fühle. Schwerer fällts mir, wenn ich vor wildfremden Menschen reden muss, wobei ich gemerkt habe, dass es hierbei um die Gruppengröße ankommt, ob ich mich wohl unter denen fühle, ob ich denke(n muss), dass das Gleichgesinnte sind (keine Menschen, vor denen ich aus welchem Grund auch immer Respekt haben sollte!).

Ich muss mir regelmäßig Dinge notieren, da ich sonst die Hälfte vergesse. Ich habe zeitweise sehr viele Gedanken im Kopf, die mich beschäftigen (zu der Zeit wichtige Dinge, aber im Nachhinein z. T. unwichtige Dinge!).

Ich lasse mich leicht ablenken. Bei einer Unterhaltung dürfen keine großartigen Nebengeräusche zu hören sein. In einer Unterhaltung schalte ich irgendwann ab und ich muss mich zwingen weiterhin zuzuhören. Ich mags nicht sonderlich, wenn MEINEM Tagesablauf etwas dazwischen kommt, was aber dann doch geplant war (Einkäufe, Arztbesuch, …). Wenn ich dann erst einmal dabei bin, diese Dinge zu machen, bringe ich auch die gewisse Geduld mit. Auch wenn Lebensmitteleinkäufe nicht kurz genug sein können! Manchmal fange ich an mehreren Stellen an etwas zu tun (Papiere sortieren, E-Mails checken, das eine oder andere in der Wohnung wegräumen, …). Mein Leben ist kein Chaos. Beim Training z. B. halte ich mich auch an den Trainingsplan und wechsel was aus. Aber selbst hier gehe ich in den Satzpausen oder in den Pausen zwischen den Übungen zum PC, gucke, ob ich ne Mail erhalten habe.

Ich rege mich meist über die kleinsten Kleinigkeiten auf. Könnte schreien. Auf nen Sandsack hauen.

So, ich könnte bestimmt noch mehr schreiben, aber es soll jetzt gut sein! :wink:

Was sagt ihr zu meinem Beitrag?

Kennt ihr das evtl. von euch oder von anderen?

Was kann ich alles tun, damit ich in den ganzen Dingen besser zurechtkomme, werde?

Gibts dafür vielleicht irgendwelche Selbsthilfegruppen und, oder Seminare?

Ich wohne in 34… Kassel.

Bitte um eure Antworten.

Vielen lieben Dank im Voraus.

Schöne Grüße

Bitte um eure Antworten.

Bevor man dich auf die Menschheit losläßt, versuche doch mal ein freundlicher Mensch zu werden. Wenn man liebt, hört diese entsetzliche Spannung auf, unter der du zu leiden scheinst.

Nimm das Leben und dich selbst leicht und locker…

Viel Glück
rolf

Hi Marcel,

also ich denke, dass es nicht so unnormal ist in Situationen nervös zu reagieren, bei denen man unter emotionalem Stress steht, wie z.B. in einem Streit.

Auch denke ich, dass es nicht wirklich unnormal ist, wenn du dich mit einem Bekannten unterhältst, als mit einer unbekannten Person, zumal wenn du Fragen zu einem Thema beantworten sollst, bei denen du dir unsicher bist.

Ich stelle mal die These auf, dass wenn man selber vermutet wenig Selbstvertrauen zu haben, dass auch ein guter Indikator sein kann, dass mit diesem etwas nicht stimmt.

Solange das aber alles im Rahmen ist, und es kein wirkliches Problem im Alltag wird, dann ist doch an sich alles okay? Ausser du hast das Verlangen etwas daran zu ändern. Im Endeffekt sind solche Situationen trainierbar (geht so ein bisschen in die Richtung soziale Kompetenz, wozu es hier im Brett eine recht ausführliche FAQ gibt).

Soviel jetzt von mir, muss aber leider weg…
mfg
Matze