Zu alt für Ing.?

Hallo,

Ich muss dann annehmen, das (unerfahrene)
„Frischlinge“-Schulabgänger vorgezogen werden, statt mit allen
Wassern gewaschene, da diese sich leicht „hinbiegen“ lassen?

An den Hochschulen ist das Alter der Studis egal.
In der Arbeitswelt scheint es aber einen gewissen „Jugendlichkeitswahn“ zu geben. (Vielleicht, weil „Frischlinge“ auf den ersten Blick billiger sind?) Allerdings gilt hier ganz besonders: Es gibt viele Ausnahmen.

Was ist ein durchschnittliches Einkommen?

Hmm, hier kann ich dir nur die Schweizer Zahlen nennen:
Mit Dr.-Ing. liegt man hier beim Berufseinstieg zur Zeit etwa 95 TCHF ganz gut. In D sollten das also ca. 45 T€ sein (Die Lebenshaltungskosten sind in CH etwa 30% über denen in D), ich kenne den Arbeitsmarkt in D zur Zeit aber nicht gut.
Mit Dipl.-Ing. ETH kann man so um die 75 TCHF zum Einstieg erreichen. Mit 35 haben die Leute, wenn sie was können, die 100 TCHF Grenze überschritten.

— Ich denke doch, das ich als Höchstqualifizierter eine
Tätigkeit angeboten bekomme, oder nicht?
Jedenfalls habe ich
mal angefragt und mir wurde bescheinigt, das ich anscheint
„erste Wahl“ bin. Tja als „Arbeiter“ wird man nicht
angenommen, aber als Student dann… weil alle Arbeitsplätze
mit Lernenden besetzt werden!
Natürlich ist das Grundlage zu allem Künftigen, die „Kohle“.

[…]

Nun wenn Du die 60-80 Stunden-Woche ansprichst, die kenne ich
seit 10 Jahren. Bis zum Abkippen arbeitete ich bisher, immer
120% voller Einsatz; nebenher noch zusätzlich im Fachbereich
setzte ich einiges „dran“.
Ich kenne keinen 8-Stundentag, der mit Gewerkschaftschutz
einhergeht. Vielleicht sehr schade, aber hier in diesem Falle
eine harte Schule? […]

Wenn du das Studium schnell durchziehen willst, hat Dir diese Schule sicher nicht geschadet. Ich bin froh, dass Du das Studium als Möglichkeit zur persönlichen Entwicklung siehst und nicht als schnellen Weg zum leichten Geld.

[…] Aber die „Denkrichtung“ muß wirklich trainiert werden, das
stimmt!

Genau das meine ich.

„Es wird sehr viele frustrierende Momente geben.“
Gibt es nicht schlimmere Momente, wenn Firmen, an denen man
aktiv in lt. Position am Aufbau beteiligt war, immer dicht
machen und einem die Arbeit ruiniert wird??? Das altert und
frustriert sicherlich mehr, denke ich.
Oder nicht?

Klar. Nur solltest Du Dir vom Studium nicht zu viel erwarten. Ein Durchhänger im Grundstudium ist auch für „Frischlinge“ normal.

Handelt es sich hier um „fachtheoretisches Wissen“ (Lehren)
oder um Schulstoff aus der 10-12. (?) Klasse?

Ich meinte den Schulstoff, da ich davon ausgehe, dass du das fachtheoretische Wissen sicher beherrschst.
Im Prinzip läuft das Studium am Anfang so ab, dass die Mathematik der Oberstufe noch einmal durchgenommen wird, um alle Studenten auf dem gleichen Stand zu haben. Allerdings werden die Schuljahre auf wenige Wochen konzentriert. Danach wird auf dieses Grundwissen aufgebaut.
In Fächern wie Mechanik, Regelungstechnik oder Schaltungstechnik brauchst du dann dieses mathematische Handwerkszeug.
Hier würde ich an Deiner Stelle mit erhöhtem Arbeitsaufwand (im Vergleich zum Schulabsolventen) rechnen.

„Wenn in einzelnen Prüfungen 60% eines Jahrganges durchfallen,
kann es auch Dir passieren.“

Bei was fallen die dort durch? Im Fachwissen oder im
Schulstoff?
„Fachliche Theorie“ hatte ich immer eine „1“.

In den Bereichen, die ich kenne:

Neben der Mathematik
Schaltungstechnik
Technische Mechanik
Regelungstechnik

In welchen Fächern gesiebt wird, hängt von der Hochschule und den einzelnen Professoren ab. Allerdings sollte ich dazu sagen, dass die 60% Durchfaller-Quote zu Zeiten der Überlast beinahe normal waren (zuviele Studis, schlechte Bedingungen), das hat sich gebessert.

Werden die „Alten“ genauso behandelt wie die jungen Schüler
bei den Prüfungen, oder setzt man da anders an?

Bei schriftlichen Prüfungen wird ganz klar kein Unterschied gemacht, mündliche Prüfungen sind natürlich subjektiv. Aber auch hier gilt im Prinzip: gleiche Note für gleiche Leistung.

"Versuche doch erst einmal in einem Fernstudium… "
Leider lehren die nicht mein Fachbereich - ich habe diese
Varianten prüfen können, aber leider nur Negativbescheide
erhalten.

Schade.
Viel Glück bei Deiner Entscheidungsfindung
Rossi

Hallo Dirk,

Handelt es sich hier um „fachtheoretisches Wissen“ (Lehren)
oder um Schulstoff aus der 10-12. (?) Klasse?

Beim Ing.-Studium sind i.A. über 50% aller Fächer „mathematisch angehaucht“. Dabei haben sich bei uns sogar die Leute mir Mathe-Grundkurs (trotz guter Noten) schwer getan. Als Leistungskurs-Absolvierer ging es dann aber. Die Geschwindigkeit bei der Vorlesung ist jedoch extrem hoch und wer erstmal die mathematischen Erklärungen verstehen muß, kann es gleich vergessen (vergleiche es mit einem Studium in einem fremden Land, dessen Sprache Du nur eingeschränkt sprichst oder verstehst).

„Wenn in einzelnen Prüfungen 60% eines Jahrganges durchfallen,
kann es auch Dir passieren.“

Bei was fallen die dort durch? Im Fachwissen oder im
Schulstoff?
„Fachliche Theorie“ hatte ich immer eine „1“.

Bei Maschinenbau: Thermodynamik, Mathematik, techn. Mechanik, Festigkeitslehre. Also alles, was neben den fachlichen Anforderungen auch noch Mathematik benötigt.

Die fachliche Theorie bei einer gewerblichen Ausbildung hat nichts mit der fachlichen Theorie im Studium zu tun. Es wird vielmehr erwartet, dass man den Inhalt des Fachkundebuchs der Berufschule vorher schon „aufgesogen“ hat.

Werden die „Alten“ genauso behandelt wie die jungen Schüler
bei den Prüfungen, oder setzt man da anders an?

Die schriftlichen Prüfungen werden für alle Studenten gleich gestellt, da ist dann auch die Benotung einheitlich (Mathematik ist fast digital, entweder es stimmt oder es ist falsch). Bei mündlichen Prüfungen könnte man evtl. schon mal etwas „nachhelfen“. Die Prüfungen werden aber immer von 3 Prüfern durchgeführt und die werden sich auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen.

"Versuche doch erst einmal in einem Fernstudium… "
Leider lehren die nicht mein Fachbereich - ich habe diese
Varianten prüfen können, aber leider nur Negativbescheide
erhalten.

Welche Studienrichtung willst Du studieren ? (muss es unbedingt etwas so spezielles sein, dass es nur auf wenigen Hochschulen gelehrt wird ?)
Wie ist Deine schulische Vorbildung ? Und wann hast Du die Schule verlassen ?

Grüsse

Sven

Ing.-Gehälter in D
Hallo Rossi,

ein FH-Abgänger kann ich Deutschland mit ca. 35 Tsd Euro p.a. rechnen, ein Uni-Abgänger mit ca. 2-5 Tsd Euro mehr (je nach prakischer Erfahrung).

Nach ca. 5-6 Jahren sollte die 50 Tsd Euro-Grenze überschritten sein.

Grüsse

Sven

Welche Studienrichtung willst Du studieren ?

Druck- und Medientechnik
Wie ist Deine schulische Vorbildung ?
1,8 gesammtdurchschnitt
mathe und physik 2
den rest wohl auch…

Und wann hast Du die

Schule verlassen ?

1986

Hallo Dirk,

Druck- und Medientechnik

da kenne ich mich allerdings weniger aus.

Wie ist Deine schulische Vorbildung ?
1,8 gesammtdurchschnitt
mathe und physik 2
den rest wohl auch…

Eigentlich ganz guter Durchschnitt, dürfte aus der Richtung kein Problem sein. Hast Du Mathe im Abitur gehabt und wenn ja, als Leistungs- oder Grundkurs ?

1986

Da empfehle ich Dir dringend, vorher nochmals die Mathe-Kenntnisse etwas aufzufrischen. Hol Dir mal die amtlichen Mathe-Abitur-Prüfungsausgaben der letzten Jahre (gibt’s als DIN A5-Buch) und versuche Dich daran. Wenn’s noch einigermaßen klappt, dann ist’s gut, wenn nicht => dringend Stoff auffrischen.

Grüsse

Sven

Hast Du Mathe im Abitur gehabt

Abi gab es damals noch nicht, bzw. wurde ausschliesslich „politisch-begabten/wohl eher belasteten“ zugestanden.
Wenn ich mich recht entsinne, waren da 2 von 60 Schülern betroffen.

Da empfehle ich Dir dringend, vorher nochmals die
Mathe-Kenntnisse etwas aufzufrischen. Hol Dir mal die
amtlichen Mathe-Abitur-Prüfungsausgaben der letzten Jahre
(gibt’s als DIN A5-Buch)

hast davon ne „ISBN“-Nr. ? Soetwas gibt es offizell zu kaufen? Ist ja ein Ding!

Hallo Dirk,

Abi gab es damals noch nicht, bzw. wurde ausschliesslich
„politisch-begabten/wohl eher belasteten“ zugestanden.
Wenn ich mich recht entsinne, waren da 2 von 60 Schülern
betroffen.

Erfüllst Du dann ohne Abi die Zugangsvoraussetzungen zum studieren ?

hast davon ne „ISBN“-Nr. ? Soetwas gibt es offizell zu kaufen?
Ist ja ein Ding!

Leider nein. War aber meines Wissens nach vom Klett-Verlag (der wohl zu meiner Abi-Zeit 1990 so ziemlich alle Schulbücher hergestellt hat). Leider habe ich meine Version von damals nicht mehr.

Grüsse

Sven

Erfüllst Du dann ohne Abi die Zugangsvoraussetzungen zum
studieren ?

Ja. ich habe mit den 2 aufeinanderfolgenen Berufsabschluessen innerhalb des selben FB und den nachfolgenen 11 Jahren durchgehender Beruflichen Tätigkeit innerhalb des selben FB die Vorraussetzungen erfüllt.

Hallo wolfgang,

wobei ich obacht geben würde, ob es sich echt lohnt, ne Technikerausbildung in dieser oder jener Anstalt anzugehen. Ich hatte mir das mal zwei Monate lang angeschaut und hatte dann echt die Nase voll davon.
Die wollten 189,00DM dafür, mir, der im 4. Semester in diesen achtsemestrigen Kurs eingestiegen ist, in allen Fächern den stoff der 7. Klasse eintrichtern. das war mir echt zu doof. Nur wegen eines Abschlusses seine Zeit und sein Geld zu verramschen kann nicht das ziel sein.
Es wäre vielleicht sinvoll, das auch mal im vorhinein mit seinem arbeitgeber durchzusprechen bzw. marktanpassned sich ein studium herauszusuchen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß man sehr viel schneller vorankommt, wenn man eine grundsolide auzsbildung hat und disen Job auch beherrscht und alles weitere autodidaktisch dazulernt, so man diszipliniert genug dazu ist.
Was heute gebraucht wird, lernt man eh auf keiner Uni, dazu ist das Bildungssystem hierzulande viel zu lahmarschig. Wenn man aus Versehen mal was zuviel gellernt hat, schadte das im allgemeinen auch nicht.

Frank