Zu alt für Ing.?

ist man chancenlos „zu alt“, wenn man beispielsweise mit 36 jahren den Ing.-Titel erworben hat, aber bereits ZUVOR 16 Jahre im gleichen Fach nahezu beispielslose Karriere vorzuweisen hat?

Mir wäre es wichtig, ihr „Personaler“ könntet helfend berichten.

bis dann und dank

Nein, nicht zwingend
Hallo Dirk,

allerdings wäre zur genaueren Einschätzung wichtig zu wissen, wo , in wlcher fachrichtung, in welchem Zeitraum und mit welchem Abschluß(thema) Du den Dipl.-Ing. erworben hast und wie die ‚beispiellose Karriere‘ en detail aussieht.

Grüsse
Diana

ist man chancenlos „zu alt“, wenn man beispielsweise mit 36
jahren den Ing.-Titel erworben hat, aber bereits ZUVOR 16
Jahre im gleichen Fach nahezu beispielslose Karriere
vorzuweisen hat?

Hallo Dirk,

wenn Du Dir mit 36 Jahren überlegst, ein Ingenieurstudium zu absolvieren, geht das in Ordnung. Wenn Du aber „schon“ mit 36 Jahren den Abschluß hast - wo soll das Problem liegen?

Es ist natürlich ein Unterschied, ob mit dem Studium eine berufliche Neuorientierung einher ging oder ob das Studium als höhere Qualifikation in einem schon vorher ausgeübten Beruf anzusehen ist.

Du warst z. B. katholischer Geistlicher und mochtest fleischlichen Lüsten nicht länger entsagen, wirst deshalb aus dem Kirchendienst entfernt und studierst Physik. Na ja, das wäre ein heftiger Lagerwechsel. Aber warum nicht? Manche kommen eben erst spät zur Vernunft. Ein anderer hat lange in einem technischen oder handwerklichen Beruf gearbeitet und absolviert erst spät seine Hochschulreife und das Ingenieurstudium. Dieser Mensch wird seine frühere Berufserfahrung verwerten können.

Unabhängig von der vorherigen Tätigkeit hat ein Mensch Erfahrungen gesammelt und Fähigkeiten erworben. Seien es Sprachkenntnisse, Führungsqualitäten, Organisationstalent oder was auch immer. Davon geht nichts verloren und ist dauerhaft von Nutzen. Mit Mitte 30 mitten im Lernprozess zu stecken - so ein Mensch kann viel lebendiger und beweglicher sein, als ein anderer, der schon seit 10 Jahren an einem Schreibtisch hockt und Stücklisten bearbeitet.

Es gibt 30-jährige Greise und 60-jährige quirlige Geister. Es kommt also nur darauf an, was Du daraus machst. Dann gibt es noch einen Haufen Leute, die 40-jährige grundsätzlich für alt halten. Quatsch ist das, unbegründeter Jugendwahn. Warte nur ganz wenige Jahre die laufende demographische Entwicklung ab, dann wird jeder Betrieb froh sein, einen 40-jährigen Ingenieur zu bekommen. Das ist so deutlich zu sehen, daß ich darauf meinen A**** verwette.

Ich kenne übrigens eine ganze Reihe von Leuten, die aus den verschiedensten Gründen erst etwas später zum Studium kommen. Eine beginnt mit Mitte 30, ihr Abi nachzuholen. Eine andere ist fast 50 und promoviert jetzt gerade als Tierärztin. Wieder eine andere Frau war approbierte Zahnärztin, gab die eigene Praxis auf, ist inzwischen Ende 40, hat jetzt gerade zum Semesterende ein paar happige Klausuren hinter sich und in einem halben Jahr das erste Staatsexamen ihres Medizinstudiums vor sich. Na und? Ich war bei Beendigung meines Ing.-Studiums 33, jetzt bin ich 52 und…studiere noch einmal- just for fun.

Wer unentwegt renten- und versorgungsorientiert lebt und denkt, wird damit ein Problem haben. Wer aber bereit ist, aus einer beruflichen Sackgasse die Konsequenzen zu ziehen, wem Herausforderung, Zufriedenheit und Erfolgserlebnisse wichtiger sind, als Tarifurlaub und Möbel-Ratenkedite, wird das nachvollziehen können. Auf eine staatliche Rentenversorgung zu hoffen, solltest Du Dir als Mittdreißiger ohnehin abschminken. Wer noch spät studiert und von vorne beginnt, sollte auch Gedanken an Vorruhestand o. ä. gar nicht erst aufkommen lassen. Das Studium soll zur Befriedigung im Beruf verhelfen. Also wird man gerne und lange arbeiten und es bleibt später genug Zeit, an die Rente zu denken.

Also los, zieh’ das Studium durch!

Gruß
Wolfgang

Hallo Dirk,

zunächst einmal: das durchschnittliche Alter der Berufsanfänger (bei den Ingenieuren) in unserer Firma liegt bei ca. 28 Jahren, nur BA-Studenten sind mit ca. 25 Jahren erheblich schneller. Liegt u.a. an langen Studien-Zeiten (z.B. Uni) oder an vorheriger Lehre (z.B. Werkzeugmacher). Mit 36 bist Du also somit nicht Jahrzehnte über’s Ziel hinaus.

Weiterhin gibt es Bereiche, in denen eine vorhergehende Lehre sehr vorteilhaft ist. Ich arbeite z.B. in der technischen Kostenanalyse und habe für Teilepreise ein gutes Gespür, mangels praktischer Erfahrung in einem Werkzeugbau jedoch gar kein Gespür für Werkzeugkosten. Mein Kollege hat vor seiner Weiterbildung (Techniker, Abschluss mit 32 Jahren) eine Werkzeugmacherlehre absolviert und auch längere Zeit im Werkzeugbau gearbeitet. Der kennt sich natürlich ganz anders damit aus und kann den Werkzeuglieferanten auch richtig Paroli beiten => beruflich grosser Vorteil.

Fazit: Wenn Du Deine „Vorgeschichte“ als Vorteil überzeugend darstellen kannst, dann ist das tendenziell kein Nachteil.
Wenn Du darüber hinaus vorher schon mit Ingenieuren / Technikern zusammengearbeitet hast (Büro-Tätigkeit, Besprechungen usw.) und somit die Eingliederung in den neuen Job kein Problem darstellt, dann sehe ich überhaupt kein Problem.

Übrigens hat die Studienrichtung und auch das Dipl.-Arbeitsthema so gut wie keinen Einfluss auf den weiteren Werdegang. Bei mir war’s z.B. Vertiefung Fertigungstechnik, Dipl-Arbeit Datenbank-Programmierung, beruflich anschließend technischer Einkauf und jetzt Kostenanalyse (Kostenrechnung war übrigens mein schlechtestes Fach beim Studium…)

Grüsse

Sven

ich danke dir recht herzlich für deine sehr sehr ausführlichen Darstellungen - . bei mir handelt es sich eindeutig um eine Qualifizierung im Beruf: bei mir ging das so: realschule - Lehre Satztechniker - dann Lehre Reproduktionstechniker - dann Techn. Betriebsleiter - dann Leitung Satzabteilung - dann Produktioner - dann Webdesign (Ecommerce) - dann Qualitätscontroller/Teamleiter in SW-Entwicklung
. Nachteil an allen Jobs: Firmen machten immer zu!

Nun wenn ich in die 5%-Riege reinkomme, das sind 2 Praxisleute, die genommen werden, wirds wohl gemacht. Immerhin sehe ich es als „Ritterschlag“ !. Schön hatte man es damals gehabt: da konnte mein Papa noch 2xING`s. auf der Abendschule machen!

diana bitte lese über deinem Artikel, dort führte ich es en detail aus. Danke dir fürs antworten:smile:)

dank dir - weiteres siehe ausführungen zu wolgangs artikel - gruss dirk

Hallo Dirk,

ich kann dir nur in dein Tun bestätigen !!
Ich selbst habe noch VOR mein 14.Lebensjahr eine Lehre als Friseur begonnen (Ich bin Belgier…das ging dar) Mit 20 war ich Meister. Später dann war ich ca. 15 Jahre selbständig. 1986 allerdings, habe ich angefangen mich für Softwareentwicklung zu interessieren. Vor 4 Jahren habe ich eine Nervenerkrankung bekommen der meine Feinmotorik soweit einschränkte, dass es absehbar war, irgendwan den gelernten Beruf aufgeben zu müssen. Am 1.10.2000 habe ich als Softwareentwickler und Berater eine gute Stelle gefunden. Es gibt Firmen, bei denen wird Leistung, Wissen und ‚das menschliche‘ genauso anerkannt wie ein Diplom.

Leider hat meine Firma pleite gemacht. Was allerdings nicht an mir gelegen hat! :wink:)

Ich bin jetzt 49 Jahre alt. Ohne Diplom, finde ich jetzt kaum einen Job. Ich wäre froh, dein beruflicher Werdegang vorzeigen zu können! Ich überlege jetzt, einen 2-jährige Weiterbildung zum Fachinformnatiker bei TERTIA, welches wohl mit dem Arbeitsamt zusammenarbeitet, zu machen. Nur um mein Wissen schriftlich bestätigt zu haben!
Wer mir einen besseren Weg nennen kann, wäre ich unendlich dankbar!

Also, ran an die Bouletten, Gas geben, man kann immer mehr als man sichselbst zutraut. Ich für meinem Teil denke mir; Wie mehr ich kann, um so mehr bin ich Mensch!

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Erfolg!

Marc

ist man chancenlos „zu alt“, wenn man beispielsweise mit 36
jahren den Ing.-Titel erworben hat, aber bereits ZUVOR 16
Jahre im gleichen Fach nahezu beispielslose Karriere
vorzuweisen hat?

Hallo Dirk,

ein sehr empfehlenswerter Link hier:

http://www.vdi-nachrichten.com/ingenieurkarriere/kar…

Gruß Christian.

Hier kommt ein Auszug auf eine ähnliche Frage:

„Wer zu spät kommt, den …“

Ich kann Sie gut verstehen. Sie kommen beruflich nicht weiter, haben „nur“ die Techniker-Ausbildung und stehen unter dem Eindruck, die nächsthöhere Qualifikationsstufe würde Ihnen neue Möglichkeiten erschließen. Und Sie führen jede Enttäuschung auf das fehlende Ingenieurstudium zurück („nur weil ich kein Ingenieur bin“). Wenn man Gedanken dieser Art wieder und wieder verfolgt, kann das zur „fixen Idee“ werden, die Sie völlig blockiert.

Für extreme Problembereiche wie diesen gibt es keine pauschale Lösung. Ich liste Ihnen einmal auf, was mir contra und pro Studium (in diesem Alter) einfällt. Natürlich habe ich gesehen, daß Sie diesen Rat gar nicht mehr wollen, Sie haben sich ja schon „entschlos-sen“. Dennoch hilft Ihnen die Beschäftigung mit den einzelnen Aspekten des Themas auch, Ihre gestellten Fragen selbst zu beantworten - so weit es überhaupt Antworten gibt.

Contra Studium: Studienabsolventen mit 30 sind schon zu alt. Mit 45 soll man bereits eine Position einnehmen, in der man „notfalls“ pensioniert werden kann. Ab 45 beginnen Vorbehalte gegen das Alter von Bewerbern, ab 50 werden sie (fast) unüberwindlich. Das Studium ist schwerer in Ihrem Alter. Ein derart alter Student wird an der Hochschule vielleicht zum Außenseiter - die Kommilitonen haben alle ganz andere Interessen. Daß Ihnen derzeit weitere berufliche Möglichkeiten verschlossen bleiben, kann auch an Ihrer Persönlichkeit liegen - und also durch ein Studium unverändert bleiben. Jetzt haben Sie einen - nicht beschriebenen - Job als Techniker. Je nach Situation könnten Sie in einigen Jahren als „Jungingenieur“ arbeitslos sein. Das Studium wird sich vermutlich nicht „rechnen“, der Aufwand (Einkommensausfall für mehrere Jahre) dürfte sich keinesfalls lohnen. Die Bewerbungsempfänger können nichts mit Ihnen anfangen, Sie passen in kein Raster, niemand wird wissen, wie man Sie einstufen und einsetzen soll. Die anderen 44jährigen Ingenieure, die von der Ausbildung her dann also Ihre Vergleichsgruppe bilden, sind viel weiter als Sie gekommen, Sie holen die nie mehr ein: Sie sind jetzt ein trauriger Techniker, Sie könnten dann ein trauriger Ingenieur werden (bitte beschäftigen Sie sich besonders mit diesem Argument, das Betroffenen immer erst später einleuchtet). Wenn Sie mit dem Studium nicht zum Erfolg kommen, haben Sie hoch gespielt und - fast - alles verloren (diesem hohen Risiko stehen nur kleine Chancen gegenüber). „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ (Gorbatschow 1989). „Früh krümmt sich, was ein Häkchen werden will“ (Volksmund). Sie haben sehr lange gebraucht, um das Problem zu erkennen und zu handeln.

So, das alles weiß und denkt der Empfänger der späteren Bewerbung eines „alternden Jungingenieurs“ in etwa auch.

Und dann gibt es noch den Spruch: „Die Konvertierten sind die schlimmsten“ - wer mit 45 katholisch wird, ist imstande, den Papst als Abweichler von der reinen Lehre einzustufen. Sie könnten also ein Ingenieur werden, der allein darin etwas derart Besonderes sieht, daß er seine Umwelt zur Verzweiflung bringt („ich als Ingenieur sehe das so und glaube nicht …“).

Pro Studium: Sie wollen es, Sie brauchen es - tun Sie es. Wenn Sie scheitern, dann begraben Sie eben Ihren Traum, aber Sie haben es versucht! Außerdem haben Sie dann Ihre Grenzen erkannt. Aber wenn es Ihnen wirklich etwas bedeutet, einfach um seiner selbst willen für Sie wichtig ist und Sie es nicht - vermeintlicher - beruflicher Vorteile wegen machen würden, dann tun Sie es. Ich glaube nicht, daß Sie letztlich wirklich glücklicher werden, aber Sie verlieren damit eine nagende Unzufriedenheit, die Sie vielleicht eines Tages auffrißt.

Ausklang: Es ist so eine Sache mit Träumen, die man hat und mit Ursachen für das Ausbleiben von deren Erfüllung. Möchten Sie ein Beispiel? Mit 21 Jahren, direkt nach Erwerb meiner Ingenieururkunde, habe ich einmal gesagt: „Vorstandsvorsitzer von VW? Warum nicht!“ Ich bin es nicht geworden, wie Sie sehen. Der Grund liegt nicht darin, daß ich eben nur die „niederen Weihen“ dieser Ausbildung besaß. Der Grund ist hingegen, daß meine persönlichen Fähigkeiten zur Ausübung einer solchen absoluten Top-Position nicht ausreichen. Talent bricht sich Bahn - für diesen hohen Anspruch hat meines nicht gereicht. Was das nun bedeutet für diesen Fall? Nur, daß die Welt nicht untergeht, wenn man so etwas ausspricht (viel-leicht schreibt ja der derzeitige Inhaber meiner früheren Traumposition einen Leserbrief und sagt, er seinerseits würde nicht 15 Jahre das Schreiben dieser Serie durchstehen. Es würde mich ein wenig trösten).

Ende des Zitats. Bitte keine Sternchen für den Text.

Hallo Marc,

meistens kann es nützlich sein, die verschiedenen Fähigkeiten zu kombinieren (bei mir z.B. Maschinenbau + kaufmännisches Wissen).

Ideal wäre es, wenn Du bei einem Software-Hersteller für Branchenlösungen im Friseur-Handwerk anfangen könntest (evtl. z.B. auch Grosshandel, bei dem die Friseure online bestellen ?).

Grüsse

Sven

„Ohne Diplom, finde ich jetzt kaum einen Job“

so sieht das nämlich aus!!!

Ideal wäre es, wenn Du bei einem Software-Hersteller für
Branchenlösungen im Friseur-Handwerk anfangen könntest (evtl.
z.B. auch Grosshandel, bei dem die Friseure online bestellen
?).

Hallo Sven,

der Vorschlag hört sich gut an, weil er die in der Vergangenheit erworbenen Kenntnisse kombiniert. Selbst wenn sich eine derart spezialisierte Tätigkeit angestellt oder selbständig finden ließe, ist erneut der Keim für spätere Arbeitslosigkeit gelegt. Dafür gibt es Beispiele in allen Branchen. Da hat jemand z. B. einen Lehrabschluß als CNC-Fräser, wurde auf ein oder zwei Steuerungsfabrikaten ausgebildet und arbeitet einige Jahre in dieser Tätigkeit. Dann geht der Arbeitgeber in die Insolvenz. Das ist der Zeitpunkt, an dem sich plötzlich zeigt, daß der Ausgebildete nur über Schmalspurkenntnisse der Metallbearbeitung verfügt. Er besitzt antrainierte Programmierkenntnisse, denen aber die Grundlagen fehlen, um sie auf andere Aufgaben übertragen zu können.

Aus solchen Leuten setzt sich ein ganzes Heer von Arbeitslosen zusammen. Kurzlebige, an ein Fabrikat gebundene Ausbildung ohne ausreichende Basis, auf schnelle Einsetzbarkeit und baldiges Geldverdienen ausgerichtet, gehören neben gänzlich fehlender Ausbildung zu den Hauptursachen schwerer Vermittelbarkeit.

Es sind nicht die Überlegungen, ob sich ein Studium „rechnet“, die in erster Linie die Entscheidung für ein Studium bestimmen sollten. Auch ein paar Zeilen höher in diesem Thread klingt solches Gedankengut an. Da wird errechnet, was jemand in einer Tätigkeit verdienen kann und dem wird ein Studium gegenüber gestellt, mit der Erwartung, den „Verdienstausfall“ baldigst aufzuholen. Ich akzeptiere diese Denkweise, soll doch jeder selbst machen, was er/sie für richtig hält. Ich halte aber solche Rechnerei schon im Ansatz für verfehlt. Die Fähigkeit, sich auf ein verändertes Arbeitsumfeld und neue Arbeitsinhalte einzustellen sowie die Befriedigung und Selbstbestätigung durch die Arbeit, kommen in solchen Überlegungen überhaupt nicht vor. Ebenso wenig das permanente Risiko der Arbeitslosigkeit durch eine spezialisierte Schmalspur- und Dünnbrettbohrer-Ausbildung.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

der Vorschlag hört sich gut an, weil er die in der
Vergangenheit erworbenen Kenntnisse kombiniert. Selbst wenn
sich eine derart spezialisierte Tätigkeit angestellt oder
selbständig finden ließe, ist erneut der Keim für spätere
Arbeitslosigkeit gelegt. Dafür gibt es Beispiele in allen
Branchen.

Mein Tipp hat sich nicht darauf bezogen, von einer Spezialistentätigkeit in die nächste zu gehen. Vielmehr geht es darum, bei einer Umschulung (Lehre / Studium) das vorher erworbene Wissen weiter verwerten zu können, bzw. den Nachteil eines spät erworbenen Abschlusses mit Vorteilen anderer Art aufwiegen zu können.

Trotzdem sollten solide Kenntnisse in der Materie für die aktuelle Tätigkeit vorhanden sein. EDV (jeglicher Art, vor allem Programmieren) hat aber meiner Meinung nach den Nachteil, 1. sehr schnell veraltet zu sein, 2. schon wieder eine Spezialistentätigkeit zu haben. Vorteilhafter wäre meiner Meinung nach hier eine Verkaufstätigkeit, z.B. beginnend mit Software für Friseure usw. Da kann er das erworbene Meisterwissen (Praxis) mit DV-Kenntnissen kombinieren, ohne sofort wieder ein Spezialist zu werden. Bei späteren Tätigkeiten (nach Einarbeitung in die Verkaufs-/DV-Materie) kann er dann auch in anderen Branchen arbeiten.

Daher ist es meiner Meinung nach weniger eine Frage, ob er eine Ausbildung macht, sondern vielmehr, welche Ausbildung er macht, wobei möglichst ein erneutes Spezialisten-Tum zu vermeiden ist.

Da hat jemand z. B. einen Lehrabschluß als

CNC-Fräser, wurde auf ein oder zwei Steuerungsfabrikaten
ausgebildet und arbeitet einige Jahre in dieser Tätigkeit.
Dann geht der Arbeitgeber in die Insolvenz. Das ist der
Zeitpunkt, an dem sich plötzlich zeigt, daß der Ausgebildete
nur über Schmalspurkenntnisse der Metallbearbeitung verfügt.
Er besitzt antrainierte Programmierkenntnisse, denen aber die
Grundlagen fehlen, um sie auf andere Aufgaben übertragen zu
können.

Für mich ist der Fall klar: Jahrelang nichts für die Weiterbildung getan (privat, nicht von der Firma verordnet meine ich) und sich darauf verlassen, dass man mit der Firma in Rente gehen kann.

Ich habe selbst in einem Pleite-Betrieb gearbeitet (3 Jahre BA-Ing.-Ausbildung, 4,5 Jahre techn. Einkauf) und wurde hinterher mit Kusshand genommen, obwohl meine rein technischen Fähigkeiten als Ingenieur nicht so gut waren (guter Abschluss, aber relativ wenig Praxis). Dadurch, dass ich aber den technisch-kaufmännischen Spagat kann, habe ich bei 10 Bewerbungen hinterher 10 Angebote bekommen. Meine kaufmännischen Kenntnisse habe ich aber in Seminaren und durchs Fachbuchlesen entsprechend optimiert, ausserdem verfüge ich über ein Diplom, wobei die Fachrichtung hinterher manchmal gar nicht mehr so wichtig ist.

Aus solchen Leuten setzt sich ein ganzes Heer von Arbeitslosen
zusammen. Kurzlebige, an ein Fabrikat gebundene Ausbildung
ohne ausreichende Basis, auf schnelle Einsetzbarkeit und
baldiges Geldverdienen ausgerichtet, gehören neben gänzlich
fehlender Ausbildung zu den Hauptursachen schwerer
Vermittelbarkeit.

Ich habe da auch manchmal so meine Befürchtungen, wenn ich Werbung für Umschulungen nach dem Motto „Organisator (SAP)“ lese.

Es sind nicht die Überlegungen, ob sich ein Studium „rechnet“,
die in erster Linie die Entscheidung für ein Studium bestimmen
sollten.

Wenn man nach dem Finanziellen schaut und davon ausgeht, dass die meisten Ingenieure auch keine Karriere (Abt-Leitung usw.) machen, dann dauert es bei einem Ing. (Uni) ca. bis zum 40. Lebensjahr, bis er gegenüber einem Ungelernten (3-Schicht mit Akkord in Giesserei) mehr verdient => kein Kriterium, da auch Arbeitsumfeld und Freude an der Arbeit zählt (nicht zuletzt natürlich auch Arbeitsplatz-Chancen).

Grüsse

Sven

Wenn man nach dem Finanziellen schaut und davon ausgeht, dass
die meisten Ingenieure auch keine Karriere (Abt-Leitung usw.)
machen, dann dauert es bei einem Ing. (Uni) ca. bis zum 40.
Lebensjahr, bis er gegenüber einem Ungelernten (3-Schicht mit
Akkord in Giesserei) mehr verdient => kein Kriterium, da
auch Arbeitsumfeld und Freude an der Arbeit zählt (nicht
zuletzt natürlich auch Arbeitsplatz-Chancen).

Hallo Sven,

es verhält sich so, wie Du schon feststellst: Rechnungen, die nur das kumulierte Einkommen betrachten, sind wirklichkeitsfremd. Ein gewerblich Beschäftigter oder Angestellter mit durchschnittlichem Einkommen hat üblicherweise so gut wie keine nennenswerte Reserve. Was verdient wird, wird auch für die Lebensführung gebraucht. Die üblichen Ingenieureinkommen liegen dagegen um einige zig tausend Euro p.a. höher. Bei einigermaßen vernünftiger Lebensführung ist das dann der Betrag, der je nach Vorliebe das Häuschen im Grünen, den Klavierunterricht für die Sprößlinge oder was auch immer für Annehmlichkeiten ermöglicht.

In erster Linie aber existiert - laufende Fortbildung vorausgesetzt- kein Risiko längerer Arbeitslosigkeit. Ferner ist der Arbeitsalltag von entschieden angenehmerer Qualität. Da wird aus einem Job ein Beruf. Das alles zusammen genommen sehe ich keinen Anlaß, einem fortbildungswilligen Menschen den Studienwunsch als Bedenkenträger madig zu machen, wie es verschiedentlich in den Antworten geschah.

Auch das Altersargument ist bei genauerem Hinsehen nicht stichhaltig. Wer sich als Endvierziger schon mal mit den Prospekten von Seniorenwohnheimem vertraut macht, gehört sicher nicht zu den Leuten, die noch einmal neu anfangen. Der ganze Rest aber wird sehr bald erkennen müssen, daß der Wunsch nach jungen, höher ausgebildeten Kräften immer schwerer erfüllbar wird. Für die Personalentwicklung Verantwortliche werden umdenken müssen. Andererseits ist das Rationalisierungspotenzial in vielen Bereichen noch längst nicht ausgeschöpft. Rationalisierung greift insbesondere im Bereich sich wiederholender, manueller Tätigkeiten, also i. d. R. an Arbeitsplätzen mit geringen Qualifikationsanforderungen. Auch daraus kann man nur schließen, daß das Heil in Bildung und Ausbildung zu suchen ist.

Schließlich ist zu beobachten, daß ein Physiker, der einst Hochspannungssysteme entwickelte, heute Bahnantriebe konzipiert, daß ein Maschinenbau-Ing. optische Systeme entwarf und nun Software entwickelt und sich ein E.-Ing. mit Hydraulik beschäftigt. Die Grundlagen sind es, die solche Flexibilität ermöglichen und letztlich den Arbeitsplatz an beinahe jedem Ort sichern.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Da wird aus einem Job ein Beruf.

Was, angesichts der Tatsache, dass man mind. 1/3 - 1/2 seíner täglichen Zeit am Arbeitsplatz verbringt (wenn man den Schlaf mal weglässt, dann ist es 1/2 - 2/3 der verfügbaren Zeit), auch wichtig sein sollte. Ich habe nämlich keine Lust, den größten Teil meines Tages etwas zu machen, wozu ich eigentlich überhaupt keine Lust habe (natürlich kann das auch mal als Ingenieur passieren => nicht alle Tätigkeiten sind beliebt).

Das alles zusammen genommen
sehe ich keinen Anlaß, einem fortbildungswilligen Menschen den
Studienwunsch als Bedenkenträger madig zu machen, wie es
verschiedentlich in den Antworten geschah.

Madig machen auf keinen Fall. Allerdings ist das Studium des Studiums willen, also ohne konkrete Zukunftsgedanken, auch nicht das gelbe vom Ei, daher mein Hinweis, mit Hilfe der bisherigen Kenntisse und Erfahrungen ein möglichst rundes Gesamtbild zu erzeugen.

Auch das Altersargument ist bei genauerem Hinsehen nicht
stichhaltig. Wer sich als Endvierziger schon mal mit den
Prospekten von Seniorenwohnheimem vertraut macht, gehört
sicher nicht zu den Leuten, die noch einmal neu anfangen.

Leider gibt es davon viel zu viele, vor allem in der Industrie (Kennzeichen: seit 30 Jahren im Job, seit 30 Jahren in einer Firma, seit 30 Jahren am gleichen Schreibtisch - das gibt’s tatsächlich noch immer !). Wenn diese Leute arbeitslos werden, hilft ihnen auch nicht der vor 30 Jahren erhaltene Ing.-Titel.

Der
ganze Rest aber wird sehr bald erkennen müssen, daß der Wunsch
nach jungen, höher ausgebildeten Kräften immer schwerer
erfüllbar wird. Für die Personalentwicklung Verantwortliche
werden umdenken müssen.

Wie war das noch ? Alter: 25, mehrjährige Berufserfahrung mit Auslandseinsatz, Führungserfahrung usw…

Andererseits ist das

Rationalisierungspotenzial in vielen Bereichen noch längst
nicht ausgeschöpft. Rationalisierung greift insbesondere im
Bereich sich wiederholender, manueller Tätigkeiten, also i. d.
R. an Arbeitsplätzen mit geringen Qualifikationsanforderungen.
Auch daraus kann man nur schließen, daß das Heil in Bildung
und Ausbildung zu suchen ist.

Wenn ich mir die Produktionskosten in Deutschland mal im Vergleich zu Österreich, Frankreich, England usw. anschaue (Personalkosten eines Werkers sind bei uns doppelt so hoch wie in den genannten Alternativen, die in Sachen Qualität und Produktivität sicherlich nicht unterhalb unserer Werte liegen), dann ist der Trend auch eindeutig => weniger Produktion in Deutschland. Daraus kann man folgern, dass unsere 4,3 Mio Arbeitslose eher mehr als weniger werden. Noch schlimmer ist, dass es zukünftig sehr viele Langzeitarbeitslose, die wahrscheinlich nie wieder arbeiten werden, geben wird. Das birgt enormen sozialen Sprengstoff, der unser gesamtes Fundament zum kippen bringt, wenn wir nichts dagegen unternehmen. Habe neulich das Beispiel Dänemark gesehen, die Ihre Arbeitslosenquote innerhalb weniger Jahre von 10,x auf 4,x% senken konnten. Nur gibt’s bei uns einfach zu viel Lobby.

Ach ja, nur so am Rande noch eine Alternative für Dirk:
statt Ingenieur gäbe es auch den Techniker. Vor- und Nachteile müssten abgewägt werden.

Grüsse

Sven

korrekt. wenn die GRUNDLAGEN nicht da sind, dann ist das Improvisieren (auch wenn man die „Tortour“ schafft) in einem ungenkannten Feld nahezu aussichtslos, da man von ECHTEN Fachleuten überrollt wird und wenn man eine Anstellung findet, dann lediglich nur in unseriösen „Möchtegern-Firmierungen“ als „Hilfskraft“. Auf das sich - rechnen kann man und sollte man nicht schauen - Spass am Verwirklichen musst du dabei haben: Immer ein bisschen besser (immer eines Drauf) als am Vortage. Jedenfalls denke ich so und damit habe ich mir mehr Freude gemacht, als `ne Eigentumswohnung zu erwerben (halten), die von Springer-Verlags-Gehältern als „Helfende Kraft“ -Arbeitsstelle finanziert wurden könnte.

Ich habe finanziell derzeit weniger , dafür aber ideell mehr. (ca 200.000 DM denke ich „Lohnverlust“). Aber gut ists allemal wie es JETZT ist!

Ach ja, nur so am Rande noch eine Alternative für Dirk:
statt Ingenieur gäbe es auch den Techniker. Vor- und Nachteile
müssten abgewägt werden.

Hallo Sven,

Technikerausbildung geht auch. Dirk muß sehen, was mit seinen persönlichen Verhältnissen, mit der Familie, mit den finanziellen Gegebenheiten machbar ist. Hauptsache ist, daß ausbaufähige Grundlagen geschaffen werden, damit er nicht wieder in einen zu großen Schuh rutscht. Damit meine ich, daß der Autodidakt in einem laufenden Projekt in einem Unternehmen durchaus zu etwas kommen kann, aber wenn das Projekt am Ende ist (oder gar die ganze Firma) steht jemand ohne Grundlagen wieder im ganz kurzen Hemd da.

Gruß
Wolfgang

sven, du schreibst:

„…Da wird aus einem Job ein Beruf.“

für mich kann ich von glück sagen, das ich das wort „JOB“ einer kurzzeitigen MONOTONIE innerhalb meines Berufes bisher erleben konnte. Beruf kommt von berufen (ernannt) werden, nun wenn man ein bisschen „nachhilft“ mit dem Interesse-zeigen, kann vieles zum Beruf werden… natürlich keine Dauerfliessbandarbeit und Kassiererjobs, die ja bald aussterben werden…
und in der Hoffnung, diese personen können sich dann entfalten und haben keine verklemmten Chefs.

Hallo,
Zum Alter der Absolventen ist bereits einiges gesagt worden. Im moment geht der Trend weiter dazu jüngere Absolventen zu „produzieren“. Als Beispiel: Wir versuchen hier an der ETH Zürich das Alter unsere Dr.-Ing. Absolventen unter die 30-Jahre-Marke zu drücken (Auch wenn das nicht in allen Fachbereichen durchgezogen wird). Um ehrlich zu sein: Auch ein Dr.-Ing.-Absolvent würde es mit 36 nicht leicht haben und müsste mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen rechnen.

Neben den bereits aufgeworfenen Fragen solltest du für Dich folgende Fragen klären:

(1) Wirst du studieren und nebenbei arbeiten?
Wenn du „nur“ studierst kommst du zwar schneller durchs Studium, dafür bist Du dann beim Abschluss bereits ein paar Jahre aus dem Beruf wieder raus. Ein Wiedereinstieg ins Arbeitsleben könnte dann sehr schwer werden. Du musst mit Vorbehalten wie „der wollte ja nur wieder 4 Jahre ein faules Studentenleben geniessen“ rechnen müssen, auch wenn sie völlig aus der Luft gegriffen sind.
Wenn du studierst und arbeitest, bleibst du im Job aber du hast mit einer enormen Arbeitsbelastung zu rechnen: Du bist kein Berufsanfänger mehr, man erwartet von dir im Beruf entsprechende Leistung. Du bist bereits lange von der Schule weg, im Studium wirst du in den theoretischen Fächern einen hohen Nachholbedarf an mathematischen Grundkenntnissen haben. Daraus können zwei Schwierigkeiten entstehen: (i) Du wirst im Job kritisiert, weil Du zuwenig Leistung bringst und geleichzeitig (ii) wirst Du im Studium zu denen gehören, die um das Bestehen der Klausur bangen müssen, bis Du Deine Wissenslücken geschlossen hast. Kurz: Es wird sehr viele frustrierende Momente geben.

(2) Wieviel Zeit steht Dir zur Verfügung?
Hast du Familie? Wieviel Zeit brauchst du für die Familie? (Im Klartext: Kannst Du auch an Wochenenden und Feierabenden regelmässig arbeiten?)
Unterschätze es nicht, ein Studium ist als Vollzeitbeschäftigung ausgelegt. Eine Berufstätigkeit parallel zum Studium verlängert in der Regel das Studium.

(3) Welche Vorkenntnisse hast Du?
Aus dem, was ich in Deinen Postings gelesen habe, entnehme ich, dass Du reichlich Praxiserfahrung hast. Das ist für ein Studium ein klares Plus.
Wie ich schon weiter oben geschrieben habe, vermute ich, dass du von der Mathematik inzwischen ziemlich weit weg bist. In den theoretischen Fächern wirst Du einen überdurchschnittlichen Arbeitsaufwand investieren müssen. Ein klares Minus.
Wenn Du in einzelnen Bereichen also einen Wissensvorsprung und in anderen Lücken hast, solltest du mit einer durchschnittlichen Studiendauer und mit einem hohen Arbeitsaufwand (das ist in den Ingenieursdisziplinen normal) rechnen. Erwarte aber nicht, dass Dir das Studium leichter fällt, als Deinen potentiellen Kommilitonen (Im Klartext: Wenn in einzelnen Prüfungen 60% eines Jahrganges durchfallen, kann es auch Dir passieren. Das Studium verlängert sich entsprechend).

Deshalb mein Vorschlag:
Versuche doch erst einmal in einem Fernstudium, wie gut du zurecht kommst. Du siehst dann, wie du das Studium, deinen Beruf und Dein Familienleben unter einen Hut bekommen kannst.
Wenn das gut läuft, kannst du nach der Diplom-Vorprüfung an eine Präsenz-Uni wechseln und dort abschliessen.
Für Dich wäre der grosse Vorteil, dass Du nicht gleich aus dem Beruf aussteigen musst und Dir das Studium in aller Ruhe einmal anschauen kannst.

Hier gibt es z.B. E-Technik und Informatik
http://www.fernuni-hagen.de/FeU/Fachbereiche/fachber…
Für Dich wäre der grosse Vorteil, dass ein Studium dort auch als Teilzeitstudium möglich ist.

Mir wäre es wichtig, ihr „Personaler“ könntet helfend
berichten.

Ich bin zwar kein Personaler, dafür unterrichte ich angehende Ings. Ich hoffe, es hilft Dir etwas
Rossi

Zunächst danke ich dir für deine Ausführungen zu meiner Frage!
Gestatte mir auf einige Zeilen zu antworten, vielleicht kannst du dann ungefähr meine Person einschätzen und werten.

Zwischendurch gestatte mir Fragen.
„Wir versuchen hier an der ETH Zürich das Alter unsere Dr.-Ing. Absolventen unter die 30-Jahre-Marke zu drücken“

Ich muss dann annehmen, das (unerfahrene) „Frischlinge“-Schulabgänger vorgezogen werden, statt mit allen Wassern gewaschene, da diese sich leicht „hinbiegen“ lassen? Welchen Fachbereich betrifft das bitte?

„Um ehrlich zu sein: Auch ein Dr.-Ing.-Absolvent würde es mit 36 nicht leicht haben und müsste mit einem unterdurchschnittlichen Einkommen rechnen.“

Was ist ein durchschnittliches Einkommen? Für mich gilt und galt immer sich voll und ganz in die Aufgaben „hineinzulegen“, ich habe bisher in der Zeit in der ich gearbeitet habe, erfahren müssen, das exorbitante Gehälter kaum zu erzielen sind, schon aus strukturellen Gründen.

"Wirst du studieren und nebenbei arbeiten?
Wenn du „nur“ studierst kommst du zwar schneller durchs
Studium, dafür bist Du dann beim Abschluss bereits ein paar
Jahre aus dem Beruf wieder raus. Ein Wiedereinstieg ins
Arbeitsleben könnte dann sehr schwer werden. Du musst mit
Vorbehalten wie „der wollte ja nur wieder 4 Jahre ein faules
Studentenleben geniessen“ rechnen müssen, auch wenn sie völlig
aus der Luft gegriffen sind.

— Ich denke doch, das ich als Höchstqualifizierter eine Tätigkeit angeboten bekomme, oder nicht? Jedenfalls habe ich mal angefragt und mir wurde bescheinigt, das ich anscheint „erste Wahl“ bin. Tja als „Arbeiter“ wird man nicht angenommen, aber als Student dann… weil alle Arbeitsplätze mit Lernenden besetzt werden!
Natürlich ist das Grundlage zu allem Künftigen, die „Kohle“.

„Wenn du studierst und arbeitest, bleibst du im Job aber du
hast mit einer enormen Arbeitsbelastung zu rechnen: Du bist
kein Berufsanfänger mehr, man erwartet von dir im Beruf
entsprechende Leistung.“

Nun wenn Du die 60-80 Stunden-Woche ansprichst, die kenne ich seit 10 Jahren. Bis zum Abkippen arbeitete ich bisher, immer 120% voller Einsatz; nebenher noch zusätzlich im Fachbereich setzte ich einiges „dran“.
Ich kenne keinen 8-Stundentag, der mit Gewerkschaftschutz einhergeht. Vielleicht sehr schade, aber hier in diesem Falle eine harte Schule?
Vielleicht darf ich hinzufügen: wir kommen aus einer Unternehmerfamilie, mein Papa hat nebenher 2.Ing-Titel im Fach nach der Arbeit gemacht und alle, wirklich alle haben hart und sehr erfolgreich eine Karriere aus eigener Kraft vorweisen können, ohne „sponsering by daddy“ oder so. Da steckt schon was „hinter“…:smile:

„Du bist bereits lange von der Schule weg, im Studium wirst du in den theoretischen Fächern einen hohen Nachholbedarf an mathematischen Grundkenntnissen haben.“

Ja das ist schon ein „Hammer“, aber ich habe IMMER Dinge mir gesucht, die ich zuvor noch nie gemacht habe, und mit besten Arbeitsergnisssen abgeschlossen. Ich selbst bin immer überrascht von meiner „Kreativität“:smile:)
Aber die „Denkrichtung“ muß wirklich trainiert werden, das stimmt!

„Es wird sehr viele frustrierende Momente geben.“
Gibt es nicht schlimmere Momente, wenn Firmen, an denen man aktiv in lt. Position am Aufbau beteiligt war, immer dicht machen und einem die Arbeit ruiniert wird??? Das altert und frustriert sicherlich mehr, denke ich.
Oder nicht?

„Kannst Du auch an Wochenenden und Feierabenden
regelmässig arbeiten?“
Das geht, es sind ja 4 harte Jahre.

"In den theoretischen Fächern wirst Du einen überdurchschnittlichen Arbeitsaufwand investieren müssen. "

Handelt es sich hier um „fachtheoretisches Wissen“ (Lehren) oder um Schulstoff aus der 10-12. (?) Klasse?

„Wenn in einzelnen Prüfungen 60% eines Jahrganges durchfallen, kann es auch Dir passieren.“

Bei was fallen die dort durch? Im Fachwissen oder im Schulstoff?
„Fachliche Theorie“ hatte ich immer eine „1“.

Werden die „Alten“ genauso behandelt wie die jungen Schüler bei den Prüfungen, oder setzt man da anders an?

"Versuche doch erst einmal in einem Fernstudium… "
Leider lehren die nicht mein Fachbereich - ich habe diese Varianten prüfen können, aber leider nur Negativbescheide erhalten.

Nochmals vielen Dank!