Zu Buche schlagen (mit "haben" oder "sein")

Hallo!

Laut dem Duden kommt „schlagen“ mal mit „haben“ und mal mit „sein“. Wie ist es mit „zu Buche schlagen“?

A) Die Preise sind zu Buche geschlagen

B) Die Preise haben zu Buche geschlagen

Danke sehr

Hi Nadja

der Unterscheid zwischen haben und sein in Bezug auf „schlagen“ zeigt, ob es

haben => aktiv (jemand/etwas schlägt …) oder
sein => passiv (jemand/etwas ist/wird geschlagen) passiert.

Nachdem sich eine Aktion aktiv auf die Zahlen in der Buchhaltung auswirkt, diese also „zu Buche schlägt“, bleibt nur „haben“

Gruß h.

p.s. und dafür gibt’s sicher noch eine grammatikalisch korrekte Erkärung :wink:

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Hi h,

Eine seltsame Redewendung, deren Herkunft - soweit ich nachgeschaut habe - immer m.M.n. falsch erklärt wird: Nämlich mit der Herkunft von „ein Biuch aufschlagen“ (ursprünglich waren in Leder gebundene Bücher seitlich mit einem Riegel versehen, der aufsprang, wenn man auf den Einband schlug). Z.B. → hier Nr. 103

Dagegen verweist das DWB unter „buchen“ auf einen alten Ausdruck „zu Buch tragen“, „zu Buch bringen“, „verrechnen“. Also etwas, das der Buchführer aktiv/transitiv tut („verbuchen“), aber nicht die Kosten.

Falls die Deutung richtig ist, dann schlagen die Kosten vielmehr nur intransitiv „zu Buche“.

Die Kosten (nicht die Preise!) sind also zu Buche geschlagen.
Ähnlich:
„Der Blitz ist eingeschlagen“
„Der Schreck ist mir auf den Magen geschlagen“

Gruß
Metapher

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Einen solchen Satz habe ich noch nie gehört.
Dagegen kenne ich die Phrase nur in Verbindung mit etwas Unbestimmten.

Bsp.:
Das schöne Wetter schlägt bei der Ernte zu Buche.

Das sagt der Landwirt im Frühsommer, weil er weiß, daß es eine gute Ernte geben wird. Wie gut, das weiß er noch nicht, deswegen unbestimmt.
An der Stelle (im Frühsommer!) ist der Buchhalter noch garnicht in Aktion getreten.

Ich sehe da überhaupt keine Ähnlichkeit, weil Deine beiden Sätze etwas beschreiben, was bereits stattgefunden hat.

Die zu Buche schlagende Ernte kommt erst noch.
Nur das schöne Wetter war schon da. :wink:

Braucht denn die Phrase „zu Buche schlagen“ überhaupt ein Hilfsverb?

Grübel-Gruß

@Metapher

Hier finden sich noch Beispielsätze - alle mit „ohne“:

https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=~~zu+Buche+schlagen&suchspalte[]=rart_ou

Hallo Gudrun,

darf denn der Landwirt im Spätsommer nichts mehr sagen?

Die Ernte ist besonders gut ausgefallen. Da ist/ hat das gute Wetter zu Buche geschlagen.

Für das Perfekt braucht der liebe Landwirt schon ein Hilfsverb. Welches auch immer - ich kann mich zwischen „sein“ und „haben“ nicht recht entscheiden. Wenn ich gezielt (mit Anführungszeichen) nach „zu Buche geschlagen“ suche, finde ich beides. Dem ersten Eindruck nach ein wenig mehr „haben“, aber das muss nichts heißen.

Die Maul- und Klauenseuche hat mit fast einer Milliarde zu Buche geschlagen. Quelle

Rein wirtschaftlich und persönlich betrachtet, hätte Hans Sukowski seine jüngste Investition, die samt Zubehör mit mehr als 5000 Euro zu Buche geschlagen ist, wohl noch ein wenig aufschieben sollen. Quelle

Dieses Ergebnis liegt zwar um 6,6 Millionen Euro niedriger als im Vorjahr, in dem außerordentliche Gewinneffekte zu Buche geschlagen sind,… Quelle

Zudem habe der Schneebruch zu Buche geschlagen. Quelle

Mir stößt nichts davon als falsch auf. Aber ob es eine Regel gibt, weiß ich nicht.

Viele Grüße,
Jule

Hallo Jule,

genauso ist es bei mir!

Mit den Anführungszeichen habe ich es auch gemacht :wink:

Schöne Grüße

Wenn man im Duden nachschlägt, gibt es 17 Beiträge, einige mit „haben“ und einige mit „sein“. Wie kann man in diesem Wald das Licht blicken?

In der Frage von @Nadja ging es darum, daß „schlagen“ sowohl transitiv als auch intransitiv sein kann und sich daran entscheidet, ob das Perfekt mit haben oder sein gebildet wird.

Und nun fragte sie speziell nach dem Perfekt der Redewendung „zu Buche schlagen“:

A) Die … sind zu Buche geschlagen ← intransitiv
B) Die … haben zu Buche geschlagen ← transitiv

Ich versuchte die Frage zugunsten von „intransitiv“ zu entscheiden aus einer Vermutung der Herkunft dieser Redewendung (die Herkunft wird ja, soweit ich gesehen hab, immer falsch erklärt).

Meine Beispiele sind eben solche, in denen „schlagen“ ebenfalls intransivi ist.

Gruß
Metapher

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