Zu feminisierte Beratungsstelle?

Hallo!
Ich habe mir von einer Beratungsstelle eine Liste mit empfehlenswerten Psychotherapeuten geholt und ca. 90% der Therapeuten auf der Liste sind Frauen.
Liegt das nun daran, dass
a) die Beratungsstelle unter weiblicher Leitung stand und die Damen dort meiner Meinung nach recht männerfeindlich rüber kamen oder
b) es wenig männliche Therapeuten gibt oder
c) die männlichen Therapeuten nicht gut sind?

Außerdem war ich bei 2 Therapeuten bei einer Beratungsstelle und beide meinten, ich soll nicht zum Pschiater gehen, meine Beschwerden kommen von meiner schlechten Kindheit und ich müsste zu einem Therapeuten gehen und eine Therapie machen. Ich habe aber auch 2 Psychiater aufgesucht und die meinen wiederrum, meine Kindheit war zwar nicht die beste, aber davon habe ich keine Folgeschäden behalten und meine Beschwerden kommen von einer unbekannten Ursache, welche man nicht herrausfinden kann und ich soll lieber in einer Therapie lernen mit den Beschwerden umzugehen.
Ja, wem soll ich denn nun glauben? Um ehrlich zu sein, habe ich nicht die geringste Lust bei irgendwelchen Psychoheinis meine Kindheit aufzuarbeiten, für mich ist das abgeschlossen und in alten Narben muss man ja nicht rumstochern. Allerdings gefällt mir dieser rein medikamentöse Ansatz der Psychiater auch nicht sonderlich.
Grüsse Ali

Was wäre daran so schlimm? Eher Zufall…
Hallo Ali!

und ca. 90% der
Therapeuten auf der Liste sind Frauen.

Ich hab eine ähnliche Erfahrung gemacht: Ich hab eine Liste mit Psychotherapeuten bekommen, wo es genau so ist. Warum hast du nicht einfach mal nachgefragt?

Außerdem war ich bei 2 Therapeuten bei einer Beratungsstelle
und beide meinten, ich soll nicht zum Pschiater gehen, meine
Beschwerden kommen von meiner schlechten Kindheit und ich
müsste zu einem Therapeuten gehen und eine Therapie machen.

Dem würde ich aus meiner Erfahrung zustimmen, wenn du selbst sagst, dass deine Kindheit nicht so toll war.

Ich habe aber auch 2 Psychiater aufgesucht und die meinen
wiederrum, meine Kindheit war zwar nicht die beste, aber davon
habe ich keine Folgeschäden behalten und meine Beschwerden
kommen von einer unbekannten Ursache, welche man nicht
herrausfinden kann und ich soll lieber in einer Therapie
lernen mit den Beschwerden umzugehen.

Zu lernen, mit den Beschwerden umzugehen ist sicherlich ein richtiger Ansatz. Zu behaupten, dass die negativen Erfahrungen deiner Kindheit keine Rolle spielen, aber irgendwelche unbekannten Ursachen, hört sich ziemlich konstruiert an.

Die Kindheit ist die Zeit, die dich und dein Verhalten prägt. Wenn du schlimme Dinge erlebt hast, prägt das deine Seele, deine Sichtweise der Welt, deinen Umgang mit dir selbst und deiner Umwelt. Das hört nicht einfach auf, nur weil du plötzlich 18 und erwachsen bist. Und die „Narben“ sind oft nur ein oberflächlichlicher Wundverschluss, unter dem es weiterbrodelt.

Ja, wem soll ich denn nun glauben? Um ehrlich zu sein, habe
ich nicht die geringste Lust bei irgendwelchen Psychoheinis
meine Kindheit aufzuarbeiten,

Klar! Sich dem Ganzen stellen und sich das alles nochmal ansehen - das tut unglaublich weh! Da denkt man gerne, es reicht, dass ich es einmal erlebt habe, das muss ich nicht nochmal haben.

für mich ist das abgeschlossen

Wunschdenken!

und in alten Narben muss man ja nicht rumstochern.

Ganz ehrlich: Wenn du in deinem Leben etwas ändern möchtes, dann kommste da nicht drumrum! Das wird auch erstmal hart. Aber nur dann kannste das verarbeiten und wirklich etwas ändern!

Allerdings
gefällt mir dieser rein medikamentöse Ansatz der Psychiater
auch nicht sonderlich.

Klar. Damit löst man keine Probleme! Damit verdrängt man sie nur weiter!

Trau dich! Wenn du meinst, du hättest alles aus deiner Kindheit verarbeitet, dann brauchst du doch keine Angst vorm Psychotherapeuten zu haben! Dann kann der feststellen, dass es daran nicht liegt… :wink:
Lass es auf den Versuch ankommen!

Eins möchte ich dir aus meiner Erfahrung dazu sagen: Für mich war es eine harte Zeit, durch das alles nochmal durchzugehen. Aber: Es war die spannendste Zeit meines Lebens und ich hab soviel über mich selbst gelernt - das ist einfach unbezahlbar!

Aber vielleicht war es auch nur mein Weg und du musst einen anderen für dich finden. Dass es dir richtige wird

wünscht dir

ChrisTine

Spannende Fragen wirfst du da auf, liebe Ali.
Also zunächst zu deiner multiple-choice-Frage:
Die richtige Antwort setzt sich sozuzsagen aus a und b zusammen, c ist schlicht falsch. Deine Beratungsstelle da bevorzugt möglicherweise weibliche Therapeuten, außerdem gibt es inzwischen wohl etwas mehr weibliche Therap. als männliche, aber insgesamt ist es ein fast ausgeglichenes Verhältnis. Also, um genau zu sein: Antwort a kommt der Wahrheit am nächsten. :wink:
Jetzt zu deiner zweiten Frage:

Außerdem war ich bei 2 Therapeuten bei einer Beratungsstelle
und beide meinten, ich soll nicht zum Pschiater gehen, meine
Beschwerden kommen von meiner schlechten Kindheit und ich
müsste zu einem Therapeuten gehen und eine Therapie machen.

Nun ja, die wwaren auch nicht so ganz auf dem neuesten Stand, denke ich, denn seit einiger Zeit gibt es ja den Facharzt für Psychiatrie UND Psychotherapie, der den alten Facharzt für Psychiatrie und Neurologie ablöst. Wenn du also zu einem jüngeren Psychiater ehst, dann hat er oftmals schon die Psychotherapie mit dabei. Du musst halt gucken, was auf dem Schild bzw. der Anzeige steht. Es muss halt Psychotherapie mit drauf stehen.
Nun zu deiner Frage Nr.3:

Ich habe aber auch 2 Psychiater aufgesucht und die meinen
wiederrum, meine Kindheit war zwar nicht die beste, aber davon
habe ich keine Folgeschäden behalten und meine Beschwerden
kommen von einer unbekannten Ursache, welche man nicht
herrausfinden kann und ich soll lieber in einer Therapie
lernen mit den Beschwerden umzugehen.

Das ist noch kein wirklicher Widerspruch, denn es gibt ja verschiedene Frmen von Psychotherapie: tiefenpsychologisch fundierte (auch dynamische genannt) Psychotherapie und Verhaltenstherapie sind die, welche von den Kassen anerkannt und bezahlt werden.

Ja, wem soll ich denn nun glauben? Um ehrlich zu sein, habe
ich nicht die geringste Lust bei irgendwelchen Psychoheinis
meine Kindheit aufzuarbeiten, für mich ist das abgeschlossen
und in alten Narben muss man ja nicht rumstochern. Allerdings
gefällt mir dieser rein medikamentöse Ansatz der Psychiater
auch nicht sonderlich.

Wiegesagt, nur alte Psychiater OHNE Psychotherapie-Titel arbeiten NUR mit Medikamenten. Daher meine Empfehlung, einen Facharzt für Psychiatrie UND Psychotherapie aufzusuchen.
Gruß,
Branden

Hallo!
Beide Psychiater waren auch Psychotherapeuten, was ich auch erwähnt habe, trotzdem wurde mir abgeraten zu einem Psychiater zu gehen, aber wieso?

Hallo!
Ich habe mir die Liste erst zuhause angeschaut und daher nicht nachfragen können.

Kill all the white men!
Woran hast Du die Männerfeindlichkeit denn bemerkt? Lief dröhnend laut „Kill all the white men“ in Endlosschleife und die Beraterinnen trugen alle Lorena Bobbit T-Shirts?

Du kannst doch in den Gelben Seiten Deiner Stadt ganz einfach nachvollziehen, wie es um das Geschlechterverhältnis der Psychotherapeuten bei Euch so bestellt ist.
Weiterhin könnte ich mir vorstellen, dass es vermutlich sehr auf die Art der besuchten Beratungseinrichtung ankommt. Eine Einrichtung, die z.B. Opfer sexueller Gewalt berät wird vermutlich tatsächlich eher weibliche Therapeuten empfehlen. Auf jeden Fall würde ich nicht von einer irgendwie gearteten Verschwörung (nicht böse gemeint) ausgehen.

Vielleicht wäre es bei der Suche hilfreich, wenn Du Dir erstmal überlegst, was genau für DICH das Problem ist und wie es sein müsste, dass Du das Problem als gelöst ansiehst. (irgendwie schwer zu erklären, z.B. „Ich habe Angst vor Hunden. Ich möchte diese Angst loswerden. Ich möchte Hunde streicheln können“) und das immer mitnehmen wenn Du Therapeuten kennenlernst. Letztendlich ist es ja Jacke wie Hose, wer genau einem hilft, wenn einem eben nur richtig geholfen wird.
Viel Erfolg und alles Gute!

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Hallo!
Die Männerfeindlichkeit habe ich daran festgemacht, dass mein männlicher Begleiter vor der Tür warten musste und ich im Beratungsgespräch mit Fragen wie „Wurden sie schonmal sexuell missbraucht?“, „Wie war denn das Verhältnis zu ihrem Vater, Opa, Onkel und Bruder?“ etc. gelöchert wurde.
Grüsse Ali

Hallo!
Beide Psychiater waren auch Psychotherapeuten, was ich auch
erwähnt habe, trotzdem wurde mir abgeraten zu einem Psychiater
zu gehen, aber wieso?

Vielleicht meinten die, du solltest nicht zu einem Psychiater OHNE Psychotherapie-Zusatz gehen.
Gruß,
Branden

Ähm… ich wo ich nicht bin Spezialist…würde dann aber mal anmerken, dass das schon eine beginnende Spezifizierung deiner Probleme war. Das dein Bekannter vor der Tür warten musste hat schlicht was damit zu tun…das ihn solche Gespräche nix angehen und auch wenn du vermeintlich der Meinung bist, dass es dir gut tun würde jemand bekanntes dabei zu haben… der Schuss geht für gewöhnlich nach hinten los…

Alle anderen Fragen wurden dir gestellt, damit man sich ein Bild von dir und deinen Problemen machen konnte…

grüsse
kk

Team: Persönliche Anmerkungen entfernt

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Hallo!
Ich habe mir die Liste erst zuhause angeschaut und daher nicht
nachfragen können.

Oh, du hast also noch nie etwas von der hochmodernen schon seit jahrzenten existierenden Telefontechnik gehört?

Gruß

Samira

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