'Zu-Herzen-Nehmen'!

Hallo!

Meine Mom ist ein echter Problemfall. Sie ist zwar ein total liebenswürdiger Mensch, aber in Bezug auf Problemstellungen, oder sagen wir, Banalitäten, ein komischer Kauz. Sie nimmt sich alles so dermaßen zu Herzen und auch über Alltägliches, was ihr von Freunden und Bekannten geschildert wird, grübelt sie noch Stunden später nach. Sie kann sprichwörtlich nicht „abschalten“. Dies erwächst sich auch des Öfteren in Magebdruck und Übelkeit. Ich habe ihr zwar schon oft geraten, das sie einfach mal das Telefon ausschalten bzw. einfach den Anrufbeantworter einschalten soll, um nicht von ihrer täglichen Arbeit abgelenkt zu werden, aber sie meint stets, das sie etwas verpassen könnte und ärgert sich danach, das sie durch die Ablenkung im Nachinein unproduktiv arbeitet, weil sie wieder über das soeben Gesprochene nachdenkt. Gibt es vielleicht Literatur, die ihr hilft, die richtige Balance zu finden?

lg

die maya

Hi,

Sie kann sprichwörtlich nicht „abschalten“.

Gibt es vielleicht Literatur, die ihr hilft, die richtige Balance zu finden?

Literatur? Kaum. Aber Hilfe: Oft gibt es an Volkshochschulen für schmales Geld Kurse für Autogenes Training. Das kann häufig schon viel bewirken, gerade in puncto „mehr Gelassenheit“ und „Abschalten können“ - genau dafür ist es da. Darüber gibt’s zwar auch Bücher, aber ein Kurs ist viel, viel mehr wert als solch ein Buch.

Ausprobieren schadet in keinem Fall.

Gruß,

Malte

Neugier

täglichen Arbeit abgelenkt zu werden, aber sie meint stets,
das sie etwas verpassen könnte und ärgert sich danach, das sie
durch die Ablenkung im Nachinein unproduktiv arbeitet, weil
sie wieder über das soeben Gesprochene nachdenkt. Gibt es
vielleicht Literatur, die ihr hilft, die richtige Balance zu
finden?

Hallo Maya,

Literatur wird nicht helfen, nur andauerndes arbeiten an sich selbst.
Mir macht es eher den Eindruck, daß Deine Mutter neugierig ist, daß ist eben so bei allen Menschen. Der eine mehr, der andere weniger. Sage mir bitte: Werden Kinder durch Literatur oder durch die Praxis erzogen?
Man kann Menschen nicht verändern und wenn du 1 Mrd. mal mit Ihnen redest. Man kann ein Wörtchen zur rechten Zeit fallen lassen und dann warten ob die Frucht aufgeht, mehr nicht.

LG
Mikhael

Hallo Maya,

Das kann mehrere Ursachen haben.

  1. Neugier - siehe die Antwort von Mikhael.

Allerdings scheint sich diese Neugier in eine krankhafte Richtung zu entwickeln.

  1. Ein so genanntes „Helfer-Syndrom“:

http://de.wikipedia.org/wiki/Helfer-Syndrom

Du kannst auch vom Link „Co-Abhängigkeit“ Gebrauch machen.

Es handelt sich dabei um eine Art „Ersetzungsmechanismus“: Das, was man in seinem eigenen Leben vermisst (Aufmerksamkeit, „Zu-Herzen-nehmen“) versucht man damit zu ersetzen, dass man sich dauernd in andere Menschen versetzt und über fremde Probleme grübelt.

Einem solchen Menschen zu helfen, ist nicht einfach. Die Gründe zu diesem Verhalten liegen oft tief in den Erfahrungen aus der Kindheit begraben, so dass sich diese Persönlilchkeit schon gefestigt hat.

Wenn du also deine mom sogar dazu bringst, Telefone abzuschalten, wird sie sich ein neues Ventil suchen: Familienangehörigen, Wohltätigkeit, Kirche usw. usw.

Eine Psychotherapie könnte unter Umständen eine „Linderung“ verschaffen, vorausgesetzt, der - sehr erfahrene Psychologe - schafft es, auf den Ursprung dieses Verhaltens zu kommen.

Groß

jaro

Hallo,

Ihr könnt mich jetzt schlagen, beschimpfen und was noch alles, trotzdem finde ich den kleinen Taschentherapeuten
(Lazarus, Arnold A.,Lazarus, Clifford N.: „Der kleine Taschentherapeut.: In 60 Sekunden wieder o.k“ )
nicht schlecht.

Wenn man nicht völlig abgedreht ist, kann man hier nachschlagen, ob die Störung die man empfindet was ernstes sein könnte,
und wenn´s doch nur „was kleines“ ist, gleich den Tips folgen.

Ausserdem finde ich es immer wieder interessant, darin einfach zu schmökern und so manche Selbsterkenntnis tut sich auf…

grüsse
dragonkidd

Stark…
in nur 60 Sekunden gesund, find´ ich toll. Erhebt sich nur die Frage, warum so viele einen Knall haben:smile:

Mikhael

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Ich finde auch, dass das ein total liebes Büchlein ist, das zwar niemandem wirklich helfen wird, aber dich dazu bringt dir über die eigenen inneren Vorgänge Gedanken zu machen und sich damit zu beschäftigen. Alleine das empfinde ich in vielen Situationen schon als extrem hilfreich.

lg infi

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hi maya,

hat deine mutter denn selbst nie eigene sorgen und nöte oder befindlichkeiten? und wenn ja - mit wem spricht sie darüber?

ich vermute aber mal, sie äussert sich hier wenig - ihr gehts eigentlich selbst immer gut, nichts ist wirklich negativ - also in ihrem eigenen leben…

wäre dem so - käme nun meine nächste annahme:

sie kümmert sich gerne um die nöte anderer - es lenkt sie von ihren eigenen verdrängten ab mit denen sie sich nicht befassen will - und dennoch kann sie „klagen“ zumindest dahingehend das es ihr auch zuviel wird ab und an.

wäre dem so wäre eine veränderung nur darüber möglich dass sie lernt in sich zu schauen was sie eigentlich selbst belastet, wo ihr leben nicht ist wie sie es gerne hätte und wie man das ändern kann.
allerdings - wäre meine idee zutreffend könnte sie das nicht allein - sonst hätte sie es ja gelernt in ihren vielen lebensjahren - da müsste ihr schon ein profi helfen.

aber wie gesagt - ist nur sonne idee:smile:

LG
nina