Zu kompliziert für hier?

Hallo
Ich grüße euch. Zunächst einmal muß ich sagen, das ich froh bin einmal so ein Forum wie dieses gefunden zu haben. Denn ich - respektive eine Bekannte - haben da ein Problem was uns sehr beschäftigt.
Ich habe sie auf den Arbeitsamt kennengelernt.

Sie ist schon seit 2 Jahren arbeitslos, und findet trotz intensiver Bemühungen keinen Arbeitsplatz. Wenn, dann nur zu einem Lohn für den sicherlich niemand mehr arbeiten gehen will, und was schon arg an Ausbeutung grenzt.

Nun beabsichtigt sie folgendes. Bitte habt Verständnis dafür, das dieses Beispiel das ich hier nenne an den Haaren herbeigezogen ist, jedoch als vom Sinn her gleich angesehen werden kann.

Sie will in die Stadt gehen, und den Leuten auf Flugblättern einmal die Augen öffnen wie ernst der Staat seine Bemühungen unternimmt Arbeitslosen wirklich zu helfen. Nämlich null.

Nun hat sie aber keine Lust mehr auf der faulen Haut zu liegen und meint das es sinnvoll wäre älteren Mitmenschen die Einkaufstaschen zu tragen, jedoch ohne von diesen ein Honorar zu fordern, geschweige dem,es auch anzunehmen. Wie gesagt, völlig kostenlos für die älteren Herrschaften.

Da sie dies auch wie eine andere Arbeit auch 8 Stunden am Tag machen möchte, ist es ja auch logisch das sie von etwas Leben muß.

Sie will aber dann auch gleichzeitig hingehen, und beim A-Amt schriftlich auf jeden weiteren Erhalt ihrer Unterstützung verzichten, und auch ihre Krankenversicherung selber tragen.

Wir sprechen hier also von einer völligen Lösung aus dem sozialen Netz.

Frei nach dem Motto, ich will nichts vom Staat, aber er soll mich in Ruhe lassen.

Für dieses tragen der Tasche erhofft sie sich dann von den anderen Passanten ein Trinkgeld.

Meine Fragen lauten nun:

Kann der Staat einen zwingen arbeiten zu gehen, wenn man auf der einen Seite darauf verzichtet vom Staat Geld zum Lebensunterhalt zu empfangen?

Was ist mit dem Geld was sie in diesem Fall einnimmt. Entweder mit einem Hut auf der Straße, oder auf eigens dafür eingerichteten Konto welches aber nicht als Spendenkonto deklariert wird. Auch wird sie das Wort Spende nirgends erwähnen, sondern eher um eine Unterstützung bitten.

Wie sieht es aus, wenn auf dem Flugzettel gar nicht nach Geld gefragt wird, aber eine Kontonummer im Briefkopf angegeben ist. Leute die logisch denken können sich ja vorstellen das jemand Geld braucht wenn er so etwas macht.

Bin mal gespannt was Ihr da für Meinungen habt. Wenn jemand aber wissen sollte wie man dies macht ohne Ärger mit den Behörden - insbesondere Finanzamt - zu bekommen, wären wir für einen Tip dankbar.

Bitte keine Moralapostel, die meinen das hier viel Geld gemacht werden will ohne Steuer zahlen zu müssen. Selbst wenn dies so wäre sollte man das ihr auch gönnen, denn sie will was gutes tun, und liegt ja der Öffentlichkeit nicht gleichzeitig auf der Tasche.Des weiteren gibt es in Deutschland genug Leute die Schweinekohle verdienen nur weil sie z.B. schnell im Kreis umherfahren, aber wegen der Steuer im Ausland leben. Die werden ja auch von der Masse bejubelt. So denke ich das Taschen tragen für Rentner auch bejubelt werden sollte. Vielleicht sogar noch mehr.

Wir freuen uns auf Antwort.
Gruß Lumpi

Hallo,

die Sache mit den Flugblättern halte ich für eine überflüssige Aktion. Zur Mehrzahl der über längere Zeit Arbeitslosen habe ich nämlich eine, na vorsichtig ausgedrückt, distanzierte Haltung. Zu dieser Haltung kommt man, wenn man sich selbst auf die Suche nach Mitarbeitern macht, deren Einschränkungen, Qualifikation und Wünsche zur Kenntnis nehmen muß. Nährboden dafür sind u. a. die staatlichen Leistungen für Langzeitarbeitslose. Da muß sich ohne nennenswerte Qualifikation ein Job schon so richtig lohnen und darf den Tagesablauf nicht zu sehr stören, bevor jemand das Arbeitslosen- oder Sozialhilfepolster verläßt.

Aber das nur am Rande, es ist nicht Gegenstand Deiner Frage.

Niemand wird gezwungen, staatliche Wohltaten anzunehmen. Man kann sich aus dem sozialen Netz einfach und formlos verabschieden.

Die Idee mit dem Tütentragen für ältere Herrschaften ist doch ein guter Ansatz, um zu Geld zu kommen. Allerdings scheint mir die vage Hoffnung auf Trinkgeld in unbekannter Höhe eine etwas wackelige Existenzgrundlage zu sein. Melde deshalb ein Gewerbe an, etwa „Dienst- und Hilfsleistungen, Botengänge aller Art“. Dann machst Du doch die Flugblattaktion. Nur nicht mit Schimpferei auf fehlende staatliche Hilfsangebote für Leute, die keine Lust auf Arbeit haben, sondern mit Deinem Dienstleistungsangebot, z. B. Hilfe beim Einkauf, bei Erledigungen aller Art, Zuhörer/Gesellschafter, Fahrer für’s Kaffeekränzchen, Umzugshilfe und und und. Ich kann mir gut vorstellen, daß diese Tätigkeit seinen Mann oder seine Frau ernährt.

Damit wäre dann der ersehnte Abschied aus dem als unzureichend empfundenen sozialen Netz vollbracht. Allerdings nicht so ganz der Abschied von Behördenmenschen, die penetrant irgendwelche Abgaben einfordern. Auch wenn Du vielleicht sonst nichts mehr von diesem Staat willst, wenigstens Deine Notdurft wirst Du (oder die Bekannte, für die Du hier anfragst) noch durch öffentlich finanzierte Rohre ableiten lassen. Betrachte also die geringen geforderten Entrichtungen als Gegenwert für Deine Verrichtungen und sch§$&"§§ drauf.

Gruß
Wolfgang

Wenigstens eine Teilantwort…

Kann der Staat einen zwingen arbeiten zu gehen, wenn man auf
der einen Seite darauf verzichtet vom Staat Geld zum
Lebensunterhalt zu empfangen?

Nein, der Staat kann definitiv niemanden zwingen arbeiten zu gehen. Wer allerdings, aus eigenem Ermessen, nicht der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht verliert natürlich auch Ansprüche auf staatliche Unterstützung.

Was ist mit dem Geld was sie in diesem Fall einnimmt. Entweder
mit einem Hut auf der Straße, oder auf eigens dafür
eingerichteten Konto welches aber nicht als Spendenkonto
deklariert wird. Auch wird sie das Wort Spende nirgends
erwähnen, sondern eher um eine Unterstützung bitten.

Die Antwort ist weniger definitv, d.h. ich bin mir nicht sicher. Ich vermute aber stark, daß das Finanzamt das als Einkommen betrachtet und es somit der Steuer unterliegt.

Wie sieht es aus, wenn auf dem Flugzettel gar nicht nach Geld
gefragt wird, aber eine Kontonummer im Briefkopf angegeben
ist. Leute die logisch denken können sich ja vorstellen das
jemand Geld braucht wenn er so etwas macht.

Die Leute können sich sicher vorstellen, daß so jemand Geld braucht. Ob sie dafür Ihr Eigenes rausrücken - da hab’ ich erhebliche Zweifel.

Gruß
Werner

Aber kein Bettler zahlt doch Steuern!!
Ja schon gut, aber einmal realistisch gesehen, darf doch jeder auf der Straße betteln, soweit er gewisse Auflagen beachtet.
Man unterscheidet da in der Rechtasprechung zwischem aktiven und passivem Betteln.

Ich bin weit davon die Geschichte zu Glauben das es viele Bettler gibt, die Millionär geworden sind(wenn man so rumhört hat ja fast jeder schon einmal jemanden gesehen der um die Ecke geht und in einen Daimler steigt).
Die Beamten vum Ordnungsamt sehen es auch gelassen wenn da jemand mit einem Hut auf der Straße sitzt, denn sie haben keine Handlungsvollmacht dies zu verbieten. Aber wie sieht es denn mit der Versteuerung dieses Geldes aus? Ist es denn in der Tat so, das die nicht versteuern weil sich keiner die Mühe macht da einmal nachzuharken?

Hi,
deine Bekannte scheint ein sehr engagierter Mensch zu sein. Umsomehr verwundert es mich, dass sie kompromisslos aus der Gesellschaft aussteigen will.
Sie hätte doch mehr Chancen und Möglichkeiten, ihre Interessen zu vertreten, wenn sie in der Gesellschaft bleibt und dort etwas bewegt, als das zu tun, was sie jetzt vorhat. Aber das nur am Rande.
Rechtlich steht ihr nichts im Wege. Sie kann Leistungen des Arbeitsamtes und des Sozialamtes ablehnen, bzw. braucht keine entsprechenden Anträge zu stellen. Dann läßt man sie in Ruhe.

Sie will ihren Lebensunterhalt durch eine besondere Art von Dienstleistung bestreiten, wobei diese Dienstleistung kostenlos sein soll?
Auch das geht rechtlich. Aber wirtschaftlich?
Bis zu diesem Punkt hat sie noch keine müde Mark, um leben zu können.
Und dieses Problem will sie dadurch lösen, dass sie auf Trinkgeld und Spenden hofft.
Tja, einer Marktanalyse zufolge könnte das funktionieren.
Ich habe Mitarbeiter, die als Sozialarbeiter im Milieu gearbeitet haben und davon berichteten, dass Obdachlose durch Fußgängerzonen ziehen und durch Betteln täglich locker über DM 200,- „verdient“ haben.
Solche Spenden und „Trinkgelder“ sind nicht nachprüfbar und eigentlich für die Finanzämter uninteressant, vor allem, wenn der Betroffene keine Ansprüche gegen den Staat erhebt, also ohnehin nicht steuerlich erfaßt ist.
Ich wünsche deiner Bekannten viel Glück und viele „Trinkgelder“.

Gruß,
Francesco

Hallo,

Hallo
Ich grüße euch. Zunächst einmal muß ich sagen, das ich froh
bin einmal so ein Forum wie dieses gefunden zu haben. Denn ich

  • respektive eine Bekannte - haben da ein Problem was uns sehr
    beschäftigt.
    Ich habe sie auf den Arbeitsamt kennengelernt.

Sie ist schon seit 2 Jahren arbeitslos, und findet trotz
intensiver Bemühungen keinen Arbeitsplatz. Wenn, dann nur zu
einem Lohn für den sicherlich niemand mehr arbeiten gehen
will, und was schon arg an Ausbeutung grenzt.

Immerhin besser als gar nicht arbeiten. Und hocharbeiten
kann man sich ja immer noch.

Nun beabsichtigt sie folgendes. Bitte habt Verständnis dafür,
das dieses Beispiel das ich hier nenne an den Haaren
herbeigezogen ist, jedoch als vom Sinn her gleich angesehen
werden kann.

Sie will in die Stadt gehen, und den Leuten auf Flugblättern
einmal die Augen öffnen wie ernst der Staat seine Bemühungen
unternimmt Arbeitslosen wirklich zu helfen. Nämlich null.

Ich weiß nicht ob das so gut ist. Könnte sein, das auch
eine Institution wie das Arbeitsamt hiergegen rechtlich
Schritte einleitet wegen Rufschädigung.

Nun hat sie aber keine Lust mehr auf der faulen Haut zu liegen
und meint das es sinnvoll wäre älteren Mitmenschen die
Einkaufstaschen zu tragen, jedoch ohne von diesen ein Honorar
zu fordern, geschweige dem,es auch anzunehmen. Wie gesagt,
völlig kostenlos für die älteren Herrschaften.

Sicherlich sehr anständig

Da sie dies auch wie eine andere Arbeit auch 8 Stunden am Tag
machen möchte, ist es ja auch logisch das sie von etwas Leben
muß.

Sie will aber dann auch gleichzeitig hingehen, und beim A-Amt
schriftlich auf jeden weiteren Erhalt ihrer Unterstützung
verzichten, und auch ihre Krankenversicherung selber tragen.

Wovon ???

Wir sprechen hier also von einer völligen Lösung aus dem
sozialen Netz.

Frei nach dem Motto, ich will nichts vom Staat, aber er soll
mich in Ruhe lassen.

Für dieses tragen der Tasche erhofft sie sich dann von den
anderen Passanten ein Trinkgeld.

Hmm, nur weil man es Trinkgeld nennt, könnte das Finanzamt
hier eine selbständige Tätigkeit vermuten. Zudem sind
die Menschen immer weniger bereit Trinkgelder zu zahlen,
eher wird sie von Oma zum Kaffeekränzchen eingeladen und
muß sich dann die gesamte Nachkriegsgeschichte anhören.

Meine Fragen lauten nun:

Kann der Staat einen zwingen arbeiten zu gehen, wenn man auf
der einen Seite darauf verzichtet vom Staat Geld zum
Lebensunterhalt zu empfangen?

Was ist mit dem Geld was sie in diesem Fall einnimmt. Entweder
mit einem Hut auf der Straße, oder auf eigens dafür
eingerichteten Konto welches aber nicht als Spendenkonto
deklariert wird. Auch wird sie das Wort Spende nirgends
erwähnen, sondern eher um eine Unterstützung bitten.

Wie sieht es aus, wenn auf dem Flugzettel gar nicht nach Geld
gefragt wird, aber eine Kontonummer im Briefkopf angegeben
ist. Leute die logisch denken können sich ja vorstellen das
jemand Geld braucht wenn er so etwas macht.

Reicher wie mit einem unterbezahlten Job wird sie da wohl
nicht, ich würde den Job annehmen.

Bin mal gespannt was Ihr da für Meinungen habt. Wenn jemand
aber wissen sollte wie man dies macht ohne Ärger mit den
Behörden - insbesondere Finanzamt - zu bekommen, wären wir für
einen Tip dankbar.

Der Ärger ist glaub ich vorprogrammiert.

Bitte keine Moralapostel, die meinen das hier viel Geld
gemacht werden will ohne Steuer zahlen zu müssen. Selbst wenn
dies so wäre sollte man das ihr auch gönnen, denn sie will was
gutes tun, und liegt ja der Öffentlichkeit nicht gleichzeitig
auf der Tasche.Des weiteren gibt es in Deutschland genug Leute
die Schweinekohle verdienen nur weil sie z.B. schnell im Kreis
umherfahren, aber wegen der Steuer im Ausland leben. Die
werden ja auch von der Masse bejubelt. So denke ich das
Taschen tragen für Rentner auch bejubelt werden sollte.
Vielleicht sogar noch mehr.

Da kennst du Deutschlands Rentner schlecht, vor 10-20 Jahren
wäre das wohl noch gegangen, aber heute ?

Wir freuen uns auf Antwort.
Gruß Lumpi

Schöne Grüße
Oliver