Zu schnell ne 'Depression'?

Ich lese immer wieder, daß dann, wenn einer von einer schlechten Verfassung redet, ganz schnell die Frage nach einer Depression in den Raum gestellt wird!

Ich möchte das häufige Vorhandensein von Depressionen nicht abstreiten- aber so oft, wie sowas „vorgeschlagen“ wird- wird es doch sicher nicht sein!!

Was mich vor allem stört sind die schnellen Vorgriffe auf Medikamente, die helfen könnten!

Ich selber habe mich schon in depressiven Zuständen befunden und ne menge der „passenden“ Symptome aufgewiesen-- meine Therapeutin meinte dann nur, daß es wohl die Symptomatik aufweist, aber bei den bestehenden Umständen einfach nur erklärbar ist, daß man da steht!

Insofern bin ich ein grosser Freund von Therapie, wenn man sich so fühlt-- aber möchte einfach auch mal loswerden, daß man sehr schnell in die Kiste von „Depression“ gesteckt wird- obwohl die wirkliche Krankheit nicht dahintersteckt!!

Kitty

Hallo kitty,

Ich lese immer wieder, daß dann, wenn einer von einer
schlechten Verfassung redet, ganz schnell die Frage nach einer
Depression in den Raum gestellt wird!

bei den vielen Depressions-Postings in den letzten Tagen dachte ich auch schon, daß wir zur Zeit wieder „Depri-Woche“ in w-w-w haben.
Das ist gar nicht negativ gemeint. Ich bin schon lange in diesem Forum und eine gewisse Häufung von Postings zu einem Thema gibt es immer wieder. Manchmal sind es Ängste und Panikattacken, dann Schizophrenie und andere Psychosen, nun ist es wieder Depression. Das Phänomen ist leicht erklärbar: Wenn ein Poster erst einmal das „Eis“ gebrochen hat, folgen viele andere, die ähnliche Beschwerden haben und sich nun auch trauen, sie zu thematisieren. Zustände von Niedergeschlagenheit und Winterdepression treten zu Beginn der dunklen Jahreszeit zudem gehäuft auf.

Ich möchte das häufige Vorhandensein von Depressionen nicht
abstreiten- aber so oft, wie sowas „vorgeschlagen“ wird- wird
es doch sicher nicht sein!!

Immerhin sind zwischen 2 und 7 Prozent der Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt von der Krankheit Depression betroffen. Einmal im Leben erkranken sogar 7 bis 18 Prozent aller Menschen an Depression, Frauen sogar noch häufiger. Man nennt Depression daher den „Schnupfen der Psychiatrie“. Aber nicht, weil sie harmlos ist, sondern weil sie so häufig ist.

Was mich vor allem stört sind die schnellen Vorgriffe auf
Medikamente, die helfen könnten!

Ich würde diese „Vorgriffe“ eher als allgemeine Informationen über mögliche Behandlungskomponenten auffassen. Das halte ich für wichtig, weil viele Menschen noch Vorurteile gegenüber Psychopharmaka haben. Dabei können diese Medikamente Menschen tatsächlich helfen. Zum Arzt gehen, psychische Beschwerden offen ansprechen, ggf. ein Psychopharmakon regelmäßig nehmen - das ist leider immer noch keine Selbstverständlichkeit.

aber möchte einfach auch mal loswerden, daß
man sehr schnell in die Kiste von „Depression“ gesteckt wird-
obwohl die wirkliche Krankheit nicht dahintersteckt!!

Das stimmt in manchen Fällen sicherlich. Nur: Wer kann am besten beurteilen, ob etwas eine zu behandelnde Depression ist oder „nur“ ein vorübergehendes Stimmungstief? Ich bin dafür, dies Ärzte und Psychotherapeuten beurteilen zu lassen. Die können das im allgemeinen am besten. Deshalb lieber einmal zu viel als einmal zu wenig, den Gang zum Psychotherapeuten oder Arzt empfehlen.

Beste Grüße

Deshalb lieber einmal zu

viel als einmal zu wenig, den Gang zum Psychotherapeuten oder
Arzt empfehlen.

DA stimme ich Dir vollkommen zu!!

Kitty

Hallo Kitty!

Insofern bin ich ein grosser Freund von Therapie, wenn man
sich so fühlt-- aber möchte einfach auch mal loswerden, daß
man sehr schnell in die Kiste von „Depression“ gesteckt wird-
obwohl die wirkliche Krankheit nicht dahintersteckt!!

Das kann man so und so sehen: viele Menschen, die eigentlich eine Depression haben, werden erstmals wegen etwas anderem (somatischen) behandelt - weil die Depression oftmals auch übersehen werden kann.

Zur Frage in Bezug auf Medikamenteneinsatz, hier tendiere ich eher dazu, Medikamente schnell einzusetzen.

Denn Medikamente helfen sehr schnell, ein gesundes Erleben wieder herzustellen - was eine Therapie wesentlich wirksamer machen dürfte!

Selbstverständlich kann eine Medikation ohne Therapie nach kurzer Zeit wieder an Wirksamkeit abnehnmen - weswegen (je nach Fall) ggf. beides in Kombination sinnvoll einzusetzen wäre.

Lieben Gruß
Patrick

an aiwendil :

Sie scheinen ein Arzt, Psychotherapeut oder Student der Medizin zu sein, kein Erfahrener, denn Sie verherrlichen Psychopharmaka.

Die abscheulichen Nebenwirkungen vieler Psychopharmaka,
z.B. zahlreiche Symptome von Parkinson, die über Jahrzehnte bleiben, Menschen entstellen, zu häufigen extremen Rückenschmerzen führen, zu hässlichen Krampfadern, zu Haarausfall, zu … und … und …

scheinen Sie nicht im Geringsten zu interessieren. Wenn Sie Opfer wären, würden Sie nicht so wie ein arroganter Arzt besserwisserisch Psychopharmaka verrherrlichen, wie sie es hier tun :

(Zitatanfang)

Ich würde diese „Vorgriffe“ eher als allgemeine Informationen
über mögliche Behandlungskomponenten auffassen. Das halte ich
für wichtig, weil viele Menschen noch Vorurteile gegenüber
Psychopharmaka haben. Dabei können diese Medikamente Menschen
tatsächlich helfen. Zum Arzt gehen, psychische Beschwerden
offen ansprechen, ggf. ein Psychopharmakon regelmäßig nehmen -
das ist leider immer noch keine Selbstverständlichkeit.
(Zitatende)

Sie schreiben auch, dass Frauen häufiger eine Depression hätten
als Männer.
Klügere Menschen als Sie haben herausgefunden, dass bei Frauen häufiger die Diagnose „Depression“ gestellt wird als bei Männern.

Das bedeutet keineswegs, dass Frauen häufiger als Männer an Depressionen erkrankten.

Hat Ihnen Ihre lange Wichtigtuer-Erruption an dieser Stelle in
diesem Forum g u t getan ?

Ich gehe davon aus „ja“. Wenn Sie ein zufriedeneres Leben hätten,
mit mehr Erfolg im Beruf (oder Studium) dank eines höheren Talentes (welches Ihnen wahrscheinlich fehlt) und wenn Sie privat zu einem glücklich-machendem Leben fähig wären, auch erfüllenden Sex hätten,
dann bräuchten Sie solche Wichtigtuer-Erruptionen ( = Ersatz für eigenes berufliches und privates Glück, sogar Ersatz für ein gutes Sexualleben) nicht.

Denken Sie mal darüber nach, … was natürlich von Ihnen Willen
zur Selbstkritik voraussetzt. Selbstkritik ist bei Ärzten und
Psychotherapeuten extrem selten. Dann müssten sie ja eingestehen,
in ihren Kenntnissen und in ihrer Arbeit sehr mangelhaft zu sein.
„Aber das geht doch nicht“, sie brauchen Anerkennung und dass Menschen zu ihnen hochgucken, sie brauchen es, sich wichtig zu fühlen … wie die Luft zum Atmen.

A.Knaup